NBA-Wochenrückblick
Woche der Meilensteine
In der vergangenen Woche erreichte Dirk Nowitzki einen großen Meilenstein in seiner Karriere. Der Deutsche hat in seiner NBA-Karriere die 20.000-Punktemarke übersprungen. Doch nicht nur für „Uns Dirk“ gab es eine persönliche Errungenschaft zu verzeichnen. Grant Hill schaffte es, den 15000. Zähler in seiner Laufbahn zu markieren. Aber dies waren nicht die einzigen Rekorde der Woche.
Von Johannes Hübner |
15.01.2010 | |
Dirk Nowitzki (Foto) hat es geschafft: Mit einem Treffer im vierten Viertel über Lamar Odom im Spiel gegen die Los Angeles Lakers hat Nowitzki die 20.000-Punktemarke während seiner NBA-Karriere geknackt. Eine unglaubliche Leistung des deutschen Aushängeschilds. Lob gab es von allen Seiten, selbst Derek Fisher von der gegnerischen Seite fand lobende Worte für den „Dirkster“: „Er kann so gut werfen, wie vielleicht zehn Spieler in der Geschichte der NBA. Dirk hat so unglaublich viel für diese Franchise und die Stadt Dallas getan“, meinte der Point Guard der Lakers über den deutschen Ausnahmespieler. Symptomatisch für den Power Forward war es ein sauberer Sprungwurf, mit welchem er die Marke überschritt.
Dirk ist damit erst der 34. Spieler in der Geschichte der NBA, der so viele Punkte erzielen konnte. Ein weiterer großer Schritt in einer großartigen Laufbahn, die wohl auf dem besten Weg ist, in die Basketball Hall of Fame zu münden. Der Deutsche ist außerdem der erste Europäer, welcher diesen Meilenstein erreicht.
Während Dirk „seinen“ Abend nicht mit einem Sieg feiern konnte, hatten die Los Angeles Lakers aber noch einen weiteren Grund zur Freude. Für die Traditions-Franchise aus Kalifornien mit all ihren Stars war es der 3000. Erfolg in der Team-Geschichte. Kein Club in der Geschichte der NBA konnte mehr Siege einfahren, was die Ausnahmestellung der Lakers in der Liga verdeutlicht.
Die Woche der Rekorde wird von Grant Hill (Foto) fortgesetzt. In der Partie gegen die Milwaukee Bucks erzielte der Small Forward den 15000. Zähler seiner Karriere. Der 37-Jährige, der bei den Phoenix Suns seinen zweiten Frühling erlebt, denkt aber scheinbar noch lange nicht ans Aufhören. „Vielleicht spiele ich noch bis ich 40 Jahre alt bin. Ich fühle mich momentan sehr gut und freue mich über die 15.000 Punkte“, so Hill nach der Partie gegen die Bucks.
Einen Rekord für die gesamte NBA stellte in den vergangenen sieben Tagen Ben Gordon auf. Der Shooting Guard der Detroit Pistons überschritt mit einem Korbleger im Spiel gegen die Philadelphia 76ers die Marke von zehn Millionen Punkten in der Historie der nordamerikanischen Profiliga. Freuen wird sich Gordon darüber aber kaum. Die Pistons beendeten vergangene Woche eine Niederlagenserie von 13 Partien. Die Kolben waren nur eine Schlappe davon entfernt, ihren traurigen Franchise-Rekord einzustellen.
Tops und Flops
Die tragischste Nachricht der Woche kommt ganz klar aus Los Angeles. Und wie sollte es anders sein: nicht von den Lakers, sondern von den Clippers. Die „andere“ Franchise aus der Stadt der Engel hat es hart erwischt. Ihr Nummer-eins-Pick des letzten Jahres, Blake Griffin (Foto), muss sich an seiner gebrochenen linken Kniescheibe operieren lassen. Dadurch fällt der Power Forward weitere vier Monate aus und wird damit diese Saison abhacken müssen. Griffin wird in der Folge auch kommende Saison als Rookie gelistet werden. Die Ähnlichkeit zum Fall von Greg Oden ist dabei nicht von der Hand zu weisen. Oden hatte erst vergangene Saison sein Ligadebüt gegeben, nachdem er auf Grund einer Knieverletzung die komplette Spielzeit 2007/08 aussetzen musste. Der Center der Blazers hat seine Verletzungsgeschichte in dieser Saison tragischerweise fortgesetzt und wird auch nicht mehr auflaufen können.
