NBA-Wochenrückblick
Schöne Bescherung
Während der vergangenen Woche gab es für einige Teams bereits vorweihnachtliche Geschenke, andere wiederum hätten die letzten Tage gern aus dem Kalender gestrichen. Das Verletzungspech ging um und schlug vor allem in Portland und Detroit heftig zu. Aber auch bei den Fans der Dallas Mavericks stockte zu Beginn der Woche der Atem, als Dirk Nowitzki (Foto) mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden ging.
Von Christian Gerne |
25.12.2009 | |
Wenig besinnlich und äußerst schmerzhaft begann die vorweihnachtliche Zeit für Dirk Nowitzki und Carl Landry. In der Partie gegen die Houston Rockets verletzte sich der Star der Dallas Mavericks kurz nach Beginn des zweiten Viertels, als er auf dem Weg zum Korb Carl Landry, im wahrsten Sinne des Wortes, mit dem Ellbogen auf den Zahn fühlte. Das Resultat: Dirk Nowitzki (Foto unten rechts) musste – nachdem er noch mit der linken Hand zwei Freiwürfe für das Foul von Landry werfen durfte – mit einer Wunde, die später genäht wurde, das Feld verlassen. Nicht viel besser erging es Carl Landry. Auch für den Power Forward der Rockets, der durch den Zusammenprall fünf Zähne verlor (zwei Stücke davon steckten in Nowitzkis Ellbogen), war die Begegnung beendet.
![]() |
| Photo by Keith Allison (License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic) |
Während beide Spieler sich relativ schnell von ihren Verletzungen erholten und ihren Teams schon im Laufe der Woche wieder zur Verfügung standen, erwischte es die Portland Trail Blazers an ihrer empfindlichsten Stelle. Nachdem schon Center Greg Oden die Saison verletzungsbedingt frühzeitig beenden musste, erwischte es in der Partie gegen die Dallas Mavericks nun auch noch Edelreservist Joel Przybilla. Der Backup-Center erlitt einen Patellasehnenriss und verschob sich zudem noch die Kniescheibe. Wann „Vanilla Gorilla“ den Blazers wieder zur Verfügung stehen wird, steht aktuell noch nicht fest. Nachdem er am Heiligabend jedoch noch operiert wurde, wird wohl auch für ihn die Saison endgültig beendet sein.
Trotz des Mangels an Big Men und anderer Verletzungssorgen (Rudy Fernandez, Nicolas Batum und Travis Outlaw) bleiben die Portland Trail Blazers weiter auf Kurs. Gegen die San Antonio Spurs erreichte die Mannschaft ihren dritten Sieg in Folge nachdem die Franchise aus Oregon eine Nacht zuvor schon die Mavericks in die Schranken gewiesen hatte. Der Mann der Stunde war der letzte Saison oft vernachlässigte Guard Jerryd Bayless, der den ebenfalls verletzten Brandon Roy ersetzte und mit 31 Punkten eine neue Karrierebestleistung erzielte.
Mindestens genauso große Verletzungssorgen wie bei den Trail Blazers, gibt es derzeit aus dem Palace of Auburn Hills in Detroit zu vermelden. Neben Richard Hamilton und Tayshaun Prince, die bereits seit längerer Zeit lädiert ausfallen, steht auch Ben Gordon weiter auf der Verletztenliste. Als wäre dies nicht schon genug, erwischte es vergangene Woche auch noch Charlie Villanueva (Foto), der wegen einer Verletzung am Fuß gegen die Toronto Raptors gerade einmal zwölf Minuten aufgelaufen war. Während man in Portland die hohe Anzahl an Verletzungen kompensieren kann, sieht es bei den Pistons düster aus. Die sechste Niederlage in Folge und nur 64 erzielte Punkte (28% FG) gegen die Raptors, sprechen Bände über die aktuelle Lage in der „Motorcity“.
Die Spitze der Liga
Nach soviel Leid, Schmerz und Verletzungssorgen, sollen aber auch die erfreulichen Seiten der NBA nicht zu kurz kommen, was den Blick automatisch auf die beiden Spitzenteams der Liga schweifen lässt.
Im Osten sind weiterhin die Boston Celtics das Maß aller Dinge. Mit 22 Siegen und nur fünf Niederlagen stehen sie klar an der Spitze ihrer Conference, auch wenn ihnen mit den Cleveland Cavaliers, Orlando Magic und Atlanta Hawks drei ernstzunehmende Gegner an den Hacken kleben. Das Boston nicht unschlagbar ist, bewiesen in der vergangenen Woche die Sorgenkinder Philadelphia 76ers, die angeführt von Elton Brand die Kelten mit einem Punkt bezwangen.
