NCAA Saison 2005/2006

Connecticut Huskies: Gay on his way to no.1?

Wenige Tage nach der NBA startet heute auch die NCAA in die neue Saison. Ein letztes Preview vor dem Startschuss präsentiert das Team der Connecticut Huskies um seinen zukünftigen NBA-Star, Rudy Gay.

Von Christian Neumann
 07.11.2005 |

Caron Butler, Emeka Okafor, Ben Gordon, Charlie Villanueva ? die Liste der Top-10-Picks der Universität von Connecticut kann sich sehen lassen. Ein Nummer-1-Pick ist jedoch nicht darunter, und genau das könnte sich 2006 durch einen Spieler ändern: Rudy Gay. Der Small Forward der Huskies gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Spitzenplatzierung im kommenden NBA-Draft. Der gerade einmal 19-Jährige, der jetzt in seine zweite College-Saison geht, gilt als das vielleicht größte Talent, das heute in der NCAA zu finden ist.

Der "neue Pippen" und ein verhinderter College-Star

Als großer (2,03m, 100 kg), schneller und athletischer Spieler besitzt Gay bereits von Natur aus eine beachtliche Vielseitigkeit. Diese wird durch die spielerischen Fähigkeiten des Small Forwards noch unterstützt. Experten sehen in ihm das Potenzial zum Point Forward und stellen schon seit längerem Vergleiche mit Scottie Pippen an. Von dessen Spielniveau ist Gay zwar noch einige Jahre entfernt ? er erinnert derzeit eher an Atlantas Überflieger Josh Smith ?, doch das Potenzial ist da. Eine starke Saison im Trikot der Huskies wäre da nur der nächste, logische Schritt nach einer guten Freshman-Saison.

Ein anderer Spieler wird es zu einer solchen gar nicht erst bringen: Andrew Bynum, schwergewichtiger Center und Lakers-Draftpick, entschied sich für den direkten Weg von der High School in die NBA, solange dies vor Einführung der Altersregelung noch möglich war. Die Belohnung für diese Entscheidung sind garantierte Profi-Millionen und ein möglicher Einsatz im Farmteam der Los Angeles Lakers. Bei UConn wäre Bynum Teil des vielleicht besten Frontcourts geworden, den die NCAA zu bieten gehabt hätte.

Viel Licht ...

Den werden neben Combo-Forward Gay nun vor allem Josh Boone und Edelreservist Hilton Armstrong bilden. Boone hat die Lücke adäquat ausgefüllt, die durch den Abgang von Emeka Okafor Richtung NBA entstanden war, und befindet sich nun selbst auf dem Weg in Richtung Draft-Lottery. Mit seinem drahtigen Körper erinnert Boone (2,08m, 107 kg) an NBA-Spieler wie Marcus Camby oder Steven Hunter. Auf dem College spielt er Center, doch es wird seine Fähigkeit sein, diese Position auch in der NBA zu spielen, die seinen Draftplatz bestimmen wird. Diese Entscheidung liegt jedoch noch in der Zukunft. Bis dahin wird Boone eine Defensivpräsenz im NCAA-Basketball sein ? 8,4 Rebounds und 2,9 Blocks in weniger als einer halben Stunde Spielzeit sprechen eine deutliche Sprache. Dass der 21-Jährige zudem noch 12,4 PpG bei großartiger Effektivität (61% FG) zum Spiel seines Teams beiträgt, macht ihn für die Huskies nur noch wertvoller.

Boones Backup Hilton Armstrong ist einer jener Spieler, denen es vielleicht nur an einer Chance fehlt, einmal im Rampenlicht zu stehen, um sich endgültig durchzusetzen. Der 21-Jährige hat sich in den vergangenen drei Jahren als zuverlässiger Reservespieler bewährt, an dessen Talent als athletischer Rebounder und Blocker niemand je gezweifelt hat. Nun ? in seinem Senior-Jahr ? wird es Zeit für Armstrong, aus dem Schatten der Okafors und Boones zu treten. Sollte er zum Beispiel als Center neben Boone (dann der Power Forward) auflaufen dürfen, wird Hilton Armstrong ein Kandidat für eine Breakout-Saison sein und sich möglicherweise sogar bis in die 1. Draftrunde vorspielen können.