Für die Clippers bedeutet dies einen herben Rückschlag im Kampf um die Playoff-Plätze in der Western Conference. Die Franchise war die letzten Wochen etwas im Aufschwung und hatte auf den Extra-Schub, den ihr zukünftiger Star noch bringen sollte, gewartet. Das alles muss jetzt unter den Teppich gekehrt werden. „Es ist immer noch so, als ob er das ganze Jahr nicht hier gewesen wäre. Deshalb müssen wir jetzt nach vorne schauen und trotzdem das tun, was wir geplant haben. Wir werden versuchen, die Playoffs zu erreichen“, meinte Head Coach Mike Dunleavy über die Situation. Damit versucht der Head Coach wohl seinen restlichen Spielern Mut zu machen. Warum auch nicht. Selbst ohne Griffin sind die Clippers knapp daran, eine ausgeglichene Bilanz aufzuweisen. Chris Kaman spielt fast auf dem Level eines All-Stars, Eric Gordon macht weiter Fortschritte und auch Baron Davis scheint endlich zufrieden mit der Situation in seiner Heimat.
Ebenfalls verletzt und für die ganze Saison zum Zuschauen verdammt ist Michael Redd (Foto). Den Shooting Guard hat es erneut erwischt. Im Spiel gegen die Lakers hatte sich Redd das Innen- und Kreuzband in seinem linken Knie gerissen. Vor fast genau einem Jahr hatte sich der 30-Jährige die gleiche Verletzung zugezogen und war ebenfalls die restliche Spielzeit ausgefallen. Bereits zu Beginn der aktuellen Saison musste Redd 16 Spiele auf Grund einer Verletzung an der Patellasehne pausieren. Seine gesundheitlichen Probleme erklären auch die schwachen Statistiken von 11,9 Punkten (35,9% FG) pro Partie.
Wieder richtig im Geschäft sind die San Antonio Spurs. Mit einem Sieg gegen die Lakers setzten die Texaner doch ein kleines Ausrufezeichen. Mit 105:85 bezwangen die Spurs den amtierenden Meister aus L.A. Tim Duncan war mit 25 Punkten, 13 Rebounds und vier Blocks die gewohnte Macht in der Zone. Auf Seiten der Lakers hatte Kobe Bryant aber das letzte Viertel auf Grund von Rückenproblemen pausiert. Diese Schmerzen müssen wohl stark gewesen sein, spielt der Finals-MVP doch selbst mit einem Bruch in seinem Zeigefinger. Schon vor dem letzten Spielabschnitt war Kobe relativ passiv. Nur zehn Wurfversuche in der Partie stellen den niedrigsten Wert der Saison dar.
„Wir brauchten diesen Sieg. Offensichtlich müssen die Lakers mit Verletzungen kämpfen und Kobe spielte im vierten Viertel nicht, aber es ist ein großartiger Sieg für uns“, meinte Duncan nach dem Heimsieg. Insgesamt läuft es bei den Texanern wieder deutlich besser wie noch zu Beginn der Spielzeit. In den letzten zehn Partien gingen die Spurs acht Mal als Sieger vom Parkett.
Im Vergleich zu den Spurs haben im Osten die New Jersey Nets fast gar keine Chance mehr auf die Playoffs. Derzeit scheint es sogar so, dass die Nets es noch schaffen, den Negativrekord der NBA „anzugreifen“. Bei der Franchise aus East Rutherford geht gerade einiges schief und auch die Zuschauer finden nur noch selten und sehr vereinzelt den Weg in Halle. Nach dem schlechtesten Saisonstart in der Geschichte der NBA mit 17 Niederlagen in Serie, haben die Nets momentan erneut sechs Begegnungen in Folge verloren. Langsam muss das Team sich die Vergleiche mit den Philadelphia 76ers aus Saison 1972/73 anhören lassen. Die 76ers halten bis heute den Negativrekord mit einer Bilanz von 9-73. Die Nets stehen momentan bei 3-35.
Beim letzten Misserfolg (87:117 gegen die Celtics) ließ Devin Harris (Foto) seinen Frustrationen freien Lauf. Bei einem Halbzeitstand von 35:71 auch verständlich. „Er war extrem aufgebracht. Es war keine Rede, aber er ließ seinen Frustrationen freien Lauf. So habe ich ihn noch nie gesehen“, meinte Chris Douglas-Roberts nach der Partie. Genützt hat es vorerst wenig, aber immerhin verhalf Harris den Nets zu einem 23:10-Lauf im dritten Viertel. Vielleicht könnten die Nets ein wenig darauf aufbauen.
