Teamanalyse

Rose-ige Aussichten

Die Memphis Tigers gelten als einer der Favoriten auf den NCAA-Titel 2008, da sie ihr gutbesetztes Team zusammengehalten und mit Derrick Rose um einen der besten Freshmen des Landes verstärkt haben.

Von Christian Neumann
 24.10.2007 |

Das Leben ist nicht gerecht: Die Reichen werden immer reicher, und diejenigen, die sowieso nur wenig haben, müssen mit immer weniger auskommen. Diese Erkenntnis gilt auch im College-Basketball: Anders als in der NBA, deren Draft die schlechten Teams in der Regel mit den besten Rookies beschenkt, sammelt sich das Talent in der NCAA bei einer Handvoll Universitäten. Nicht dass man den High-School-Stars einen Vorwurf machen kann, dass sie Traditionsteams wie Duke, North Carolina, Kansas oder UCLA verstärken, denn natürlich sollen sich die Nachwuchsspieler dem Programm anschließen, das ihnen sowohl die beste sportliche als auch finanzielle Perspektive bietet und NCAA-Titel bzw. einen millionenschweren NBA-Vertrag in Aussicht stellt.

Und doch ist es geradewegs unfair, wenn ein gutes Team durch talentierte Neuzugänge weiter verstärkt wird. Die Memphis Tigers sind da ein gutes Beispiel: Zwei Jahre in Folge hat die Truppe des früheren NBA-Coaches John Calipari (New Jersey Nets) die Conference USA (kurz ?C-USA?) gewonnen, zuletzt sogar ungeschlagen und mit fünf Siegen Vorsprung vor dem zweitplatzierten Team (Central Florida). Zudem beendeten die Tigers jede der letzten beiden Saisons mit einem Schulrekord von 33 Siegen bei nur vier Niederlagen und zogen beide Male ins NCAA Tournament ein, wo erst im Regional Final (?Elite Eight?) Endstation war: 2006 gegen UCLA und letztes Jahr gegen Ohio State, die später jeweils im Finale um die College-Meisterschaft standen. Zu allem Überfluss hat Memphis außer dem Vorjahres-Senior Jeremy Hunt keine namhaften Abgänge zu verzeichnen und wird somit im neuen Spieljahr auf die bewährten Kräfte der Vorsaison setzen können.

<a href=Jason Kidd" hspace="6" src="http://www.crossover-online.de/img/headshots/jason_kidd.jpg" align="right" vspace="4" border="0" />Und Memphis hat Derrick Rose. Der Freshman aus Chicago gehört zu den größten Talenten im College-Basketball überhaupt und wird von einigen Experten als bester Point Guard seit Jason Kidd (Foto) angesehen ? und dass der NBA-Star der New Jersey Nets sein NCAA-Debüt bei den California Golden Bears gab, liegt inzwischen auch schon anderthalb Jahrzehnte zurück. Rose' phänomenale Athletik, weitentwickelten technischen Fähigkeiten und angeborenen Basketball-Instinkte haben ihn zu einem der führenden Kandidaten auf den 1. Pick im NBA-Draft 2008 gemacht und haben zudem die Universität von Memphis unter die Favoriten auf den diesjährigen NCAA-Titel befördert.

Nicht dass die Tigers dringend auf den gerade erst 19 Jahre jung Gewordenen angewiesen wären; immerhin lag ihre Stärke schon im letzten Jahr auf den kleinen Positionen: Junior-Guard Chris Douglas-Roberts war mit einem Schnitt von 15,4 Punkten der Topscorer seines Teams und wurde vor kurzem von den zwölf Head Coaches der Conference USA zum C-USA Preseason Player of the Year gewählt. Auf ihm werden die Hoffnungen ruhen, wenn Erfahrung und eine ruhige Hand benötigt werden. Doch Memphis' Guard-Riege endet nicht mit Douglas-Roberts: Senior Andre Allen, Junior Antonio Anderson sowie die beiden Sophomores Willie Kemp und Doneal Mack haben alle schon bewiesen, dass sich Coach Calipari auf sie verlassen kann. Diesem steht mit Junior Robert Dozier und Senior Joey Dorsey außerdem einer der besten Frontcourts der NCAA zur Verfügung, und anders als letztes Jahr gibt es mit den Sophomores Hashim Bailey und Shawn Taggert, der von Iowa State nach memphis wechselte, nun auch solide Ersatzmänner auf den großen Positionen.

