Rollenspieler

Frohes Neues

Viele nehmen sich vor dem Jahreswechsel einiges für das neue Jahr vor. So auch die folgenden sechs Rollenspieler (Louis Williams, Foto), die sich im neuen Jahr bisher sehr stark präsentiert haben und enorm wichtige Rollen für ihre Teams einnehmen. Ob von der Bank oder in der Starting Five ist dabei egal.

Von Johannes Hübner
 06.02.2011 |

Point Guard: Louis Williams (Philadelphia 76ers)

Seit Beginn seiner Amtszeit hat Doug Collins gesagt, dass er sich das Talent anschauen und dann daraus Spieler machen würde. Der 23. Head Coach der 76ers hat seinen Worten auch Taten folgen lassen. Den Start mit einer Bilanz von drei Siegen aus 16 Partien kann man als die erste Phase einordnen. Von den nächsten 32 Spielen gewannen die Sixers aber schon 19 Begegnungen. Die Spieler zeigen sich wirklich verbessert, und die 76ers stehen im schwachen Osten mitten im Kampf um einen Platz in der Postseason. Ein Grund für den Umschwung ist die starke Bank der Sixers. Mit 39,8 Punkten pro Spiel hat Philadelphia die punktestärkste Reserve der NBA, gefolgt von den San Antonio Spurs mit durchschnittlich 34,6 Zählern. „Sie geben uns genau den Push. den ich mir schon seit Anfang an vorstelle“, urteilte Collins über seine Ersatzspieler.

Vorwiegend verantwortlich für die starke zweite Welle sind Thaddeus Young und Louis Williams. Wenn Williams von der Bank kommt, gibt es immer automatisch „Instant Offense“ von der Bank. Der 24-Jährige kommt vor allem als (scorender) Point Guard zum Einsatz, teilt sich aber auch oft den Spielaufbau mit den Kollegen und weicht dann auf die Zwei aus, um sich noch mehr auf das Scoren konzentrieren zu können. Im Januar markierte Williams fünf Mal 20 oder mehr Punkte. Beim 106:92-Sieg über die New Jersey Nets vor wenigen Tagen steuerte der Reservist 26 Zähler und drei Assists bei. Doug Collins hat es also geschafft, seine Spieler schon in kurzer Zeit zu verbessern.

Shooting Guard: C.J. Miles (Utah Jazz)

Eine ähnliche Rolle wie Louis Williams bei den 76ers, hat C.J. Miles bei den Utah Jazz. Auch Miles kommt von der Bank und bringt gleich viel offensive Power in die Partie. Miles lebt dabei vor allem von seinem guten Sprungwurf. Alleine 80 Prozent seiner Wurfversuche sind ein Jumpshot. Der Linkshänder besitzt auch bis hinter die Drei-Punkte-Linie einen gefürchteten Wurf und nutzt oft den Platz, den Deron Williams mit seinen Drives schafft.

Mit durchschnittlich 12,4 Punkten und 3,1 Rebounds ist Miles ein wichtiger Bestandteil der zweiten Fünf von Head Coach Jerry Sloan. Doch bei den Jazz ist der Motor in letzter Zeit ein wenig ins Stottern geraten. Von den letzten elf Spielen konnten nur drei siegreich beendet werden. Wie wichtig dabei C.J. Miles sein kann, sieht man an seiner Punkteausbeute bei den drei Siegen: Mit 20, 22 und 13 Zählern hatte Miles immer einen großen Anteil von der Bank. Sollte der Shooting Guard sein Scoring noch etwas konstanter einsetzen können, steigen auch die Chancen, dass es bei den Jazz schon bald wieder bergauf geht.

Small Forward: Trevor Ariza (New Orleans Hornets)

Die New Orleans Hornets sind durch einen starken Januar wieder in der Spur. Nach dem guten Saisonstart – die Hornissen gewannen ihren ersten acht Partien – kam die Mannschaft um Chris Paul im Dezember etwas ins Straucheln. Doch im neuen Jahr setzten die Hornets mit einem erneuten Siegeszug von zehn Spielen wieder ein Ausrufezeichen. Neben den Leistungsträgern hatte Trevor Ariza als Rollenspieler auch einen gehörigen Anteil an der Siegesserie.

In 15 Partien im Januar blieb Ariza nur drei Mal unter zehn Punkten. Seine Offensive im ersten Saisonmonat des neuen Jahres, gepaart mit seiner exzellenten Verteidigung, gab den Hornets einen enormen Schub. Der Small Forward begann das Jahr mit 22 Punkten beim Sieg gegen die Washington Wizards. Gegen die Golden State Warriors und Houston Rockets markierte Ariza jeweils ein Double-Double. Beim überraschend deutlichen 96:72-Erfolg gegen die Ligaprimus aus San Antonio steuerte der Swingman 15 Punkte bei und versenkte dabei jeden seiner vier Drei-Punkte-Würfe. „Mit seiner Defense und seinem gefährlichen Würfen aus der Distanz war er heute einer unserer Garanten für den Sieg“, gab Head Coach Monty Williams nach dem Sieg gegen die Texaner zu Protokoll. Die Hornets sind auch dank Trevor Ariza wieder in der Erfolgsspur und stehen momentan auf Rang fünf der Western Conference.

