NCAA Tournament
Süß im Geschmack, bitter im Abgang
Der erste Spieltag der Sweet Sixteen setzte die Reihe eines spektakulären Turniers fort. Fakt des Abends ist, dass es 2011 einen neuen College-Champion geben wird. Titelverteidiger Duke musste die Segel streichen und unterlag den Arizona Wildcats. BYU unterliegt den Florida Gators und muss nun Jimmer Fredette ziehen lassen. UConn ist weiter auf dem Vormarsch und Butler verteidigt seine Ambitionen.
Von Sebastian Eickhoff |
25.03.2011 | |

Ein jeder, der die Duke Blue Devils nicht mindestens im Final Four gesehen hat, hätte man vor dem diesjährigen NCAA-Tournament sicher ein stückweit die Expertise abschreiben können. Ein starkes Team, welches aus mindestens vier zukünftigen NBA-Spielern besteht, und sich im Verlauf des ganzen Jahres mehr als ein Champion präsentierte. Head Coach Mike Krzyzewski musste dabei sogar lange Zeit auf seinen Point Guard Kyrie Irving verzichten und bestimmte doch das Maß der Dinge. Nun ist für den Titelverteidiger Schluß. Eine Halbzeit sorgte für den 77:93-Endstand gegen die Arizona Wildcats und bedeutete das Saisonende schon nach den Sweet 16.
Duke präsentierte sich in der ersten Hälfte kontrolliert und erspielte sich durch die gewohnt breite Aufstellung eine 44:28-Führung. Danach sahen sich die Blue Devils allerdings mit einer gesteigerten Verteidigung konfrontiert und fanden dadurch nie wieder in die eigene Struktur zurück.
Wildcat Derrick Williams gilt als einer der Kandidaten, die im diesjährigen Draft Nummer-eins-Pick werden können. Um diesen Status zu unterstreichen, eignete sich die Begegnung gegen den amtierenden Meister als die perfekte Bühne für sein Talent. Allein 25 seiner insgesamt 32 Punkte (11/17 FG), die gepaart mit 13 Rebounds gleichzeitig seine Karriere-Bestleistung markierten, sammelte er in der zweiten Hälfte. Fünf seiner sechs Dreierversuche fanden dabei ihr Ziel. Arizona nutzte einen 19:2-Lauf, um sich entscheidend abzusetzen. In dieser Phase war es vornehmlich die starke Teamleistung der Wildcats, durch die gleich fünf Akteure zum Korberfolg kamen. Am Ende entschied Arizona die zweite Hälfte mit 55:33 für sich. Erfolgreichster Schütze neben Williams war Guard Lamont "Momo" Jones (Foto, oben), der 16 Zähler anschreiben ließ.
Einzig Kyrie Irving hielt nach besten Kräften dagegen und verbuchte die längste Spielzeit seit seiner Rückkehr. Der Point Guard kam auf 28 Punkte, konnte die Niederlage aber nicht mehr verhindern. Senior Nolan Smith, Kandidat für die Auszeichnung "Spieler des Jahres", musste seine Karriere in Dunkelblau mit lediglich acht Punkten beenden. Kyle Singler (Foto, links), ebenfalls Absolvent, konnte sich noch mit 18 Punkten versöhnlich stimmen. Beide Spieler verabschieden sich nun in Richtung NBA-Draft und hinterlassen eindrucksvolle Werdegänge an ihrer Universität.
Das Ende seiner ebenfalls beindruckenden College-Karriere musste Jimmer Fredette erleben. Obwohl er sich sehr schwer tat, lag es doch an ihm und seinen insgesamt 32 Punkten, dass die Florida Gators erst noch in die Verlängerung mussten, um sich den 83:74-Sieg gegen die BYU Cougars zu sichern. Fredette konnte nur drei seiner 15 Versuche jenseits der Drei-Punkte-Linie verwerten. So blieben ihm nur erfolgreiche Züge zum Korb vergönnt. Auch da waren es mit acht Treffern verhältnismäßig wenige.
Das Team von Florida-Head-Coach Billy Donovan fand zu Fredettes Aktionen stets eine passende Antwort und sorgte für fehlende Alternativen im Angriff von BYU. Insgesamt kamen beide Teams auf 71 Versuche, die Punkte via Dreipunktewurf zu erzielen, was einen neuen NCAA-Rekord bedeutete.
Florida wird nun in den Elite Eight auf die #8 Butler Bulldogs treffen, die sich, wie schon im letzten Jahr, zu einer wahren Turniermannschaft entwickeln. Wie schon 2010 ziehen die letztjährigen Finalisten durch den 61:54-Sieg über # 4 Wisconsin in die Elite Eight ein. Gestalteten sich Butlers erste Spiele allesamt noch sehr eng, hatten die Bulldogs diesmal weniger Gegenwehr von ihrem Gegner. Matchwinner war einmal mehr Matt Howard, der 20 Punkte und zwölf Rebounds auf der Habenseite hatte und den Weg seines Teams in Richtung Finale weiter ambitioniert beleuchtet.
Der weiterer Lichtblick des Tournaments ist Kemba Walker mit seinen Conneticut Huskies. Von der erwarteten Müdigkeit aufgrund der acht Spiele in den letzten 17 Tagen ließ vor allem Walker in der zweiten Halbzeit wenig erkennen und führte sein Team zum 74:67-Sieg gegen #2 San Diego State. 22 seiner insgesamt 36 Zähler entstanden in zweiten Abschnitt. "Dieses Team ist von der alten Schule. Ich habe schon Teams gecoacht, die fünf Profis auf dem Feld hatten, aber diese Jungs sind etwas besonderes und so etwas erlebt man nicht oft", lobte Head Coach Jim Calhoun die Bemühungen seiner Schützlinge. Freshman Jeremy Lamb konnte ebenfalls glänzen und kam auf 24 Punkte. Nils Giffey kam nur auf eine Minute Spielzeit.
Der CROSSOVER Held des Tages: Derrick Williams
Einmal mehr konnte Derrick Williams zeigen, dass er für die nächste Karrierestufe bereit ist. Seine 32 Punkte und 13 Rebounds bedeuteten die stärkste Leistung gegen einen an Nummer eins gesetzten Gegner seit dem Final Four 2003, als Carmelo Anthony dieses Kunststück gelang.
Die Ergebnisse im Überblick
(1) Duke Blue Devils - (5) Arizona Wildcats 77:93
(2) San Diego State Aztecs - (3) Conneticut Huskies 67:74
(2) Florida Gators - (3) Brigham Young Cougars 83:74
(4) Wisconsin Badgers - (8) Butler Bulldogs 54:61






von Oxymoron 25.03.11 um 15:49:46
Immerhin habe ich in meinem Bracket, das schon löchrig genug ist, nicht Duke als Champion gesetzt.
von florian.li 25.03.11 um 16:14:57
Mein Final Four ist nur noch zu 50 Prozent möglich. Immerhin ist Ohio State noch als Champ realistisch - zumindest bis heute abend.
von Kobe 8 25.03.11 um 16:55:44
Sieht bei mir nicht anders aus. 50% des Final Fours noch im Rennen und heute Abend kann ich nur Kansas alle verfügbaren Daumen drücken... ;)