Rookie Watch

Die Spätzünder

Während einige Liganeulinge bereits jetzt Bekanntschaft mit der allseits gefürchteten ?Rookie Wall? machen, haben drei Neulinge im Dezember den Schritt zum Vollzeit-Starter geschafft: Russell Westbrook, Eric Gordon und Roy Hibbert.

Von Björn Lehmkühler
 04.01.2009 |

Russell Westbrook (Oklahoma City Thunder)

Bereits im November waren die Statistiken des Thunder-Guards nicht zu verachten: 12,2 Punkte, 4,1 Assists, 3,3 Rebounds und 1,9 Steals legte er in 17 Partien durchschnittlich auf. Lediglich seine schwachen Wurfquoten von 34,5 Prozent aus dem Feld und 24,0 Prozent von jenseits der Dreierlinie sowie die Tatsache, dass er beim Tabellenletzten nur von der Bank kam, verhinderten, dass Westbrook bereits zu diesem Zeitpunkt eine größere mediale Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Pünktlich zum Monatswechsel, als die Saison der Oklahoma City Thunder ohnehin bereits gelaufen war, wurde der 1,91 Meter große Combo-Guard jedoch endlich in die Startaufstellung berufen ? und er zahlte das Vertrauen mit Spitzenleistungen zurück. 19 Punkte, neun Rebounds und fünf Assists gegen die Orlando Magic am fünften Dezember sowie 30 Zähler und sieben Korbvorlagen in der darauffolgenden Nacht bei den Miami Heat öffneten wohl auch dem letzten Fan die Augen. Es folgten weitere Top-Leistungen, etwa bei den Dallas Mavericks (19 Punkte, acht Rebounds, sechs Assists), gegen die Cleveland Cavaliers (24/6/11) oder Phoenix Suns (31/3/5).

Doch die Beförderung zum Starter hat Westbrook nicht nur mit Punkten (15,3), Rebounds (5,1) und Assists (5,0) zurückgezahlt; auch seine Wurfquoten (46,2% FG und 40,0% 3FG) im letzten Monat des Jahres waren aller Ehren wert. Dass der ehemalige UCLA Bruin beim All-Star Game der Rookies auflaufen wird, scheint angesichts dieser Zahlen relativ sicher. Die Krönung einer bisher mehr als ordentlichen ersten NBA-Saison wäre jedoch ein Platz im Teilnehmerfeld des Slam-Dunk-Wettbewerbs, um den der 20-Jährige mit seinen Rookie-Kollegen Rudy Fernandez (Portland Trail Blazers) und Joe Alexander (Milwaukee Bucks) konkurriert.

Eric Gordon (Los Angeles Clippers)

Sowohl zu Highschool-Zeiten als auch während seiner einzigen College-Saison im Dress der Indiana Hoosiers waren sich die Scouts stets einig: Eric Gordon, dieses 1,91 Meter große und 100 Kilogramm schwere Kraftpaket, ist einer der begnadetsten Scorer seines Jahrgangs. Davon war in den ersten Wochen seiner NBA-Karriere jedoch herzlich wenig zu sehen. Nach 13 Spielen, in denen er von der Bank kommend rund 14 Minuten auf dem Feld stand, verbuchte er lediglich 4,5 Punke pro Partie bei miesen 32,6 Prozent aus dem Feld. Auch als Verteidiger, Rebounder oder Vorbereiter konnte Gordon keinerlei Akzente setzen.

Die Reaktion von Coach Mike Dunleavy: Am 24. November schickte er seinen Rookie gegen die New Orleans Hornets kurzerhand von Beginn an aufs Parkett. Dabei erlebte Gordon gleich eine Schrecksekunde, als er im ersten Viertel umknickte. Doch er spielte weiter, und am Ende standen 36 Minuten und 25 Punkte auf seinem Konto. Das Experiment war also ? trotz der zwölften Niederlage im 14. Spiel ? geglückt. Gordon ist seither aus der Clippers-Startformation nicht mehr wegzudenken. 14,6 Punkte pro Spiel bei rund 47 Prozent aus dem Feld, 37 Prozent von ?Downtown? und 80 Prozent von der Freiwurflinie ? das ist der offensivstarke Eric Gordon, wie man ihn kennt.

Roy Hibbert (Indiana Pacers)

In den ersten Saisonwochen war es ruhig um Roy Hibbert, sehr ruhig. Als Backup-Center der Indiana Pacers stand er mal 15 bis 20 Minuten auf dem Parkett, dann wieder nur in der ?Garbage Time? ? wenn überhaupt. Mit einer Bestleistung von elf Punkten in den ersten anderthalb Monaten seiner NBA-Karriere konnte Hibbert jedoch nicht für großes Aufsehen sorgen ? und das mit stattlichen 2,18 Meter und 125 Kilogramm. Da kümmerten sich die Medien eher um die vermeintlichen Supertalente auf seiner Position, die Odens und Lopez? der Liga.

