US-Managerspiel
Konkurrenz belebt das Geschäft
Sowohl in der Eastern als auch in der Western Conference streitet sich noch eine Vielzahl von Teams um die Playoff-Plätze. So dürfen die meisten Spieler im letzten Monat der regulären Saison auch nicht die Füße hochlegen. Umso besser für alle Managerspiel-Teilnehmer.
Von Manuel Baraniak |
25.03.2009 | |
Nach an den 70 Partien in fast fünf Monaten gibt es wohl kaum einen Spieler, der nicht die eine oder andere Blessur mit sich herumschleppt. Steht ein solcher Akteur bei einem Top-Team unter Vertrag, das sein Ziel schon erreicht hat, dann darf jener Profi schon einmal die eine oder andere Begegnung aussetzen oder nur sporadisch Minuten auf dem Parkett rauf und runter joggen. Nur, in dieser Spielzeit gibt es zu diesem späten Zeitpunkt der Saison kaum ein Team, das seine angestrebte Position schon sicher erreicht hat.
Während sich die meisten Mannschaften noch um den Playoff-Einzug oder um einzelne Positionen streiten, haben selbst die besten vier Teams der Liga, die das Ticket für die Postseason jeweils schon gesichert haben, noch ein weiteres Ziel vor Augen: die Los Angeles Lakers und Cleveland Cavaliers den Heimvorteil in allen Playoff-Serien, sowie die Boston Celtics und Orlando Magic ein mögliches letztes Spiel vor eigenem Publikum in einem möglichen Aufeinandertreffen in der zweiten Runde. So kann man zwar schon einmal den Rest der Spielzeit das Training sausen lassen, so wie Dwyane Wade dies tun wird, doch die Teams werden ihre Akteure im regulären Ligabetrieb nicht schonen können.
Die Auswahl an Spielern, die damit berücksichtigt werden können, ist natürlich immens groß. Komponenten, die bei der Auswahl in Erwägung gezogen werden können, sind dabei, ob sich ein jener Spieler auf dem Höhepunkt seines Leistungsniveaus befindet, wie viele Partien er noch bestreiten wird oder auch, ob es sich um einen Veteranen oder zumindest um einen erfahrenen Spieler handelt, der gerade in der entscheidenden Phase aufzutrumpfen weiß.In der neben stehenden Tabelle sind einige Teams samt der Anzahl ihrer verbleibenden Partien aufgelistet. Die restlichen 21 Mannschaften absolvieren noch elf oder zwölf Partien.
Ron Artest konnte beispielsweise in jedem Monat seine Managerspiel-Punkte ? bis auf den Januar, als der Small Forward verletzungsbedingt nur sechs Partien bestreiten konnte ? kontinuierlich steigern und ist nach Tracy McGradys Ausfall neben Yao Ming die erste Option im Angriff der Houston Rockets. Da die Texaner neben den Celtics und Wizards jedoch noch die wenigsten Partien aller Franchises bestreiten, sollten sich jene Manager, die Artest oder einen anderen Rocket ? wie Yao, Luis Scola oder Aaron Brooks ? im Team haben, überlegen, einen Trade zu tätigen. Einen guten Ersatz in der gleichen Preisregion sollte es allemal geben.
Ein Andre Miller bringt ebenso die nötige Erfahrung mit und konnte seine Zähler im Managerspiel stetig, bis auf eine Ausnahme, Monat um Monat verbessern. Mit seinen Philadelphia 76ers wird der Aufbauspieler aber sogar noch 13 Mal auflaufen. Im Gegensatz zu den restlichen fünf Mannschaften, die noch derart viele Begegnungen absolvieren werden, tragen die Sixers zudem mehr Partien in der heimischen Arena aus, als dass sie in fremden Hallen gastieren. Auch wenn ein erfahrener Akteur wie Miller zuhause und auswärts in etwa die gleichen Zahlen auflegt, die meisten Akteure liefern auf heimischen Parkett bessere Werte ab. Die Lakers werden derweil ihre nächsten fünf Partien in fremden Arenen bestreiten und erst wieder am 3. April im Staples Center spielen.
Eine Ausnahme bildet diesbezüglich David West (Foto). Der Power Forward der New Orleans Hornets punktet und reboundet auswärts besser, wenn auch nur um Nuancen, und trifft auch sicherer von der Freiwurflinie. Da die Franchise aus Louisiana acht ihrer 13 restlichen Partien auswärts austrägt und West seit dem All-Star-Wochenende auch wie ein All-Star agiert, ist der 28-Jährige für jeden virtuellen Manager eine Überlegung wert.
