Spieler vor dem Durchbruch
Winterschlaf statt Bescherung
Starker Start, schwache Kondition: Den Durchbruchskandidaten 2009/10 geht ein wenig die Puste aus. Der Dezember markiert für alle – außer Rockets-Aufbauspieler Aaron Brooks, der auf All-Star-Niveau spielt – den statistischen Tiefpunkt. Wem kann man dennoch warme Worte zu Weihnachten schenken?
Von Jonas Falk |
16.12.2009 | |
Hand aufs Herz: Hättet ihr auf Anhieb gewusst, was Bucks-Forward Hakim Warrick in dieser Saison kassiert? Es sind glatte drei Millionen Dollar. Damit führt er die Liste der Spieler, denen Crossover vor der aktuellen Spielzeit den Durchbruch zugetraut hat, an. Auf Platz zwei folgt J.J. Redick, Scharfschütze der Orlando Magic, mit 2,84 Millionen Dollar. Dann kommt der athletische Pacers-Guard Dahntay Jones mit 2,5 Millionen. Vierter im Bunde ist Channing Frye, für dessen Dienste die Phoenix Suns 1,99 Millionen zahlen. Auf dem letzten Platz steht ironischerweise die bisherige Nummer eins unter den Durchbruchskandidaten: Aaron Brooks. Mit 1,12 Millionen Dollar Gage gehört der Guard in dieser Saison zu den absoluten Preis-Leistungs-Knallern der NBA.
Bester Beweis ist eine andere Zahl, für die fast nur das Komma verschoben werden muss. Sie lautet 0,13 – so viele Millionen Menschen haben Aaron Brooks (Foto) bisher bei der All-Star-Wahl gewählt. Damit steht der Youngster unter den Guards in der Western Conference sensationell auf Platz sieben. Vor Stars wie Blazers-Co-Kapitän Brandon Roy, Jazz-Aufbauspieler Deron Williams und Ex-All-Star Manu Ginobili, seines Zeichens dreifacher NBA-Champ mit den San Antonio Spurs.
„Es ist alles so wahnsinnig schnell gegangen. Vor drei Jahren hätte ich mir das alles nicht träumen lassen“, sagt Brooks, seit 2007 in der NBA. „Jetzt muss ich weiter Gas geben.“ Dabei denkt der 24-Jährige, wie er spielt: Volle Pulle! Der Wirbelwind wühlt sich mit spektakulären Dribblings, waghalsigen Drives und Aggressivität durch die Defensivreihen der NBA. Gegen den amtierenden Meister, die Los Angeles Lakers, legt er am 15. November eine persönliche Karrierebestleistung von 33 Zählern auf und gewinnt das Spiel praktisch im Alleingang. In der Partie gegen die Philadelphia 76ers am 11. Dezemer dreht er die Begegnung im dritten Viertel de facto selbst: Er macht 14 Punkte, Philadelphias komplettes Team 13. Und dass, nachdem Brooks in der ersten Hälfte fünf seiner sechs Schüsse daneben gesetzt hat. Kleiner Mann, großes Kämpferherz!
Seine Entwicklung vom Basketball-Zwerg, der am College aus privaten Gründen alles hinschmeißen wollte, zum unumstrittenen Starter bei den Houston Rockets ist beeindruckend. Den Durchbruch hat er schon jetzt geschafft. Doch das ist noch nicht das Ende seiner Entwicklung. Schließlich kann er, wie angedeutet, All-Star werden und außerdem die Auszeichnung als „Most Improved Player“ abgreifen. Erstens, weil Brooks im Schnitt satte 17,2 Punkte und 5,3 Assists pro Partie markiert. Das sind sechs Zähler bzw. 2,3 Korbvorlagen mehr als in der Vorsaison. Im Dezember sind es derzeit sogar knapp 20 Punkte. Zweitens, weil er ein Eckpfeiler der Rockets geworden ist. Er startet immer, steht unter allen rockets am zweitlängsten auf dem Parkett und führt auf dem Feld Regie. Zudem entscheidet er Spiele. Und er ist der Hauptgrund, warum die Raketen trotz ihrer verletzten Superstars Tracy McGrady – der beim gestrigen Sieg über die Detroit Pistons in seinem Saisondebüt acht Minuten auf dem Feld stand – und Yao Ming auf Playoff-Kurs fliegen.
„Aaron hat dieses Team übernommen“, stärkt Teamkollege Shane Battier dem jungen Mann aus Seattle den Rücken. „Er ist unser Anführer und ich glaube an ihn.“ Rosige Aussichten für wenig grüne Scheine. Noch bis mindestens 2011 bezahlen die Rockets Brooks noch nach Rookie-Maßstäben, nächste Saison bekommt er ein wenig mehr als zwei Millionen Dollar. Houston hat also nicht nur Pech!
Mehr Glück gebrauchen könnte Channing Frye (Foto). Vor allem beim Werfen. Nach seinem Sahnstart in der alten Heimat Arizona hat Frye fallende Quoten aus dem Feld und von „Downtown“ zu beklagen. Während der drei Partein Anfang Dezember gegen die Los Angeles Lakers, Dallas Mavericks und Orlando Magic versagt sogar zum ersten Mal in dieser Saison seine Spezialität, der Drei-Punkte-Wurf (2/14 3FG). Die kleine Krise knabbert sogar schon an Fryes Minuten pro Partie – dem Starter droht die Bank.
