NCAA Tournament
Dem Wunder immer näher
Nach einem spannenden 52:50-Triumph über Michigan State steht nur noch ein Sieg zwischen den Butler Bulldogs und einer Hollywood-reifen NCAA-Meisterschaft. Im Finale am Montag wartet jedoch niemand geringeres als die Duke Blue Devils, die gegen West Virginia sehr überzeugend gewannen.
Von Björn Lehmkühler |
04.04.2010 | |
Das Final Four: persönliche Eindrücke
Als ich etwa zweieinhalb Stunden vor Beginn des ersten Spiels meinen Presseausweis in Empfang nahm, wurden mir zum ersten Mal an diesem Tag die Ausmaße dieser Veranstaltung bewusst. So beinhaltete die Liste, die alle akkreditierten Journalisten enthielt, mehr als hundert Namen von diversen Medien. Der Name „Crossover“ wirkte dabei zwischen ESPN, Sports Illustrated, New York Times und Co. zwar etwas exotisch, aber keinesfalls fehl am Platz.
Im Innenbereich der Halle war die Stimmung bereits hervorragend, obwohl der Großteil der 71.000 Zuschauer noch nicht eingetroffen war. Die Tribünen im Lucas Oil Stadium waren entsprechend der Teilnehmer in vier Viertel unterteilt, die jeweils von grünen, gelben, königsblauen oder hellblauen Shirts und Accessoires dominiert wurden. In unmittelbarer Nähe des Spielfeldes wurde schon getanzt, gesungen und angefeuert.
Auch unter den Journalisten wirkte die Stimmung gelöst. So ließ es sich ESPN-Experte Jay Bilas nicht nehmen, eine 3D-Brille aufzusetzen und die Highlights des bisherigen Turniers in drei Dimensionen zu genießen. Derweil wurde der legendäre Dick Vitale von Studenten aller Final-Four-Teilnehmer mit riesigem Jubel empfangen und stand für zahlreiche Fotos Modell.
Zudem trafen immer wieder bekannte Gesichter im Innenraum ein. Dazu zählten neben den zahlreichen Journalisten von ESPN und CBS sowie einigen College-Coaches (z.B. Tennessees Bruce Pearl) auch NBA-Spieler Wally Szczerbiak sowie die Legenden Earvin „Magic“ Johnson (ein Alumnus der Michigan State University) und Bill Walton.
Michigan State (5) gegen Butler (5) 50:52
Sie geht weiter, die unwirklich scheinende Geschichte der Butler Bulldogs. Die kleine Uni aus Indianapolis wird am Montag 17 Meilen von ihrem Campus entfernt um die NCAA-Krone spielen. Während die Bulldogs erstmals im Finale stehen, wird es für Michigan State nach 2009 nicht das zweite Finale in Folge geben.
Das Aufeinandertreffen der beiden #5-Seeds war von Beginn an die erwartet enge Partie. Nach zwei schnellen Dreiern von Spartans-Guard Corie Lucious (12 Pkt, 4 Ast, 3/6 3FG) konterte Bulldogs-Forward Gordon Hayward (19 Pkt, 9 Reb, 6/14 FG) mit zwei Dreiern für Butler. Hayward erzielte zehn der ersten zwölf Bulldogs-Punkte.
Zwar konnte sich Michigan State in der Folge etwas absetzen, doch Butler blieb – vor allem dank der Treffsicherheit von Hayward und Guard Shelvin Mack (14 Pkt, 5/9 FG) – in Reichweite und glich 36 Sekunden vor der Pause aus (28:28). Dies war auch der Halbzeitstand.
In der zweiten Hälfte begann Butler stark und ging nach einem Dunk von Willie Veasley (6 Pkt, 5 Reb, 4 Stl) 12:18 Minuten vor Schluss mit 37:44 in Führung. Nun lief offensiv jedoch so gut wie nichts mehr und es dauerte mehr als zehn Minuten, ehe Hayward – mit einem wichtigen Korbleger zum 46:50 (01:36 min) – den nächsten Feldkorb erzielte.
Nun war das Spiel ein wahrer Krimi. Zunächst verwandelte der starke Durrell Summers (14 Pkt, 10 Reb) einen Freiwurf zum 47:50. Anschließend konnte Draymond Green mit zwei erfolgreichen Freiwürfen 56 Sekunden vor Spielende sogar auf 49:50 verkürzen, verfehlte jedoch acht Sekunden vor Schluss den Wurf zur potentiellen Führung.
