NCAA-Tournament 2005
Vorschau auf die Elite Eight
Langsam wird es ernst: Nur noch acht Teams sind im NCAA-Tournament vertreten und werden in den Regional Finals die vier Teilnehmer beim Final Four in St.Louis ausspielen.
Von Mario Kyriasoglou |
26.03.2005 | |
Mit Washington und Duke sind zwei der vier an Nummer Eins gesetzten Teams bereits ausgeschieden, und beinahe hätte es im Spiel gegen Villanova auch noch North Carolina erwischt.
Chicago Regional Final #1 Illinois Fighting Illini vs. #3 Arizona WIldcats
Dieses Spiel ist nominell das am besten besetzte Regional Final. Während Illinois und ihr Small Ball über die gesamte Saison hinweg die NCAA dominiert haben, scheint Arizona zum richtigen Zeitpunkt in absoluter Top-Verfassung zu sein. Gegen Oklahoma State erzielte Shooter Salim Stoudamire kurz vor Schluss den Siegkorb, und das nach einem Spiel, in dem Oklahoma State, eines der besten College-Teams überhaupt, klar am oberen Limit gespielt hatte. Erfreulich auf Seiten von Arizona war die starke Leistung von Center Channing Frye, der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive war und sowohl als Scorer als auch als Vorbereiter mit viel Übersicht glänzte. Bei Illinois wird es darauf ankommen, mehr über die Forwards wie Jack Ingram oder Roger Powell, Jr. zum Erfolg zu kommen. Mit Arizona treffen die Illini zum ersten Mal auf ein Team, dessen Guard-Rotation mit Shakur, Stoudamire und Adams gegen die drei Illinois-Stars Williams, Brown und Head dagegen halten kann. Ein knappes Spiel dürfte für Arizona von Vorteil sein, da die Wildcats dieses Jahr viel mehr Erfahrung in engen Spielen sammeln konnten.
Schlüsselspieler:
Roger Powell, Jr., Illinois: Der Forward hatte sich vor der Saison zum NBA-Draft angemeldet und dann seine Anmeldung wieder zurückgezogen. In dieser Saison blieb der 1,98m große Athlet den Beweis seiner NBA-Tauglichkeit bisher jedoch schuldig. Das Regional Final wäre eine angemessene Bühne, um die Scouts von sich zu überzeugen. Das Matchup "Powell gegen Radenovic" favorisiert ganz klar die Illini, die versuchen werden, die Schnelligkeit ihres Swingmans auszunutzen.
Mustafa Shakur, Arizona: Der Sophomore ist Motor im Spiel der Wildcats. Ihm wird im Spielaufbau die besondere Aufmerksamkeit der aggressiven Guard-Verteidiger von Illinois zuteil werden. Shakur darf sich nicht verstecken, wie er es phasenweise gegen Oklahoma State tat, sondern muss Salim Stoudamire den Spielaufbau abnehmen, so dass dieser sich aufs Werfen konzentrieren kann.
Albuquerque Regional Final #4 Louisville vs. #7 West Virginia
Louisville ist der ganz klare Favorit in diesem Spiel. Die Cardinals haben es bisher in jedem Spiel verstanden, früh den Sack zuzumachen. Dass das gegen West Virginia mehr als schwer ist, mussten schon schmerzlich die Wake Forest Demon Deacons in der zweiten Runde erfahren. West Virginia ist auf dem Papier dem Gegner wieder einmal unterlegen, aber das sehr variable System von Coach John Beilein, in dem nie vorher klar ist, wer die Hauptoption in der Offense sein wird, ist extrem schwer auszurechnen. Gegen Creighton war es Forward Tyrone Sally, gegen Wake Forest überzeugte Mike Gansey, und gegen Texas Tech war der extrem unspektakuläre Kevin Pittsnogle Garant des Erfolgs. Bei Louisville sind die Garanten des Erfolgs ganz klar die Junior Taquan Dean und Francisco Garcia, die beim souveränen Sieg gegen Washington zusammen zehn Dreier verwandelten. Die Cardinals müssen gegen die Mountaineers am oberen Limit spielen; West Virginia hat mittlerweile mehr als genug Erfahrung in engen Spielen. Das Ziel von Louisville-Coach Rick Pitino wird es sein, in dieser Partie von Anfang an keine Zweifel darüber aufkommen zu lassen, wer nach St. Louis fährt.
Schlüsselspieler:
Otis George, Louisville: Gegen die oft wechselnden Mountaineers ist es wichtig, mit der eigenen Bank zu kontern. Die Bank der Cardinals ist jedoch sehr dünn besetzt: Power Forward Otis George ist der einzige Ersatzspieler, der nennenswerte Spielzeit bekommt. Um so wichtiger ist es, dass der Senior gegen das doppelköpfige Centermonster Fischer-Pittsnogle eine gute Leistung von der Bank bringt.
