NCAA Saisonvorschau

Preseason Top-25: 1-10

Wenn es im März um den Einzug ins Final Four in Indianapolis geht, sollten diese zehn Teams zu den Top-Kandidaten gehören. Neben Kansas, dem NCAA-Meister von 2008, sowie die letztjährigen Finalisten North Carolina und Michigan State zählen vor allem Kentucky und Texas zum engeren Favoritenkreis.

Von Björn Lehmkühler
 08.11.2009 |

1. Kansas Jayhawks

Erst vor kurzer Zeit – im Frühjahr 2008 - gewannen die Jayhawks ihren letzten Titel. Und die Chancen stehen gut, dass die Trophäe zwei Jahre später erneut nach Lawrence gehen könnte. Das liegt nicht nur daran, dass Coach Bill Self mit Point Guard Sherron Collins und Center Cole Aldrich das wohl beste Inside-Outside-Duo des Landes zu bieten hat. Vor allem die Kontinuität des Teams ist ein großes Plus. So ist nach einer Saison mit 14 Siegen in 16 Big-12-Spielen kein Leistungsträger abgewandert.

So gehört mit Shooting Guard Tyshawn Taylor einer der aufstrebenden Stars der NCAA zum „Supporting Cast“ der Jayhawks. Die Zwillinge Markieff und Marcus Morris sowie die Juniors Brady Morningstar und Tyrel Reed runden die starke Rollenspieler-Garde ab. Und dann wäre da noch Swingman Xavier Henry, seines Zeichens einer der fünf am höchsten eingeschätzten Freshmen des Landes. Er kann an der Seite von Aldrich und Collins ruhig aufspielen und seine offensiven Qualitäten gezielt einsetzen.

2. Michigan State Spartans

Michigan State war die positive Überraschung der March Madness 2009. Erst im Finale war dort gegen die übermächtigen North Carolina Tar Heels Schluss. Unterdessen ist die Chance, die Spartans auch im kommenden Jahr im Endspiel zu sehen, durchaus gegeben. Denn mit dem umsichtigen Point Guard Kalin Lucas, der athletischen Flügel-Kombo Durrell Summers und Raymar Morgan sowie Power Forward Delvon Roe sind vier Fünftel der Starting Five erhalten geblieben.

Problematisch ist lediglich der Abgang von Center Goran Suton, der zu den wichtigsten Säulen des Teams zählte. Als Ersatz stehen mit Derrick Nix und Garrick Sherman lediglich zwei blutjunge Freshman-Talente bereit, die schwerlich Sutons Spielübersicht ersetzen können werden. Doch auch für dieses Problem wird sich Erfolgs-Coach Tom Izzo eine Lösung einfallen lassen, weshalb Michigan State der Primus der Big-Ten-Conference ist.

3. Kentucky Wildcats

Wenn Kentucky in einem halben Jahr um den Titel spielt, ist dies vor allem einer Person zu verdanken: John Calipari. Seitdem er kurz nach Saisonende von den Memphis Tigers abgeworben wurde, hat der Erfolgscoach ein komplett neues Team auf die Beine gestellt. Besonders Freshman-Guard John Wall wird den Fans in Lexington und darüber hinaus viel Spaß bereiten. Dank seines immensen Talents und seiner herausragenden Athletik gilt Wall, der eigentlich für Memphis spielen wollte, jedoch mit Calipari nach Kentucky wechselte, bereits jetzt als Nummer-eins-Pick 2010. Spätestens in einem Jahr dürfte Wall auch hierzulande jedem Basketball-Fan ein Begriff sein.

Doch das junge Guard-Phänomen ist nur ein Viertel von Caliparis überragender „Recruiting Class“: Mit DeMarcus Cousins (F/C), Daniel Orton (C) und Eric Bledsoe (PG) konnte er sogar drei weitere hochkarätige Highschool-Spieler nach Lexington lotsen. Angeführt von Power Forward Patrick Patterson, der die Möglichkeit in die NBA zu wechseln zugunsten eines erreichbaren NCAA-Titels verstreichen ließ, gehört Kuntucky zum engeren Kreis der Titelaspiranten.

4. Texas Longhorns

Jeder redet über Kansas, doch mit dem Texas Longhorns hat ein weiteres Big-12-Team zweifellos Final-Four-Potential. Small Forward Damion James, der das Team durchaus in Richtung NBA hätte verlassen können, gehört zu den besten Spielern auf seiner Position und bildet mit Gary Johnson und Dexter Pittman einen hervorragenden Frontcourt. Freshman Jordan Hamilton, der zuletzt eine komplette Saison aussetzen musste, bringt weitere Vielseitigkeit für die Forward-Positionen.

