US-Managerspiel

Heiße Eisen 2011/12

Es ist wieder soweit: Die Anmeldephase des Crossover US-Managerspiels ist beendet, und die NBA Saison 2011/12 wird am heutigen Abend ihren Anfang nehmen. Wie jedes Jahr werden pünktlich zu Beginn des US-Managerspiels die „heißen Eisen“ präsentiert – eine Auswahl von interessanten Akteuren, die in der kommenden Spielzeit eine positive Entwicklung durchlaufen könnten.

Von Christian Gerne
 25.12.2011 |

Die Auswahl war diese Saison nicht ganz einfach, da ohne die Summerleague und eine echte Preseason nur eine bedingte Datenbasis für die Selektion vorlag. Insbesondere bei den Rookies basiert die Einschätzung auf den Leistungen des letzten Jahres und den wenigen Eindrücken aus den Trainingscamps.

Wie immer gilt: „Heiße Eisen“ umfassen Spieler, bei denen unabhängig von ihrem aktuellen Wert ein Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Die Auswahl ist wie jedes Jahr subjektiv und ergibt sich aus der persönlichen Einschätzung des Autors, sowie aus Informationen, die in diversen Foren und unter anderen Fantasy-Managern gesammelt wurden.

Rookies

Bei den Rookies sieht es in diesem Jahr deutlich schlechter aus, als in der vergangenen Saison. Der deutlich schwächere Draft-Jahrgang spiegelt sich auch in der Anzahl der ausgewählten Liganeulinge wieder.

Während der Nummer-eins-Pick (John Wall/ Blake Griffin) in den letzten Spielzeiten trotz hohem Startgehalt immer eine ordentliche Wertsteigerung erzielte, so ist die Wahl des Top-Rookies in dieser Spielzeit mit Vorsicht zu genießen. Kyrie Irving (Foto, 6 Millionen) dürfte zwar bei den Cleveland Cavaliers nach dem Abgang von Baron Davis die Starterposition sicher haben, er verfügt aber wohl nicht über die Klasse eines Wall oder Griffin. Eine Wertsteigerung ist höchstens nur im geringen Ausmaß zu erwarten.

Ein solider Pick dürfte in jedem Fall Kemba Walker (Charlotte Bobcats) sein. Bei einem Startgehalt von 2,6 Millionen kein Schnäppchen, aber sicher ein solide Investition, wie es die kurze Preseason erahnen lässt.

Mit 2,4 Millionen folgt dann schon Jimmer Fredette, der in Sacramento von der Bank kommen wird oder in einer kleineren Aufstellung auch neben Marcus Thornton und Tyreke Evans als Starter auflaufen könnte.

Der von den New York Knicks an Nummer 17 gedraftete Iman Shumpert sollte sich für ein Startgehalt von einer Million ebenfalls lohnen. Der athletische Guard zeigte bereits im Trainingscamp, dass er über kurz oder lang Landry Fields den Posten als Starter streitig machen wird. Mangels Alternativen auf der Shooting Guard-Position sollten für Shumpert selbst von der Bank kommend genug Minuten abfallen.

In Denver lauert für 0,5 Millionen Rebound-Monster Kenneth Faried. Wie seine Minutenanzahl ausfallen wird, hängt unter anderem vom körperlichen Zustand des Veterans Al Harrington ab. Bei Farieds Gehalt kann man jedoch wenig falsch machen, wenn man noch einen günstigen Spieler für sein Team sucht.

Ebenfalls wenig falsch macht man wohl mit der Wahl von Norris Cole. Der als 28. Draft-Pick ausgewählte Point Guard dürfte bei Mario Chalmers schwankender Formkurve in Miami immer genug Minuten sehen. Für 0,5 Millionen fast ein „Must-Have“.

Sophomores

Bei den Sophomores muss man trotz eines bereits hohen Gehalts von 7,93 Millionen John Wall (Foto) im Auge behalten. Der Nummer-eins-Pick absolvierte zuletzt eine eher durchwachsene Saison, die insbesondere durch kleinere Verletzungen geprägt war. In Topform dürfte Wall noch ein Paar Fantasy-Punkte drauf packen können.

Der 2010 an Nummer drei gedraftete Derrick Favors könnte mit 2,39 Millionen ebenfalls eine lohnende Investition darstellen. Bei den Utah Jazz ist seine Position zwar bereits gut besetzt, doch könnte der Coaching-Stab dort auf die Jugend setzen und ihm mehr Spielzeit einräumen, als im vergangenen Jahr.

Viel Talent, aber eine Tendenz zum „Lockerroom-Cancer“, das ist DeMarcus Cousins. Dem Power Forward steht in Sacramento mit Blick auf eine rosige Zukunft eigentlich wenig im Weg, lediglich er selbst. Kriegt er sich selbst in den Griff, könnte er mit einem Gehalt von 5,11 Millionen immer noch eine gute Wahl sein, denn mit einem Double-Double sollte man bei ihm immer planen können.

Greg Monroe (Foto) ist ähnlich wie Cousins mit 4,94 Millionen kein Schnäppchen, aber da er bei den Detroit Pistons zumindest für die kommende Saison als Center gesetzt sein dürfte, kann man bei seiner Verpflichtung wenig falsch machen.

Paul George (2,60 Millionen) steht bei den Indiana Pacers wohl in der Startaufstellung. Dass er diese Position verdient hat, zeigt neben seiner Leistung in der vergangenen Spielzeit auch das erste Preseason-Spiel, in dem George 17 Punkte und zehn Rebounds beisteuerte.

Für schlappe 1,24 Millionen gibt es Gordon Hayward von den Utah Jazz. Wäre da nicht seine schwankende Performance, wäre Hayward eine sichere Wahl, so stellt er jedoch einen Risiko-Pick dar.

