NCAA Tournament
Stärken, Stars und Storylines
Heute Nacht beginnt in Houston das NCAA Final Four 2011. Wir werfen für euch einen Blick auf die X-Faktoren, die besten Storys und die Stärken und Schwächen der vier Halbfinalisten und stellen die Top-NBA-Talente vor.
Von Björn Lehmkühler |
02.04.2011 | |
0:09 Uhr: (11) Virginia Commonwealth Rams – (8) Butler Bulldogs
VCU
Storyline: Am Selection Sunday wurde das Auswahlkomitee scharf dafür kritisiert, VCU überhaupt ins 68er-Feld aufgenommen zu haben. Fünf Spiele später stehen die Rams im Halbfinale und sind auf dem besten Wege, das größte March-Madness-Märchen aller Zeiten zu schreiben.
Weg nach Houston: 59:46 vs. #11 USC, 74:56 vs. #6 Georgetown, 94:76 vs. #3 Purdue, 72:71 vs. #10 Florida State, 71:61 vs. #2 Kansas
Stärken: Als größter Außenseiter hat VCU nichts zu verlieren und kann befreit aufspielen. Auf dem Court zeichnet sich die Mannschaft von Shaka Smart insbesondere durch drei Fähigkeiten aus: Ihr schnelles Spiel, ihre Treffsicherheit von jenseits der Dreierlinie sowie ihre Flexibilität.
Schwächen: Sowohl die Pressverteidigung (durch gute Ballkontrolle) als auch die Zonenverteidigung (durch sichere Distanzwürfe) der Rams ist verletzlich. Zudem ist VCU kein überragendes Inside-Team.
X-Faktor: Joey Rodriguez. Durch seine irre Schnelligkeit und sein gutes Auge kreiert der Point Guard zahlreiche offene Würfe für die Top-Scorer Jamie Skeen, Bradford Burgess und Brandon Rozzell. Gerät er aus dem Rhythmus, wird es schwer für die Rams.
Butler
Storyline: Nach dem Abgang von Star-Forward Gordon Hayward erwartete niemand, dass Butler die Vize-Meisterschaft des Vorjahres wiederholen könnte. Die durchwachsene Hauptrunde gab den Zweiflern Recht, doch die Bulldogs wuchsen im Turnier über sich hinaus und können nun eine ebenso außergewöhnliche „Cinderella Story“ schreiben wie ihr Gegner.
Weg nach Houston: 60:58 vs. #9 Old Dominion, 71:70 vs. #1 Pittsburgh, 61:54 vs. #4 Wisconsin, 74:71 vs. #2 Florida
Stärken: Butler agiert offensiv sehr diszipliniert und weist eine hervorragende Half-Court-Defense auf. Zudem sind die Bulldogs eine verschworene und optimal eingestellte Einheit, die unermüdlich nach Rebounds und Lose Balls kämpft, in der entscheidenden Phase Nervenstärke bewiesen hat und über die Final-Four-Erfahrung des Vorjahres verfügt.
Schwächen: Wie sich im bisherigen Turnierverlauf gezeigt hat, kann Butler in einem langsamen Spiel jeden Gegner schlagen. In einem Uptempo-Spiel ist die Mannschaft von Brad Stevens hingegen weniger souverän.
X-Faktor: Ronal Nored. Offensiv spielt der sympathische Guard eine untergeordnete Rolle, doch defensiv zählt er zur absoluten Crème de la Crème des College-Basketballs. Seine Rolle wird sein, die Kreise von VCU’s X-Faktor Joey Rodriguez einzuengen.
02:49 Uhr: (4) Kentucky Wildcats – (3) Connecticut Huskies
Kentucky
Storyline: Nach dem enttäuschenden Elite-Eight-Aus von John Wall und Co. in der Vorsaison und dem Aus für Starrekrut Enes Kanter sollte dies ein Übergangsjahr für Kentucky werden. Doch die Rollenspieler wuchsen im März über sich hinaus und John Caliparis neuer Super-Freshman auf der „Eins“, Brandon Knight, hatte ebenfalls seine Momente...
Weg nach Houston: 59:57 vs. #13 Princeton, 71:63 vs. #5 West Virginia, 62:60 vs. #1 Ohio State, 76:69 vs. #2 North Carolina
Stärken: Kentucky verfügt offensiv über einen legitimen Go-to-Guy im Backcourt (Brandon Knight), einen gefährlichen Schützen (Doron Lamb), einen vielseitigen Forward (Terrence Jones) und eine Präsenz im Low Post (Josh Harrellson). Zudem stehen mit DeAndre Liggins und Darius Miller zwei erstklassige Verteidiger auf den Außenpositionen bereit.
Schwächen: Coach Calipari vertraut zumeist nur einer sehr kleinen Rotation. Erwischt Knight einen schwachen Tag oder hat Harrellson Foulproblemen, kann dies schnell für große Probleme sorgen.