Johannes Herber, West Virginia: Der Deutsche ist bisher im Turnier noch nicht als Scorer in Erscheinung getreten, was ohnehin nicht seine große Stärke ist. Gegen Lousiville wird es der Junior aus Darmstadt in der Defense vermutlich mit Taquan Dean zu tun bekommen. Herber muss seinen Größenvorteil nutzen und darf den kräftigen Louisville-Point Guard nicht frei zum Wurf kommen lassen.
Austin Regional Final #2 Kentucky vs. #5 Michigan State
Zwei große, athletische und tiefe Mannschaften treffen in Austin aufeinander. Während Michigan State mit einer taktischen Meisterleistung Duke aus dem Rennen warf, kam Kentucky durch einen recht lockeren Sieg gegen Andrew Boguts Utah-Team ins Regional Final. Das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams ist auch das Aufeinandertreffen zweier Coaches, die eine ähnliche Philosophie verfolgen: Kentuckys Tubby Smith und States Tom Izzo werden dem Spiel ihren Stempel aufdrücken. Der Schlüssel zum Spiel Michigan States wird erneut Junior Paul Davis sein, der Kentuckys Randolph Morris vom Spielverständnis her klar überlegen ist. Wenn Davis früh ins Spiel findet und die Kentucky-Defense sich auf den 2,13m-Center konzentrieren muss, öffnet das Räume für Michigan States exzellente Außenspieler Alan Anderson, Kelvin Torbert, Shannon Brown und Maurice Ager. Kentucky wird im Gegenzug darauf angewiesen sein, dass Scorer Kelenna Azubuike dagegen hält. Azubuike und Patrick Sparks müssen von den Außenpositionen punkten, damit Chuck Hayes und Randolph Morris Platz unter dem Korb finden und den defensiv labilen Davis möglicherweise früh in Foulschwierigkeiten bringen können.
Schlüsselspieler:
Chuck Hayes, Kentucky: Wenn Randolph Morris Davis neutralisieren kann, ergibt das Räume für Chuck Hayes unter dem Korb. Gegen die athletischen Forwards von Michigan State hat Hayes ein körperliches Übergewicht und muss seine Masse unter dem Brett ausspielen. Außerdem muss Hayes in der Defensive die Bretter kontrollieren, da Michigan States ?Flieger? gefährlich im Offensivrebound sind.
Paul Davis, Michigan State: Vielleicht wacht der weiße Riese in diesem Spiel endlich auf. Gegen die aggressiven Kentucky-Center muss sich der intelligente, aber oft lethargische Davis ein wenig aus der Mitte zurückziehen und versuchen, über seinen exzellenten Mitteldistanzwurf zu Punkten zu kommen. Wenn Davis außerdem in der Defense seinen Mann steht, hat State gute Karten.
Syracuse Regional Final #1 North Carolina vs. #6 Wisconsin
UNC tat sich gegen die kleinen, quirligen Villanova Wildcats sehr schwer, gewann aber letztens mit Hilfe der eigenen Cleverness und auch der Schiedsrichter denkbar knapp. Wisconsin hatte mit North Carolina State letztlich weniger Mühe als erwartet. Die Schlüsselfrage in diesem Spiel wird sein, wer das Tempo dominiert. Wenn Wisconsin seinen Schlafwagenbasketball spielen kann, favorisiert das langsame Tempo ganz klar die Badgers. Die Tar Heels haben gegen Villanova gezeigt, dass sie in einem langsamen Spiel Probleme bekommen. Für UNC wird es wichtig sein, das Tempo zu machen und ein schnelles Spiel zu erzwingen. Wenn sich ein offener Schlagabtausch entwickelt, ist Carolina zu talentiert in der Offensive, als dass irgendein Team etwas entgegen setzen könnte. Viel wird davon abhängen, ob die Badgers May und McCants in ihrer Manndeckung halten können.
Schlüsselspieler:
Raymond Felton, North Carolina: Gegen Villanova brauchte der Junior eine Halbzeit, um die Kontrolle über das Tempo im Spiel zu übernehmen. Wisconsin bevorzugt eine langsame Spielweise, um so wichtiger ist es, dass Felton von Anfang an volles Tempo geht. In der Defense muss der Point Guard aufpassen: Die Schiedsrichter scheinen sich auf Felton, einen der besten Verteidiger der NCAA, eingeschossen zu haben.
Alando Tucker, Wisconsin: Tucker ist als Scorer die zweite Option im Spiel der Badgers neben Senior Mike Wilkinson. Der Sophomore hat schon gegen NC State bewiesen, dass er auch in wichtigen Spielen die Verantwortung nicht scheut. Tucker wird sich mit Rashad McCants ein sehr interessantes Duell liefern.



von Ruben 27.03.05 um 15:58:30
West Verginia fliegt in Overtime Raus!
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