US-Managerspiel

Revue passierend

Die ersten Wochen der NBA-Saison 2009/10 sind bereits Geschichte und auch die trade-freie Phase des Crossover US-Managerspiels präsentiert von FIVE und kickz.com ist mittlerweile beendet. Zeit, ausführlich auf die vergangenen Wochen zurückzublicken.

Von Christian Gerne
 09.12.2009 |

Die erste, interessante Information für die meisten Manager waren wohl die Pick-Zahlen – wie oft ein einzelnen Akteur von den Teilnehmern gewählt wurde – zu Beginn des Managerspiels, die auch manch alten Hasen zum Teil verblüfften. Während Namen wie Gilbert Arenas (Foto), Carmelo Anthony oder Brook Lopez unter den Top-Ten der jeweiligen Positionen bereits erwartet wurden, gab es auch faustdicke Überraschungen bei den Auswahllisten.

Bei den Guards schaffte es, trotz eines gesunden Raymond Felton und eines relativ hohen Anfangsgehalts, D.J. Augustin mit 713 Picks unter die ersten Zehn. Auch Derrick Rose, der über ein hohes Anfangssalär und mit den Chicago Bulls zudem über einen schlechten Spielplan im ersten Monat verfügte, konnte zahlreiche Manager (1.082 Picks) von sich überzeugen.

Durch Abwesenheit in der Liste glänzten, wider den Erwartungen vieler Manager (inklusive des Autors), Rajon Rondo, Monta Ellis oder auch Baron Davis.

Guards:

Name Anfangsgehalt Picks
1. Gilbert Arenas 6,35 Mio. 2.262
2. Chris Douglas-Roberts 1,04 Mio. 2.017
3. Courtney Lee 2,38 Mio. 1.919
4. Aaron Brooks 3,01 Mio. 1.852
5. Anthony Morrow 2,93 Mio. 1.764
6. Louis Williams 3,70 Mio. 1.410
7. Derrick Rose 7,10 Mio. 1.082
8. Russell Westbrook 5,71 Mio. 863
9. D.J. Augustin 3,51 Mio. 710
10. Brandon Rush 2,15 Mio. 643


Bei den Forwards konnte sich überraschend DeJuan Blair (Foto, 2.055 Picks) auf den ersten Platz schieben. Der bullige Power Forward, der in der Preseason für die San Antonio Spurs bereits mehrfach überzeugen konnte, setzte sich trotz vieler Bedenken hinsichtlich seiner Spielzeit, nicht zuletzt auch aufgrund seines günstigen Preises, durch. Ebenso unerwartet war der zweite Platz von Anthony Randolph, zumal Warriors-Coach Don Nelson kurz vor Beginn der Saison Randolph für die ersten Wochen eine Rolle als Bankspieler zuwies, um seine Rückenprobleme langfristig auszukurieren.

Ginge es auch hier darum, eine Vermisstenliste aufzustellen, so hätte der ein oder andere sicher die Namen Charlie Villanueva, Elton Brand, Julian Wright oder, nach dem Ausfall von Antawn Jamison, die Wizards-Allzweckwaffe Andray Blatche erwartet.

Forwards:

Name Anfangsgehalt Picks
1. DeJuan Blair 0,50 Mio. 2.055
2. Anthony Randolph 3,34 Mio. 1.757
3. Trevor Ariza 3,94 Mio. 1.689
4. Carmelo Anthony 7,92 Mio. 1.623
5. Kevin Durant 9,24 Mio. 1.557
6. Jason Thompson 4,02 Mio. 1.403
7. Amare Stoudemire 8,37 Mio. 1.190
8. Corey Brewer 2,15 Mio. 1.002
9. Brandon Bass 2,75 Mio. 773
10. Taj Gibson 0,50 Mio. 757


Bei den Centern gab es wenige Überraschungen: Der in der Preseason dominante Greg Oden (Foto) konnte die meisten Manager überzeugen. Auf Grund des aktuellen Big-Men-Mangels in ihren jeweiligen Teams, rutschten auch David Andersen und Channing Frye nicht ganz unerwartet weit oben in die Liste.

