Rookie Watch
Erfahrene Neulinge
Die wenigsten Rookies haben viel NBA-Erfahrung vorzuweisen, das liegt auf der Hand. Dennoch können einige Ligafrischlinge auf mehr Spielerfahrung zurückgreifen. So spielten die Rookies der New Orleans Hornets, Darren Collison und Marcus Thornton, volle vier Jahre am College. Dass dies durchaus vorteilhaft sein kann, stellen sie aktuell unter Beweis.
Von Florian Lindemann |
07.03.2010 | |
Die Saison der New Orleans Hornets darf durchaus als dürftig bezeichnet werden. Mit 31 Siegen und 32 Niederlagen weist die Franchise aus dem Süden der USA zwar beinahe eine ausgeglichene Bilanz auf, doch sind sie derzeit sechs Siege vom letzten Playoff-Platz in der Western Conference entfernt. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass Chris Paul, unumstrittener Franchise-Player der Franchise, bis dato nur 38 Partien absolvieren konnte.
Während seiner diversen Verletzungspausen (aktuell wird Paul mit einer Knieverletzung wohl noch bis Ende des Monats pausieren müssen) nutzten aber zwei Rookie-Guards die Chance, sich ins Scheinwerferlicht zu spielen. Darren Collison (Foto) und Marcus Thornton erzielten zusammen im Monat Februar 40,4 Punkte im Schnitt. Collison glänzte zudem noch mit 8,3 Assists pro Spiel. Als erst zweiter Rookie in dieser Saison (nach Stephen Curry) legte er am 19. Februar gegen die Indiana Pacers ein Triple-Double auf (18 Punkte, 13 Rebounds und zwölf Assists). Mit 35 Punkten und 13 Assists stellte der Aufbauspieler der New Orleans Hornets im Februar zudem neue persönliche Karrierebestleistungen auf. Folglich wurde er zu Recht zum Rookie des Monats Februar im Westen gewählt.
Sowohl Collison (UCLA) als auch Thornton (LSU) spielten volle vier Jahre am College. Eine Tatsache, die heutzutage immer seltener vorkommt: Bei einem frühzeitiges Anmelden beim Draft winkt nunmal auch das schnelle Geld. Collison und Thornton tat es derweil gut die maximale Collegezeit auszuschöpfen.
In seinem ersten Jahr in UCLA spielte der nur 1,80 Meter große Collison noch hinter dem jetzigen Lakers-Spieler Jordan Farmar. Doch bereits in seinem zweiten Jahr, nach dem Abgang Farmars, übernahm er die Rolle des ersten Point Guards. Neben seiner geringen Größe stand ihm vor allem sein mittelmäßiger Distanzwurf im Weg. Jedoch waren und sind seine Schnelligkeit und sein Passspiel überragend. In seinem letzten Jahr am College musste sich Collison die Spielzeit mit Freshman Jrue Holiday (Philadelphia 76ers) teilen. Nachdem UCLA in den Jahren 2008 und 2007 jeweils erst im Final Four scheiterte, gelang es dem Team 2009 nicht, über die zweite Runde hinauszukommen - eine bittere Enttäuschung. Und auch Collison enttäuschte: Der Senior der Bruins verlor vor allem sehr oft den Ball (vier Mal im Schnitt). Durch diese Leistung war sogar seine Draft-Position in der ersten Runde gefährdet.
Die New Orleans Hornets drafteten ihn dennoch bereits an 21. Stelle, als Backup für Chris Paul. Doch Collison musste schnell mehr Verantwortung übernehmen. Mitte November verletzte sich Superstar Chris Paul und der Rookie rutschte in die Startformation. Dies wiederholte sich Ende Januar, als Paul erneut verletzt aussetzen musste. Mittlerweile startete der 22-Jährige bereits in 24 Spielen. Seine Statistiken beweisen, dass es sich lohnen kann, volle vier Jahre die College-Ausbildung zu genießen.
Dies unterstreicht auch Marcus Thornton (Foto) mit seinen aktuellen Leistungen für die Hornissen. Zwei Jahre lang spielte er an der Louisiana State University, zuvor war er zwei Saisons für das kleine Kilgore College aufgelaufen. Marcus Thorntons Spiel verbesserte sich von Jahr zu Jahr am College. In seiner ersten Saison für LSU scorte er noch vor allem von der Drei-Punkte-Linie (90 erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe), erst als Senior verhalf ihm LSU-Coach Trent Johnson dazu, ein kompletterer Spieler zu werden. Zum guten Wurf kam ein exzellenter Zug zum Korb und bessere Verteidigung hinzu.
Im NCAA-Tournament 2009 führte er sein Team mit 30 Punkten zu einem Erstrundensieg über Butler und hielt LSU mit 25 Punkten überraschend lange gegen den späteren College-Champion North Carolina im Spiel. Trotzdem wurde Thornton im Draft 2009 erst an 43. Stelle von den Miami Heat gedraftet, die seine Rechte sofort zu den Hornissen transferierten.
