Jul
07
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Draft Check

Neues Jahr, neue Gesichter

Die neuen NBA-Rookies haben gerade erst ihre Profidebüts gefeiert, da richtet sich der Blick von Scouts und Draft-Fans schon wieder auf den Juni 2010. Wir stellen euch schon jetzt die Stars von morgen vor und präsentieren die erste Version des Mockdraft 2010.

Von Björn Lehmkühler, Florian Lindemann
 03.11.2009 |

Passend zur Premiere des Mockdraft 2010 gibt es natürlich auch neue ausführliche Profile. Dazu zählen neben den Top-3-Talenten John Wall, Derrick Favors und Ed Davis (Profile von Björn Lehmkühler) auch die starken Big Men Donatas Motiejunas (von Peter Bieg), Cole Aldrich (von Christian Gerne) und Jerome Jordan (von Manuel Baraniak). Willie Warren, Craig Brackins, Gani Lawal (von Florian Lindemann), Evan Turner, DeMarcus Cousins (von Johannes Hübner), Devin Ebanks und Solomon Alabi (von Max Selow) komplettieren das Angebot, welches bereits einige ältere Profile (z.B. Greg Monroe oder Al-Farouq Aminu) umfasst.

1. John Wall, Kentucky (Fr), Guard, 193 cm

Wenn es für eher wenig College-affine Basketball-Fans einen Grund geben sollte, mal bei einem NCAA-Spiel herein zu schauen, dann ist es John Wall. Der 19-Jährige ist nämlich eine wandelnde Highlight-Show. So bringt Wall alle Voraussetzungen mit, um sowohl im Fastbreak als auch im Eins-gegen-eins zu dominieren: sicheres Ballhandling, halsbrecherische Richtungswechsel, starke Physis, unglaubliche Sprungkraft und irre Schnelligkeit.

In seiner wohl einzigen College-Saison werden jedoch nicht Walls Korbjäger-Qualitäten im Mittelpunkt stehen. Vielmehr geht es für ihn darum, die Feinheiten des Point-Guard-Spiels zu erlernen. Denn dank seines guten Auges und seiner soliden Passfähigkeiten ist es mehr als denkbar, dass Wall diese Position in der NBA bekleiden können wird. Auch defensiv besitzt Wall das Talent, um – im Stile eines Dwyane Wade – Würfe zu blocken und Pässe abzufangen.

Selbstverständlich steht John Wall erst am Anfang seiner charakterlichen und spielerischen Entwicklung. Wie bei anderen Point-Guard-Talenten mit ähnlichen Veranlagungen – man denke an Derrick Rose und Rajon Rondo – ist sein Wurf ausbaufähig. Zudem muss Wall Wege finden, gegen ähnlich athletische Spieler – auf die er bisher noch nicht getroffen ist, in der NBA jedoch treffen wird – zu bestehen.

2. Derrick Favors, Georgia Tech (Fr), Forward, 208 cm

Sechs Jahre nach Chris Boshs Abgang konnten die Georgia Tech Yellow Jackets wieder einen hochtalentierten Power Forward nach Atlanta locken: Derrick Favors. Da der Neuling dort geboren wurde und die Highschool besuchte ,wissen die Fans bereits, dass man sich einen Rohdiamant geangelt hat. Sprungkraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Explosivität auf Weltklasseniveau sowie die Veranlagungen eines hervorragenden Rebounders und Verteidigers – das bringt der 2,08-Meter-Mann mit.

Doch der Diamant muss noch geschliffen werden. Mit seinen erst 18 Jahren fehlt es Favors noch an Konstanz und Spielintelligenz. Im Lowpost muss er sein Repertoire an Bewegungen erweitern, für das Spiel auf dem Flügel fehlen ihm noch Distanzwurf und Ballhandling. Doch eines ist klar: Kaum ein Big Man in diesem Jahrgang ist so talentiert wie Derrick Favors.

3. Ed Davis, North Carolina (So), Forward, 208 cm

In seinem ersten College-Jahr war Davis nur Edelreservist und konnte sein immenses Potential lediglich andeuten. Nach dem Abgang sämtlicher Stars steht der 20-Jährige nun jedoch im Mittelpunkt und kann zeigen, was ihn auszeichnet. Das ist vor allem sein starkes Inside-Spiel, bei dem er eine gute Mischung aus Körperlänge (Spannweite: 2,18 Meter), Beweglichkeit, Athletik, Einsatzbereitschaft, Fußarbeit und Ballgefühl darbietet.