Power Forward: Ryan Anderson (Orlando Magic)

Ryan Anderson hat mit am stärksten von dem Trade profitiert, der Rashard Lewis zu den Washington Wizards schickte und im Gegenzug Gilbert Arenas nach Florida brachte. Deutlich mehr Spielzeit und Chancen bieten sich jetzt für den Power Forward. Brandon Bass startet zumeist, wenn er fit ist, doch Anderson passt perfekt in das System der Magic. Wenn Stan Van Gundy vier Schützen mit Dwight Howard auf dem Parkett sehen will, muss er auf Anderson zurückgreifen. Und der enttäuscht ihn nicht. Anderson weiß um seine Rolle als Distanzschütze und lässt auf 48 Minuten hochgerechnet die meisten Drei-Punkte-Würfe der Liga fliegen. Dass diese vier Schützen sehr wichtig für die Magic sind, zeigt auch, dass der Power Forward, hinter Howard, den zweitbesten Wert bei den „+/-“-Statistiken im Team aufweist.

Im Januar konnte Anderson bis auf zwei Mal immer zweistellig punkten. Durchschnittlich 14,8 Zähler erzielte der Power Forward im ersten Monat des neuen Jahres. Sein bestes Spiel lieferte Anderson beim 103:87-Erfolg gegen die Cleveland Cavaliers ab, als er 23 Punkte und 16 Rebounds markierte.

Center: Marcin Gortat (Phoenix Suns)

Endlich frei. So fühlt sich Marcin Gortat wohl gerade. Schon während seiner Phase als Free Agent wollte der Center zu den Dallas Mavericks wechseln, doch die Orlando Magic zogen mit dem Angebot der Mavs gleich. Vor wenigen Wochen wurde der Pole im Blockbuster-Trade, bei dem unter anderem Vince Carter und Hedo Turkoglu die Trikots tauschten, nach Phoenix verschifft. Seitdem zeigt der Big Man zum einen, dass die Magic ihn noch schmerzlich als Back-up für Dwight Howard vermissen werden und wie gut er wirklich ist. Zum anderen auch, wie Steve Nash immer noch Spieler besser macht. „Es ist einfach ein sehr gute Gefühl mit ihm zu spielen. und ich verstehe ihn perfekt. Ich denke. wir machen einen guten Job“, beschreibt Gortat das Zusammenspiel mit seinem Point Guard.

Eigentlich hatten die Suns Gortat vor allem für seine Defensive und Rebounds verpflichtet, doch der Pole zeigt auch, dass er auch durchaus punkten kann. Bereits Mitte Januar deutete er mit drei Double-Doubles in Folge sein Potential an. Doch in den letzten vier Partien hob Gortat sein Spiel noch einmal auf ein anderes Niveau: durchschnittlich 19,7 Punkte und 11,5 Rebounds und das alles von der Bank kommend. Marcin Gortat ist frei und lässt es die ganze Liga wissen. Im folgenden Video sind Highlights aus einem Spiel gegen die Los Angeles Lakers zu sehen, in der man deutlich die gute Chemie zwischen Nash und dem Polen sieht.

Sixth Man: Kris Humphries (New Jersey Nets)

Ebenfalls ein gutes Jahr 2011 erlebt bisher Kris Humphries von den New Jersey Nets. Allgemein ist der Power Forward gerade dabei, die beste NBA-Saison seiner Karriere hinzulegen. Durchschnittlich 8,8 Punkte und 9,2 Rebounds pro Partie erzielt Humphries momentan. Für seine beste Saison als Profi in der NBA hat sich der 26-Jährige einen guten Zeitpunkt ausgesucht, denn Humphries steht im letzten Jahr seines laufenden Vertrages. Einzig der drohende Lockout könnte ihm für die kommenden Vertragsverhandlungen in den Weg kommen.

Humphries begann das neue Jahr gleich mit zwei Double-Doubles in Folge. Unter anderem schenkte er den Chicago Bulls beim 96:94-Heimsieg 20 Punkte und elf Rebounds ein. Drei Tage später standen gegen die Milwaukee Bucks 22 Zähler und acht Abpraller im Statistikbogen. Der Power Forward ließ noch drei weitere Double-Doubles im Januar folgen. Humphries besitzt für seine Größe eine gute Schnelligkeit und setzt diese auch oft im Fast Break oder in der Early Offense ein. 40 Prozent seiner Würfe kommen nämlich in den ersten zehn Sekunden eines Angriffs. Das Jahr 2011 begann für den Power Forward auf jeden Fall sehr positiv.




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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von Eastcoast 06.02.11 um 17:50:04


Vor allem C.J. Miles ist heuer eine Klasse für sich! Das Rennen um den "Best 6th Man" Award wird im Normalfall zwischen ihm und Glen "Big Baby" Davis entschieden! Mit Abstand die beiden effektivsten Bankspieler diese Saison!
Bei Kris Humphries läuft es heuer wirklich recht gut, denke, dass der private Aufschwung (ist ja jetzt mit Kim Kardashian zusammen) da auch eine Rolle spielt! Jetzt interessieren sich natürlich auch die Kameras mehr auf ihn, auch abseits der Parketts! Glaub, dass tut ihm gut! Klingt vielleicht komisch, dürfte aber so sein!



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