Wird eine Blessur zu einer Verletzung, mit der man wirklich nicht mehr auf dem Feld stehen kann, so ist dies eine Chance für andere Akteure, sich ins Rampenlicht zu spielen. Ein bestes Beispiel hierfür sind die Detroit Pistons. Nachdem Allen Iverson und Rasheed Wallace bereits schon vier respektive zwei Wochen ausfallen, hat sich kürzlich auch Richard Hamilton zu den Veteranen auf die Bank gesellt. Vor allem zwei junge Akteure ergriffen die Chance. Während Arron Afflalo innerhalb der letzten fünf Partien durchschnittlich 34 Minuten auf dem Parkett stand, dies auch in der Startformation, und dabei dreimal 13 oder mehr Zähler verbuchte, konnte Will Bynum noch mehr überzeugen: Während der letzten sechs Begegnungen markiert der bullige Aufbauspieler 15,4 Punkte (50,0% FG), 4,7 Assists und 1,3 Steals pro Spiel. Dabei ist der 26-Jährige für gerade einmal 1,31 Millionen zu haben. Jedoch könnte es nun schon fast zu spät sein, vor allem Bynum zu verpflichten. Der etatmäßige Shooting Guard Hamilton könnte schon am morgigen Donnerstag zurückkehren.
Auf einen alten Haudegen wird in Detroit hingegen weiter Verlass sein. Antonio McDyess (Foto) lässt sich seine 34 Jahre derzeit nämlich überhaupt nicht anmerken und produziert im Monat März ganze 28,1 Fantasy-Punkte pro Partie. Zu den acht Double-Doubles in diesem Monat werden sicherlich noch weitere hinzukommen. Momentan setzen nur 194 Manager auf den Power Forward, dies sind aber immerhin fast drei Mal so viele wie vor zwei Wochen.
Während es in der Eastern Conference also ein Hauen und Stechen, vor allem um die letzten Playoff-Plätze, gibt, liegen die Washington Wizards abgeschlagen auf dem letzten Rang. Da es für das Team aus der Hauptstadt um nichts mehr geht ? außer um eine gute Ausgangsposition im kommenden Draft ?, hat Head Coach Ed Tapscott die Möglichkeit, vermehrt seinen jungen Akteuren Spielpraxis zu schenken. So bringt es JaVale McGee im aktuellen Monat auf 17,4 Minuten pro Partie. In den letzten vier Begegnungen kam der Center immerhin in drei Spielen auf eine zweistellige Punkteausbeute. Sein Frontcourt-Kollege Andray Blatche lief die letzten sechs Spiele von Beginn an auf und könnte vielleicht noch an seine Form um den Jahreswechsel herankommen. Womöglich wird sogar noch Aufbau-Talent Javaris Crittenton des Öfteren sein Potential andeuten können. In der letzten Partie gegen die Chicago Bulls verbuchte der 21-Jährige immerhin 28,5 Fantasy-Punkte. Eine mögliche Rückkehr Gilbert Arenas? würde diesem Unterfangen aber wohl eine Abfuhr erteilen.
In Oakland kann mich sich hingegen sicher sein, dass dem ein oder anderen erfahrenen Spieler eine Zwangspause verordnet wird. Head Coach Don Nelson ließ schon vor längerer Zeit verlauten, dass er von Spiel zu Spiel immer mal wieder einen Veteranen pausieren lassen würde. Vor allem Jamal Crawford scheint davon betroffen. Dies ist jedoch eine Chance für junge Akteure wie Monta Ellis (Foto) oder Anthony Randolph, mehr Minuten zu sehen. Vor allem Erstgenannter scheint wieder allmählich an die Form aus der vergangenen Saison zurückzufinden. Im Monat März markiert der Combo-Guard bis dato 23,3 Punkte, 4,4 Assists, 4,3 Rebounds und 1,3 Steals pro Partie.
Weitere Jungspunde, die im letzten Saisonmonat frei aufspielen können, sind beispielsweise noch Spencer Hawes und Jason Thompson von den Sacramento Kings, Wolves-Rookie Kevin Love oder fast der komplette Thunder-Kader. Darunter hat zuletzt Thabo Sefolosha immer wieder durch Allround-Statistiken von sich reden gemacht. Dem Schweizer kam dabei ein Tapetenwechsel zu Gute, ging der Swingman doch an der Trading Deadline von Chicago nach Oklahoma City. Die neben stehende Tabelle vergleicht die Managerspiel-Punkte pro Partie einiger Akteure bei ihrem alten und ihrem neuen Verein.
Nicht nur für die NBA-Teams, auch für die Teilnehmer des US-Managerspiels geht es jetzt in den Endspurt. Dabei werden am kommenden Sonntag zwei weitere Trades frei geschaltet, wird es doch im Monat April nicht mehr die Möglichkeit geben, sich zusätzlich Trades zu kaufen. So heißt es, verschiedenste Komponente zu berücksichtigen, um für die letzten Wochen mit einem aufgerüsteten virtuellen Kader noch einmal anzugreifen.






von Crossover 30.05.2012 um 12:43:22
Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.