NBA-Wochenrückblick

Yes, they can

Amerikanische Geschichte spielte in der vergangenen Woche eine große Rolle in der NBA. Neben dem Gedenktag an Dr. Martin Luther King war es vor allem der Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama, der das Geschehen auf und neben dem Spielfeld begleitete.

Von Sebastian Eickhoff
 23.01.2009 |

Einen wahren Spiele-Marathon erlebten die Fans am vergangenen Montag, der in den Staaten anlässlich des Gedenkens an Bürgerrechtler Martin Luther King zelebriert wird. Schon um den Mittag US-amerikanischer Zeit konnten die ersten Begegnungen verfolgt werden.

Enge Partien wie das Aufeinandertreffen der Dallas Mavericks und der Philadelphia 76ers oder der Hornets aus New Orleans gegen die Indiana Pacers kennzeichneten einen ereignisreichen Spieltag. Insgesamt wurden sechs Partien mit vier Punkten Differenz oder weniger entschieden. Dirk Nowitzki (Foto) sorgte erst in der Schlusssekunde mit seinem Wurf über Reggie Evans für den 95:93-Erfolg seiner Mavericks (siehe Buzzerbeater der Woche), nachdem wenige Sekunden zuvor Andre Iguodala für Philadelphia ausgeglichen hatte. Der Würzburger, der zu Beginn der Partie nur einen seiner ersten 14 Feldwürfe verwandeln konnte, kam letztendlich auf 24 Punkte. Point Guard Jason Kidd, der erst zum dritten Mal in dieser Saison 20 Zähler oder mehr markierte, steuerte 22 Punkte (6/8 3FG) zum Erfolg bei. Ein Spiel später kam Dallas dann aber bei den Milwaukee Bucks mit 99:133 unter die Räder, was bezeichnend für den wechselhaften Verlauf in dieser Saison für die Mannen aus Texas ist.

Ähnliches Können wie Nowitzki zeigte Chris Paul, der mit seinem Dreier die 100:103-Niederlage der Indiana Pacers besiegelte. Paul hatte in der Auszeit zuvor gefordert, den Ball über ihn laufen zu lassen.



Das Vertrauen in sich selbst wurde also belohnt. Auf dem Spielbogen standen für den Point Guard am Ende 27 Punkte zu Buche. Auch bei dieser Partie hatte nur Sekunden zuvor das gegnerische Team zum Ausgleich getroffen. Indiana Pacers' Danny Granger, der am Ende 30 Punkte sammelte, sorgte mit seinem erfolgreichen Dreipunktewurf für die Hoffnung auf eine Verlängerung.

Zum Treffen der Titanen entwickelte sich das letzte Spiel des Montags. Das bis dato beste Team des Ostens, die Cleveland Cavaliers, trafen im Staples Center auf die beste Mannschaft der Western Conference, die gastgebenden Los Angeles Lakers. Zur kleinen Überraschung aller spielten die beiden Superstars LeBron James und Kobe Bryant (Foto) im direkten Duell gegeneinander. Die Fans erlebten zu Beginn des ersten Viertels eine kleine Schrecksekunde, als sich Bryant den Ringfinger seiner Schusshand auskugelte. Der Guard ließ sich wenige Minuten behandeln und setzte das Spiel fort. Er beendete es mit 20 Punkten (9/22 FG), sechs Rebounds und zwölf Assists. Sein Gegenüber James kam auf 23 Punkte (9/25 FG) und neun Rebounds, und obwohl sich das Eins-gegen-eins als sehr unterhaltsam gestaltete, so war es doch die Mannschaftsleistung der Lakers, die den klaren 105:88-Sieg sicherstellte. Für die Cavaliers war es die höchste Niederlage der laufenden Saison.

Die Amtseinführung des Demokraten Barack Obama wurde am Dienstag auch ein Gegenstand der Dinge in der NBA. So huldigten Mike Bibby und Joe Johnson von den Atlanta Hawks beim Spiel gegen die Chicago Bulls dem neuen US-amerikanischen Präsidenten mit eigens designten Schuhen. Angeführt von Bibbys 31 Punkten kamen die Hawks zu einem 105:102-Auswärtserfolg, der auch dafür Sorge tragen sollte, dass die Franchise aus Georgia in dieser Saison alle Spiele gegen die Bullen gewinnen konnte. Forward Josh Smith zeigte mit seinen 17 Punkten und 14 Rebounds Unterstützung zum erfolgreichen Spielverlauf. Auf der Gegenseite sammelte Ben Gordon mit 21 Zählern die meisten Punkte.

