Draft 2005
Mockdraft-News vom 4. März
Was lange währt, wird endlich gut: Der Mockdraft von Crossover-Online ist auf dem neuesten Stand, und hier sind die Änderungen, die wir vorgenommen haben.
Von Christian Neumann |
04.03.2005 | |
Seit dem letzten Mockdraft-Update ist einige Zeit ins Land gegangen, und dementsprechend sieht das Draftboard jetzt auch aus: Nur wenige Spieler sind auf ihrer Position geblieben. Hier die wichtigsten Änderungen:
? Andrew Bogut, Utah, Platz 1. Selbst nach der jüngsten Niederlage gegen New Mexico gilt der Australier immer noch als momentan aussichtsreichster Kandidat für den ersten Draftplatz. Spiele, in denen er keinen Double-Double in Punkten und Rebounds abliefert, haben Raritätenstatus, und Bogut wird mehr und mehr als zukünftiger Center gesehen, was seinen Wert nochmals erhöht. Er ist nicht der Athletischste, doch das sind/waren Brad Miller, Vlade Divac und selbst Bill Walton auch nicht, doch in deren Tradition gehört das Passspiel des 20-Jährigen, zumindest auf dem College. Wie der Bigman aus Down Under die doppelte Umstellung auf die NBA und die Center-Position meistern wird, bleibt natürlich offen, doch Andrew Bogut, der bereits angekündigt hat, sich für den Draft anmelden zu wollen, beansprucht bis auf weiteres den Platz an der Sonne für sich.
? Chris Taft, Pittsburgh. Von Eins auf Fünf, und von dort aus auf Sechs, 2006, um genau zu sein, denn er ist im Draft 2005 für uns nicht mehr vertreten. Taft ist und bleibt ein so genannter ?Underachiever?, ein Rollenspieler im eigenen Team, der die vielleicht besten körperlichen Voraussetzungen aller College-Bigmen hat und am wenigsten daraus macht. In fast allen wichtigen Mockdrafts hat der 2,08m-Mann zuletzt mächtig an Boden verloren und rutscht immer weiter ans Ende der Lotteryplätze ab. Damit ist Taft jetzt an dem Punkt angekommen, an dem er sich unter Wert verkauft. Warum jedoch sollte er nicht dennoch im Draft bleiben, wenn weiterhin die garantierten NBA-Millionen winken? Es gibt drei Gründe, weshalb Chris Taft nicht mehr im Mockdraft 2005 vertreten ist, sondern womöglich zu den Panthers zurückkehren wird:
Erstens (wie bereits erwähnt) spielt der Forward unter seinen Möglichkeiten, was auch eine schlechtere Draftplatzierung zur Folge hätte. Zweitens haben ihm mehrere Scouts öffentlich dazu geraten, bei Pittsburgh zu bleiben und an seinem Spiel zu feilen ? ein Wink mit dem Zaunpfahl. Solche Tipps gibt es normalerweise erst in der Phase unmittelbar vor dem Draft, zur Early Entry Deadline. Dass Taft solche Kommentare schon jetzt zu hören bekommt, ist ein eindeutiges Zeichen. Drittens und wichtigstens: Chevon Troutman, der hart arbeitende Forward der Panthers, in dessem (Leistungs-)Schatten Chris Taft diese Saison faulenzt, ist in seinem Senior-Jahr und damit nächste Saison nicht mehr im Kader, was mehr Verantwortung für Taft bedeutet. Dieser wird demnächst gerade einmal 20 Jahre alt, hat auf seiner Position harte Konkurrenz in diesem Draft (Andrew Bogut, Wayne Simien u.a.) und wird, wenn er klug ist, nächstes Jahr einen neuen Anlauf auf Draftplatz Eins starten.
Neues aus der Krabbelgruppe
Mit Louis Williams und Gerald Green haben bisher zwei High-School-Spieler den Weg in unseren Mockdraft gefunden. Andere Kandidaten ? Martell Webster, Brandon Rush, CJ Miles, Monta Ellis ? könnten ihnen schon bald Gesellschaft leisten. Die diesjährige High-School-Klasse ist eher unbedeutend, doch da es der Draft 2005 nicht zuletzt deshalb ebenfalls wird, gleicht sich dieser Nachteil wieder aus und die Teenie-Talente können sich Hoffnungen darauf machen, schon in der kommenden Saison auf einer der dreißig NBA-Bänke platznehmen zu dürfen.
Draftgewinner...
