NCAA Tournament

Nicht schön, aber selten

Die Universität von Conneticut konnte in der vergangenen Nacht das Finale um die NCAA-Meisterschaft mit 53:41 für sich entscheiden. Die Unterlegenen von den Butler Bulldogs sahen nur in der ersten Halbzeit wie würdige Gegner aus und üben wie im Vorjahr das bittere Nachsehen.

Von Sebastian Eickhoff
 05.04.2011 |

Elf Siege in Folge sind im College-Basketball im Verlauf des NCAA-Tournaments angesichts des Modus "Do or Die" eine beeindruckende Serie. Seit dem Abschluss der regulären College-Saison, die die UConn Huskies noch mit einer durchwachsenen 9:9 Bilanz abgeschlossen hatten, haben die Mannen von Trainer Jim Calhoun kein Spiel mehr verloren und konnten sich somit die höchste Krone auf schulischer Ebene sichern. Der Gewinn der Big East-Meisterschaft stellte schon eine Überraschung dar, der Titel-Gewinn gar eine Sensation.

Zu verdanken haben die Huskies diesen dritten Titel der Uni-Geschichte ihrem Point Guard Kemba Walker, der sich zudem die Auszeichnung "Most Outstanding Player" sichern konnte. Einmal mehr führte er das Team nach Punkten an und erzielte 16 Zähler.

Das Spiel an sich nahm einen für ein Finale fast unwürdigen Verlauf. Im Laufe der ersten Halbzeit befanden sich beide Teams auf Augenhöhe und Butlers Shelvin Mack konnte durch einen Buzzer-Beater von der Dreipunktelinie sogar die 22:19 Halbzeitführung erringen. Zur zweiten Spielhälfte konnte Butler allerdings nichts Zählbares mehr beitragen. 23 der ersten 25 Feldwurfversuche verpassten ihr Ziel. Die Marke von 18,8 Prozent fand dabei ein historisches Tief. Die insgesamt 41 Punkte bedeuteten sogar, dass man den bisherigen Mindestwert seit Einführung der 35-Sekunden-Regel von 51 Punkte (1992 durch die Michigan Wolverines gegen Duke) um zehn Punkte unterbot.

Beide Mannschaften, die im Vorfeld mehr als Außenseiter galten, bestachen durch eine hohe defensive Intensität. Butler konnte jedoch im Gegensatz zu UConn keine Verwertung dafür finden, so dass die Huskies-Führung zwischenzeitlich auf 41:28 anwuchs. Auffälligste Spieler neben Walker waren Jeremy Lamb, der 12 Punkte auf dem Anschreibebogen vermerken ließ, und Alex Oriakhi, der neben 11 Punkten auch 11 Rebounds und vier Blocks zum Erfolg beisteuerte.

Aus deutscher Sicht ist dieser Titelgewinn sehr erfreulich. Niels Giffey und Enosch Wolf sind nunmehr die Deutschen vier und fünf, die eine NCAA-Meisterschaft feiern durften. Zuletzt war es Triers Head Coach Hendrik Rödl 1993 mit North Carolina geglückt. (Die anderen beiden waren zuvor Christian Ast mit der Duke University 1991 und 1992 und der Deutsch-Kolombianer Magnus Pelkowski, der es unter Bobby Knight 1987 mit Indiana schaffte.). Giffey konnte sich sogar um die zweitlängste Einsatzzeit seiner ersten College-Saison freuen. Vier Punkte und sechs Rebounds waren der Dank dafür.

Dieses Finale 2011 wird sicherlich nicht als das spektakulärste seiner Art in die Geschichte eingehen, fand aber mit den UConn Huskies einen, nach einem vielseitigen und spannenden Turnier, glücklichen und verdienten Sieger.




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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von Jochen aus Juist 07.04.11 um 18:47:16


Also mal ehrlich: Niels Giffey hat wirklich super gespielt! Ich habe dieses Jahr bestimmt 7-8 Spiele der Huskies gesehen und das war seine stärkste Vorstellung. Super Hustle Plays, Defense und gute Offensivaktionen. Respekt! Kommt mir in dem Artikel irgendwie zu kurz...

Anyway, Butler hatte keine Chance und das Endspiel war wohl eines der langweiligeren March Madness Spiele.



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