Direkt zum Ort des Amtseides Obamas gesellte sich Bostons Ray Allen, der für den basketballbegeisterten Präsenten zwei Karten für ein Heimspiel der Celtics mit sich trug. Die Celtics hatten sich am Vortag mit einem klaren 104:87-Sieg gegen die Phoenix Suns weiterhin von ihrer Niederlagenserie zu Beginn des Monats erholt. Allen und Point Guard Rajon Rondo stachen mit ihren Leistungen hervor und steuerten jeweils 20 bzw. 23 Punkte bei. Suns-Superstar Amare Stoudemire wurde auf magere drei Punkte (0/7 FG) und einen Rebound gehalten. Auch gegen die Knicks aus New York wurde es nicht viel besser und Phoenix zog mit 109:114 den Kürzeren. Während die Franchise aus Arizona in vier ihrer letzten fünf Partien das Parkett als Verlierer verlassen musste, ist Boston mittlerweile seit sieben Begegnungen ungeschlagen. In der vergangenen Nacht feierte die Mannschaft aus Massachusetts einen 90:80-Auswärtserfolg bei den Orlando Magic.

Ein neues Amt hat jetzt auch Richard Hamilton (Foto) inne und zwar den des sechsten Mannes bei den Detroit Pistons. Im Spiel gegen die Toronto Raptors kam der Guard erstmals in seiner Pistons-Karriere von der Bank, nachdem sich dieser Zug von Head Coach Micheal Curry in den letzten Wochen schon abgezeichnet hatte. Allen Iverson erhielt als Shooting Guard in der Starting Five den Vorzug. Hamilton kam auf dabei auf lediglich sieben Punkte, während Tayshaun Prince beim ungefährdeten 95:76-Sieg mit 25 Punkten Topscorer war, nachdem dieser zurück auf seine angestammte Position des Small Forwards rücken durfte. Für die Raptors bedeutete dies bereits die siebte Niederlage in Folge.

Weitaus besser lief es da für das Ligaschlusslicht aus Oklahoma City. Die Thunder verbuchten ihren vierten Sieg aus den letzten sechs Spielen, als sie die Golden State Warriors auswärts mit 122:121 schlagen konnten. Dank des Gamewinners von Forward Jeff Green, der zudem 26 Punkte sein Eigen nannte, verfolgt das vor der Spielzeit aus Seattle umgesiedelte Team das Ziel, die rote Laterne am Ende der Saison nicht inne zu haben.



Transaktionen der Woche

Zu einer Art Hobby für die Dallas Mavericks scheint sich das Traden von DeSagana Diop (Foto) zu entwickeln. Der Center, der schon in der vergangenen Saison zu den New Jersey Nets abgegeben und erst im Sommer als Free Agent wiederverpflichtet wurde, fand diesmal seinen Weg in Richtung Charlotte. Die Bobcats schickten im Gegenzug Guard Matt Carroll und Center Ryan Hollins nach Texas. Gaben die Mavs dem Senegalesn erst vor der Saison einen Fünf-Jahres-Vertrag über 31 Millionen Dollar, hat das Management mit diesem Wechsel nun einen Fehler eingestanden.

Verstärkung suchten die Phoenix Suns auf den großen Positionen und wurden in Courtney Sims fündig. Der Center spielte zuletzt in der NBDL für die Iowa Energy und kam dort im Schnitt auf 22,4 Punkte und 11,4 Rebounds, mit denen er die Entwicklungsliga in dieser Statistik anführte.

Forward Darius Miles erhält von den Memphis Grizzlies weiterhin die Gelegenheit, auf dem Spielfeld zu stehen: Er bekam seinen zweiten Zehn-Tages Vertrag. In seinen bisher sechs absolvierten Spielen kommt Miles auf beachtliche 5,2 Punkte und 2,7 Rebounds im Schnitt, das in durchschnittlich 10,3 Minuten pro Partie. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Forward noch bis zum Ende der Saison verpflichtet wird, ist damit durchaus gegeben.

In der vergangenen Nacht musste bereits der siebte Head Coach in dieser Saison sein Amt abgeben: Die Memphis Grizzlies entließen Marc Iavaroni, nachdem die Franchise aus Tennessee derzeit bei einer Bilanz von elf Siegen und 30 Niederlagen steht. Gerüchten zufolge soll der bisherige Assistant Coach Johnny Davis den Posten Iavaronis übernehmen.

Das All-Star-Wochenende naht

Am 15. Februar ist es soweit: Dann lädt Phoenix zum NBA All-Star Game. Nun wurden auch die beiden Startformationen der beiden Conferences veröffentlicht. Dabei erhielt Dwight Howard (Foto) als erster Spielder der Geschichte über drei Millionen Stimmen. Die Fans scheinen es also kaum erwarten zu können. Die restlichen All-Stars werden nun von den Head Coaches gewählt. In der kommenden Wochen soll dieses Ergebnis bekannt gegeben werden.

