Rollenspieler

Ehre, wem Ehre gebührt

Das Zwischenfazit vor dem Saisonendspurt kann nur lauten: Die Durchbruchskandidaten haben sich positiv entwickelt, aber nur in zwei Fällen (voll) eingeschlagen. So sei zudem auf die anderen, echten Senkrechtstarter der bisherigen Spielzeit geblickt.

Von Jonas Falk
 10.03.2010 |

2,29 Meter. So groß war die Lücke, die Aaron Brooks bei den Houston Rockets füllen musste. Die Verletzung von Center-Gigant Yao Ming erforderte Engagement von allen anderen Raketen – und ausgerechnet die Rakete mit dem halben Kampfgewicht des 140 Kilo schweren Riesen startete so richtig durch: Leichtgewicht Aaron Brooks. Seine Statistiken hat der 73-Kilo-Flo im Vorjahresvergleich um 8,7 Punkte und 2,2 Assists pro Partie erhöht.

Brooks (Foto) ist über weite strecken der Saison der Topscorer gewesen (dies ist mittlerweile Kevin Martin) und weiterhin Anführer eines Teams voller Veteranen und Basketball-Malocher. Keine leichte Aufgabe. „Ich weiß nicht, ob es in der Liga einen ähnlich schnellen und quirligen Guard gibt“, sagt Rockets-Head-Coach Rick Adelman. „Wenn er Platz hat, kann kein NBA-Spieler in der Defensive mit ihm mithalten.“

Auch im Durchbruchs-Rennen hat Brooks die meisten der übrigen Kandidaten meilenweit abgehängt. J.J. Redick von den Orlando Magic, Dahntay Jones von den Indiana Pacers und Hakim Warrick von den Chicago Bulls sind allesamt besser geworden, kein Zweifel. Doch den Durchbruch hat keiner von ihnen dauerhaft geschafft. Einziger Trost für Vorjahresfinalist Redick ist der erneut mögliche, tiefe Playoff-Run. Warrick, zur Trading Deadline von den Milwaukee Bucks zu den Bulls getradet, ist noch nicht sicher in der Endrunde dabei.

Einzig Channing Frye (Foto), Center der Phoenix Suns, wird neben Redick noch von der Playoff-Sonne angelacht. Zwar musste der 26-Jährige zu Beginn des neuen Jahres seinen Starterplatz an Robin Lopez abtreten, doch mittlerweile scheint Frye auch wieder seinen Fokus aus der Distanz richtig justiert zu haben. Nichtsdestotrotz kann der Big Man im Ganzen seine Saison als persönlichen Erfolg betrachten: Seine Steigerungen von 7,4 Punkten und 3,0 Rebounds pro Partie sowie eine um zehn Prozent-Punkte bessere Drei-Punkte-Quote können sich sehen lassen – vor allem im nationalen Fernsehen, wenn die Playoffs starten und die Suns dabei sind.

Doch die verbesserten Werte von Frye haben auch Frontcourt-Konkurrenten zu bieten. Kevin Love (Minnesota Timberwolves) und Brook Lopez (New Jersey Nets) liegen in der Statistik, die Double-Doubles über den Saisonverlauf erfasst, auf Rang elf respektive 16. Während Love meist im Bereich „15/ 11“ agiert, hat sich Lopez bereits bei 19 Punkten und neun Rebounds im Schnitt angesiedelt. Schade nur, dass sich die Zwei in Diensten der beiden miesesten Teams der Liga abstrampeln müssen.

Weitere Akteure mit Leistungsexplosionen sind Carl Landry (Foto) und Trevor Ariza, bis zur Trading Deadline noch Teamkollegen bei den Houston Rockets. Landry, mittlerweile in Diensten der Sacramento Kings, bringt für seine neue Mannschaft 17,7 Zähler und 7,0 Rebounds. Das bedeutete eine Punktesteigerung von fast 100 Prozent und machen ihn zum heißen Anwärter auf den „Most Improved Player Award“. Zumal es jetzt fast genau ein Jahr her ist, dass Landry in Houston auf offener Straße in sein Bein geschossen wurde. Das Comeback des Jahres! Ariza macht nach seinem Wechsel vom NBA-Champ Los Angeles Lakers zu den Rockets 6,5 Punkte mehr und ist auf Anhieb drittbester Scorer der Truppe. Nicht schlecht für einen Wandervogel, der endlich Konstanz beweist.

Grund zur Hoffnung gibt auch Danilo Gallinari bei den New York Knicks. Der Italiener hat seine Werte bezüglich des Scorings, der Rebounds und Assists jeweils mehr als verdoppelt. Seine Entwicklung wird umso wichtiger sein, wenn im Free-Agent-Sommer 2010 tatsächlich Superstars in den „Big Apple“ kommen und die Ressourcen der Knicks für fähige Ergänzungsspieler begrenzt sind. Neben Wilson Chandler, Eddy Curry und Toney Douglas besitzt nämlich nur noch Gallinari einen Vertrag, der über die aktuelle Saison hinaus läuft.

Vergangene Saison bei jedem Managerspiel ein Preis-Leistungs-Knüller und diese Saison schon wieder besser geworden: Marc Gasol (Foto) von den Memphis Grizzlies. Mit seinen 14,9 Punkten und 9,4 Rebounds im Schnitt nähert er sich dem Niveau seines Bruders Pau von den L.A. Lakers an. Nimmt man beispielsweise John Hollingers „Player’s Efficiency Rating“ als Grundlage, trennt die beiden Big Men nicht einmal zwei Punkte. Erwähnenswert ist noch Ersan Ilyasova von den Milwaukee Bucks, der nach einer zweijährigen NBA-Pause mit deutlich mehr Selbstvertrauen spielt. Das schlägt sich besonders in seinem mehr als verdoppelten Rebound-Schnitt von 6,3 nieder.

Festzustellen ist, dass die Deadline-Deals und Verletzungen von Superstars wie Yao Ming in Houston oder Michael Redd in Milwaukee einzelnen Spielern geholfen haben. Genau wie der Sparkurs 2010, der in New Jersey und New York grausamen Basketball in Einzelfällen immerhin statistisch schönt. Eigentlich schade, dass häufig kleine Schritte bei guten Teams von großen Sätzen bei „Gurkenteams“ überstrahlt werden.




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Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von Heuni 10.03.10 um 12:13:03


Seit wann ist Frye 29 Jahre alt? ;)



von Oxymoron 10.03.10 um 21:01:58


Da habe ich ihn wohl um ein paar Jahre älter gemacht; ist nun korrigiert, danke.



von Cabalios 17.03.10 um 10:13:45


schöne zusammenfassung.
tja, ich hab echt sehr viele der hier aufgezählten spieler in meinem managerteam und krebs doch nur an #1029 rum...



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