Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




NBA-Wochenrückblick

Neue Wege

Nach dem All-Star Weekend in Dallas hat Mark Cuban (Foto) eine Idee, Commissioner David Stern macht sich Sorgen, die New Jersey Nets ziehen um und die Trade Deadline wartete mit einer Handvoll Transfers auf. Außerdem verpassten die Cleveland Cavaliers einen Rekord, LeBron James aber schrieb erneut Geschichte.

Von Thomas Käckenmeister
 19.02.2010 |

Eine spektakuläre NBA-Woche ist vorüber. In Dallas war während des NBA All-Star-Wochenendes für knapp eine halbe Millionen Haushalte der Strom ausgefallen. Ein Schneesturm sorgte für Dunkelheit.

Helligkeit und ordentlich Stimmung gab es hingegen im Cowboys Stadium im nahe gelegenen Arlington. Vor einer Rekordkulisse von 108.713 Zuschauern wurde das 59. All-Star Game ausgetragen. Dirk Nowitzki kam auf 22 Punkte, Dwyane Wade erhielt die MVP-Trophäe nach dem knappen 139:141-Sieg für den Osten.

Mavericks-Besitzer Mark Cuban liebäugelte nach dem Ende der Festivitäten sogar damit, Heimspiele seines Teams im Football-Dom auszutragen. Die letzten 342 Spiele der Mavericks im American Airlines Center, in das knapp 20.000 Zuschauer passen, waren ausverkauft. Das ist NBA-Rekord. Vor der Pleite gegen Oklahoma City sagte Cuban: "Doppelt so viele Fans wie sonst hätten dort Platz und es wäre eine einmalige Attraktion, um Spieler nach Dallas zu locken." Um den Plan umzusetzen, muss Cuban jedoch noch Gespräche mit Jerry Jones, dem Besitzer der Dallas Cowboys, führen.

Während der Mavs-Milliardär träumt, bangt Commissioner David Stern (Foto) um seine Liga. 400 Millionen Dollar Verlust soll die NBA diese Saison machen. Das erklärte das Liga-Oberhaupt im Rahmen des All-Star-Wochenendes. Unter dem derzeitigen Collective Bargaining Agreement hätte die Liga bisher in jedem Jahr Minus gemacht, allerdings deutlich weniger als jetzt bekannt wurde. Hauptgrund für die negativen Bilanzen sind der Rückgang der Zuschauerzahlen sowie wegfallende Sponsorengelder. Deshalb sind im neuen Tarifvertrag, der ab Juli 2011 in Kraft treten wird, starke Kürzungen bei den Gehältern zu erwarten. Unterdessen gab Forbes finanzielle Einblicke in die NBA-Franchises. Die Lakers, Knicks und Bulls sind demnach die wertvollsten drei NBA-Teams.

Transfers abseits des Parketts

Vom All-Star Weekend über Geldnöte hin zu Personalentscheidungen. Die NBA Trade Deadline 2010 schwappte Spieler von einem Team zum nächsten wie schon seit Jahren nicht mehr. Der größte Wellenreiter, der nirgends an Land gespült wurde, war - wie schon im vergangenen Jahr - Amare Stoudemire von den Phoenix Suns. Auch Carlos Boozer fand keinen neuen Arbeitgeber.

Stattdessen avancierten dieCleveland Cavaliers nach der Verpflichtung von Antawn Jamison (Foto) zum großen Gewinner. Auch die New York Knicks können sich glücklich schätzen, dass sie denteuersten NBA-Spieler dieser Saison in den Big Apple lotsen konnten: Tracy McGradys 23 Millionen Dollar schwerer Vertrag endet im Sommer und die Knicks haben dann insgesamt mindestens 33 Millionen Dollar zur Verfügung, um zwei Superstars mit einem Maximumvertrag auszustatten. Das Gerede, ob nun LeBron James, Dwyane Wade oder Chris Bosh an den Hudson River wechseln wird bzw. werden, wird bis zum Sommer wohl Gesprächsthema Nummer eins bei den Heimspielen der Knicks sein.

Im Sommer 2012 sollen die New Jersey Nets ihre neue Heimstätte in Brooklyn beziehen. Bis dahin tragen sie ihre Heimspiele im Prudential Center in Newark aus. Wie bekannt wurde, lösten die Nets den Vertrag mit dem Izod-Center in East Rutherford auf und überweisen lieber vier Millionen Dollar Miete für das Übergangsdomizil.

Action auf dem Parkett

Zwischen Superstar-Treffen und Wechselfrist wurde auch wieder Basketball gespielt. So gewannen die neu formierten Dallas Mavericks ihr erstes Spiel mit Caron Butler (107:97 gegen Phoenix) - gleich vier Mavericks (Nowitzki, Terry, Butler, Kidd) erzielten mindestens 15 Punkte.

Die New Jersey Nets feierten den ersten Sieg in fremder Halle - und den fünften Saisonerfolg überhaupt. Mit 94:103 triumphierte die Loser-Truppe in Charlotte.

Am Mittwoch standen Nate Robinson und John Salmons wegen Trade-Verhandlungen nicht in den Aufgeboten ihrer Mannschaften, als die New York Knicks bei den Chicago Bulls gastierten. Am Ende nahm All-Star Derrick Rose (29 P, 6 A) das Heft in die Hand und führte sein Team zu einem ungefährdeten 118:85-Erfolg.