Da die Lakers unangefochten auf dem ersten Platz der Western Conference rangieren, steht jetzt schon fest, dass Phil Jackson die West-Auswahl betreuen wird. Damit steht der Zen-Meister bereits zum vierten Mal an der Seitenlinie bei einem All-Star-Spiel.

Für den Slam Dunk Contest 2009 wählten die Fans via Internet-Abstimmung den Spanier Rudy Fernandez (Foto), der sich gegen Joe Alexander von den Milwaukee Bucks und Russell Westbrook, Point Guard der Oklahoma City Thunder, durchsetzte und nun am 13. Februar 2009 gegen Titelverteidiger Dwight Howard (Orlando Magic), Rudy Gay (Memphis Grizzlies) und New Yorks Knicks' Nate Robinson seine Dunk-Künste zur Schau stellen möchte.

Weitere Randnotizen

Mit Verletzungssorgen müssen sich derzeit die Atlanta Hawks herumschlagen. Sowohl Center Al Horford als auch Marvin Williams verpassten im Laufe der vergangenen Woche ihre Spiele. Auch Ersatzaufbauspieler Acie Law hat mit Leistenproblemen zu kämpfen und wird in den nächsten Tagen nicht zum Einsatz kommen. Wann Horford und Williams wieder aktiv dabei sind, wird sich zum Wochenende hin entscheiden.

Ungewiss ist ebenfalls der nächste Einsatz von Chicagos Drew Gooden, der sich auch von Leistenschmerzen erholt. Andris Biedrins, Center der Golden State Warriors, durfte aufgrund einer Handgelenksverletzung ebenfalls nicht ins Spielgeschehen eingreifen.

Es gibt weiter Bewegung im Fall Marbury: Wie jetzt bekannt wurde, scheint der griechische Club Olympiakos Piräus, der sechs bis acht Wochen auf Josh Childress verzichten muss, an einer Verpflichtung des Enfant Terribles interessiert zu sein. Und auch von Seiten Marburys war zu verlauten, dass man das Angebot des europäischen Vereins ernst nehmen würde.

Stat Lines der Woche

Ein einfaches Spiel hatte Center Andrew Bynum (Foto) bei der Begegnung seiner Lakers gegen die Los Angeles Clippers: 42 Punkte (17/24 FG) bedeuteten eine neue Karrierebestleistung. 15 Rebounds und drei Blocks komplettierten Bynums Galavorstellung beim 108:97-Sieg. Er ist damit der erste Lakers-Akteur, nicht namens Kobe Bryant, der seit Shaquille O'Neal über 40 Punkten in einem Spiel erzielte.

Bei einer solchen Unterstützung aus den eigenen Reihen muss sich ein Kobe Bryant gar nicht mehr so sehr auf das Punkten konzentrieren. So markierte der Shooting Guard im gleichen Spiel ein Triple-Double: 18 Punkte, zwölf Assists und zehn Rebounds standen für ihn am Ende zu Buche. Bereits fünf Tage zuvor hatte Byrant bei der Heimniederlage gegen die Magic das gleiche Kunststück vollbracht (28 Zähler, 13 Rebounds, elf Korbvorlagen).

Ebenfalls auf über 40 Zähler kam Michael Redd (Foto) beim 129:122-Auswärtserfolg seiner Milwaukee Bucks bei den Sacramento Kings. Insgesamt standen für den Distanzspezialisten am Ende 44 Zähler (16/26 FG, 6/6 3FG) zu Buche.

Sogar noch treffsicherer zeigte sich Yao Ming beim Erfolg seiner Houston Rockets über die Miami Heat. Der 2,29-Meter-Riese hatte gegen den verhältnismäßg winzigen Frontcourt der Heat leichtes Spiel und traf jeden seiner zwölf Würfe aus dem Feld. Letztendlich sammelte der Chinese 26 Zähler und zehn Rebounds.

Einen guten Tag hatte auch Dirk Nowitzki bei der Partie gegen die Utah Jazz erwischt: Beim 115:108-Heimerfolg traf der Deutsche 16 seiner 20 Würfe aus dem Feld und kam am Ende auf 39 Zähler. Der einzige Wermutstropfen bestand darin, dass Nowitzki nach 49 in Folge verwandelten Freiwürfen mal wieder einen Ein-Punkte-Wurf daneben setzte.

