NBA-Wochenrückblick
Schlagende Verbindungen
LeBron James (Foto) und seine Cleveland Cavaliers halten den Rest der Liga deutlich in Schach, während Chris Paul den New Orleans Hornets erst einmal nicht zur Verfügung steht. Derweil nimmt das muntere Meilenstein-Erreichen keinen Abbruch.
Von Sebastian Eickhoff |
05.02.2010 | |
![]() |
| Photo by Keith Allison (License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic) |
Als die aktuelle Spielzeit allmählich ihren Lauf nahm, hatte es bei den Cleveland Cavaliers zunächst den Anschein, als ob sie sich etwas verkalkuliert hätten und die Zahnräder nicht wirklich greifen würden. Rund drei Monate später sieht dies jedoch etwas anders aus. Eine Serie von zehn gewonnenen Partien steht als Manifest dafür auf dem Papier. Allein in der letzten Woche entschied die Franchise aus Ohio ihre Spiele im Schnitt mit 19,5 Punkten Vorsprung, was ein weiteres Indiz für die derzeitige Stärke von LeBron James (Foto) und seinen Mannen ist. James wurde dafür auch noch individuell ausgezeichnet und zum Spieler des Monats gekürt. Damit gingen die ersten drei Auszeichnungen derart an den aktuellen MVP. Dies war zuletzt Kevin Garnett in der Saison 2003/04 gelungen. Neben der weiterhin dominanten Vorstellung des Königs und dem derzeitigen Formhoch von Shaquille O'Neal war es aber zuletzt auch die Defensive, die beeindruckte. In der vergangenen Woche hielt das Team von Head Coach Mike Brown die gegnerischen Mannschaften bei einer Feldwurfquote von 38,7 Prozent.
So richtig in Fahrt kommen auch die Utah Jazz, die mit sieben Siegen in Folge, trotz immer wieder auftretender Verletzungssorgen, ihre Richtung nicht zu verlieren scheinen. In den letzten Tagen musste das Team aus Salt Lake City auf Forward Carlos Boozer verzichten. Schon wie im letzten Jahr schaffte es Paul Millsap (Foto), diesen Verlust zu kompensieren und legte zum Beispiel im Spiel gegen die Sacramento Kings 28 Punkte aufs Parkett, stellte damit sein eigene Karrierebestmarke eine, und markierte zudem 14 Rebounds und sieben Korbvorlagen zum 101:94-Sieg. Andrei Kirilenko, der zuletzt heftiger Kritik ausgesetzt war und weniger an Leistungen vergangener Tage angeknüpft hatte, blühte in diesen Tagen regelrecht wieder auf und schuf mit 22 Punkten, sechs Rebounds und acht Assists die Grundlage zum 118:105-Erfolg gegen die Portland Trail Blazers. Mehmet Okur tat es ihm gleich und verbuchte 28 Punkte im selben Spiel.
Auch andere Spieler erwachten so langsam aus der Versenkung und mussten für den ebenfalls zwischendurch ausgefallenen Deron Williams in die Bresche springen. C.J. Miles und Rookie Wes Matthews zeigten, dass die Jazz tief besetzt sind und die wichtigen Ausfälle gut ausgleichen können. So können die Jazz mit der Spitze der Western Conference Kontakt halten. Einmal mehr kommen die Gedanken hoch, ob die Franchise Carlos Boozer für die großen Erfolge benötige oder ob man ihm via Trade den Laufpass verpassen solle. Gute Ballrotation und das Wissen, dass mehrere Spieler im Kader die Verantwortung übernehmen können, wirken sich auf den Gesamtauftritt der Jazz aus.
Ähnlich gut läuft es bei den Orlando Magic wieder. Vier Spiele konnte die Franchise aus Florida in der letzten Woche für sich entscheiden. Die Aufbesserung der Tabellenposition führte auch dazu, dass Head Coach Stan van Gundy beim All-Star Game in Dallas das Team des Ostens von der Seitenlinie aus Anschreien darf. Dass die Magic während jener Phase auf Starter Jameer Nelson verletzungsbedingt verzichten mussten, schien nicht weiter zum Tragen zu kommen, zumal Guard Vince Carter (Foto) nach einem verkorksten Januar so langsam wieder zu alter Stärke findet. Ob da der Besuch des ehemaligen Coaches der New Jersey Nets, Lawrence Frank – unter dem Carter fünf Jahre gespielt hatte –, etwas dazu beigetragen hat, bleibt offen. Van Gundy erklärte das Treffen mit Frank als Gelegenheit des Erfahrungsaustausches, vielleicht auch wie man Krisen bewältigt, da dieser in New Jersey ja genügend Bekanntschaft damit gemacht hat. (Im Übrigen trat dort am Dienstag auch Del Harris als Assistant Coach zurück). Die Serie der Magic startete mit einem Erfolg über die Boston Celtics und vollzog sich über die direkten Konkurrenten, den Atlanta Hawks, sowie den Detroit Pistons und Milwaukee Bucks.
