NCAA Tournament
Gezähmte Wildkatzen
Sie gingen als Favoriten in die Elite Eight – doch sowohl die Kansas State Wildcats als auch die Kentucky Wildcats verpassten den Sprung unter die letzten vier Teams. Stattdessen werden Butler und West Virginia nach Indianapolis fahren.
Von Björn Lehmkühler |
28.03.2010 | |
Butler (5) gegen Kansas State (2) 63:56
Die Sensation ist perfekt: Die Butler Bulldogs, ein Mid-Major-Team aus Indianapolis, werden in ihrer Heimatstadt um die NCAA-Krone kämpfen. Diese erste Final-Four-Teilnahme in der Bulldogs-Geschichte ist dabei nicht nur ein Vorbild für alle kleinen Unis, sondern erfüllt auch den Basketball-verrückten Bundesstaat Indiana mit Stolz.
Bereits früh konnten die Bulldogs ihren Siegambitionen Ausdruck verleihen. So stand es nach sechseinhalb Minuten bereits 10:4. Sechs Minuten vor der Pause offenbarte die Anzeigetafel einen Spielstand von 20:10. Besonders die Star-Guards Jacob Pullen und Denis Clemente, die in der Sweet Sixteen für Kansas State noch 53 Punkte verzeichneten, wurde in der ersten Halbzeit sehr erfolgreich aus dem Spiel genommen.
Erst in der zweiten Hälfte konnten Pullen (14) und Clemente (18) für offensive Akzente sorgen und den Rückstand schrittweise verringern. Fünf Minuten vor Schluss sorgte Clemente mit einem Dreier sogar für die erste Wildcats-Führung (51:52). Bei dieser furiosen Aufholjagd spielten zudem die elf Ballverluste, welche Butler in den ersten 15 Minuten nach der Pause verzeichnete, eine entscheidende Rolle.
In der Schlussphase waren es jedoch die Bulldogs, die die besseren Nerven behielten. Während Pullen und Clemente wichtige Würfe vergaben und kritische Ballverluste verbuchten, verwandelte Bulldogs-Star Gordon Hayward 63 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Korbleger zum 60:54. Am Ende standen für Hayward erstmals seit dem 11. Februar mehr als zwanzig Zähler zu Buche.
Schlüsselspieler: Gordon Hayward (Butler: 22 Pkt, 9 Reb, 7/14 FG)
West Virginia (2) gegen Kentucky (1) 73:66
Nach dem Ausscheiden der Kansas Jayhawks waren die Kentucky Wildcats in den Augen der meisten Experten der neue Turnierfavorit. Dies basierte nicht nur auf der Tatsache, dass John Caliparis Truppe die talentierteste im Feld war – sie dominierte auch in ihren ersten Spielen.
Auch gegen West Virginia dominierte Kentucky am Brett (45:34 Rebounds), DeMarcus Cousins (15 Pkt, 8 Reb) und Patrick Patterson (8 Pkt, 13 Reb) kontrollierten die Zone und John Wall (19 Pkt, 9 Reb, 5 Ast, 4 Stl) zeigte eine überragende Allround-Leistung. Am Ende erwiesen sich jedoch die 12,5 Prozent von jenseits der Dreierline – oder in anderen Worten vier Treffer 32 Versuchen – als Genickbrecher. Dabei verfehlten die Wildcats ihre ersten zwanzig Versuche.
Gleichzeitig waren die Mountaineers von außen „on fire“. Achtmal war die Mannschaft von Bob Huggins in der ersten Halbzeit per Dreier erfolgreich. Zur Pause lag West Virginia mit 28:26 in Führung – ohne zuvor einen einzigen Zweipunktewurf verwandelt zu haben. Am Ende standen von jenseits der Dreierlinie 43,5 Prozent (10/23 3FG) zu Buche.
Zudem erwischte Guard Joe Mazzulla, der in der bisherigen Saison lediglich 2,2 Punkte pro Spiel verbuchte, einen wahren Sahnetag und erzielte 17 Punkte. Damit war Mazzulla – neben den Stars Da’Sean Butler (18 Pkt, 6 Reb) und Devin Ebanks (12 Pkt, 7 Reb) – ein wichtiger Grund dafür, dass die Mountaineers erstmals seit 1959 im Final Four stehen.
