Draft Check
Das Trio des Favoriten
North Carolina ist der Topfavorit auf die College-Meisterschaft. Mit Tyler Hansbrough, Tywon Lawson und Wayne Ellington blieb das Führungstrio der Tar Heels für eine weitere Saison komplett. Alle drei sind potentielle Erstrunden-Picks im kommenden Draft.
Von Florian Lindemann |
16.11.2008 | |
Im Team der North Carolina Tar Heels spielen in dieser Saison drei potentielle Erstrunden-Picks. Spielmacher Tywon Lawson, Power Forward Tyler Hansbrough und Shooting Guard Wayne Ellington bilden ein brandgefährliches Trio. Folglich gilt das Team als absoluter Topfavorit auf die College-Meisterschaft.
Tyler Hansbrough: Der Star
Der unumstrittene Anführer der Mannschaft aus Chapel Hill ist Tyler Hansbrough. Nachdem er bereits an der Highschool mit zwei Staatsmeisterschaften sowie der Auszeichnung zum ?Gatorade Player of the Year? von Missouri und Co-MVP des Jordan Classic All-Star-Games auf sich aufmerksam gemacht hatte, folgte 2005/06 eine überragende Freshman-Saison am College, an deren Ende er zum Freshman des Jahres gewählt wurde. Dieses Jahr war Hansbrough bereits fast zum Draft angemeldet, entschied sich dann aber für eine weitere Saison in North Carolina.
Trotz seiner großen bisherigen Erfolge wie etwa der Auszeichnung zum ?National Player of the Year? der abgelaufenen NCAA-Saison dürfte der Forward allerdings nicht allzu hoch gedraftet werden - im Crossover-Mockdraft steht er zurzeit auf dem 19. Rang. Hansbrough lebt nämlich hauptsächlich von seinem großen Einsatz unter dem Korb; gegen körperlich überlegene Spieler bekommt er hingegen oft Probleme. Auf diese Art von Gegnern dürfte er in der NBA viel öfter als noch jetzt am College treffen. Hansbrough hat allerdings keine Angst dahin zu gehen, wo es weh tut. Das zeigte sich unter anderem in einem Spiel gegen UNC-Asheville, als er über den 2,31-Meter-Center-Riesen Kenny George dunkte.
Im Post zeigt der 2,06 Meter große Forward aber noch viel zu wenig Variationen. Trotzseines großen Einsatzes mangelt es ihm an Athletik. Zwar mag diese bisher am College reichen, doch spätestens in der NBA wird er gegen Power Forwards wie Marcus Camby (Foto) oder Amare Stoudemire große Probleme haben. Defensiv ist er Spielern solchen Kalibers ebenfalls unterlegen, gegen kleinere Small Forwards ist der Big Man dagegen zu unbeweglich.
Allein aus diesen Gründen dürfte aus Hansbrough kein Superstar werden. Das Potential zu einem Supporter und Energizer von der Bank oder soliden Starter zu reifen, hat er aber allemal. Da solche Spieler bekanntlich oft den entscheidenden Unterschied ausmachen, werden sich vor allem Titelkandidaten um ?Psycho-T? bemühen.
Tywon Lawson: Der Steuermann
Unterstützt wird Hansbrough von Aufbauspieler Tywon Lawson, der im Draft 2009 sogar vor ihm ausgewählt werden könnte (derzeit auf dem 16. Platz im Mockdraft). Wie sein Mitspieler hing er noch ein weiteres Jahr College an und entschied sich gegen den Draft 2008.
Talentierte Point Guards sind in der NBA immer sehr gefragt. Zu diesen kann eben auch Lawson gezählt werden, dessen Stärke vor allem im schnellen Spiel liegt. Er zieht besonders gerne zum Korb und bestraft unaufmerksame Verteidigungen sofort. Da Lawson eben so sehr von seinem Zug zum Korb lebt, ist sein Wurf noch ziemlich ausbaufähig. Gerade für die NBA muss er sich einen besseren Jumper aneignen. Mit seinen 1,80 Meter und einer eher durchschnittlichen Sprungkraft wird er es in der NBA beim Zug zum Korb nicht so leicht wie am College haben. Als Alternative in der Offensive benötigt er unbedingt einen zumindest soliden Jumper.
Neben Lawsons starkem Zug zum Korb findet er aber auch oft den freien Mann. Bewegt er sich durch die Zone, ergeben sich oft Freiräume für seine Mitspieler, und er kann diese dann anpassen. Selbst aus schwierigen Situationen gelingt es dem Aufbauspieler oft, noch einen Pass zu spielen.
Bezüglich Lawsons weiterer Karriere und vor allem seiner möglichen Draft-Position wird nun viel davon abhängen, wie er sich diese Saison weiterentwickelt. Vermutlich ist Lawson ein sicherer Top20-Pick, dem im Optimalfall sogar eine All-Star-Karriere zuzutrauen ist.
Wayne Ellington: Das Talent
Der dritte Spieler im Bunde ist Shooting Guard Wayne Ellington. Er geht ebenfalls in sein drittes Jahr am College. Auch er schien schon fast sicher zum Draft 2008 angemeldet, nahm sogar schon an einem Pre-Draft-Camp der Orlando Magic teil, bevor er erkennen musste, dass er noch nicht bereit für die NBA ist oder zumindest nicht auf einem Niveau, das er sich vorstellt.
In der letzten Saison entwickelte sich Ellington zu einem eindrucksvollen Scorer und legte 16,6 Punkte pro Spiel auf. Eine seiner Stärken liegt hier in der Transition, wenngleich Ellington weder körperlich noch athletisch überragt. Erstklassig ist hingegen bereits jetzt sein Sprungwurf, weshalb sich der (optimistische) Vergleich mit Richard Hamilton (Foto) anbietet.
Um seine Draft-Aussichten im Vergleich zum letzten Jahr zu verbessern und den Platz in den ersten Runde des Crossover-Mockdrafts (25. Stelle) zu halten, muss sich der Shooting Guard jedoch vor allem defensiv steigern. Trotz seiner eigentlich mindestens ausreichenden körperlichen Vorrausetzungen punkten seine Gegenspieler gegen ihn noch zu viel.
Mit diesen drei Spielern, die jetzt bereits drei Jahre zusammen spielen, stehen die Chancen für eine sehr erfolgreiche Saison in North Carolina exzellent. Wie hoch die drei Stars im Draft 2009 gezogen werden, hängt auch sehr von ihren Leistungen in dieser Saison ab. Das Potential für die erste Draft-Runde haben sie sicherlich alle drei, aber ein NCAA-Titel würde ihren Marktwert noch einmal deutlich erhöhen.






von Crossover 27.05.2012 um 02:34:17
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