Rollenspieler

Statisten im Kampf

In der NBA hat der heiße Kampf um die Playoff-Plätze endgültig begonnen. Jetzt müssen nicht nur die Franchise-Spieler, sondern gerade auch die wichtigen Rollenspieler ihrem Team helfen, die bestmögliche Ausgangsposition zu erreichen. Hier sechs Rollenspieler, die im Kampf um die wichtigen Plätze in der Postseason noch einen wichtigen Einfluss haben könnten.

Von Johannes Hübner
 28.03.2010 |

Point Guard: Luke Ridnour (Milwaukee Bucks)

Im Laufe des Jahres, und auch mit Blick auf die Playoffs, ist Luke Ridnour für die Milwaukee Bucks immer wichtiger geworden. Der Grund ist einfach: Brandon Jennings lässt nach seinem fabelhaften Start langsam aber sich immer mehr Federn. Der Liganeuling demonstriert, dass es die „Rookie Wall“ scheinbar wirklich gibt. Noch im November legte der Aufbauspieler 22,1 Punkte pro Partie auf, seitdem sind es nur noch circa 13 Zähler pro Abend. Jennings eroberte zu Beginn der Saison die Liga im Sturm. Nach seinen 55 Punkten gegen die Golden State Warriors sahen viele in ihm schon den nächsten Superstar. Doch ebenso schnell wie der Ruhm kam, rannte Jennings auch auf die „Rookie Wall“ zu. Gut, dass sich die Verantwortlichen in Milwaukee voll auf den Back-up verlassen können. Ridnour gab sich ohne Murren in das zweite Glied und liefert schon über die gesamte Spielzeit solide Leistungen.

Kurz vor Beginn der Endrunde muss der Point Guard Brandon Jennings immer öfter die eine oder andere Verschnaufpause geben und leistet dabei seinen Beitrag für den guten Lauf der Bucks. Neun der letzten zwölf Partien gewann das Team von Head Coach Scott Skiles. Anfang März musste Ridnour aufgrund einer Blessur für zwei Spiele kürzer treten, doch sonst ist der Aufbauspieler momentan immer für eine zweistellige Punkteausbeute und einige Assists gut. Beim 98:95-Sieg am 25. März gegen die Atlanta Hawks zeigt Ridnour mit 18 Punkten und acht Korborlagen seine Klasse. Zudem finden alle seiner drei Drei-Punkte-Versuche Nylon. Allgemein trifft der Regisseur in dieser Saison mit 38,9 Prozent hochprozentig aus der Distanz. Die Bucks stehen gerade auf Platz fünf im Osten und sollten auch durch den guten Ersatz auf der Eins diesen Platz verteidigen.

Shooting Guard: C.J. Miles (Utah Jazz)

Den vierten Platz in der Western Conference belegen momentan die Utah Jazz. Die Mannschaft vom Salzsee liegt aber nur knapp hinter den davor platzierten Denver Nuggets und Dallas Mavericks. Hauptgründe für die gute Platzierung sind sicherlich Carlos Boozer und Deron Williams. Die beiden Führungsspieler, die das Pick and Roll beherrschen wie kaum ein zweites Duo in der NBA, bekommt aber auch Unterstützung von den Rollenspielern der Jazz. C.J. Miles, der mittlerweile des Öfteren in der Starting Five steht, ist ein wichtiger Baustein in der Philosophie von Head Coach Jerry Sloan.

Die ersten Saisonmonate agierte Miles hingegen noch viel zu unkonstant. Mal traf er fast jeden Wurf, aber am nächsten Abend bekam der Flügelspieler keinen Fuß auf das Parkett. Doch je länger die Saison dauert, desto konstanter scheint C.J. zu werden. Im März zeigt sich Miles immer mehr von seiner guten und auch konstanten Seite. Anfang des Monats schenkt er den Chicago Bulls starke 26 Punkte ein. Das Ganze in nur 19 Minuten Spielzeit. Von seinen zwölf Wurfversuchen trifft der 23-Jährige überragende neun. Die Jazz gewinnen deutlich mit 132:108. Auch beim wichtigen Heimsieg gegen die Boston Celtics am 22. März ist es wieder Miles, der den Stars mit seinem Scoring unter die Arme greift. 23 Zähler bei einer Quote von 50 Prozent aus dem Feld sichern einen 110:97-Heimerfolg. Im engen Rennen im Westen entscheidet jeder Sieg über die Platzierung und auch über das mögliche Heimrecht in den ersten beiden Runden der Playoffs. Die Punkte von C.J. Miles können den Jazz da nur helfen.

