Rookie Watch
Pietrus' Entdeckung
Dieses Mal geht es insbesondere um den französischen Rookie der Dallas Mavericks, Rodrigue Beaubois. Mit vierzig Punkten gegen die Warrios machte er auf sich aufmerksam. Natürlich werden auch die anderen Rookieleistungen des Monats März beleuchtet.
Von Florian Lindemann |
04.04.2010 | |
Der 1. April war für Rodrigue Beaubois ein ganz besonderer NBA-Spieltag. Mit seinen Dallas Mavericks traf er auf die Orlando Magic und damit auch auf seinen Entdecker Mickael Pietrus. Beide Spieler stammen von Guadeloupe, einer französischen Inselgruppe der Kleinen Antillen. Pietrus wies seinen Zögling allerdings klar mit 24 Punkten gegenüber zwei Zählern in die Schranken. Dennoch kann Pietrus stolz auf seine Entdeckung sein: Mit 40 Punkten gegen die Golden State Warriors Ende März unterstrich Beaubois eindrucksvoll sein Potential. So fiel auch die Begrüßung der beiden französischen Nationalspieler vor der Partie der Mavs und Magic besonders herzlich aus.
Die gebürtigen Franzosen verbindet eine langjährige Beziehung. Pietrus entdeckte den damals noch völlig unbekannten Jugendspieler Beaubois während eines seiner offenen Basketballcamps auf Guadeloupe. Im Anschluss begann Beaubois Profikarriere bei Cholet Basket in der zweiten französischen Liga. Seine herausragende Athletik ließ schnell amerikanische Scouts aufmerksam werden. Bereits im Jahr 2008 hatte er sich als Early Entry für den NBA-Draft angemeldet, testete allerdings nur seinen Marktwert und zog seine Anmeldung vorzeitig zurück. Erst im NBA-Draft 2009 wurde er von den Oklahoma City Thunder an 25. Stelle gezogen. Diese tradeten ihn direkt für B.J. Mullens zu den Dallas Mavericks.
Bislang gleicht die Saison des 22-jährigen Franzosen einer Achterbahnfahrt. Seine Spielzeit variiert von null Minuten bis zu 35 Minuten Einsatzzeit. Dies ist sicherlich seiner mangelnden Erfahrung geschuldet. Zu Beginn des Monats März punktete Beaubois beispielsweise in sieben Spielen in Folge zweistellig. Gegen die Chicago Bulls und Sacramento Kings erzielte er sogar 24 bzw. 22 Zähler. Doch dieser guten Serie folgte wieder Ernüchterung: Nach der Blowout-Niederlage gegen die New York Knicks (94:128) fiel seine Spielzeit rapide ab. Waren es in den ersten sieben Spielen des März noch über 25 Minuten im Schnitt, sank in den anschließenden Partien seine Feldpräsenz auf sechs Minuten und folglich auch sein Punkteschnitt.
Erst gegen die Golden State Warriors spielte sich Beaubois aus seinem kleinen Formtief wieder heraus. Mit 40 Punkten und neun von elf verwandelten Drei-Punkte-Würfe stellte Beaubois neue Karrierebestleistungen auf. Auch sein Mitspieler Dirk Nowitzki war anschließend voll des Lobes: Wir sehen es immer im Training. Er ist ein sehr explosiver Scorer. Auch wenn die Defensive der Warriors sicherlich nicht zu den besten der Liga gehört, war diese Leistungsexplosion beeindruckend. Ich habe mich gut gefühlt, sagte Beaubois selbst. Ich hatte das Gefühl, nicht daneben werfen zu können, deshalb habe ich einfach weiter geworfen.
Der März stellt bisher statistisch den besten Monat des 22-Jährigen dar. Im Schnitt legte er in diesem Zeitraum 13,4 Punkte, 2,1 Rebounds und 1,7 Assists in 18,6 Minuten auf. Über die gesamte Saison sind es lediglich 7,2 Zähler in 12,8 Minuten Einsatzzeit. Head Coach Rick Carlisle lässt je nach Gegner Beaubois oder J.J. Barea als Backup für Jason Kidd auflaufen, auch deshalb fluktuieren die Einsatzzeiten des Rookies.Das Management der Dallas Mavericks scheint im Draft aber alles richtig gemacht zu haben. Beaubois ist ein Spieler mit großem Potential, das er bereits als Rookie mehrfach angedeutet hat. Immerhin stand unter anderem mit Sam Young ein erfahrener College-Spieler zur Alternative, der sofort als solider und konstanter Backup zur Verfügung gestanden hätte. Beaubois Talent lässt allerdings sogar darauf hoffen, einen angehenden Nachfolger für Jason Kidd gefunden zu haben, der zwar in seiner Spielanlage völlig anders ist, aber dennoch das Potential hat, mittel- bis kurzfristig Aufbauspieler der ersten Fünf zu werden. Bis dahin kann der junge Franzose von einem der besten Point Guards aller Zeiten lernen ein besseres Training gibt es wohl kaum.
