Saisonvorschau
NCAA-Shooting-Guards: Wo sind die Stars?
Der vierte Teil unserer Saisonvorschau ist den Shooting Guards der NCAA gewidmet, auch wenn ihre Position zurzeit die Klasse früherer Tage vermissen lässt.
Von Christian Neumann |
08.11.2006 | |
Die Shooting-Guard-Position ist in der Spitze die wohl schwächste der NCAA, wird jedoch von einem potentiellen Top-10-Pick angeführt: Arizonas Marcus Williams hat ein starkes Freshman-Jahr hinter sich und könnte eine tolle Sophomore-Saison folgen lassen. Er lässt Basketball so unkompliziert erscheinen, und wenn man ihn spielen sieht, kommt es einem so vor, als gleite der 19-Jährige über das Parkett. Williams kann diese Saison zu den besten Flügelspielern der NCAA gehören. Selbst eine Zukunft wie die von NBA-Veteran Steve Smith, der 1991 der 5. Draftpick war und daraufhin eine sehr gute Profikarriere begann, ist für Arizonas Shooting Guard im Bereich des Möglichen.
Die Verfolger: Afflalo und Roby...
Nach Williams fällt das Niveau ein wenig ab, was durchaus auch an der Einteilung der Flügelpositionen liegen kann, denn so mancher Small Forward (z.B. Chase Budinger, Nick Young) könnte auch als Shooting Guard gelten, und umgekehrt. So bleiben als Off-Guards solide Spieler wie UCLAs Arron Afflalo, der ohne seinen Backcourt-Partner Jordan Farmar in der Pflicht stehen wird, die Bruins abermals zu einer erfolgreichen Saison zu führen (die vergangene endete bekanntlich erst im NCAA-Finale gegen die siegreichen Florida Gators). Das ist auch für ihn persönlich ratsam, wenn er sich den Erstrundenstatus verschaffen will, den er im Draft 2006 noch nicht sicher hatte.
Andere gute Shooting Guards sind Kansas' Brandon Rush und Colorados Richard Roby: zwei Spieler, die bereits mit der NBA geliebäugelt haben, sich aber beide nicht trauten, den Sprung zu wagen, schon weil sie keine sicheren Erstrundenpicks waren. Roby ist der Halbbruder von Denvers Kenyon Martin und gilt als einer der besten Schützen der NCAA. Er spielt bei Colorado aber ein wenig abseits des Rampenlichts, auch wenn er in die Preseason-Auswahl der Big 12 gewählt wurde.
...Rush und Pruitt
Dort vertreten ist ebenfalls Brandon Rush, der von den Coaches (zusammen mit seinem Mitspieler Julian Wright) sogar als heißester Tipp für den Big 12 Player of the Year angesehen wird. Doch trotz dieser Ehrung und einem Freshman-Jahr, in dem er über weite Strecken über 50% aus dem Feld und von jenseits der Dreierlinie warf, herrscht in NBA-Draftkreisen Skepsis vor: Niemand weiß so recht, was von Rush zu erwarten ist, bei dem man dieselben Probleme befürchtet, wie es sie bei seinen älteren Brüdern JaRon und dem NBA-Guard Kareem Rush hin und wieder gegeben hat.
Bei Kansas gehört er jedoch zu den Leistungsträgern, und dasselbe gilt für Gabe Pruitt, den Punktelieferanten der Southern California Trojans, der mit Small Forward Nick Young eines der besten Duos der NCAA bildet. Pruitts Problem ist seine Unkonstanz und dass er bei seiner Größe (1,93m) und seinem Gewicht (77 kg) eigentlich ein Point Guard sein müsste, wozu ihm aber die entsprechenden Fähigkeiten (Passspiel, Übersicht, wenige Fehler beim Ballvortrag etc.) fehlen.
Der Geheimtipp: Paul Harris
Die fehlende Klasse der Off-Guards sollte dazu beitragen, dass Freshman Paul Harris von den Syracuse Orange bereits in seiner ersten Saison zu den besten seiner Position gehören wird. Harris, der als kräftiger Spitzenathlet schon mit NBA-Star Jerry Stackhouse verglichen wird, dürfte unter den Guard/Forwards der vor allem körperlich am weitesten entwickelte Freshman seit Orange-Star Carmelo Anthony im Jahr 2002 sein, und die NCAA-Experten sind sich einig, dass er in der Big East von Beginn an für Aufsehen sorgen wird.



von Crossover 30.05.2012 um 12:56:12
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