Auch als Rebounder und Blocker konnte sich Davis bereits einen Namen machen. Dabei macht er sogar seine physischen Defizite (Gewicht: 100 Kilogramm) wett. Nichtsdestotrotz wird Davis viel Zeit im Kraftraum verbringen müssen, um auch in der NBA unter den Brettern zu bestehen. Raum für Verbesserung bieten zudem seine schwache rechte Hand sowie sein Wurf aus der Dreier- und Miteldistanz.

4. Donatas Motiejunas, Benetton Treviso (Italien), Forward, 211 cm

Schon wieder ein neuer Dirk Nowitzki? Wie so oft bei europäischen Big-Man-Talenten bietet sich auch beim Litauer Motiejunas ein Vergleich mit dem Deutschen an. Er ist ein sehr vielseitiger Power Forward und Center, der für seine 19 Jahre bereits sehr weit entwickelt ist. Er dominiert seine Gegenspieler nicht durch Athletik oder Muskelmasse, sondern durch Finesse und Technik. Er besitzt einen sehr guten Distanzwurf, kann aber auch unter dem Korb, insbesondere mit Hilfe vieler Täuschungen, punkten.

Ob der vielseitige Litauer wirklich schon reif genug ist, um im nächsten Sommer in die stärkste Liga der Welt zu wechseln, ist fraglich. Gegen die körperlich überlegenen Spieler der NBA dürfte er des Öfteren das Nachsehen haben und Lehrgeld zahlen. Vielleicht wäre es für seine Entwicklung besser, in Europa noch an Erfahrung und Muskeln zu gewinnen, bevor er endgültig den Schritt über den Atlantik macht. Bleibt er doch im Draft 2010, sind seine Chancen auf eine gute Draft-Position dennoch gut, da sein Potential äußerst vielversprechend ist.

5. Cole Aldrich, Kansas (Jr), Center, 211 cm

Das Gesicht von Cole Aldrich lässt nicht gerade auf einen kommenden NBA-Star schließen, eher auf den netten Jungen von nebenan. Nur die Statur des Centers der Kansas Jayhawks flößt Respekt ein. Mit 2,11 Meter, 110 Kilogramm und sehr langen Armen hat er ideale körperliche Vorausetzungen für einen Big Man. Jedoch nutzt er diese zu oft nur in der Defensive, offensiv muss er sich noch steigern.

2,7 Blocks pro Spiel untermauern seine defensive Präsenz. Auch beim Rebound zeigt Aldrich großen Einsatz. Diesen lässt er im Angriff aber vermissen. Ihm gelingt es offensiv zu selten, sich in gute Positionen zu bringen. Das liegt auch an der mangelnden Muskelmasse. Für die NBA müsste er zudem noch seine Wurftechnik verbessern. Schon jetzt könnte Aldrich einem NBA-Team im Stile eines Chris Andersen als defensiver Energizer helfen. Um eine größere Rolle zu spielen, muss er sich in der kommenden Saison vor allem offensiv weiter entwickeln.

6. Willie Warren, Oklahoma (So), Guard, 193 cm

Ohne Blake Griffin an seiner Seite muss sich Willie Warren in dieser Saison als neuer Führungsspieler der Oklahoma Sooners beweisen. Der exzellente Schütze überzeugt auf andere Weise als Griffin; statt unter dem Korb zu wühlen, glänzt er eher durch Distanzwürfe. Aber auch sein Ballhandling ist sicher und so kann er, auch dank seines schnellen ersten Schrittes, gut am Gegenspieler vorbei zum Korb ziehen.

Doch Warren muss beweisen, dass er auch ohne die von Griffin geschaffenen Freiräume effektiv sein kann und vor allem auch seine Mitspieler ins Spiel bringen kann. Für einen reinen Shooting Guard ist seine Größe von 1,93 Meter nämlich ein Manko. Gelingt ihm ein weiterer Sprung nach vorne, hat er beste Chancen unter die Top-10 des Drafts 2010 zu kommen.

7.Greg Monroe, Georgetown (So), Forward, 211 cm

Wie viele talentierte Big Men ist auch Greg Monroe lang und beweglich. Was ihn jedoch von anderen Power Forwards unterscheidet, ist sein weit entwickeltes Spielverständnis. So macht er zum Beispiel immer wieder durch kluge Pässe auf sich aufmerksam. Bei der Ausführung dieser Pässe hilft sicher auch sein hervorragendes Ballgefühl, welches sich zudem beim Fangen, Dribbeln und Werfen manifestiert. Allgemein ist Monroe ein versierter und vielseitiger Face-Up-Spieler.