Weitere Rookies im Überblick
Reggie Williams (Golden State Warriors): Nachdem Williams in der D-League für die Sioux Falls Skyforce 26 Punkte und 5,7 Rebounds im Schnitt aufgelegt hatte, boten ihm die verletzungsgeplagten Golden State Warriors im März einen Zehn-Tages-Vertrag an. Williams, der der beste Scorer aller Zeiten des Militärcollege in Virgina ist, schlug ein wie eine Bombe. In 27,4 Minuten Spielzeit legte er im März 14,8 Punkte, 3,9 Rebounds und 2,4 Assists auf. Folglich wurde sein Vertrag mehrfach verlängert und bis zum Saisonende ausgeweitet.
Stephen Curry (Golden State Warriors): Der ehemalige Davidson-Spieler hielt im März seine hervorragende Form aus dem Februar. Sein bestes Spiel des Monats absolvierte er gegen Toronto, als er 35 Punkte, zehn Assists und sechs Rebounds auf seinem Konto verbuchen konnte. Nach Oscar Robertson (1961) ist der 22-Jährige der erste Liganeuling, der in einem Monat mindestens drei Partien mit 30 Zähler und zehn Korbvorlagen aufweisen kann. Curry wurde zudem zum Rookie des Monats im Westen gewählt.
Marcus Thornton (New Orleans Hornets): Der wohl zweitbeste Rookie des Monats März war Marcus Thornton, der bereits im letzten Rookie Watch im Fokus stand. Mit 19,9 Punkten war er der erfolgreichste Scorer des Monats.
Darren Collison (New Orleans Hornets): Thorntons Teamkollege Darren Collison stand trotz der Rückkehr von Chris Paul die meisten Minuten aller Rookie auf dem Platz (39,3 MpG). Dies nutzte er für 16,9 Punkte und 9,1 Korbvorlagen im Monatsschnitt.
Toney Douglas (New York Knicks): Im Monat März durfte Douglas in neun von 14 Partien starten. Er zahlte es Mike DAntoni mit 12,7 Punkten, 3,1 Rebounds und 3,6 Assists zurück. Der Rookie aus Florida State hat übrigens einen Bruder, Harris Douglas, der für die Atlanta Falcons Football in der NFL spielt. Toney und Harris sind erst das sechste Bruderpaar, das parallel in der NBA und NFL aufläuft.
Brandon Jennings (Milwaukee Bucks): Jennings wurde im Monat März zum besten Spieler der Eastern Conference gewählt. Er erzielte 14,1 Punkte im Schnitt. Am 19. März stellte Jennings mit acht verwandelten Drei-Punkte-Würfe einen neuen Franchise-Rekord der Bucks für Liganeulinge auf.
Taj Gibson (Chicago Bulls): Seit Januar startete Gibson in allen Spielen für die Chicago Bulls und das mit Erfolg. Auch im März knüpfte er daran an. Mit 10,5 Punkten, 8,5 Rebounds und 1,1 Blocks unterstrich seinen Wert für das Team.
Hasheem Thabeet (Memphis Grizzlies): Der zweite Draft-Pick und ehemalige Connecticut-Center findet sich immer besser in der NBA zurecht. Im März spielte er die bisher meisten Minuten (19,2 MpG) und durfte sogar fünf Mal starten. 4,8 Punkte, 5,4 Rebounds und vor allem 1,8 Blocks pro Spiel sind eine akzeptable Ausbeute.
Bestleistungen im März
Punkte: 40 (Rodrigue Beaubois)
Rebounds: 13 (Taj Gibson, Serge Ibaka, Jonas Jerebko)
Assists: 20 (Darren Collison)
Steals: 7 (Jrue Holiday)
Blocks: 5 (Taj Gibson)
Dreier: 9 (Rodrigue Beaubois)
All-Rookie Teams (März)
First Team
G - Marcus Thornton (New Orleans Hornets)
G - Stephen Curry (Golden State Warriors)
F - Reggie Williams (Golden State Warriors)
F - Terrence Williams (New Jersey Nets)
C - Taj Gibson (Chicago Bulls)
Second Team
G - Darren Collison (New Orleans Hornets)
G - Tyreke Evans (Sacramento Kings)
G - Rodrigue Beaubois (Dallas Mavericks)
F - Jonas Jerebko (Detroit Pistons)
C - Serge Ibaka (Oklahoma City Thunder)






von Suck My Diktiergerät 06.04.10 um 16:42:15
guter artikel, aber denke, terrence williams hätte nen eigenen abschnitt verdient. spielt nen hammer märz. und hups, gehts bergauf mit den nets.