NCAA-Tournament 2005

North Carolina ist NCAA-Champion

Zum ersten Mal seit 1993 können die North Carolina Tar Heels wieder den Titel nach Chapel Hill bringen. Und Tar-Heel-Coach Roy Williams kann endlich eine NCAA-Meisterschaft sein Eigen nennen.

Von Maximilian Selow
 05.04.2005 |

Sean May hatte nur wenig Gelegenheit, seinen 21. Geburtstag zu feiern, schließlich stand das Titelspiel seiner North Carolina Tar Heels gegen die Illinois Fighting Illini an. Als der Tipoff anstand, sah May allerdings eher aus, wie ein 28-jähriger Veteran, auf den die Illini einfach keine Antwort finden konnten.

May startete unheimlich stark in die Partie und erzielte in den ersten zwölf Minuten gleich 16 Punkte ? ohne dabei auch nur einen einzigen Wurf zu verpassen. Nichts konnte den 2,03-m-großen Big Man stoppen. Selbst als Illinois-Coach Bruce Weber es mit einer Doppeldeckung versuchte, fand May den freien Mann am Perimeter, der die Führung der Tar Heels nur noch weiter erhöhte.

Zur Halbzeit sah das Spiel bereits entschieden aus. Shooting Guard Rashad McCants, der sich direkt nach dem Spiel zum NBA-Draft anmeldete, traf in den letzten drei Minuten der ersten Hälfte noch für sieben Punkte und baute die Führung North Carolinas somit auf 13 Punkte aus; 40-27. Illinois fand einfach keinen Weg um mit dem Tempo der Tar Heels mitzuhalten.

Aber noch waren die Mannen von Bruce Weber nicht bereit aufzugeben. Wie schon in der Final Four gegen die Arizona Wildcats machten die Fighting Illini ihrem Namen alle Ehre und kämpften sich wieder einmal zurück ins Spiel. Vor allem Luther Head, der in der ersten Halbzeit noch katastrophale sieben seiner neun Würfe, die meisten aus der Distanz, verpasste, startete stark in Halbzeit 2 und brachte sein Team mit zehn Punkten in den ersten vier Minuten wieder zurück ins Spiel. Ein anschließender Dreier von Deron Williams brachte die Illini sogar auf vier Punkte heran bevor allerdings wieder Sean May das Spiel in die Hand nahm. Wieder begann er das Spiel zu dominieren, erweiterte die Führung erst per Dreipunktspiel, dann mit zwei kurzen Jumpern und drei Freiwürfen wieder auf zehn Punkte.

Doch noch einmal fassten sich die Illini ein Herz und glichen das Spiel mit Dee Browns zweitem Freiwurf fünf Minuten vor Ende sogar bei 65-65 aus. Felton antwortete im Gegenangriff mit einem Dreier, doch auch Deron Williams bewies Nerven und verkürzte die Führung der Tar Heels auf einem Punkt. Dann ging der Ball wieder einmal zu Sean May, wieder einmal konnte Illinois nur das machen, was sie schon die ganze Partie lang praktizierten: May zu foulen.

Der traf beide Freiwürfe, doch Luther Head glich das Spiel nach zwei verpassten Dreiern von Brown und Deron Williams mit einem Wurf aus der Distanz noch einmal aus ? 2:41 vor Ende des Spiels.

Die entscheidende Szene erfolgte eine knappe Minute vor Ende des Spiels. Nachdem McCants einen Korbleger verpasste, war plötzlich Freshman-Sensation Marvin Williams zur Stelle und tippte den Ball durch die Netze, die er nur wenige Minuten später abschneiden sollte. Head und Williams konnten nicht mehr antworten und Felton packte den Sieg seines Teams mit drei Freiwürfen in trockene Tücher. Endstand: 75-70.

May beendete die Partie mit 26 Punkten, zehn Rebounds und einer Trefferquote von 90% aus dem Feld. Seinem Gegenspieler James Augustine hatte er bereits nach neun Minuten fünf Fouls angehängt und ihn damit auf die Bank geschickt. Verdienterweise wurde May anschließend zum Most Outstanding Player, sozusagen zum MVP, der Final Four gewählt und trat damit in die Fußstapfen seines Vaters, Scott May, der die Indiana Hoosiers vor 29 Jahren ebenfalls mit 26 Punkten im Finale zum Titel führte und zum MOP der Final Four gewählt wurde.

Unterstützt wurde Sean von McCants, der 14 Punkte erzielte, und Point Guard Ray Felton, der am Ende auf insgesamt 17 Punkte, sieben Assists und zwei Steals kam. Auch Matchwinner Marvin Williams kam auf acht Punkte und fünf Rebounds.

Bei der Illini stellte sich Deron Williams wieder einmal als bester Spieler seines Teams unter Beweis. Er machte 17 Punkte, sieben Assists und vier Rebounds. Luther Head nahm eine unglaubliche Anzahl von 16 Dreiern, traf aber lediglich fünf davon und kam am Ende auf 21 Punkte bei einer schlechten Trefferquote von 38%. Dee Brown erzielte zwölf Punkte und sieben Assists und Josh Ingram, der über lange Zeit anstelle des mit Foulbelastung auf der Bank sitzenden James Augustine spielen musste, hatte elf Punkte und sieben Rebounds, allerdings konnte auch er kaum mit May mithalten und hatte am Ende ebenfalls vier Fouls auf seinem Konto.

Für Tar-Heels-Coach Roy Williams war es der erste Titel seiner Karriere. Mit Kansas erreichte der Erfolgscoach bereits zweimal das NCAA-Finale, wo er jedoch 1991 gegen Duke und 2003 gegen Syracuse verlor.

Die Zukunft beider Teams ist nun Ungewiss. Viele Spieler wie Deron Williams, Rashad McCants oder Ray Felton werden wahrscheinlich in die NBA wechseln, für die College-Seniors wie Luther Head und Jawad Williams war es die letzte Saison.

Das alles liegt jetzt für die North Carolina Tar Heels allerdings noch in weiter Ferne...




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Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von Fresh Gordan 06.04.05 um 11:15:45


wurde die Final Four eigentlich wieder auf Premiere übertragen?



von k-baller 06.04.05 um 12:29:49


nein - dacht di käme SA/SO doch war nichts



von HH-Baller 06.04.05 um 15:15:07


Ich bin der meinung, das eine andere Szene, Ausschlag gebend für den Sieg war.
Denn beim stand von 72-70, hat Derron Williams,seinen einzigsten Turnover gemacht, indem der Ball,beim Pass, abgefangen wurde und dadurch die führung erweitert wurde.



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