Die Hoffnungen auf ein bisschen mehr Erfolg können indes die New Orleans Hornets so langsam begraben. Point Guard und Dreh- und Angelpunkt des Teams, Chris Paul (Foto), unterzog sich einer Operation am linken Knie und wird seinem Team bis frühestens Mitte März nicht mehr zur Verfügung stehen. So muss der aktuelle Spieler des Monats Januar auch das All-Star Game ausfallen lassen und wird von Chauncey Billups ersetzt. Dass der Guard an allen Ecken und Enden fehlt, wurde während der letzten Tage recht deutlich: Trotz guter Leistungen von Vertretung Darren Collison und Mit-Rookie Marcus Thornton gab es zwei Niederlagen in Folge gegen die Phoenix Suns und Oklahoma City Thunder.
Zu den Spielern der Woche wurden Chris Bosh von den Toronto Raptors und Thunder-Forward Kevin Durant (siehe jeweils Stat Lines der Woche) gewählt. Beiden wurde nicht nur diese Ehre zuteil, sondern sie dürfen sich bei der Rookie Challenge als Assistant Coaches beweisen und stehen jeweils den Rookies (Durant) bzw den Sophomores (Bosh) an der Seitenlinie zur Verfügung.
Stat Lines der Woche
Josh Smith von den Atlanta Hawks erreichte im Spiel gegen die Oklahoma City Thunder seinen 1.000sten Block und ist damit der jüngste Spieler, dem dieser Kilometerstein gelungen ist.
Zwar nicht mehr der jüngste, aber dennoch kein altes Eisen ist Andre Miller (Foto) von den Portland Trail Blazers. 52 Punkte beim Overtime-Krimi-Sieg (114:112) gegen die Dallas Mavericks sollten als Bescheinigung genügen. Der Aufbauspieler blieb bei seinem „Career-High“ nur zwei Punkte unter dem Franchise-Rekord, den Damon Stoudamire hält.
Fast genauso viele Punkte und ebenso eine persönliche Bestleistung gelangen Monta Ellis mit seinen 46 Zählern, die jedoch nicht verhinderten, dass die Golden State Warriors gegen Dallas baden ging. Sieben Ballverluste mögen dafür ebenfalls ein Grund gewesen sein.
Ein weiteres Nachsehen hatte Ellis mit seinen Warriors gegen Oklahoma City (104:112), denn Kevin Durant markierte 45 Punkte (inklusive elf Rebounds). Mit 22 Spielen in Folge mit 25 Zählern oder mehr ist Durant somit der jüngste Spieler der Ligageschichte, dem dieses Kunststück gelang. Mit 29,7 Punkten im Saisonschnitt hat Durant zudem auf den führenden Carmelo Anthony aufgeschlossen.
Die Gesamtführung der Scoring-Liste der Lakers-Franchise-Geschichte hielt bis vor kurzem noch das „Logo“ Jerry West. Kobe Bryant (Foto) reichten im Spiel gegen die Memphis Grizzlies 29 Punkte, um ihm diese Position streitig zu machen. Mit 44 Zählern machte er diesen Anspruch mehr aus deutlich, konnte die knappe Niederlage allerdings nicht verhindern.
Dwight Howard konnte sein Team davon überzeugen, dass es keine so schlechte Idee ist, einige Angriffe mehr über ihn laufen zu lassen. Beim 104:86-Erfolg gegen die Atlanta Hawks ließ er 31 Punkte, 19 Rebounds und drei geblockte Schüsse in den Anschreibebogen notieren.
Genug Rebounds für einen nötigen Sieg sammelte auch Antawn Jamison und verhalf mit 23 abgegriffenen Bällen an der Zahl – und nebenbei 21 Punkten – seinen Washington Wiazards zum 106:96-Erfolg gegen die New York Knicks. In seiner bereits elften Saison stellte der 33-Jährige damit eine neue persönliche Bestmarke bei den Rebounds auf.
Buzzerbeater der Woche
In einem NBA-Spiel steht man ohne Zweifel unter großem Druck. Da kann es durchaus einmal vorkommen, dass man ein wenig den Überblick verliert. So auch anscheinend Rudy Gay, der den Buzzer nicht mehr abwarten kann und den Los Angeles Lakers und Kobe Bryant eine besondere Vorlage liefert:
Zitat der Woche
Hedo Turkoglu beweist, dass es nicht viele Worte bedarf, um zu erklären, wie man den richtigen Ton angibt. So wie beim Interview nach dem knappen Erfolg über die New York Knicks:






von GoB13 05.02.10 um 18:13:35
beste zitat ever xD
von -MoFo-MAYO 05.02.10 um 18:56:10
geilXD
wie er drauf wartet, dass der Typ reagiert! zu herllich :P
von bizzmane 05.02.10 um 22:17:09
45 Punkte (inklusive elf Rebounds) ... Wie viele Punkte gibts denn für einen?
von 23kingjames 07.02.10 um 09:16:23
Tja, nach gestern Nacht ist alles gesagt oder? 24 Punkte in Folge 47/8/8 und Reporter welche sich am Ende des ersten Viertels nicht mehr eingekriegt haben ... Heatcheck, Heatcheck, Heatcheck, oh come on Lebron Heatcheck:D
von eightch 10.02.10 um 14:09:31
word! ;)