Weitaus interessanter ist die Situation im Backcourt, wo sich sechs Spieler um Minuten streiten. So wird die letztjährige Rotation um den Türken Dogus Balbay, Varez Ward, Justin Mason und J’Covan Brown um zwei starke Freshmen ergänzt. Der athletische Combo-Guard Avery Bradley hat bereits NBA auf seiner Stirn geschrieben und Jai Lucas hat trotz seiner nur 1,80 Meter und 70 Kilogramm beste Chancen auf den Job des Starters.

5. North Carolina Tar Heels

Die Tatsache, dass North Carolina trotz des Verlusts von Tyler Hansbrough, Ty Lawson, Wayne Ellington und Danny Green auf dem fünften Rang unseres Preseason-Rankings steht, zeigt, wie talentiert das Meisterteam wirklich war. Power Forward Ed Davis wird bereits jetzt als nächster UNC-Star gefeiert und soll zusammen mit Senior Deon Thompson das vielleicht beste Inside-Duo der NCAA bilden. Komplettiert wird der starke Tar-Heels-Frontcourt von Rückkehrer Marcus Ginyard, Sophomore Tyler Zeller und den drei Highschool-All-Americans John Henson, Travis Wear und David Wear.

Alleine dieser Frontcourt macht North Carolina erneut zum Top-Favoriten in der ACC. Ob die Tar Heels am Ende jedoch erneut um die NCAA-Krone mitspielen können, wird nicht zuletzt von den Leistungen der jungen Guards abhängen. Dort hält nämlich ab sofort Sophomore Larry Drew II das Zepter in der Hand – und damit die Verantwortung, die Hochgeschwindigkeitsoffensive von Coach Roy Williams zu lenken. Er wird zusammen mit Highschool-All-American Dexter Strickland sowie Leslie McDonald eine talentierte aber unerfahrene Dreier-Rotation im Backcourt bilden.

6. Villanova Wildcats

Die Wildcats verfügen über eine hervorragende Mischung aus Erfahrung und Talent. Mit Scottie Reynolds, Corey Fisher, Corey Stokes und Reggie Redding kehren vier erfahrene und fähige Guards ins Wildcats-Team zurück, welches um die drei Top-25-Rekruten Mouphtaou Yarou (PF), Dominic Cheek (SG) und Maalik Wayns (PG) ergänzt wird. Besonders auf Yarou ruht große Hoffnung, denn der Frontcourt ist nach den Abgängen von Dante Cunningham und Dwyane Anderson noch dünner besetzt als zuvor.

7. Purdue Boilermakers

Wie bei so vielen Top-Teams ist auch bei den Boilermakers Kontinuität Trumpf. So kehren sämtliche Starter zurück, darunter Center JaJuan Johnson, Forward Robbie Hummel und Guard E’Twaun Moore. Die drei angehenden Juniors bilden ein kongeniales Trio und sollen das Team von Matt Painter nun nach zwei Jahren Anlauf endlich bis tief ins NCAA Tournament führen. Zumindest die Elite Eight scheint in Reichweite.

8. West Virginia Mountaineers

Während andere Big-East-Teams den Abgang zahlreicher Leistungsträger verzeichnen mussten, können die Mountaineers weiterhin auf ihre Forwards Devin Ebanks und Da’Sean Butler bauen. Besonders Ebanks könnte in seinem zweiten Jahr zu einem der Top-Spieler der Liga avancieren. Im Backcourt soll Scharfschütze Casey Mitchell (Junior College MVP) die beiden Point Guards Joe Mazzula und Jarryl Bryant ergänzen. Neu unter dem Korb: Der Türke Deniz Kilicli.

9. Tennessee Volunteers

Die letzte Saison war ernüchternd für die Tennessee Volunteers, die ihren Status als Geheimfavorit nicht bestätigen konnten. Nun brennt das Team auf Wiedergutmachung und will wieder Defense und Passspiel in den Vordergrund stellen. Dabei kann Coach Bruce Pearl auf seine alte Starting Five zurückgreifen, die von den Seniors Tyler Smith und J.P. Prince angeführt wird. Ein Leistungssprung ist von Flügelspieler Scotty Hopson zu erwarten, der in seinem zweiten College-Jahr endlich sein großes Talent ausschöpfen will.

10. California Golden Bears

Nicht UCLA, nicht Arizona, sondern die California Golden Bears sind das heißeste Team in der Pac-10. Point Guard Jerome Randle und Shooting Guard Patrick Christopher bilden einen der besten Backcourts des Landes und sind an guten Tagen kaum zu stoppen. Small Forward Theo Robertson ist ein dritter Leistungsträger, der den Unterschied ausmachen könnte. Eine interessante Personalie: Der 2,21 Meter große Chinese Max Zhang.




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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von Cabalios 12.11.09 um 01:03:04


tja, hat man als nba fan wieder n halbes jahr zeit sich an die ganzen neuen namen zu gewöhnen ;)



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