<a href=Marvin Williams" hspace="6" src="http://www.crossover-online.de/img/headshots/marvin_williams.jpg" align="right" vspace="4" border="0" />Insgesamt fällt besonders die Ausgeglichenheit der Tigers auf: Bis auf Douglas-Roberts punktete in der vergangenen Saison kein anderer Spieler zweistellig, aber gleich sechs von ihnen steuerten zwischen fünf und zehn Punkten pro Partie bei. Die Tiefe des Kaders ist es auch, auf die Calipari im Laufe der Saison setzen wird, und dabei auch auf Derrick Rose zurückgreifen zu können, ist ein Luxusproblem, um das ihn die anderen NCAA-Coaches beneiden. Es ist bereits darüber spekuliert worden, Rose als sechsten Mann von der Bank aus ins Spiel zu bringen, wie es North Carolina 2004/2005 mit Marvin Williams (Foto) tat ? die Tar Heels gewannen daraufhin die Meisterschaft, und Williams ging als 2. Pick im Draft 2005 zu den Atlanta Hawks.

<a href=Dajuan Wagner" hspace="6" src="http://www.crossover-online.de/img/headshots/dajuan_wagner.jpg" align="right" vspace="4" border="0" />Allerdings könnte es ebenso gut passieren, dass Rose schon früh in der Saison startet und seinerseits die etablierten Tigers-Guards auf die Bank verbannt. Vielleicht wird ihn sein außergewöhnliches Talent, dank dem er sowohl als Spielmacher als auch als Punktesammler zu überzeugen weiß, sogar bereits in seinem Freshman-Jahr zu Memphis' wichtigstem Spieler machen. Ein Novum würde das nicht sein: Calipari legte bereits in der Saison 2001/2002 die Geschicke seines Teams in die Hände eines Freshman-Guards. Sein Name: Dajuan Wagner (Foto), der dabei mehr als 21 Punkte pro Partie erzielte und es zum 6. Pick des NBA-Drafts 2002 brachte.

Auch wenn Wagner dann in der NBA der erhoffte Erfolg aus unterschiedlichen Gründen verwehrt blieb, reichte es für sein Team in seinem einen College-Jahr zumindest zum Gewinn des National Invitational Tournament (NIT). Inzwischen verfolgen die Tigers allerdings größere Ziele, denn nach zwei aufeinanderfolgenden Elite Eights soll es dieses Jahr das Final Four sein. Der erste Schritt auf diesem Weg ist der Spitzenplatz in den Preaseason-Rankings, den ihnen einige Experten eingeräumt haben. Coach Calipari kommentierte dies völlig nüchtern: ?Es ist der nächste Schritt bei dem, was wir hier vorhaben.?

Was Memphis vorhat, ist der Gewinn des NCAA-Titels - dank Derrick Rose könnte dieser Plan schon im kommenden Frühjahr Wirklichkeit werden.




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Kommentare

(11 Kommentare bisher)

von Hanan 24.10.07 um 12:22:12


dieser rose wird sicher der nächste superstar!auf youtube kann man sein potential erkennen,wenn er sich entwickelt kann er mehrfacher allstar werden!



von ThimmyOMack 24.10.07 um 14:08:10


...mist...und ich dachte hier wäre die Rede von Jalen.



von xax 24.10.07 um 19:43:00


also prognosen das spieler x ein superstar wird sind immer sehsehrsehr heikel, siehe dazu besagten dajuan Wagner oder den ehmaligen nr. 1 pick joe smith.
wäre mal ne idee für ne story...