Am 13. Dezember, nach 19 Einsätzen als Reservist, durfte Hibbert dann erstmals von Beginn an aufs Parkett und legte mit acht Punkten (4/7 FG) in 18 Minuten eine ordentliche Leistung hin. Ordentlich genug jedenfalls, um weiterhin das Vertrauen geschenkt zu bekommen. Und so kam es sechs Tage später gegen die Clippers zum Durchbruch, als Hibbert 16 Punkte, acht Rebounds und fünf Blocks verbuchen konnte. Nur wenig später schenkte er den Grizzlies 15 Punkte (7/7 FG) und den Hornets 19 Zähler ein. Mit den Top-Rookies kann Hibbert natürlich dennoch nicht mithalten ? und ansonsten hätte es wohl ohnehin niemand bemerkt.

Weitere Rookies im Kurzüberblick

Derrick Rose (Chicago Bulls): Rookie Wall? 27/7 und 21/13 am 27. bzw. 29. Dezember sprechen eine andere Sprache!

O.J. Mayo (Memphis Grizzlies): Zwar ging Mayos Scoring im Vergleich zum November um mehr als fünf Punkte zurück. Doch siehe da: Seine Assistzahlen stiegen von 2,3 auf 3,9. Ein Trend?

Mario Chalmers (Miami Heat): Punkte, Assists, Steals und Top-Quoten ? der Heat-Regisseur bringt seinem Team das volle Paket. Wer sagt da noch, Miami habe ein Point-Guard-Problem?

Rudy Fernandez (Portland Trail Blazers):
Auch im Dezember mimte der Spanier erfolgreich die gefährliche Allzweckwaffe von der Blazers-Bank. Ganz nebenbei legte er genug Flugeinlagen ein, um als Kandidat für den Slam-Dunk-Contest in Frage zu kommen.

Kevin Love (Foto, Minnesota Timberwolves): Der Love-Mayo-Trade erscheint angesichts von Loves 6,6 Punkten pro Partie im Dezember nicht gerade wie ein Geniestreich Kevin McHales, doch mit durchschnittlich 9,1 Rebounds in 22,3 Minuten war Love in diesem Monat der effektivste Rebounder der Liga.

Marreese Speights (Philadelphia 76ers): Legt man John Hollingers Effektivitätswert PER zugrunde, ist der Power Forward die unangefochtene Nummer eins unter allen Rookies. Seine 50,5 Prozent aus dem Feld und 86,2 Prozent von der Linie im Monat Dezember sprechen für sich.

Michael Beasley (Miami Heat): Seit der Degradierung zum Bankspieler läuft es für Beasley nicht mehr so rund wie zuvor, zumal er nun nur noch 20 statt 30 Minuten auf dem Parkett steht. Seine Leistungen im Dezember waren mittelmäßig. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich seine Saison entwickelt.

Brook Lopez (Foto, New Jersey Nets): Kein Rookie legte vergangenen Monat solch starke Defensivstatistiken auf wie Brook Lopez (8,8 Rebounds und 2,3 Blocks pro Spiel). Dass er nebenbei der drittbeste Scorer der Nets ist, unterstreicht Lopez? herausragenden Leistungen.

Greg Oden (Portland Trail Blazers): Massig Rebounds, vorbildlicher Einsatz und krachende Dunks bringt Oden schon jetzt ? doch technische Defizite und Foulprobleme machen ihm zu schaffen. So muss es wohl weiterhin heißen: Geduld bewahren.

Bestleistungen (Dezember):

Punkte: 31 (Russell Westbrook)
Rebounds: 15 (Greg Oden, Kevin Love)
Assists: 13 (Derrick Rose)
Steals: 5 (Russell Westbrook)
Blocks: 5 (Brook Lopez)

All-Rookie-Teams (Dezember):


First Team
G ? Derrick Rose
G ? Russell Westbrook
F ? Rudy Fernandez
F ? Kevin Love
C ? Brook Lopez

Second Team
G ? O.J. Mayo
G ? Mario Chalmers
F ? Luc Mbah a Moute
F ? Marreese Speights
C ? Marc Gasol 




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Kommentare

(15 Kommentare bisher)

von nicoquanz 04.01.09 um 16:58:23


mayo ist stärker als derrick rose ich hoffe er gewinnt den rookie award auch wen nsein team die schelchtere billianz hat was aber auch mit stärkeren gegnern der western conference zu tun hat und man darf nicht vergessen die grizzlies hatten die spurs und die lakers am rande einer niederlage



von *Oscar* 04.01.09 um 20:09:16


Ich weiß noch wo Mayo kritisiert worden ist. Irgendwer hat gesagt er soll sich drauf konzentrieren ein besserer Bruce Bowen zu werden und nicht der nächste LeBron. Einfach lächerlich. der Junge ist ein Supertalent.