Dort kristallisierte sich schnell heraus, dass ihn die Scouts unterschätzt hatten. Vor allem seit Beginn des Jahres 2010 schnellen die Statistiken des Shooting Guards in die Höhe. Während er im Januar noch 12,2 Punkte auflegte, waren es im Februar schon 18,8 Zähler und im bisherigen März sogar 24 Punkte. Wenn Thornton startet (sechs Mal bisher), erzielt er sogar 19,7 Punkte im Schnitt.
Das bisher bestes Spiel seiner Karriere absolvierte er am 24. Februar gegen die Cleveland Cavaliers. Thornton erzielte im zweiten Spielabschnitt 23 Punkte und stelle damit einen neuen Franchise-Rekord auf. Er beendete die Partie, die trotzdem verloren ging, mit 37 Zählern, wobei er 15 seiner 22 Würfe traf.
Mit diesen beiden Rookies in ihren Reihen muss den New Orleans Hornets nicht bange um die Zukunft sein. Zwar haben die Beiden noch keine ganze Saison NBA hinter sich, trotzdem weisen sie mehr Erfahrung als die meisten anderen Frischlinge auf, dank vier Jahren College-Ausbildung.
Weitere Rookies im Kurzüberblick
Tyreke Evans (Sacramento Kings): Dass Evans zum Rookie des Jahres gewählt werden wird, steht eigentlich außer Frage: Mit 20,3 Punkten, 4,9 Rebounds und 5,4 Assists legt er die besten Rookie-Werte seit langem auf. Zwar musste sein junges Team in Sachen Playoffs Federn lassen, doch die Zukunft sieht rosig aus.
Stephen Curry (Foto, Golden State Warriors): Der ehemalige Guard von Davidson scheint im Monat Februar endgültig in der NBA angekommen zu sein und scheint Evans Konkurrenz machen zu wollen. Mit 21,5 Punkten pro Spiel im Februar unterstrich Curry seine Scoring-Qualitäten. Sein bisher bestes Karrierespiel absolvierte er gegen die Los Angeles Clippers. Am Ende stand neben dem Sieg seiner Warriors auch ein Tripble-Double (36 Punkte, zehn Rebounds und 13 Assists) zu Buche.
Jonas Jerebko (Detroit Pistons): Der schwedische Forward wurde zum Rookie des Monats Februar gekürt. Kein anderer Liganeuling im Osten traf im Februar besser aus dem Feld als Jerebko (56,4% FG), der für die Detroit Pistons im Schnitt 10,2 Zähler und 6,0 Rebounds markierte.
Serge Ibaka (Oklahoma City Thunder): Der Power Forward der Thunder kommt immer besser in Fahrt. In lediglich 16,7 Minuten pro Spiel legt er 5,6 Punkte, fünf Rebounds und 1,1 Blocks pro Spiel auf.
Bestleistungen im Februar
Punkte: 36 (Stephen Curry)
Assists: 14 (Darren Collison)
Rebounds: 16 (Taj Gibson)
Steals: 4 (Darren Collison und Brandon Jennings)
Blocks: 4 (Hasheem Thabeet, Serge Ibaka, Taj Gibson)
Dreier: 7 (Stephen Curry)
All-Rookie Teams (Februar)
First Team
G - Daren Collison (New Orleans Hornets)
G - Stephen Curry (Golden State Warriors)
F - Taj Gibson (Chicago Bulls)
F - Jonas Jerebko (Detroit Pistons)
C - Serge Ibaka (Oklahoma City Thunder)
Second Team
G - Tyreke Evans (Sacramento Kings)
G - Marcus Thornton (New Orleans Hornets)
F - Chase Budinger (Houston Rockets)
F - Omri Casspi (Sacramento Kings)
C - DeJuan Blair (San Antonio Spurs)






von TheMainIngredigent 07.03.10 um 18:57:00
gute zusammenfassung. sehr interessant.
(das collison und thornton vier jahre am College waren wird glaube ich zwei mal wiederholt. zumindest das letzte mal war überflüssig)
von GoB13 07.03.10 um 20:51:05
ich glaub da habe ich was ncícht mitbekommen. ihr schreibt das die punkte-bestleistung bei 35 okt liegt. und curry sein triple double mit 36 pkt garniert hat. nur so am rande...
von Suck My Diktiergerät 07.03.10 um 21:26:10
nochwas. ääähmm...gibts spielereinkäufe im managerspiel eigentlich nur für premiummitglieder?
warum kann man chris richards nicht ins team traden? der fehlt...muss doch nach der schlampigen erstellung meines teams endlich den letzten fehlgriff loswerden ;)
von florian.li 07.03.10 um 23:33:15
@GoB13: Mein Fehler! Ist jetzt korrigiert.
von Cabalios 09.03.10 um 23:15:02
huch, was ist mit young buck aka brandon jennings passiert?