Völlig unerwartet hingegen das Erscheinen von Backup-Center Marcin Gortat auf Platz neun. Hier hätten viele eher mit Andrew Bogut oder Spencer Hawes gerechnet. Unter dem Radar vieler hingegen flog Chris Kaman, der es gerade noch so auf Platz zehn schaffte, obwohl die Situation bei den Los Angeles Clippers – Nummer-eins-Pick Blake Griffin hatte sich kurz vor Saisonstart verletzt – eigentlich für ihn sprach. Wohl dem, der seiner Zeit an ihn glaubte.

Center:

Name Anfangsgehalt Picks
1. Greg Oden 3,42 Mio. 2.945
2. Channing Frye 0,85 Mio. 2.846
3. Roy Hibbert 2,12 Mio. 2.007
4. Brook Lopez 6,02 Mio. 1.093
5. Dwight Howard 11,04 Mio. 911
6. David Andersen 0,50 Mio. 680
7. Andrew Bynum 6,50 Mio. 548
8. Joakim Noah 4,30 Mio. 441
9. Marcin Gortat 1,85 Mio. 305
10. Chris Kaman 4,81 Mio. 264


Eingeschränkte Trade-Phase

Am 15.11.2009 wurde zum ersten Mal die neue eingeschränkte Trade-Phase aktiv, die verletzungsbedingte Ausfälle während der ersten Wochen im kleinen Rahmen kompensieren soll.

So erfolgte an jenem Sonntag auch das erste Gehalts-Update, welches für viele der von uns genannten „Heißen Eisen“, aber auch für jede Menge anderer Spieler durchaus erfreulich ausfiel.

Allen voran Carmelo Anthony, Josh Smith und Andrew Bynum konnten sich unter den „Top-Ten-Verdienern“ des US-Managerspiels ihren Platz sichern. Knapp dahinter, auf den Plätzen 17 und 19, fanden sich nach dem ersten Update zwei Spieler, die bei vielen zwar auf dem Radar waren, die man aber auf so einer hohen Position erstmal nicht erwartet hätte: Brandon Jennings (Foto), Guard der Milwaukee Bucks, ließ großen Worten auch große Taten folgen. Mit 51,5 Managerpunkten im letzten Spiel vor dem Update und auch sonst mit überdurchschnittlichen Leistungen, schob sich der Rookie unter die Besten der Liga. Der Lohn: ein Gehaltsplus von 5,61 Millionen.

Nicht weniger schlecht lief es für die Besitzer von Chris Kaman, der von der Verletzung Blake Griffins profitieren konnte und sich mit 8,75 Millionen auf Platz 19 vorarbeiten konnte.

Auch Jason Thompson, der agile Power Forward der Sacramento Kings, konnte wie von uns prognostiziert überzeugen. Nach dem Ausfall von Kevin Martin nahm er bei den Königen das Zepter in die Hand und legte zwei Mal neue Karrierebestwerte auf, was ihm einen Gehaltssprung von 4,35 Millionen verschaffte.

Im mittleren Preissegment waren es, wie von vielen erwartet, Louis Williams und Trevor Ariza, die ihrem „Sleeper“-Dasein mehr als gerecht wurden. Beide konnten sich in ihren Teams behaupten und wurden zu echten Leistungsträgern.

Während Andray Blatche aufgrund des Ausfalls von Antawn Jamison nicht ganz unerwartet seine Leistung steigern konnte, dürfte sich der ein oder andere Manager bei dem Namen Larry Hughes (Foto) verwundert die Augen reiben. Der Knicks-Guard schaffte es still und leise, auf einen Schnitt von 20,38 Fantasy-Punkten zu kommen, was ihm ein Gehalt von 6,31 Millionen einbrachte. Wie erwartet konnte sich auch Roy Hibbert, Center der Indiana Pacers, zunächst in diesem Preissegment festsetzen. Vor allem seine zahlreichen Blocks verschafftem dem drahtigen Center diese gute Ausgangsposition.

Etwas weiter dahinter, aber durchaus mit soliden Gehalts- und Leistungssprüngen, findet man einige unserer „Heißen Eisen 2009“ wieder. Danilo Gallinari, Aaron Brooks, Greg Oden, Mainstream-Pick Channing Frye und Carl Landry konnten sich alle knapp über der Fünf-Millionen-Marke positionieren.