„Ich werde weiter an mir arbeiten, denn ich will meine Chance hier weiter nutzen“, gibt sich der 26-Jährige kämpferisch. „Die Suns wissen, was ich kann, und das werde ich in diesem tollen, heimischen Umfeld zeigen.“ Frye passt perfekt in das Uptempo-System, weil er als beweglicher Big Man von außen schießen, Fastbreaks mitlaufen und Help-Defense spielen kann. Dass er dauerhaft von Jared Dudley oder Robin Lopez aus der Starting Five verdrängt wird, ist äußerst unwahrscheinlich: Die Diskussion um seine Starts wird sich erledigt haben, sobald sein Wurfkrise vorbei ist.
Stichwort Bank: Sie ist seit Dezember das hölzerne Heim von J.J. Redick und Hakim Warrick (Foto). Während beide im November jeweils sechs Spiele starten durften, erleben sie den Tip-Off mittlerweile wieder nur noch im Trainingsanzug. Das hilft zwar beiden bei ihren Wurfquoten, dem Durchbruch dient die Degradierung aber sicher nicht. Reddick muss sich in Orlando auf dem Flügel hinter Vince Carter, Mickael Pietrus und Neuzugang Ryan Anderson einreihen. Warrick wird in Milwaukee zunehmend von Ersan Ilyasova verdrängt, der sich kontinuierlich steigert. Bitter für die beiden besten Verdiener der fünf Durchbruchskandidaten, zumal sie im Sommer Free Agent werden. Redick „restricted“, Warrick ohne Einschränkung und beide mit dem Bankspieler-Label, das ihnen derzeit zurecht anhaftet.
So ging es einst auch Dahntay Jones (Foto), bevor er letzte Saison die Spielzeit seines Lebens absolviert hatte und im Zuge seines Vertragsjahrs ordentlich entlohnt wurde: vier Jahre und elf Millionen von den Indiana Pacers. Zu viel für einen athletischen Starstopper ohne zuverlässigen Sprungwurf? Der 28-Jährige will das Gegenteil beweisen, hat dabei aber Probleme. Denn im Dezember zimmert er nur noch zehn Zähler im Schnitt zusammen, seine Beförderung zum Starter wurde zwischenzeitlich aufgehoben. Jetzt, wo Pacers-Star Danny Granger verletzt ist, muss der erfahrene Flügelspieler eigentlich eine Schippe drauflegen. Der Mann mit der Trikotnummer eins wird viel spielen und muss endlich konstant Leistung bringen, statt regelmäßig mit „Off-Nights“ zu enttäuschen.
Noch haben alle fünf die Chance, selbstständig aus dem Dezember-Loch zu klettern und die positive Prognose vom Saisonstart zu rechtfertigen. Klar kann nicht jeder einen Höhenflug hinlegen wie Aaron Brooks. Aber etwas mehr Konstanz sollte ein jeder definitiv an den Tag legen, um in der nächsten Folge von „Spieler vor dem Durchbruch“ im Januar nicht als Flop verurteilt zu werden.






von xax 16.12.09 um 15:46:17
!Seine (Brooks) Entwicklung vom Basketball-Zwerg, der am College aus privaten Gründen alles hinschmeißen wollte, zum unumstrittenen Starter bei den Houston Rockets ist beeindruckend."
Was war denn bei ihm los?bitte um aufklärung.
von Oxymoron 16.12.09 um 17:17:07
Aaron Brooks hatte damals ein eher enttäuschendes Junior-Jahr gespielt, seine Werte im Vergleich als Sophomore waren rückläufig. Er wurde des Öfteren als zu klein abgestempelt. Von daher machte er sich über seine weitere Laufbahn Gedanken.
Zudem erwartete seine Freundin ein Kind - Brooks war damals 21 Jahre jung. So hatte er sich überlegt, die University of Oregon zu verlassen und an ein kleineres College in die Nähe von Seattle zu wechseln, um für Freundin und Kind da zu sein.
Aber es kam anders und seine Freundin zog zu ihm nach Eugene, er blieb bei den Ducks und der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte.
von xax 16.12.09 um 20:38:18
@ Oxymoron
ahh, danke schön. wieder ein stück schlauer.
ich finde es interessant die geschichte hinter dem spieler zu kennen. MEINER Meinung nach erkennt man aus der Lebensgeschichte oftmals, warum ein Spieler diesen "Biß" bzw. Killerinstikt hat oder eben nicht hat.
Was mich aber noch mehr interessieren würde sind geschichten von "gescheiterten" Nba- Spielern, z.B S, Randolph
[crossover-online.de]
Was machen die nachdem sie entlassen wurden, bekommen die Hilfen vom Team und/oder NBA?Dürfen sie weiterhin mittrainieren oder sich zumindest bei den Clubs fithalten, so in diese Richtung. nur mal als vorschlag
von nicoquanz 18.12.09 um 16:48:07
brooks spielt für mich nicht auf all star niveau derh at auch schon öfters off nights gehabt bemerke ich da er in meinem manager team ist......... manchmal macht er 28 punkte 10 assists bei 2 turnovern und über 50% feldwurfquote aber leider sind nächste nicht unüblich wo er 15 punkte macht bei 6 von 22 aus dem feld und dazu noch garniert mit 6 turnovern und diese nächte sind nicht gerade ausnahmen kam schon paar mal vor also all star ist der kerl noch lange nicht under wird esauch nie werden da er zu klein und untalentiert ist