Stat Lines der Woche
Beim 114:107-Erfolg der Boston Celtics gegen die Toronto Raptors erzielte Rajon Rondo mit 22 Punkten, 13 Assists, zehn Rebounds und vier Steals ein lupenreines Triple-Double.
Auch Baron Davis konnte für sich den Ritterschlag der Vielseitigkeit verbuchen. 27 Zähler, zwölf Abpraller, zwölf Vorlagen und fünf Steals standen nach dem Spiel gegen die Memphis Grizzlies im Statistikbogen.
Nur Knapp am Triple-Double schrammte LeBron James vorbei. Und das gleich zwei Mal. Gegen die Portland Trail Blazers markierte „King James“ 41 Punkte, zehn Rebounds und acht Assists; gegen die Warriors 37 Zähler, elf Vorlagen, acht „Boards“ und vier Blocks.
Stephen Jackson stellte währenddessen für sein neues Team, die Charlotte Bobcats, einen neuen Franchise-Rekord auf. Gegen die Houston Rockets erzielte Jackson 43 Punkte (auch Karrierebestleistung) und acht Rebounds.
Ebenfalls einen neuen Karrierebestwert von 43 Zählern konnte Aaron Brooks gegen die Minnesota Timberwolves aufweisen. Dazu gesellten sich noch fünf Vorlagen in den Spielberichtsbogen.
Al Jefferson stellte genau wie Jackson einen neuen Team-Rekord auf. Im gleichen Spiel wie Brooks griff sich Jefferson 26 Rebounds aus der Luft – gepaart mit 26 Punkten ein echtes Monsterspiel.
Apropos „Monsterspiel“: Tim Duncan setzte nach 40 Minuten Spielzeit gegen die Lakers das Spiel gegen die Oklahoma City Thunder aus. Sein Vertreter, DeJuan Blair, nutzte die Chance. 28 Zähler, 21 Abpraller und zwei Blocks standen am Ende für den Draft-Steal aus der zweiten Runde zu Buche.
Buzzerbeater der Woche
Der Buzzerbeater der Woche kommt dieses Mal von Corey Brewer. Die Timberwolves lagen drei Zähler im Rückstand, ehe Brewer einen unglaublichen Wurf von der Mittellinie zur Verlängerung versenkte. Leider hat es den Wolves nicht viel genutzt, denn nach drei Extraeinheiten musste sich die Franchise aus Minnesota wieder einmal geschlagen geben. Hier der spektakuläre Drei-Punkte-Wurf von Corey Brewer:
„Ich gebe Johnny Flynn die Schuld. Er hat die ganzen Verlängerungen mitgebracht“, meinte Trevor Ariza nach dem Spiel und drei Extraspielzeiten. Flynn war am College mit Syracuse im Big East Viertelfinale 2009 gegen Connecticut mit sechs Verlängerungen involviert.
Zitat der Woche
„Es passierte im zehnten Stock und ich war der einzige, der dort einquartiert war. Darum habe ich die meiste Zeit in [Nate Robinsons] Zimmer verbracht. Ich glaube wirklich, dass es in dem Hotel Geister gibt.“ (So Eddy Curry über das Skirvin Hilton in Oklahoma City, in dem die Knicks vor der Auswärtspartie bei den Thunder einquartiert wurden. Sein Teamkollege Jared Jeffries ist übrigens der gleichen Meinung. In der Vergangenheit sollen viele Gäste des Hotels ebenso von Geistern und komischen Geräuschen berichtet haben. Laut der New York Daily News besagt eine Geschichte, dass sich eine Frau in den 1930er Jahren vom zehnten Stock gestürzt haben soll.)






von Mani 15.01.10 um 19:03:20
Symbolisch für Nowitzki: Er erreicht die 20k-Punkte-Marke, Dallas verliert aber das Spiel. Nowitzki individuell top, aber mit dem Siegen (v.a. in den Playoffs) und der ersehnten Meisterschaft wird es wohl auch in diesem Jahr nicht reichen...
von criscross 17.01.10 um 22:15:53
nowitzki ist trotzdem ein winner !!
von almaen 20.01.10 um 00:28:46
Na ja, Griffin, Clippers, FLuch.. damit ist alles gesagt. Wenn man keine langenLeute brauicht, sollte man nur noch Guards draften.
Und die Nets? Nets goes Tasmania...