Gleichzeitig bedeutet die überraschende Niederlage einen herben Rückschlag für die University of Kentucky und ihren Coach John Calipari, ist doch der Abgang von Wall, Cousins und Patterson (sowie möglicherweise Eric Bledsoe und Daniel Orton) zu erwarten.
Schlüsselspieler: Joe Mazzulla (West Virginia: 17 Pkt, 3 Ast, 2 Stl, 5/11 FG)



von Jochen aus Juist 28.03.10 um 09:58:54
Kentucky musste früher ohner später straucheln, kein Teamwork, aller großartige Einzelspieler mit Hang zur Show - muss in einer March Madness irgendwann schief gehen...
K-State war durch die unnötige dopple Overtime gegen Xavier einfach am Ende. Pullen und Clemente waren erst in der zweiten Halbzeit ein Faktor und dann wurde leider vergessen, dass das Team nicht nur aus Guards besteht.
Wie heißt es so schön: nur mit Guards kommst du maximal in die Elite Eight! Aber Butler ist ja auch ein ticken cool, oder? Hayward erinnert mich an den jungen Flemming (heute Coach in Bamberg - stimmt das noch??). Ein Milchbubby mit BB-IQ vom Feinsten, Offensivrebound und einfach mit GAME!!! Mal sehen was da noch geht...
Duke ist jetzt der heißeste Favourit. Gott sei Dank, es ist wieder März!
von M&M 28.03.10 um 12:08:13
sehr geil dass auch der dritte #1 seed raus ist...kentucky war mir irgendwie nicht so sympathisch; so und wenn duke nicht schon heute abend rausfliegt dann aber gegen west viginia im final four; und auch sehr geil dass auf jeden fall ein außenseiter ins finale kommt (butler oder msu/tennessee)
von dreiergott 28.03.10 um 12:50:26
so wie kentucky auch gestern gegen west virginia gespielt hat, ist es nicht überraschend, dass sie raus ist. ein riesiges desinteresse und keinerlei motivation.
übrigens ist kansas state nicht wie von euch angegeben als erster, sondern als zweiter gesetzt
von Chris 28.03.10 um 17:24:23
Dafür, dass Kentucky angeblich nur aus Egomanen besteht, setzten die Spieler sich ganz gut in Szene - Wall allein hatte über das Turnier gesehen fast acht Assists im Schnitt und fand gestern ein- ums andere Mal Cousins im Lowpost. Dazu die Passstafetten vor den ganzen Dreierversuchen und die Outlet-Pässe der Bigmen für die Fastbreaks der Guards... kein Teamspiel? Interessant, was man in eine Niederlage alles hineindeuten kann.
von Short-E 28.03.10 um 22:43:57
Ich denke wenn Kentucky ein paar 3er getroffen hätte wäre das Spiel ganz anders ausgegangen...
von Supremo 29.03.10 um 00:11:05
Wer 55% von der Freiwurflinie trifft hat es aber auch nicht besser verdient. Klar wäre es anders ausgegangen wenn die mehr getroffen hätten, aber genauso wär es auch anders ausgegangen wenn WVU mal ein paar Rebounds bekommen hätte. Die Würfe von UK waren meist gut, aber es sollte nicht sein, vielleicht waren die ganzen Freshmen doch einfach nicht so abgezockt wie sie immer tun. Ich jedenfalls habs gefeiert. GO WVU!!!
von Short-E 29.03.10 um 00:44:32
Gefeiert hab ichs auch, Kentucky ist mir unsympathisch.
von fuerstbismarck 30.03.10 um 15:15:52
Jungs, wie cool ist es einen Spieler wie John Wall zuzugucken?
Ich fand zwar auch Omar Shamham stark, aber einen zukünftigen Superstar zu sehen...
Stark. Der hat Ausstrahlung, Speed...