Saisonvorschau

NCAA-Point-Guards: Klasse in Masse

Der letzte Teil unserer Saisonvorschau befasst sich mit den Point Guards der NCAA, von denen einige zukünftige NBA-Stars sein könnten.

Von Christian Neumann
 10.11.2006 |

Es ist erstaunlich: Obwohl die NCAA so viele gute Spielmacher (Randy Foye, Marcus Williams, Rajon Rondo, Jordan Farmar, Kyle Lowry, Daniel Gibson, Dee Brown, Guillermo Diaz, Will Blalock) an den NBA-Draft verlor, stellen die ihr verbliebenen Point Guards trotzdem noch die vielleicht bestbesetzte Position des College-Basketballs. Dabei einen klaren Spitzenreiter auszumachen, ist im Endeffekt Ansichtssache, doch das Rennen läuft auf zwei Kandidaten hinaus: Marquettes Dominic James und Alabamas Ronald Steele.

Dominic James: der neue Jameer Nelson?

James ist ein Spieler, der als Top-5-Pick gelten würde, wenn er zehn Zentimeter größer wäre. Doch mit nur 1,80m wird das Energiebündel wie schon Jameer Nelson von den Orlando Magic gern mal übergangen, wenn es um die Kandidaten für die vorderen Plätze im NBA-Draft geht. In der NCAA weiß man hingegen spätestens nach James' beeindruckender Freshman-Saison, was er zu leisten vermag. Die Frage ist vielmehr, wer ihn bei Marquette unterstützen soll, denn Topscorer Steve Novak schießt seine Dreier nun für die Houston Rockets, und von den beiden Freshmen schafft es keiner auch nur unter die Top-50 ihres Jahrgangs. So bleibt nur, darauf zu hoffen, dass das "Small ball"-System mit drei Guards (James, Jerel McNeal und Wesley Matthews) funktioniert, das sich Marquette-Coach Tom Crean ausgedacht hat, um mit seinem Team in der Big East bestehen zu können.

Ron Steele: der beste Point Guard der NCAA?

Sofern Dominic James und sein Backcourt-Partner Jerel McNeal nicht überraschend die Neuauflage von Jameer Nelson und Delonte West (bei St. Joseph's) werden und Marquette zu einer erfolgreichen Saison führen, könnte durchaus Ronald Steele den Ruf als bester Point Guard einsammeln. Dabei hilft ihm neben seinem eigenen beachtlichen Können die Tatsache, dass er in einem gutbesetzten Team spielt: Die beiden Bigmen Jermareo Davidson und Al Hendrix sind wie er Kandidaten für die erste Runde des NBA-Drafts. Eine kleine Vorentscheidung ist bereits zugunsten von Steele gefallen, der als einziger Point Guard ins "preseason All-America team" gewählt wurde, das widerspiegelt, von welchen Spielern die abstimmenden Journalisten eine starke Saison erwarten.

Die Verfolger: Chalmers, Shakur, Paulus

Doch auch über die beiden Top-Kandidaten hinaus bietet die NCAA einige hervorragende Point Guards: Da wäre zum einen Kansas' Mario Chalmers, der auf seiner Position der vielleicht begabteste Spieler überhaupt ist, im mit Talenten übersäten Jayhawks-Team aber noch zu sehr untergeht. Zum anderen ist da noch Mustafa Shakur, der bei Arizona als einer der besseren Spielgestalter der NCA gelten darf, auch wenn er drei Jahre lang unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Ein wenig unter dem Radar fliegt Floridas Taurean Green, der bei den Gators im Schatten der Forwards Joakim Noah, Al Horford und Corey Brewer spielt. Deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt Acie Law bei Texas A&M, wo er der Co-Star von Power Forward Joseph Jones ist. Zu guter letzt sollte noch Dukes Greg Paulus erwähnt werden, der allerdings mit einem gebrochenen linken Fuß noch ein paar Wochen auszufallen droht.

Die Freshmen: Crittenton, Lawson, Collins

Dass die Point-Guard-Position Jahr für Jahr solche großartigen Spieler zu bieten hat, liegt natürlich an den nachrückenden Talenten, und auch dieses Jahr stehen wieder einige Freshmen bereit, die eine glorreiche Zukunft in der NBA haben könnten. Javaris Crittenton z.B. ist Georgia Techs bester Guard seit Portlands Jarrett Jack und soll zusammen mit Star-Forward Thaddeus Young bei den Yellow Jackets für Aufsehen sorgen. Das wird auch Tywon Lawson bei North Carolina versuchen, auch wenn er es bei so vielen guten und talentierten Mitspielern (u.a. Tyler Hansbrough, Brandan Wright, Wayne Ellington) sehr schwer haben dürfte, aufzufallen. Dasselbe Problem hat Kansas Sherron Collins, der mit dem schon erwähnten Mario Chalmers einen der führenden NCAA-Konkurrenten seiner Position direkt vor der eigenen Nase hat und als Freshman wohl nur dessen Backup sein wird. 

Der Geheimtipp: AJ Price

Von einer schweren Verletzung zurückgekehrt ist Connecticuts AJ Price, der die Saison 2004/2005 wegen einer Erkrankung verpasste, die bei ihm Hirnblutungen verursachte. Price soll bei UConn Marcus Williams (New Jersey Nets) ersetzen, mit dem er im Sommer letzten Jahres gestohlene Laptops verhökern wollte, weswegen Price die gesamte Saison 2005/2006 gesperrt wurde. Nach zwei Jahren ohne Spielerfahrung kehrt er nun zu einem Huskies-Team zurück, das dringend auf ihn als Spielmacher angewiesen ist. Da aber noch unklar ist, inwieweit Price seine Fähigkeiten bewahrt hat, muss er als "dark horse" auf der Point-Guard-Position gelten.




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von Crossover 30.05.2012 um 12:55:56


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