Small Forward: Matt Barnes (Orlando Magic)

Gute Rollenspieler sind auch bei den Orlando Magic zuhause. Diesen Monat hat sich in Florida vor allem Matt Barnes in den Vordergrund gespielt. Der Small Forward liefert während des Laufes des Magic gute Leistungen ab. Endlich zeigt sich auch die Treffsicherheit aus der Distanz, die den Flügelspieler so gefährlich machen kann. Der Distanzwurf gepaart mit seiner guten Verteidigung machen Barnes quasi zu dem perfekten Rollenspieler. Der 30-Jährige schlüpft immer mehr in die Rollen hinein, die beispielsweise Bruce Bowen lange bei den San Antonio Spurs ausgefüllt hatte: in der Verteidigung den besten Flügelspieler des Gegners decken und vorne das Doppeln gegen den dominanten Big Man mit den Drei-Punkte-Würfen bestrafen. Im März trifft der Swingman sogar über 50 Prozent seiner Versuche von „Downtown“. Durch diese Treffsicherheit konnte Barnes in diesem Monat bereits zehn Mal zweistellig punkten.

Beim Heimspiel gegen die Los Angeles Lakers, welches die Magic knapp mit 96:94 gewinnen, ist es Barnes, der sich ein Privatduell mit Kobe Bryant liefert und nicht zurückschreckt, den vielleicht besten Spieler der Welt zu provozieren. Gleich mehrere Mal geraten die beiden aneinander. Am Ende hat der Magic-Flügel zehn Punkte und sechs Rebounds erzielt, doch sein wahrer Verdienst war die gute Verteidigung gegen Kobe. Auch wenn Bryant 34 Zähler markiert, so wirft der Star der Lakers 18 seiner 30 Wurfversuche daneben. Auch beim 109:93-Erfolg von Orlando gegen die Philadelphia 76ers ist Barnes ein Garant für den Sieg. Jeder seiner vier Drei-Punkte-Würfe finden den Korb. Am Ende erzielt der Small Forward 14 Zähler, sowie vier Rebounds. Vor allem die Verteidigung von Barnes wird in den kommenden Playoff-Partien noch von wichtiger Bedeutung sein. Zusammen mit Mickael Pietrus wird sich der 30-Jährige einem LeBron James, oder in den Finals vielleicht auch wieder einen Kobe Bryant, zur Brust nehmen.

Power Forward: J.J. Hickson (Cleveland Cavaliers)

Das Elite-Team der NBA sind momentan die Cleveland Cavaliers. Beim Ligaprimus steht ganz offensichtlich vor allem LeBron James im Mittelpunkt. Viele übersehen im großen Schatten des Königs aber die Entwicklung eines Dieners. J.J. Hickson spielt für die Cavaliers eine starke Saison auf der Position des Power Forwards. Durchschnittlich 8,0 Punkte und 4,6 Rebounds liefert Hickson pro Spiel für die Cavs. Seine Entwicklung gefällt dem Front Office in Ohio so gut, dass sie den Forward auch an am Tag der Trading Deadline im Februar unbedingt halten wollten. In einigen Gerüchten tauchte der Name des 21-Jährigen auf, doch die Franchise aus Cleveland war nicht bereit, den Forward abzugeben. In ihm sehen die Verantwortlichen noch einiges an Potential und eine rosige Zukunft. Die positive Entwicklung von Hickson soll James auch zeigen, dass die Zukunft bei seinem jetzigen Team gut aussieht.

Auch Hickson spielt einen richtigen guten März. Zu Beginn des Monats bekommen dies die New Jersey Nets zu spüren. 20 Punkte und 13 Rebounds stehen am Ende für den 21-Jährigen im Statistikbogen zu Buche. Ebenso ist der Power Forward in den restlichen Spielen immer für ein Double-Double unter dem Korb gut. Bei der Begegnung vor ein paar Tagen gegen die New Orleans Hornets schrammt Hickson mit 20 Zählern und neun Abpraller nur denkbar knapp am Double-Double vorbei. Die Cavs werden vermutlich den ersten Platz im Osten bis zum Ende verteidigen können, auch wegen der starken Entwicklung ihres Mannes auf der Vier.