Etwas weiter darunter finden sich einige weitere Spieler, die viele in ihrem Kader haben oder mittlerweile gehabt haben dürften. Corey Brewer, die Nets-Guards Chris Douglas-Roberts und Courtney Lee, die alle bis auf kurze Verletzungspausen ihren Rollen in den Teams gerecht wurden. Etwas überraschend konnte man hier auch Will Bynum (Pistons) und Chuck Hayes (Rockets) finden, die es von fast ganz unten in die mittleren Ränge schafften.

Doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Einige Stars schienen den Rost der Preseason in den ersten Wochen noch nicht ganz abgeschüttelt zu haben.

Allen voran Dwight Howard, gefolgt von Amare Stoudemire und Elton Brand, entwickelten sich nicht, wie von vielen Managern erhofft. Vor allem Brand schaffte es bisher noch nicht, sich bei den Philadelphia 76ers zurechtzufinden.

Auch Derrick Rose konnte bis zu Beginn der eingeschränkten Trade-Phase nicht an den Leistungen der Vorsaison anknüpfen und musste über zwei Millionen an Gehaltsverlust hinnehmen.

Uneingeschränkte Trade-Phase

Nach Ablauf der in diesem Jahr neu eingeführten eingeschränkten Trade-Phase, war es am 1. Dezember soweit: Das US-Managerspiel nahm seinen gewohnten Lauf und die Manager konnten damit beginnen, ihre Teams auszumisten oder aufzuwerten.

Mit Beginn der neuen Phase sei einmal der erste Saisonmonat rekapituliert, um zu sehen, welche Spieler sich im Vergleich zu ihren Anfangsgehältern am besten entwickelt haben.

Größte Gewinner (Stand: 6.12.2009):

Name Steigerung
1. Channing Frye 4,61 Mio.
2. Brandon Jennings 4,44 Mio.
3. Ersan Ilyasova 4,19 Mio.
4. Chris Douglas-Roberts 4,14 Mio.
5. Danilo Gallinari 3,87 Mio.
6. Darren Collison 3,36 Mio.
7. Carlos Boozer 3,14 Mio.
8. Louis Williams 3,12 Mio.
9. Marc Gasol 3,03 Mio.
10. Carmelo Anthony 2,95 Mio.

Während man dem ein oder anderen auf der Liste durchaus einen großen Sprung zutrauen konnte, stechen vor allem drei Akteure der Liste ins Auge, mit denen sicher wenige Manager gerechnet haben.

Carlos Boozer (Foto), den viele schon auf dem Sprung sahen, setzte sich erstaunlicherweise deutlich gegen Paul Millsap durch und verteidigte seine Position bei den Utah Jazz mit überzeugenden Statistiken. Auch Marc Gasol, der bereits in der vergangenen Saison andeutete, dass in ihm noch mehr steckt, konnte vor allem in der Offensive zulegen, was bei seinen sowieso schon guten Rebound-Werten einen Preisschub von nochmals 3,03 Millionen auslöste. Dritter im Bunde ist Rookie Darren Collison, Point Guard der New Orleans Hornets, der im vergangenen Sommer an 21. Stelle gedraftet wurde. Während der Abwesenheit vom Chris Paul zeigte der Liganeuling, dass die Hornets mit ihm mehr als nur einen soliden Backup für Paul verpflichtet haben.

Wo Gewinner sind, da gibt es auch Verlierer. Betrachtet man die Top-Ten der Akteure mit den größten Gehaltsverlusten, findet man dort viele große Namen der letzten Spielzeiten.

Größter Verlierer ist der an Nummer zwei von den Memphis Grizzlies gedraftete Hasheem Thabeet (Foto). Der Center passte von Anfang an nicht in das Konzept der Franchise aus Tennessee und konnte sich gegen den grandios aufspielenden Marc Gasol nicht durchsetzen.

Auch für Andre Miller ging es bergab. Obwohl er sich von dem Wechsel zu den Portland Trail Blazers mehr versprochen hatte, landete er in den ersten Wochen auf der Bank und musste hinter Steve Blake die Rolle des Backups einnehmen.