Buzzerbeater der Woche

Wie schon vor zwei Wochen konnten die Fans auch in den vergangene sieben Tagen einige Buzzerbeater erleben. Andre Iguodala schaffte es dabei, in zwei Partien drei Würfe mit der Sirene zu versenken. Zwar war dabei kein spielentscheidender Wurf dabei, dennoch soll ihm das einmal einer nachmachen. Der Buzzerbeater der Woche kommt aber von Dirk Nowitzki. Trotz seiner wackligen Wurfhand zu Beginn der Partie zeigte der Würzburger Nerven. Sein Kommentar zum siegbringenden Wurf: „Ich bin ein Shooter. Ich denke immer, dass der nächste [Wurf] reingehen wird.“



Zitat der Woche

„Er ist jetzt schon der Rookie des Jahres.“ (Für Chicagos Head Coach Vinny Del Negro ist das Rennen um die Auszeichnung des besten Neulings des Jahres zugunsten seines Point Guard Derrick Rose bereits zur Hälfte der Saison entschieden.) 




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Kommentare

(12 Kommentare bisher)

von RUN & GUN 23.01.09 um 14:38:47


nice gamewinner von dirk :-)

vinny del negro sollte mal die kirche im dorf lassen. das rennen um den roy is noch lang nicht entschieden. mayo hat da noch ein gehöriges wörtchen mitzureden!



von Suck My Diktiergerät 23.01.09 um 14:55:27


meiner meinung nach ist das rennen auch noch nicht entschieden, aber als coach sehe ich meinen rookie, wenn er gut spielt, immer als ROY ;)

btw...the bank is open 24 hours xD



von Hurricane 23.01.09 um 14:57:17


Naja vielleicht sollte es aber auch ein vertrauensbeweis für Rose sein ^^. Was stand in der Five das man sowas bei Baron jeden zweiten Tag sagen soll, wie gut er ist und so ^^. Damit er sein Potenzial ausschöpfen kann. Aber guter Artikel wie immer :)



von SeGa7 23.01.09 um 15:37:59


ich bin dafür das man mal für Rudy Fernandez n neues Foto anschafft....ich mein SO sieht er ja nun wirklich nich mehr aus ;o Sonst wieder ein sehr gelungener Artikel!



von Mr. Rejector 23.01.09 um 22:44:46


sieht für mich eher nach einem kleinen fehler aus, denke das soll joe alexander sein.

ich würde beim rennen um den ROY auch noch beasly nennen, ich finde der zockt gut!
ansonsten ganz guter artikel



von dreiergott 24.01.09 um 08:07:07


@ SeGa7 & Mr. Rejector

das ist auf jeden fall rudy fernandez auf dem bild, das ist kein fehler. und das ist das offizielle bild von fernandez von der nba, dass crossover nur reingestellt ist.
jedoch gebe ich auch zu, dass das foto schon ziemlich alt sein muss und rudy nicht wie der heutige rudy aussieht.



von Suck My Diktiergerät 24.01.09 um 10:14:32


@mr.rejector

naja...vor beasley würd ich noch brook lopez, russel westbrook und Eric Gordon...die kennen die wörter: potential schonmal gut ausnutzen!



von jordan 24.01.09 um 12:15:24


Super Wochenrückblick, der mir auch vom Aufbau her sehr gefällt. D.h. dass nicht ein paar Spiele rausgepickt werden sondern die ganze Woche begutachtet wird und auch informative Randnotizen zu lesen sind.



von Waldy 24.01.09 um 12:35:41


guter wochenrückblick, weiter so!



von Hurricane 24.01.09 um 14:55:38


Mal ne frage bezüglich Durants Franchise Rekord, meiners erachtens wurde nur die Manschaft nach Oklahoma mit genommen. Das bedeutet doch das der Rekord also "nicht besonders ist", weil es ne neue Franchise ist oder irre ich mich da?. Ich habe es in anfürungsstriche gemacht, damit ihr nicht denkt das ich es misse oder so.



von Suck My Diktiergerät 24.01.09 um 18:22:57


hmmm...naja...mannschaften wechseln ihre namen (washington bullets --> washington wizards) und ihre orte (charlotte hornets --> new orleans hornets) und trotzdem zählten sie nicht als neue franchise wie damals die charlotte bobcats, die außerdem einen expansion draft durchführen durften...deswegen wurden die alten franchisebestmarken wohl mitgenommen nach oklahoma, da hier nur name und ort gleichzeitig gewechselt sind...



von 23kingjames 25.01.09 um 09:26:30


Was ist denn mit Utah los?erst lässt man sich gegen Dallas theatralisch fallen, dann poliert man Lebron James die Fresse?Wo war da denn bitte schön der Ball und wie blind muss man sein um als Referee zu denken, er hätte sich den Kopf am Ring gestoßen???...



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