Wenn Rashad McCants, North Carolina, doch nur ein wenig größer wäre. Von diesem Manko abgesehen, bietet der Tar Heel der NBA alles, was sie sich wünschen kann: tolle Athletik, starke Quoten, gute Defense, noch bessere Offense. Da er seine Wandlung vom problematischen Saulus zum hart arbeitenden Paulus nicht nur erfolgreich vollzogen, sondern auch über die letzten Wochen bestätigt hat, geht es für McCants ein paar Plätze rauf ? auch wenn er kaum höher klettern wird, als er es bis zum jetzigen Zeitpunkt getan hat.
Einer der großen Gewinner ist HS-Guard Gerald Green. Der von manchen Beobachtern mit Tracy McGrady verglichene 18-Jährige ist bis in die Top-Ten geklettert. Immer mehr Scouts legen ihre Bedenken beiseite und preisen Greens Offensivspiel im selben Maße wie seine Athletik, und in einem schwachen Draft kann jemand, der auf Talent gedraftet wird, eine hohe Lottery-Position abstauben.
Die Mannschaft der Universität von Illinois gewinnt Spiele am laufenden Band, und selbst am Ende der regulären Saison noch ungeschlagen zu sein, hilft auch den Draftansprüchen der besten Illini: Point Guard Deron Williams ist von Platz 19 auf Platz 12 geklettert und sein nimmermüder Kollege Luther Head klopft so langsam, aber sicher an die Tür zur ersten Draftrunde.
Ein weiterer Spieler, der sich nach vorn gearbeitet hat, ist Connecticuts Charlie Villanueva. Normalerweise vereinigt er Lamar Odoms Körper und Spielweise mit Michael Olowokandis Einstellung, doch in den letzten Wochen hat sich der Husky zusammengerissen und reihenweise gute Spiele abgeliefert. Behält er dies auch im NCAA Tournament bei, wird es für Villanueva weiter nach oben gehen.
Die Gewinner rundet Joey Graham ab, der sich von Platz 26 auf Platz 18 verbessert hat. Er mag ein zu kleiner Lowpostspieler ohne Wurf von außen sein, doch Graham bringt gute und solide Leistungen und ist so NBA-bereit wie nur wenige Spieler im Draft. Mit seiner Aggressivität und seinem NFL-Körper wird er so manchen Gegenspieler einzuschüchtern wissen.
... und Draftverlierer
Martynas Andriuskevicius hat seine Top-Position räumen müssen, ist gleich zwei weitere Plätze durchgereicht worden und hat es sich auf der Vier bequem gemacht. Die Skepsis der NBA-Vertreter gegenüber dem unerfahrenen Litauer ? gerade im Vergleich mit Utahs Andrew Bogut ? sind nicht zu leugnen. Spaniens große Shooting-Guard-Hoffnung Rudy Fernandez hat nach einer Knöchelerletzung ein paar Plätze verloren; nicht zuletzt weil diese Blessur das Thema ?Kraft, Härte und Widerstandsfähigkeit? in Hinblick auf den 19-Jährigen wieder aufgewärmt hat.
Der nach Chris Taft nächste Spieler, der sich allmählich mit dem Gedanken an den Draft 2006 anfreunden kann, ist Marylands John Gilchrist. Die Terrapins haben zuletzt wiederholt böse Klatschen kassiert, und ihr Anführer war wieder und wieder enttäuschend. Gilchrist lässt jegliche Reife vermissen, und bei einem Point Guard ist das nicht zuletzt für die Draftposition tödlich.
Louisvilles Francisco Garcia hat zuletzt einige schwache Partien gehabt, bei denen ihn vor allem sein Wurf im Stich gelassen hat, und wenn ein Spieler nicht auf Talent gedraftet wird, kann er ganz schnell fallen. Dasselbe ist Julius Hodge (North Carolina State) widerfahren, nur dass dieser zurzeit ganz aus der ersten Draftrunde verschwunden ist. Bei Garcia ist dieses harte Schicksal eigentlich nicht zu erwarten, doch seine jüngste Schwächephase in Verbindung mit starken Leistungen der Konkurrenz (Antoine Wright, Danny Granger) lassen den Flügelspieler zumindest vorübergehend mächtig purzeln.
Hello, goodbye
Von folgenden Spielern müssen wir uns zumindest vorübergehend verabschieden: Die beiden Euro-Center Kosta Perovic und Predrag Samardziski gehören (wieder einmal) in den Draft des nächsten Jahres. Besonders bei Perovic ist das nun schon ein alljährliches Ritual. Ebenfalls aus der ersten Draftrunde verschwunden sind Julius Hodge (North Carolina State) nach zuletzt schwachen Leistungen, Chris Taft (siehe oben) und der bei Memphis rausgeflogene Sean Banks, der im Draft 2005 wohl der talentierteste Zweitrundenrookie sein wird.