Im Westen hingegen bestimmen die Los Angeles Lakers das Geschehen. Mit der selben Bilanz von neun Siegen und einer Niederlage aus den letzten zehn Spielen, mit der auch die Boston Celtics aufwarten können, steht das Team um MVP-Kandidat Kobe Bryant (Foto) mit 23 Siegen bei nur vier Niederlagen an der Spitze der Liga. Trotz gebrochenem Zeigefinger agiert der Shooting Guard aus L.A. weiterhin auf höchstem Niveau. Dies konnte er zuletzt gegen die Oklahoma City Thunder beweisen, als er zum sechsten Mal in dieser Saison mehr als 40 Punkte erzielte. Ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für die Lakers gab es zudem von Pau Gasol. Der Spanier und die Franchise aus Los Angeles einigten sich auf eine dreijährige Vertragsverlängerung.
Der Rest der Liga
Während sich bei den beiden erstplatzierten Teams der Liga derzeit „Business as usual“ abspielt, ging es bei den anderen Teams der Liga mitunter etwas dramatischer und spannender zu. Das wohl ungewöhnlichste Spiel fand in der vergangenen Woche zwischen den Sacramento Kings und den Chicago Bulls statt. Nachdem das Team von Head Coach Paul Westphal bereits zum dritten Viertel mit 35 Punkten zurückgelegen war, warf die Franchise aus Kalifornien noch einmal alle Kräfte zusammen. Angeführt von „Rookie of the Year“-Anwärter Tyreke Evans (Foto) und Bankspieler Ime Udoka schafften es die Kings, die Partie noch zu drehen. Am Ende lautete das Ergebnis 102.98 aus Sicht Sacramentos. Die Spieler der Bulls mussten unter „Buh“-Rufen des eigenen Publikums den Weg in die Katakomben des United Centers antreten, während die Kings draußen feierten. Zuletzt feierten die Utah Jazz anno 1996 ein ähnliches Comeback, als die Franchise aus Salt Lake City damals einen 36-Punkte-Rückstand gegen die Denver Nuggets noch aufholen konnte.
Nachdem die Phoenix Suns zuhause bisher zehn Begegnungen ungeschlagen waren, hagelte es in der vergangenen Woche gleich zwei Niederlagen hintereinander. Erst unterlag die Franchise aus Arizona deutlich den Cleveland Cavaliers (91:109), zwei Tage später bezwangen die Oklahoma City Thunder die Sonnen ebenfalls, jedoch knapp mit 117:113.
Randnotizen
Obwohl er in Boston nicht mehr als Starter aufläuft und deutlich weniger Minuten als in den vergangenen Jahren bekommt, steht Rasheed Wallace unangefochten auf Platz eins, wenn es um technische Fouls geht. Nach 27 Partien führt er die Rangliste mit zehn technischen Fouls vor Teamkollege Kendrick Perkins an, der ihm mit acht technischen Fouls den Thron noch streitig machen könnte. Auf den Bronzerang folgt Carmelo Anthony (sieben).
Eric Maynor (Foto), der im Sommer von den Utah Jazz an 20. Stelle gedraftet worden war, läuft seit vergangenem Dienstag als Backup von Russell Westbrook für die Oklahoma City Thunder auf. Maynor wurde zusammen mit Matt Harpring, dessen Karriere sich verletzungsbedingt vermutlich dem Ende neigt, für den Vertrag des 2002 gedrafteten Peter Fehse nach Oklahoma geschickt. Für die Thunder bedeutet dies, ein weiteres junges Talent in ihren Reihen zu haben, während die Utah Jazz knapp 13 Millionen Dollar durch das Tauschgeschäft einsparen können.
Eine Rückkehr der besonderen Art konnten die New York Knicks verzeichnen. Flügelspieler Jonathan Bender feierte etwas mehr als drei Jahre nach seiner Knieverletzung gegen die Chicago Bulls sein Comeback in der NBA. Zugegeben, seine persönliche Leistung hielt sich in den acht Minuten, die er auflief, in Grenzen, dennoch konnten die Knicks als Sieger das Parkett verlassen.