Kritik bezieht sich deshalb weniger auf seine spielerischen Fähigkeiten als vielmehr auf seine mangelnde Präsenz. So wird Monroe nachgesagt, ihm fehle der Killer-Instinkt sowie Führungsqualitäten, um mehr als ein Rollenspieler zu sein. Das hängt auch damit zusammen, dass Monroe mehr von seiner Finesse profitiert, als den harten Kampf unter den Brettern auszutragen. In seinem zweiten Jahr wird Monroe also Verantwortung übernehmen und mehr in der Zone operieren und um Rebounds kämpfen müssen.

8. Devin Ebanks, West Virginia (So), Forward, 203 cm

Spätestens seit Kevin Durant weiß man in der NBA, wie effektiv Combo-Forwards sein können. Auch Devin Ebanks kann zu dieser Spielerkategorie gezählt werden. An der Universität in West Virginia überzeugte er in seinem ersten Jahr die Scouts besonders defensiv. Er vereinigt Größe, Athletik und Spielintelligenz in sich und kann so auf seiner Position dominieren.

In der kommenden Saison muss Ebanks seine guten Voraussetzungen nutzen, um sich auch offensiv weiter zu entwickeln. Insbesondere sein Wurf muss besser werden. Bisher erzielt er nämlich vor allem in Fastbreaks und in Korbnähe seine Punkte. Führt er seine Mountaineers durch eine starke Saison und entwickelt sich individuell weiter, hat Ebanks gute Chancen auf einen Platz in den Top-10.

9. Al-Farouq Aminu, Wake Forest (So), Forward, 203 cm

Bereits nach der letzten Saison stand Al-Farouq Aminu kurz davor, sich für den Draft anzumelden. Er zog dann aber doch zurück und folgte seinem damaligen Teamkollege Jeff Teague noch nicht in die NBA. Das lag wohl auch am schlechten Abschneiden der Wake Forest Deamon Deacons im NCAA-Tournament, das sie überraschend bereits nach der ersten Runde verlassen mussten. In der neuen Saison kann der Small Forward sich nun als alleiniger Führungsspieler den Weg in die nordamerikanische Profiliga ebnen.

Die Vorausetzungen dafür sind gut. Seine Mischung aus Athletik, Explosivität und Größe imponiert vielen Scouts, doch besonders hinter seinem Wurf steht ein großes Fragezeichen. Aminus Potential ist riesig, nun hat er ein weiteres Jahr Zeit, dies am College auszuschöpfen, um dann endgültig Jeff Teague in die NBA zu folgen. Ein Platz in der Draft-Lottery ist durchaus realistisch für den Forward, sollte er in der kommenden Saison nicht in ein tiefes Loch fallen.

10. Evan Turner, Ohio State (Jr), Guard, 198 cm

In einem Jahrgang mit vielen talentierten Forwards gehört Evan Turner zu den wenigen Spitzen-Guards. Dabei zeichnet sich Turner vor allem durch seine Vielseitigkeit aus. So ist er nicht nur ein versierter Scorer mit gutem Zug zum Korb, sondern verfügt auch über die Fähigkeit zum Ballvortrag und Spielaufbau. Für einen Combo-Guard verfügt Turner zudem über die optimale Körpergröße.

Verbesserungswürdig ist vor allem Turners Sprungwurf. Ansonsten könnte er auf den Listen der NBA-Manager dann fallen, wenn sie nicht nach einem soliden Rollenspieler suchen, sondern nach Potential draften. Davon haben andere Top-10-Kandidaten wie beispielsweise John Henson oder Solomon Alabi nämlich deutlich mehr zu bieten.

Abkürzungen

Fr = Freshman (1. College-Jahr)
So = Sophomore (2. College-Jahr)
Jr = Junior (3. College-Jahr)
Sr = Senior (4. College-Jahr)




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Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von KingKolibri 03.11.09 um 18:42:46


Wieso is' Robin Benzing nicht genannt worden? ;)



von baller91 03.11.09 um 23:04:57


sollte Oklahoma eine starken PF, wie zB Favors, Monroe oder davis abbekommen sind sie in 2-3 Jahrne nicht aufzuhalten!!!!



von Kremarus 04.11.09 um 20:52:36


Die Frage ist ja ob Oklahoma alle halten kann wenn die Rookie -Verträge auslaufen...das wird dann schwer werden ;)



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