Wochenrückblick

Von Senkrechtstartern und Tieffliegern

Wir blicken zurück auf wichtige Spiele der vergangenen Woche, z.B. das Staatsduell von Oklahoma, und wir beschäftigen uns mit der abhebenden Air Force und den untergehenden Teams Alabama und Arizona.

Von Christian Neumann
 24.01.2007 |

Fällt Alabama auseinander?

Die Alabama Crimson Tide galten lange als unterschätztes Team, weil ihre gute Startbilanz gegen schwache Gegner zustandegekommen war. Mittlerweile muss man sich eher fragen, was Ronald Steele, Jermareo Davidson und Co. überhaupt noch in den Rankings zu suchen haben (vor allem auf Platz 12, wo sie sowohl von USA Today/espn als auch von der associated press geführt werden): Letzte Nacht kamen die Crimson Tide bei Auburn mit 57:81 unter die Räder. Weder Steeles 19 Punkte noch Davidsons Double-Double (18 Punkte, elf Rebounds) konnten das Debakel verhindern.

Die Tigers hingegen verteilten die Last auf mehrere Schultern (vier Spieler punkteten zweistellig); vor allem Forward Korvotny Barber (18 Punkte), der acht seiner elf Wurfversuche verwandeln konnte, ragte heraus. Für Alabama war es nach dem 61:88 gegen Arkansas und dem 73:94 gegen Vanderbilt bereits die dritte heftige Niederlage, die das Team von Head Coach Mark Gottfried im Januar einstecken musste. Auch wenn diese Spiele allesamt auswärts verloren wurden, muss an den Titelansprüchen der Crimson Tide inzwischen ernsthaft gezweifelt werden.

Air Force: Erfolg durch Disziplin und harte Arbeit

Mannschaft der Stunde bleiben die Air Force Falcons, die letzte Nacht die Texas Christian University (TCU) mit 72:39 auseinandernahmen, ihren 19. Saisonsieg im 21. Spiel einfuhren und zudem ihre Siegesserie in Heimspielen auf 27 Spiele verlängerten. Dabei galt eigentlich auch TCU bis zu diesem Spiel als defensivstarke Truppe, doch Air Force rückte dieses Bild gerade. Auch wenn ihr Spielplan nicht die allergrößten Herausforderungen bereitgehalten hat (was nicht zuletzt an der eher mäßigen Mountain West Conference liegt, in der sie spielen), gelten die Falcons doch als ein ernstzunehmendes Team und werden nicht ohne Grund auf Position 13 (espn) bzw. 16 (ap) der Rankings geführt.

Maßgebend für die mit Abstand beste Saison ihrer Geschichte ist Air Force' gute Verteidigung: Die meisten Gegner werden bei den Punkten und der Trefferquote deutlich unter ihrem Saisonschnitt gehalten. So konnte die Mannschaft von Ex-NBA-Coach Jeff Bzedelik (ehem. Denver Nuggets) allein im Januar solide Teams wie UNLV (56:50), New Mexico (65:57) und San Diego State (56:51) besiegen. Der Lohn der harten Arbeit: Platz 1 in der MWC (mit einer Conference-Bilanz von 6-1) und der Ruf eines Geheimtipps, mit dem im Laufe der Saison noch zu rechnen sei.

Showdown in Oklahoma

Eines der bedeutendsten Spiele fand schon in der vorigen Nacht statt, als Oklahoma State die Universität von Oklahoma zum Tanz bat. Solche Bruderduelle sind immer von ganz besonderer Qualität, wie man auch in Iowa, Michigan und Washington sehen kann, doch dieses Spiel wurde zusätzlich dadurch aufgewertet, dass zwei erfolgreiche Teams aufeinander trafen: Die gastgebenden Oklahoma State Cowboys (die gerade erst den "Triple-Overtime-Thriller" gegen Texas hinter sich hatten) konnten eine Bilanz von 16-3 vorweisen, und auch die Sooners standen bei elf Siegen und sechs Niederlagen nicht schlecht da. Unterm Strich behaupteten sich die favorisierten Cowboys, auch wenn es die Sooners zum Ende hin nochmal spannend machten: Dank zwei späten Dreiern kamen sie noch auf 61:62 heran, nachdem sie im gesamten restlichen Spiel nur drei von 19 Würfen aus der Distanz getroffen hatten.

Marquette überrascht Pittsburgh

Eine ähnlich packende Schlussphase erlebten die Fans in Pittsburgh, wo die Heimmannschaft die Marquette Golden Eagles zu Gast hatte. Jedes Team gewann je eine Halbzeit, wobei die Panthers in den spannenden Schlussminuten ein fast schon verlorenes Spiel noch in die Verlängerung retteten. Dort setzte sich aber die Klasse von Marquette-Star Dominic James durch, der an der Linie die Nerven behielt und seinem Team so einen 77:74-Sieg schenkte. Überhaupt bewies Marquettes gesamtes Team in der Verlängerung Nervenstärke und verwandelte alle zehn Freiwürfe.

Pikant: Als Pittsburgh in der Schlussphase der regulären Spielzeit innerhalb von dreieinhalb Minuten Marquettes Elf-Punkte-Führung pulverisierte und doch noch die Verlängerung erzwang, befand sich ihr Star-Center Aaron Gray auf der Bank. Selbst wenn man in diesem Moment ohnehin eher auf die Dreierschützen setzt, spricht es gegen Gray, dass er das Feld verlassen muss, sobald das Spiel schnell gemacht wird. Doch in der Verlängerung rückte der 2,16m-Riese die Verhältnisse wieder gerade und erzielte die ersten fünf Punkte seines Teams. Allerdings nutzte es wenig: Dominic James entschied die Partie an der Linie, und die Golden Eagles fügten Pittsburgh die dritte Niederlage im dritten Spiel gegen gerankte Teams zu.

Schwere Zeiten für Arizona

Für die Arizona Wildcats läuft es derzeit alles andere als gut: Zum ersten Mal seit 22 Jahren gab es drei aufeinanderfolgende Niederlage in der Pac-10-Conference. Natürlich waren die Gegner nicht von schlechten Eltern: Angefangen bei den Oregon Ducks (77:79) um ihren kleinen, aber feinen Senior-Guard Aaron Brooks, der immer wieder knappe Spiele mit wichtigen Würfen entscheidet (so auch gegen Arizona), über die erstaunlich guten USC Trojans (15-5-Bilanz, davon 5-2 in der Pac-10) bis hin zu den UCLA Bruins, die immerhin auf Platz 2 (espn) bzw. 3 (ap) der Rankings zu finden sind.

Dennoch ist es bedenklich, dass Arizona vier seiner letzten fünf Spiele verloren hat und im Vergleich mit der Konkurrenz zusehends an Boden verliert. Die Wildcats sind schon jetzt außerhalb der Top-10 der Rankings, und auch die kommenden Gegner werden kein Zuckerschlecken: Nach Arizona State drohen die äußerst talentierten North Carolina Tar Heels, gefolgt von den Washington State Cougars und den Washington Huskies. Und in der Art geht es weiter: Oregon State, wieder Oregon, USC und UCLA (gegen die es ja bereits drei Niederlagen gegeben hat), im März dann noch California und Stanford ? harte Zeiten für die Arizona Wildcats.




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von Crossover 30.05.2012 um 12:57:34


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