von justuskoch 04.01.09 um 20:38:25


moment mal westbrook>mayo??
niemals!



von Jrich23 04.01.09 um 20:59:44


westbrook!!!!!



von B-Jay 04.01.09 um 22:39:51


@justuskoch: Die All-Rookie-Teams beziehen sich nur auf den Monat Dezember und in diesem Zeitraum würde ich sagen: Ja!



von schlomo23 04.01.09 um 23:12:07


Speights, Mbah a Moute und Love > Beasley? Das halte ich selbst nur für den Dezember für übertrieben...



von B-Jay 04.01.09 um 23:52:41


Zunächst einmal: Womit hätte Beasley es verdient? Okay, er legt Punkte auf, aber seine Quoten war in diesem Monat mittelmäßig, ebenso wie seine Defense. Zudem stehen 6 Assists stolze 24 Turnover gegenüber. Das alles spricht gegen Beasley, der viel mehr drauf hat.

Anders herum argumenitert, hat ein Kevin Love zwar offensiv wenig gebracht, aber seine Reboundszahlen waren der Wahnsinn - er musste rein! Speights war offensiv wesentlich effektiver als Beasley (Wurfquoten, TO's) und bei Mbah a Moute war es knapp, aber er hat in der zweiten Monatshälfte einige gute Spiele gemacht und verteidigt besser als Beasley.



von Suck My Diktiergerät 05.01.09 um 10:48:41


hmpf...und ich vermisse immer noch eine randnotiz zu ryan anderson ;) hieß es nicht, du wolltest ihn nächstes mal ein klein wenig näher beleuchten?! ;)

ansonsten: wenn westbrook weiterhin solche zahlen liefert is auch er ein kanditat für rookie of the year.
kommt erst spät in fahrt (wie brandon roy damals) und spielt bei nem verdammten looser team (wie durant letztes jahr)...die chancen stehen gar nicht so schlecht, wenn denn die medien auch nen blick mehr auf ihn werfen würden.

und lopez *g* top pick der nets!! zurecht vor gasol und oden. finde der spielt verdammt konstant, reifer als er sein sollte und dazu ne macht unterm eigenen korb!



von BBallspieler 05.01.09 um 12:56:08


alles klar viel liebe für westbrook, aber mayo bringt trotzallem immer noch ein besseres paket. erklärt mir mal einer warum mayo nicht im first team ist????



von Tiburon 05.01.09 um 17:50:24


Mayo ist einfach kein sympathieträger... kommt als totaler egozocker rüber schlimmer als Kobe in seinen besten EGOzeiten und deshalb... scheißt man hier auf die STATS!!!



von *Oscar* 05.01.09 um 19:51:27


Ich find Mayo sympathisch. Wen at der denn noch außer Gay als Leistungsträger neben sich. Gasol vieleicht aber wen noch?



von Suck My Diktiergerät 05.01.09 um 23:00:18


mensch, also ich halte mayo für großartig. und wenn er weiterhin ne gute einstellung an den tag legt wird er vielleicht (oder gar bestimmt) bald in der liga spielen, in der wade und bryant gerade sind.
jedoch wurde hier nur der dezember betrachtet...und da kann man sagen, dass westbrooks leistung schon beeindruckender war, allein schon weil er neben dem ballverschlingenden durant spielt.



von ause 05.01.09 um 23:08:05


Kenne die stats für den Monat nicht so genau aber was ist denn mit D.J. Augustine??? Also will nicht sagen, dass er besser ist als Rose, Mayo oder Westbrook aber vielleicht doch als Chalmers. Man sollte berücksichtigen, dass er weder die Minuten von Chalmers spielt noch den Status im Team hat weil in Miami nach Wade nicht viel kommt. Bei Charlotte gibt es da ja noch ein paar mehr Optionen... Nur mal so ein Gedanke



von DanMan 05.01.09 um 23:43:06


Also so sehr ich auch auf O.J.Mayo stehe...wenn sich die Teams wirklich auf den Dezeber beziehen, hat Westbrook es wirklich mehr verdient als der Guard der Grizzlies! Ich denke die teams gehen schon so in Ordung, nur mit der Entscheidung Lopez vor Gasol zu setzen...mmmhhhh! Ich mein klar, hat Lopez nen richtig guten Monat gespielt und Gasol hat weniger Spielzeit gesehen...O.K.! Kann ich doch nachvollziehen! ;-) Und ehrlich gesagt, bin ich von Michael Beasley ein wenig enttäuscht! der Typ hat so viel Potenzial. Und er hat "nur" einen Udonis Haslem vor sich...also ich hätte gedacht er kommt besser zurecht in der harten NBA-Welt!



von ause 06.01.09 um 00:06:19


Zwar ein wenig Off-Topic aber bin grad auf ne ganze nette Seite gestoßen [nba.com] . Der Junge hat auch echt was aufm Kasten!!



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