... und noch mehr Schatten

Der Backcourt der Huskies ist theoretisch ebenso gut besetzt wie der Frontcourt ? theoretisch. Die Seniors Rashad Anderson und Denham Brown, Junior Marcus Williams und Quasi-Freshman AJ Price sind talentiert genug, um UConn zusammen mit Gay und Boone zum Titel zu führen. Marcus Williams, der mit NBA-Rookie Deron Williams verglichen werden kann, ist einer jener Spieler, die das Zeug zum NBA-Profi haben, aber wiederholt abseits des Feldes negativ von sich reden machen. 40% aus der Dreierdistanz und 8 Assists pro Spiel in einer halben Stunde steht die Tatsache gegenüber, dass Williams den Großteil der Saison 2003/2004 aus akademischen Gründen aussetzen musste. Der letzte Vorfall in einer Reihe von Fehltritten war, als er und Price im Juni dabei ertappt wurden, wie sie Computer verhökern wollten, die anderen Studenten gestohlen worden waren. Gerade Price sollte eigentlich größere Sorgen haben, als mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten: Seine Freshman-Saison verpasste er im vergangenen Jahr mit Gehirnblutungen und wird erst noch beweisen müssen, inwieweit er spielfähig ist. 

Auf diesen Beweis wird er jedoch noch eine ganze Zeit warten müssen: Die Universität von Connecticut hat Price wegen der Laptop-Angelegenheit für die Saison 2005/2006 komplett gesperrt. Marcus Williams, der ebenso schuldige, aber für die Huskies viel wichtigere Spieler, wird nur für die ersten beiden Monate aus dem Team verbannt und darf zum Jahreswechsel wieder mitspielen. Seine Draftchancen hat er durch diese neuerliche Aktion jedoch selbst beerdigt. Auch wenn Marcus Williams zur March Madness eingespielt sein sollte, sind all diese Vorfälle nicht die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison der Connecticut Huskies. Rechnet man noch hinzu, dass Guard/Forward Rashad Anderson nach einer Saison mit lediglich 35% aus dem Feld und 31% bei den Dreipunktewürfen ein sehr schwaches Junior-Jahr absolviert hat, stehen hinter dem UConn-Backcourt doch so einige Fragezeichen.

Reifeprüfung für Rudy Gay

Wird das die Gay-Show aufhalten? Wohl kaum. Der Star-Forward ist talentiert genug, auch ohne großartige Guard-Unterstützung auf sich aufmerksam zu machen. Gerade wenn Marcus Williams und Co. mal wieder mehr durch Probleme als durch Leistung auffallen sollten, wird sich für Gay die Gelegenheit ergeben, Verantwortung zu übernehmen und das Team von Hall-of-Fame-Coach Jim Calhoun von Erfolg zu Erfolg zu tragen ? und sich selbst an die Spitze des kommenden NBA-Drafts zu katapultieren.




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Kommentare

(7 Kommentare bisher)

von TJ 07.11.05 um 21:31:23


geiler artikel aber der schwulste titel ever...;-)



von rooN 07.11.05 um 21:46:06


Der gute Mann ist um seinen Namen allerdings nicht zu beneiden! Spielt aber überhaupt keine Rolle: Hauptsache er spielt guten Basketball!



von bender (x-over) 08.11.05 um 12:17:47


Kann sich hier jemand vorstellen, wie der zukünftige NBA-Star Rudy Gay zum Werbeträger wird? Ich meine, wie groß wird der Absatz von "Gay's Shoes" sein? Oder wer will mit einem Trikot rumrennen, auf dem hinten "Gay" steht? ...

Hoffentlich konvertiert er noch zum Islam und nennt sich Tariq Abdul-Jabbar, oder wie auch immer...

[Sorry, Offtopic]



von k.o.c 08.11.05 um 15:40:54


ich glaub der junge muss sich wegen seinem namen ne menge trash-talk auf dem feld gefallen lassen. vorallem in seiner rookie saison...

wenn jemand "rudy gay" sagt, heisst es dann nicht "rudy who?" sondern wohl eher "who's gay?"

naja der ganze trash bringt aber auch nix wenn er seinem gegen spieler trozdem immer 20pkt einschenkt



von Gay Gay Gay 08.11.05 um 16:13:20


Oder wer will mit einem Trikot rumrennen, auf dem hinten "Gay" steht?

Ich find es auch einfach viel zu lustig! Allein schon bei dem Satz "Wird das die Gay-Show aufhalten?" ins deutsche übersetzt, muss ich vor lachen weinen...



von primo 08.11.05 um 20:18:55


In SanFrancisco wäre ein Gay-Trikot sicher der Renner. Vielleicht verpflichten in die Warriors mal irgendwann..



von squinter (x-over) 09.11.05 um 01:46:31


bitte ins forum da wird alles erklärt.
wir haben bereits einen neuen server installiert, der umzug dauert etwas.
bis ihr traden könnt ist alles behoben.



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