Ebenfalls in eine neue Rolle durch einen Teamwechsel mussten sich Shaquille O'Neal und Antonio McDyess einfinden. Während der eine in Cleveland zum Edeladjutanten (ohne viel Verantwortung) des Königs wurde, darf sich der andere zum Karriereende in San Antonio über eine Edelreservistenrolle hinter Tim Duncan freuen.

Überraschend auf der Liste an Platz neun ist Dwyane Wade zu finden. Doch betrachtet man die Situation in Miami, erklärt sich das Ganze von selbst. Der Rest des Teams hat begonnen, von Wade mehr Verantwortung zu übernehmen. Während „Flash“ das Team in der vergangenen Saison fast allein getragen hatte, kann er diese Saison einen Gang zurückschalten und sich seine Energie für die Playoffs aufsparen.

Größte Verlierer (Stand: 6.12.2009):

Name Senkung
1. Hasheem Thabeet 4,51 Mio.
2. Jamaal Tinsley 4,48 Mio.
3. Randy Foye 4,25 Mio.
4. Andre Miller 3,72 Mio.
5. Al Jefferson 3,47 Mio.
6. Nate Robinson 3,35 Mio.
7. Shaquille O'Neal 3,29 Mio.
8. Antonio McDyess 3,23 Mio.
9. Dwyane Wade 3,12 Mio.
10. Brad Miller 2,99 Mio.

 

Zuletzt sei noch ein Blick auf eine weitere, interessante Top-Ten-Liste geworfen, die der meist gewählten Spieler seit Beginn der eingeschränkten Trade-Phase.

Top-Picks seit dem 15.11.2009:

Name Picks
1. Earl Boykins 346
2. J.J. Hickson 315
3. Darren Collison 221
4. Tony Parker 220
5. Tyreke Evans 207
6. Mike Dunleavy 174
7. Ersan Ilyasova 168
8. Monta Ellis 160
9. Anthony Morrow 157
10. Michael Beasley 148

 

Während einige Picks ganz klar darauf hindeuten, dass manch ein Manager versucht, verpasste Möglichkeiten nachzuholen (Evans, Ilyasova, Ellis), findet man mit Parker, Dunleavy und Morrow einige Kandidaten, die noch über etwas „Upside“ verfügen dürften.

Für viele Manager sicher zum Vergleich interessant: Wo befindet sich die Crossover-Redaktion im aktuellen Ranking? Im Folgenden die aktuellen Platzierungen samt Manager- und Team-Namen (Stand: 8.12.2009):

Redakteur Manager-Name Team-Name
77. Dennis Klammer mkay Power Rangers
99. Johannes Käfer KingCrunch Crunchtimer
120. Manuel Baraniak Oxymoron Die Balljungen
172. Thomas Putz cat Rockets
226. Christian Gerne Treffnix Treffnix Allstars
779. Johannes Hübner josh9 Joshs Team
952. Dennis Amedovski amish Amishs Team
1064. Maximilian Selow Kobe 8 crossover eXpress
1080. René Radoi Kent Brockman The Knudsens
1494. Thomas Käckenmeister Tomdawg Korbsportler
1565. Peter Bieg peterbieg Montana Boys
1759. Florian Lindemann florian.li Skisport Münster
2017. Conrad Ziesch Clodewich Miami Heat
2315. Björn Lehmkühler B-Jay Hoosiers
3171. Nicolas Racz tdeath Wesserbisser
3934. Sebastian Eickhoff classic DeineMudder
4127. Christian Guse mystic Mystics Team
4161. Joshua Wiedmann Sevent Orange Panthers
4702. Steffen Ivanowitsch squinter megatrons
4717. Fabian Klindt ne1 Ballbillies




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Kommentare

(2 Kommentare bisher)

von crunchtime 13.12.09 um 20:51:57


recht schön zusammengefasst, aber greg oden spielte KEINE dominante preseason...



von Cabalios 13.12.09 um 23:47:17


Sehr schöne und vor allem heiss-interessanter Überblick. :-)
Was ich mich nur frage: Mystic, wieso bist du als Meister aller Zahlen bisher in den 4000ern ? ;-)



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