von Chris 24.10.07 um 20:01:58


Es stimmt schon, dass es keine Garantien gibt. Dennoch kann man ja sagen, dass ein Spieler auf einem sehr guten Weg ist und sein Potential Großes verspricht. Siehe Derrick Rose: Ein Spitzenathlet und waschechter Spielmacher, den man ÜBERREDEN MUSS, mal selbst 30 Punkte einzustreuen (was er von den Fähigkeiten her problemlos kann) - das könnte für die Guard-Konkurrenz ganz, ganz hässlich werden...



von Andrei 24.10.07 um 20:56:09


Hab mir die videos bei youtube reingezogen und muss sagen: Oida Schwede! Der geht gut ab, wobei ich finde dass er offensiv beim Scoren fast genauso agiert wie Mayo es tut!
Wir dürfen gespannt sein!



von Chris 25.10.07 um 00:20:30


Mayo hat viel mehr Scorer-Instinkt als Rose - die Vergleiche mit einerseits Gilbert Arenas, andererseits Jason Kidd haben schon ihre Berechtigung - und auch den besseren Wurf, ist dafür aber auch deutlich älter. Zudem besteht bei Rose kein Zweifel daran, dass er auch in Zukunft ein Point Guard sein wird - Mayo wird das erst noch beweisen müssen. Guckt man zuguterletzt noch auf die Entwicklung in den vergangenen ein, zwei Jahren, sieht man, dass Rose Mayo ein-, wenn nicht sogar überholt hat.



von KingCrunch 06.11.07 um 17:22:28


Rose hatte vergangene Nacht sein erstes College-Spiel. 17 Punkte, 6 Rebounds und 5 Assists erzielte er und es hagelte von allen Seiten Lob. Eine kurze Zusammenfassung ist auf ESPN zu sehen.

Der Hype ist ja schon fast Oden-Like, kann es sein, dass im Moment nur verdammt geile Rookie-Jahrgänge kommen und auf uns warten?



von Andrei 15.11.07 um 14:31:30


Also ich hab nichs gegen hammer Rookie-Jahrgänge, wo Spieler wie Rose oder Mayo vorhanden sind! Rose ist denk ich der bessere Spieler weil er auch als Playmaker a la Kidd seinem Team alles geben kann, wobei Mayo meiner Meinung nach ein Shoot-first-Iverson-like-Spieler ist
der seinem Team jedoch nur in der Off neue Dimensionen offenbart!
Ich wüsste n der NBA außerdem keinen PG der so athletisch ist wie Rose, bester Vergleich wäre wars. Iggi aber sonst?



von Chris 15.11.07 um 23:50:10


Andre Iguodala ist doch kein Point Guard.

Der wohl beste Vergleich für Derrick Rose ist Dwyane Wade, auch wenn der (zurzeit noch) kräftiger ist und wohl auch die etwas bessere Spannweite hat. In Sachen Athletik, Agilität und Körperbeherrschung sind sich die Beiden aber schon sehr ähnlich.



von Andrei 27.11.07 um 20:42:42


Ich mein ned von der Position, sondern von der Athletik, wobei Rose genau wie Iggi ein kompletter Spieler ist!Er könnte locker beim Slam-Dunk-Contest mitmachen!
Da haste Recht, sein Game ähnelt sehr dem von Flash!



von inspectahdoit 07.01.08 um 23:17:30


hey christian, ohne dir zu nahe zu treten wollen....

ABER was hast du da für einen unrealistischen Mock Draft aufgestellt?

Deine Team-Reihenfolge wird niemals so eintreffen und würde zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht so sein. Vorallem hast du garnicht beachtet ob die Teams über haupt einen Derrick Rose brauchen.
Die Grizzleys haben mit Conley, Navarro und Stoudamire ihren PG Position sehr gut besetzt, ausser dem ist Conley ein perfekter Floor-General und das is das was die Grzz's brauchen.

Und Boston wird mit sicherheit nciht den 2. pick bekommen selbst wenn würden sie nicht Mayo ziehen...

Naja egal ^^



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