Ersetzt werden diese Herren durch die Neulinge Antoine Wright (Texas A&M), den Spanier Fran Vasquez, Alabamas Kennedy Winston, Dijon Thompson (UCLA) und Einzelkämpfer Ike Diogu, der nicht zuletzt dafür belohnt wird, das Drama ?Last man standing: Elton Brand bei den Chicago Bulls? mit den Arizona State Sun Devils erfolgreich auf der College-Bühne aufgeführt zu haben. Die Profile der einzelnen Neuankömmlinge werden nach Möglichkeit mit der Zeit vervollständigt.
Zum Schluss noch wie gewohnt die Einzelanalyse der dreißig Draftpositionen:
1. (4) Andrew Bogut. Der derzeit beste College-Bigman und vielleicht beste College-Spieler.
2. (2) Chris Paul. Spielt nachwievor eine gute Saison ? gut genug für Platz Eins?
3. (3) Marvin Williams. Geht er, bleibt er? Die Spekulationsmaschine läuft auf Hochtouren.
4. (1) Martynas Andriuskevicius. Immer noch ein Einser-Kandidat, doch es gibt Zweifler.
5. (7) Tiago Splitter. Gut in Spanien, gut im Draft. Kann er noch höher klettern?
6.(11) Rashad McCants. Der beste Shooting Guard im kommenden Draft.
7. (9) Nemanja Aleksandrov. Er hält bisher an seiner Absicht fest, im Draft zu bleiben.
8.(15) Gerald Green. Am Ende wahrscheinlich der höchste High-Schooler im Draft.
9. (8) Ray Felton. Mr. Fastbreak zuletzt mit guten Leistungen als Passgeber bei North Carolina.
10.(10) Johan Petro. Der Franzose unverändert auf der Zehn. Nach oben und unten ist viel möglich.
11. (6) Rudy Fernandez. Eine Verletzung hat ihn zurückgeworfen. Findet er schnell genug zurück?
12.(19) Deron Williams. Spielt Illinois so weiter, wird der Guard bald die Top-Ten knacken.
13.(13) Hakim Warrick. Immer noch keine NBA-Position, aber zuletzt ganz stark bei Syracuse.
14.(22) Charlie Villanueva. Endlich zeigt er mal, was er kann. Geht da noch mehr?
15.(16) Jarrett Jack. Ohne Frage der Anführer bei Georgia Tech. NBA-Mentalität durch und durch.
16.(20) Danny Granger. Der einzige College-Spieler mit 18 Punkten, 9 Boards, 2 Blocks & 2 Steals.
17.(17) JR Giddens. Zuletzt recht schwach bei den Jayhawks, doch sein Talent ist, was zählt.
18.(26) Joey Graham. Starke Verteidigung, noch stärkerer Körper. Die NBA-Scouts mögen ihn.
19.(12) John Gilchrist. Als Spieler hat er es drauf, doch das ist noch nie sein Problem gewesen.
20.(18) Wayne Simien. Kann noch mächtig klettern, wenn ein General Manager ihn unbedingt will.
21.(25) Louis Williams. Sicher nicht NBA-reif. Wird sich dennoch wahrscheinlich draften lassen.
22. (?) Antoine Wright. Ganz starke Saison bei Texas A&M. Platz 22 ist wohl nur der Anfang.
23.(24) Ronny Turiaf. Nur die Nummer Zwei bei den Zags hinter Adam Morrison, doch NBA-reif.
24.(14) Francisco Garcia. Spaltet die Meinungen der Beobachter. Wo wird er am Ende landen?
25. (?) Fran Vasquez. Mit 22 sicher im Draft. Für manche wegen seiner Athletik ein Lottery-Pick.
26. (?) Kennedy Winston. Starker Shooter in der Tradition von Rip Hamilton und Michael Redd.
27.(21) Roko-Leni Ukic. Großer Point Guard, aber (noch) kein richtiger Spielmacher. Doch 2006?
28. (?) Dijon Thompson. UCLAs (Sparversion von) Joe Johnson. Sehr vielseitiger Flügelspieler.
29.(28) Ryan Gomes. Zuletzt 37 Punkte gegen UConn und immer noch kein sicherer First-Rounder.
30. (?) Ike Diogu. Ein zweiter Malik Rose, und wie dieser am Ende nur in der zweiten Draftrunde?
Die Zahl in Klammern markiert die vorherige Draftplatzierung nach dem vergangenen Update



von Crossover 30.05.2012 um 12:48:30
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