Im Gegenzug blieb Guard Ronald Nored, der im bisherigen Turnierverlauf lediglich drei von zwölf Freiwürfen verwandelt hatte, eiskalt und brachte sein Team von der Linie mit 49:52 in Führung. Um einen gegnerischen Dreier zu vermeiden, schickte Butler mit zwei Sekunden auf der Uhr Lucious an die Linie. Dieser traf den ersten und verwarf anschließend absichtlich den zweiten Versuch, doch Hayward sicherte sich den spielentscheidenden Rebound und besiegelte den Finaleinzug.
Letztendlich war es – wie in beinahe jedem Bulldogs-Spiel – die Verteidigung, die Butler den Sieg brachte. So hielten die Bulldogs ihren Gegner bei 42,9 Prozent aus dem Feld und forcierten 16 Ballverluste, die sie in 20 direkte Punkte ummünzen konnten (MSU: 2). Durch die zusätzlichen Ballbesitze konnte Butler die eigene offensive Schwäche (30,6% FG) egalisieren.
Schlüsselspieler: Gordon Hayward (Butler: 19 Pkt, 9 Reb, 2 Blk, 2 Stl, 6/14 FG, 3/8 3FG)
West Virginia (2) gegen Duke (1) 57:78
Das genaue Gegenteil zum Sieg der Butler Bulldogs bildete die Leistung der Duke Blue Devils, die zwar auch durch gute Abwehrarbeit überzeugen konnten, allerdings vorwiegend durch ihren überragenden offensiven Output auffielen.
So ließen es die Duke Blue Devils bereits früh in diesem Spiel Würfe regnen und gingen schnell mit 11:18 in Führung. Zu diesem Zeitpunkt hatte Forward Kyle Singler (21 Pkt, 9 Reb, 5 Ast, 3/5 3FG) bereits neun Zähler erzielt, auch Guard Jon Scheyer (23 Pkt, 6 Ast, 5/9 3FG) drückte dem Spiel früh seinen Stempel auf.
Nachdem West Virginia – angeführt von Forward Devin Ebanks (11 Pkt, 5/8 FG) – auf zwei Punkte verkürzen konnte (21:23), war es Guard Nolan Smith (19 Pkt, 6 Ast, 4/9 FG), der mit drei Dreiern in Folge glänzte und damit zur 31:39-Halbzeitführung der Blue Devils beitrug.
Nach der Pause versuchten Da’Sean Butler (10 Pkt, 2/8 FG) und Wellington Smith (12 Pkt, 5 Reb, 4 Ast) ihr Team wieder heran zu führen, doch die „Big Three“ der Blue Devils trafen weiterhin ihre Würfe und wurden unter dem Korb durch Center Brian Zoubek unterstützt. Der 2,16 Meter große Senior erzielte insgesamt sechs Punkte und zehn Rebounds und ist weiterhin einer der X-Faktoren im Devils-Team.
Letztendlich blieb West Virginia zwar während der zweiten Halbzeit lange Zeit in Schlagdistanz; die abgezockten Duke Blue Devils trafen jedoch in den entscheidenden Phasen ihre Würfe oder erkämpften sich zweite Wurfchancen und ließen sich ihre Führung nicht mehr nehmen. Die Verletzung von Butler wenige Minuten vor Schluss tat ihr übriges.
Schlüsselspieler: Kyle Singler (Duke: 21 Pkt, 9 reb, 5 Ast, 8/16 FG, 3/5 3FG)
Das Finale
Damit wird in der Nacht von Montag auf Dienstag (3.21 Uhr MESZ) die hervorragende Defensive der „kleinen“ Butler Bulldogs auf die gefährliche Offensive der „großen“ Duke Blue Devils treffen. Besser hätte man sich die Geschichte der March Madness 2010 kaum ausdenken können.



von Cookies4TheBlackMamba 05.04.10 um 11:42:21
Die Duke hat eines der Besten Basketball Programme in der NCAA und Butler ein süsses Hunde Maskottchen.Das Trio Nolan Smith, Singler und Jon Scheyer wird nicht zu stoppen sein.Ihre Leistung gg.Wv war großartig.Butler braucht mehr als ein Wunder um die Blue Devils aufzuhalten.Good luck Butler....
von ca$hmoney 05.04.10 um 13:10:01
Um wieviel Uhr findet das Endspiel heut statt?
Danke im voraus
von Köddaa 05.04.10 um 16:58:08
Um 3.21 Uhr deutscher Zeit ist Tipoff soweit ich weiß.
von Hurricane 06.04.10 um 09:37:09
So ein mist 61:59 verloren, habe das spiel nicht gesehen muss sehr spannend gewesen sein.