Auch die New Jersey Nets und Orlando Magic können wieder auf wichtige Akteure zurückgreifen. Yi Jianlian (Foto) feierte nach fast zweimonatiger Verletzungspause einen tollen Einstand bei der Partie gegen die Minnesota Timberwolves, als er mit 22 Zählern den zweitbesten Punktesammler seines Teams stellte; die Nets mussten sich im Kellerduell der Liga dennoch geschlagen geben.
Seit zwei Partien läuft Jameer Nelson nach seiner Schulterverletzung wieder für Magic auf. Traf er bei seinem Debüt noch keinen Feldkorb, waren es beim Erfolg über die Rockets immerhin schon wieder 15 Zähler in 29 Minuten.
Stat Lines der Woche
Chris Paul schrammte gegen die Denver Nuggets knapp an einem Triple-Double vorbei. 30 Punkte, 19 Assists und neun Rebounds steuerte der Point Guard zum 98:92-Erfolg der New Orleans Hornets bei. Dabei war Paul an 32 der 40 erfolgreichen Feldwürfe seiner Mannschaft direkt beteiligt.
„Agent Zero“ kann es noch: Auch wenn es gegen die eher defensivschwachen Golden State Warriors ging, 45 Punkte, 13 Assists und drei Rebounds zeigen klar, dass Gilbert Arenas nach zwei von Verletzungen geprägten Jahren langsam wieder auf All-Star Niveau agiert.
Während vielen bei Zach Randolph (Foto) immer noch der „Troublemaker“ der vergangenen Jahre in den Kopf kommt, denken Memphis-Fans eher an das Arbeitstier unter den Körben. Mit 32 Punkten und 24 Rebounds (NBA-Saisonbestleistung) beim Sieg gegen die Denver Nuggets und 33 Punkten und 18 Boards gegen die Golden State Warriors, bewies „Z-Bo“ einmal mehr, warum er seit Jahren zu den solidesten Power Forwards der Liga gehört.
Gegen die Sacramento Kings gelang LeBron James das zweite Triple-Double der laufenden Saison. Mit 34 Punkten, 16 Rebounds und zehn Korbvorlagen hatte er maßgeblichen Anteil am Sieg über die Franchise aus Kalifornien.
Auf 41 Punkte von der Bank konnte J.R. Smith beim Erfolg seiner Denver Nuggets gegen die Atlanta Hawks zurückblicken. Dabei versenkte der Shooting Guard ganze zehn Drei-Punkte-Würfe, blieb damit aber dennoch einen weiteren Treffer unter seiner Karrierebestleistung.
Gamewinner der Woche
Beim Duell zwischen Tyreke Evans und Brandon Jennings während der Partie der Sacramento Kings bei den Milwaukee Bucks würden man eigentlich nicht denken, dass sich dabei zwei Liganeulinge gegenüber standen. Beide schenkten sich nichts, aber Ende behielt aber Evans mit den Kings die Oberhand, als er 0,9 Sekunden vor Schluss den siegbringenden Korbleger verwandeln konnte:
Zitat der Woche
„Ich denke, wir haben uns einfach ausgeruht…“ (Luol Deng nach dem Einbruch seiner Bullen gegen die Sacramento Kings)







von 23kingjames 25.12.09 um 17:47:15
Da muss nochmal jemand an den Contentmanager ran:D!
von Christian Gerne(x-over) 25.12.09 um 17:52:08
Bin doch kein D-Zug, alles schon wieder in Ordnung ! :D
von 23kingjames 25.12.09 um 18:37:27
Haha...ich kenns selber...von daher kein Problem;-)!
von xax 25.12.09 um 19:27:17
Die sechste Niederlage in Folge und nur 64 erzielte Punkte (2% FG) gegen die Raptors, sprechen Bände über die aktuelle Lage in der ?Motorcity?. --> 2% FG??denke du meinst 20%, oder?Ansonsten einwandfreier Artikel, danke schön dafür.
Respekt auch an herrn zach R. (starke Stats) und Herrn Wallace, nicht immer wird man im alter weise... ich mag den typ!
von Christian Gerne (x-over) 25.12.09 um 20:18:38
Das soll 28 % heißen, steht da eigentlich auch so, zumindest bei mir. Vielleicht hat es in der zwischenzeit jemand anders verbessert. Aber ob 2% oder 28% mies war es alle mal.....:-)
von 23kingjames 26.12.09 um 10:24:01
Go Cavs, Go Cavs...:-)!Nice Win, aber was geht mit den Lakersfans bitteschön???
von chn7rocket 26.12.09 um 11:39:21
Checkt dazu die twitter-Nachricht von shaq nachm spiel. ;)