Weitere Sophomores mit realistischen Chancen auf eine positive Wertentwicklung sind: Al-Farouq Aminu (New Orleans Hornets), Ed Davis (Toronto Raptors), Devin Ebanks (Los Angeles Lakers)

Von Juniors bis Routiniers

Bei den Routiniers lauern diese Saison zahlreiche vermeintliche „Steals“. Die Amnesty-Klausel, die während des Lockout geschlossenen Verträge im Ausland und die zahlreichen Transfers in der Offseason haben die Auswahl an guten und günstigen Optionen gewaltig vergrößert.

An erster Stelle dürfte bei vielen Managern wohl Carlos Boozer (Foto) stehen. Der Power Forward der Chicago Bulls war nach seinem Wechsel verletzungsbedingt nicht auf Touren gekommen, und auch mit Frontcourt-Partner Joakim Noah klappte das Zusammenspiel nicht so richtig. Dies soll sich in der Saison 2011/12 ändern. Für 7,04 Millionen dürfte Boozer daher keine schlechte Wahl sein, sollte er wieder an alte Leistungen anknüpfen können.

Nicht minder begehrt ist mit 6,57 Millionen Joe Johnson von den Atlanta Hawks. Johnson, der von vielen Journalisten schon in eine Liga mit Dwyane Wade und Kobe Bryant hochgejubelt wurde, hatte letzte Saison ein „Seuchenjahr“ und dürfte in dieser Spielzeitt wieder eine ganze Schippe draufpacken können.

Für ein Gehalt von 3,96 Millionen gibt es mit Marcus Thornton einen weiteren Shooting Guard, der für zahlreiche Fantasy-Punkte sorgen könnte. Er knüpfte bereits in der Preseason da an, wo er letzte Saison aufgehört hatte. Neben Tyreke Evans sollte er im Backcourt der Sacramento Kings gesetzt sein.

Bahn frei heißt es für DeAndre Jordan (Foto) von den Los Angeles Clippers. Nach dem Transfer von Chris Kaman zu den Hornets, ist er der einzig ernstzunehmende Center bei Los Angeles. Chris Paul, der selbst den offensiv limitierten Tyson Chandler zum Punktelieferanten machte, dürfte Jordan zudem einen weiteren Push geben. Für 3,86 Millionen stellt Jordan einen der besten, preisgünstigen Center dar.

Bis auf die Tatsache, dass er das erste Spiel aus disziplinarischen Maßnahmen aussetzen muss, steht Jarrett Jack bei New Orleans nichts im Weg. Als gesetzte Nummer eins auf der Point Guard-Position ist er für 2,74 Millionen keinesfalls zu teuer.

Ähnlich sieht es für Jeff Teague (1,66 Millionen) von den Atlanta Hawks aus. Mangels Alternativen wird er bis zur Rückkehr von Kirk Hinrich die Chance bekommen, sich als Playmaker zu beweisen.

Auch bei den Detroit Pistons gibt es einige interessante Spieler, die wie Austin Daye (2,43 Millionen) auf den Durchbruch warten oder wie Ben Gordon (2,72 Millionen) zeitweise in der Versenkung verschwunden waren. Nach dem Abgang von Richard Hamilton sollte der Engländer deutlich besser produzieren, als in der letzten Spielzeit.

Gerald Henderson (Foto, 3,10 Mio.) dürfte bei zahlreichen Managern ebenfalls im Team stehen. An ihm scheiden sich jedoch die Geister, ob er seinen Vorschusslorbeeren gerecht wird oder nicht. Ebenfalls bei den Bobcats gibt es für 2,54 Millionen Corey Maggette, der bei Charlotte weitestgehend freie Hand haben dürfte. Lediglich sein Hang zu Verletzungen könnte ihm dabei im Weg stehen.

Terrence Williams ist bei Houston fast gänzlich in der Versenkung verschwunden. Der athletische Flügelspieler sollte für 0,97 Millionen aber ein solider Ergänzungsspieler sein, der über unglaublich viel „Upside“ verfügt.

Quasi auf den letzten Drücker schiebt sich einer ins Blickfeld, den viele schon längst abgeschrieben haben: Mehmet Okur wird nach der Verletzung von Brook Lopez für New Jersey unter den Körben agieren. Für 1,45 Millionen gibt es den ehemaligen türkischen Nationalspieler.

Die Liste ließe sich noch deutlich ausführlicher fortführen, da die aktuellen Kader viel Spielraum zur Interpretation lassen. Einige etablierte Spieler, die möglicherweise einen zweiten Frühling erleben könnten oder aufgrund von Abgängen wieder in eine bessere Position rücken könnten, sind: Vince Carter (Dallas Mavericks), Rodrigue Beaubois (Dallas Mavericks), Michael Redd, Eddy Curry (Miami Heat), Caron Butler (Los Angeles Clippers), DeJuan Blair (San Antonio Spurs), Jordan Hill (Houston Rockets), Chris Kaman (New Orleans Hornets), Arron Afflalo (Denver Nuggets), Kendrik Perkins (Oklahoma City Thunder).

Wie sich die einzelnen Spieler entwickeln und in ihren Mannschaften durchsetzen können, steht wie immer in den Sternen. Wenn ihr keinen der oben genannten Spieler im Team habt, ist das also noch kein Beinbruch.

Die Crossover-Redaktion wünscht allen Fantasy-Managern eine spannende und erfolgreiche Saison.




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Kommentare

(2 Kommentare bisher)

von maxi44663 28.12.11 um 11:47:03


Hayward heißt der Junge. Nicht Haywood!



von Treffnix 28.12.11 um 12:54:43


Da liegst Du richtig, da war ich in Gedanken wohl beim Mavs-Center, den ich auch noch in der engeren Wahl hatte....



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