Center: Serge Ibaka (Oklahoma City Thunder)


Unter einer Minute sind in Oklahoma City am 22. März noch zu spielen. Tim Duncan will seine San Antonio Spurs in der Zone mit einem Wurf zum Sieg verhelfen. Der Ball verlässt die Hand des Veteranen. Kurze Zeit später wird der Ball mit enormer Wucht gegen das Brett geschmettert. Serge Ibaka, Rookie der Oklahoma City Thunder, kam angeflogen und verteidigte den eigenen Korb mit allem was er hat.

Für solche Aktionen lieben ihn die Fans in „OKC“. Doch auch der gigantische Block des gebürtigen Kongolesen kann am Ende die 96:99-Niederlage der Thunder nicht verhindern. Die junge Mannschaft muss gegen die erfahrenen San Antonio Spurs eben Lehrgeld bezahlen. Aber dies tut dem Team von Head Coach Scott Brooks in ihrer Entwicklung nur gut. Ibaka hat am Ende mit sechs Punkten, acht Rebounds und vier Blocks eine Leistung gezeigt. Rebounds, Blocks und unglaublicher Einsatz – das sind die Attribute, die dem Big Man Spielzeit und Anerkennung einbringen. Sein Spiel in der Offensive braucht noch ein wenig Feintuning, doch auch hier verbesserte sich der 20-Jährige stetig. Im März hat Ibaka auch schon zwei Double-Doubles aufgelegt. Gegen die Indiana Pacers erzielt er zehn Zähler und sammelt zwölf Abpraller ein; gegen die gegen die Denver Nuggets stehen am Ende 15 Punkte und 13 Rebounds hinter seinem Namen im Boxscore. Diese guten Leistungen, die Verteidigung und die vielen Rebounds brauchen die Thunder jetzt mehr denn je – kurz vor den Playoffs, wo es für das junge Team darum geht, sich eine möglichst gute Ausgangsposition zu erarbeiten.

6th Man: Rodrigue Beaubois (Dallas Mavericks)


Überraschend oft hat Rodrigue Beaubois den Dallas Mavericks in letzter Zeit den nötigen Schub von der Bank gegeben, um ein Spiel noch zu drehen und am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Deshalb ist der Franzose auch bei den Rollenspielern der 6th Man. Der Rookie vom Nowitzki-Team spielt ebenfalls einen bärenstarken März. Head Coach Rick Carlisle vertraut dem Guard immer mehr Minuten an und bekommt das Vertrauen auch zurückgezahlt. Vor dem März absolvierte Beaubois in der ganzen Saison nur vier Partien, in denen er zweistellig punkten konnte. Diesen Monat sind es bereits zum jetzigen Zeitpunkt acht Begegnungen. Nur ein Beleg für die sehr erfreuliche Entwicklung des Youngstars.

Gegen die New Jersey Nets ist es so ein Spiel, indem der Franzose das Ruder für die Mavs rumreist. Die Mavericks gehen als haushoher Favorit in die Begegnung. Doch die Nets, allen voran Rückkehrer Devin Harris, sind extrem motiviert, die damals lange Siegesserie der Mavs zu beenden. Das Team aus Texas findet überhaupt keinen Rhythmus und trifft aus dem Feld kein Scheunentor. 18 Punkte beträgt der Rückstand in der ersten Halbzeit teilweise. Als Carlisle dann Beaubois einwechselt, wechselt das Tempo des Spiels und die Mavs kommen ins Rollen. Der Franzose zieht durch seine Schnelligkeit zum Korb und bedient auch Shawn Marion im Fast Break. Am Ende hat der Rookie 16 Zähler auf der Habenseite und die Gewissheit, dass er heute einen großen Anteil am Erfolg hatte. „Er bringt von der Bank so viel Energie und ist so enorm schnell. Roddy hat sich echt zu einem wichtigen Bestandteil entwickelt“, meinte Rick Carlisle nach dem Spiel gegen die Nets über den Franzosen. Gegen die Minnesota Timberwolves ist es fast die gleiche Situation. Die Texaner kommen nicht richtig in die Gänge, ehe Beaubois eingewechselt wird und die Energie die Mannschaft auf ein neues Level hebt. Hier ein paar Highlights aus dem Spiel gegen die Timberwolves.

Beaubois' 40 Punkte (9/11 3FG) gegen die Golden State Warriors:




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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von tamarindenpulpe 28.03.10 um 14:08:58


Beaubois hat heute mal von der bank 40pts 8reb 3ast 3blk aufgelegt =-O



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