X-Faktor: Brandon Knight. Die beiden Gamewinner gegen Princeton und Ohio State dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass der junge Point Guard in diesen beiden Spielen 39 1/2 Minuten schwach agierte. In Houston muss er zweimal sein „A Game“ zeigen – wie gegen WVU und UNC.
Connecticut
Storyline: 17 Mannschaften zählen zur „Big East Conferences“ – und die Coaches dieser Teams erklärten die Huskies vor Saisonbeginn zur Nummer zehn. Doch Kemba Walker und Co. belehrten sämtliche Kritiker eines besseren, indem sie seit November überzeugend spielten und nun um den dritten Titel der Uni-Historie kämpfen.
Weg nach Houston: 81:52 vs. #14 Bucknell, 69:58 vs. #6 Cincinnati, 74:67 vs. #3 San Diego State, 65:63 vs. #5 Arizona
Stärken: Mit Kemba Walker weiß Coach Jim Calhoun den besten Individualspieler der verbliebenen Teams in seinen Reihen und der Initiator des extrem gefährlichen Fastbreakspiels der Huskies, Auch defensiv ist Connecticut dank druckvoller Verteidigung überdurchschnittlich.
Schwächen: Im Halbfeld fühlt sich UConn nicht so wohl wie im Fastbreak. Zudem sind die Huskies berechenbar, wenn Walkers Nebenmänner wie Jeremy Lamb und Alex Oriakhi blass bleiben.
X-Faktor: Jeremy Lamb. Point Guard Kemba Walker kann das Team streckenweise alleine tragen, doch auf dem Weg zum Titel wird er – wie bisher – die Unterstützung des treffsicheren Freshman benötigen.
Auf dem Zettel der NBA-Scouts...
Die Premium-Talente
Kemba Walker (Connecticut): Walker kann in Houston eine in jeder Hinsicht überragende Saison krönen. Aufgrund seiner 1,83 Meter mag er kein zukünftiger NBA-Star sein, doch mit seiner Schnelligkeit, Wurfstärke und Übersicht sollte er bald zu den besseren Point Guards der Liga zählen.
Brandon Knight (Kentucky): Der 18-Jährige ist ein begnadeter Scorer und hat mit 1,91 Meter Gardemaß für einen NBA-Point-Guard. Allerdings ist der Freshman bisher eher ein Scorer à la Jason Terry als ein klassischer Aufbauspieler.
Terrence Jones (Kentucky): Dank seiner Vielseitigkeit und 2,03 Meter Körpergröße kann der 19-Jährige beide Forward-Positionen ausfüllen und erinnert dabei an Lamar Odom. Im NCAA-Turnier konnte er bisher jedoch weniger dominieren als erhofft.
Die Rollenspieler
Shelvin Mack & Matt Howard (Butler): Mack gilt als zu kleiner Combo Guard mit begrenzter „Upside“ und auch Howard ist mangels eingebauter Sprungfedern kein typischer NBA-Bigman. Doch selbst wenn die beiden Bulldogs keine angehenden Stars sind, sprechen ihre Leistungen und vor allem ihre Sieger-Mentalität für sich. Beide könnten – sprich: sie sollten – einen Abnehmer in der zweiten Runde finden.
Josh Harrellson (Kentucky): Zugegeben: Der bullige Center ist nicht gerade ein Sprungwunder und wird auf den ersten Blick keinen NBA-Scout von den Socken reißen. Doch alleine die Tatsache, dass Harrellson diesen Juni dank seiner Präsenz und Rebound-Fähigkeiten in der zweiten Runde gezogen werden könnte, macht ihn zum großen Aufsteiger des NCAA Tournament.
Jamie Skeen & Bradford Burgess (VCU): Auch das Rams-Duo verfügt über begrenztes Potential. Skeen als Power Forward mit Inside-Outside-Qualitäten und Burgess als vielseitiger Shooting Guard könnten jedoch als Zweitrundenpicks oder über die Summer League einen Kader-Platz ergattern.
Noch ein, zwei Jahre...
Jeremy Lamb & Alex Oriakhi (Connecticut): Der offensivstarke Shooting Guard und der kräftige Big Man sind die zweite und dritte Option hinter Walker und werden nächstes Jahr aus seinem Schatten treten müssen, um sich selbst für die NBA zu qualifizieren.
Doron Lamb (Kentucky): Der Shooting Guard ist ein begnadeter Scorer und mit über 48 Prozent von „Downtown“ auch ein gefährlicher Schütze. Zwar ist der Freshman nicht so talentiert wie seine Teamkollegen Knight und Jones, doch im Optimalfall könnte auch er zum Erstrundenpick reifen.






von Amerimacka 03.04.11 um 00:29:17
Ist ja nicht mehr normal wie VCU die 3er reinballern....
Erinnert mich irgendwie an die C-Jugend, ganzes Spiel ueber Full-Court-Press