Nach der Wechselflut kam es am Donnerstagabend zu zwei Klassikern: Die Lakers empfingen die Boston Celtics. Der amtierende NBA-Champ verlor erstmals während der Verletzungspause von Kobe Bryant ein Spiel (86:87), weil Ray Allen eine herausragende Vorstellung darbot: Der zuletzt in Trade-Gerüchte involvierte Distanzspezialist traf zehn von elf Würfen aus dem Feld für 24 Punkte und sicherte somit den 34. Celtics-Sieg in dieser Saison.

Die Cleveland Cavaliers schrammten vor eigenem Publikum hauchdünn am Club-Rekord von 14 Siegen in Folge vorbei. Die Denver Nuggets zwangen die Cavs, bei denen Antawn Jamison nur auf der Bank saß, nach Verlängerung mit 116:118 in die Knie. Das Duell des Abends fand einmal mehr zwischen LeBron James und Carmelo Anthony (Foto) statt, die die Boxscores dominierten. "King James" kam auf 43 Zähler, 13 Rebounds, 15 Assists, zwei Steals und vier Blocks. Anthony beendete das Spiel mit 40 Punkten, sechs Boards und sieben Vorlagen. Nach der Partie wusste der Nuggets-Stars um die Bedeutung der Partie für Coach George Karl, dem unter der Woche Kehlkopfkrebs diagnostiziert wurde, nachdem er sich schon 2005 Behandlungen auf Grund von Prostatakrebs unterziehen lassen musste: "Dieser Sieg hebt seine Stimmung ein wenig. Dennoch wissen wir alle insgeheim um seine Situation. Wir spielen für ihn."

Zurück auf dem Parkett

Allen Iverson und Brandon Roy sind zurück. Der Sixers-Guard (4 P, 1/7 FG) konnte aber auch nichts an der desolaten Heimvorstellung seines Teams gegen Miami ändern und ging mit den Philadelphia 76ers 78:105 unter.

Roy hingegen kam in 15 Minuten ebenfalls auf vier Zählerchen (2/7 FG), musste in der zweiten Hälfte aber erneut wegen Problemen an der Ferse pausieren. Seine Blazers gingen gegen die Clippers jedoch mit 109:87 als Gewinner vom Platz.

Auch die Sacramento Kings begrüßen einen Rückkehrer in ihren Reihen: Francisco Garcia bestritt gegen die Boston Celtics sein erstes Spiel seit der Preseason. Nach seinem Unterarmbruch kam der Schütze aus der Dominikanischen Republik zwar nur eine Minute zum Einsatz gegen die Kleeblätter, gegen Golden State erzielte er aber einen Abend später neun Punkte.

Stat Lines der Woche

LeBron James (Foto) ist unmenschlich. Trotz der Pleite gegen die Nuggets (siehe oben) schrieb er erneut Geschichte. Unter den Augen von Oscar Robertson, der in der Saison 1961/62 über die gesamte Saison ein Triple-Double im Schnitt auflegte, präsentierte "LBJ" 43 Punkte, 13 Rebounds, 15 Assists, zwei Steals und vier Blocks. Solch eine Stat Line gab es bisher noch nie! "Wir haben verloren, also bedeutet das nichts"", entschärfte James den Gehalt seiner Werte.

Jason Kidd packte gegen Phoenix sein "A-Game" aus: Mit 18 Punkten, zehn Assists, sieben Rebounds und sieben Steals kam er in die Nähe eines seltenen Quadruple-Doubles.

Die Leistung zweier Warriors-Spieler war spielentscheidend in der Partie zwischen Golden State und Sacramento (130:98). Einerseits händigte Stephen Curry 15 Assists aus, andererseits sammelte C.J. Watson 40 Punkte (16/23 FG), sieben Rebounds und sechs Assists. Wer vermisst da noch Monta Ellis?

Nach der neuen Freizügigkeit im Frontcourt der Washington Wizards kann Andray Blatche locker aufspielen. Ohne Antawn Jamison im Aufgebot legte er sogleich 33 Punkte und 13 Rebounds gegen Minnesota auf.

Shannon Brown enttäuschte beim Slam Dunk Contest, glänzt jedoch in Abwesenheit Kobe Bryants. Der Lakers-Superstar verpasste sein viertes Spiel in Folge mit einer Knöchelverletzung gegen Golden State. Für ihn sprang "Cannon Brown" in die Bresche und feierte gleich doppelt: Er erzielte eine Karrierebestleistung von 27 Punkten und sammelte sein erstes Double-Double (außerdem zehn Rebounds).

Buzzerbeater der Woche

Marcus Williams von den Memphis Grizzlies traf im Spiel gegen Phoenix aus der eigenen Hälfte. Diese Aktion bescherte ihm den ersten Platz in der TopTen vom Mittwoch.

Zitat der Woche

"Ich habe Moses Malone nachgeeifert", sagte Tim Duncan (Foto) nach dem 90:87-Sieg der Spurs über Indiana, als er sich 26 Rebounds griff, aber nur vier seiner 23 Versuche aus dem Feld traf. Übrigens: Zuletzt war es Dave Cowens (20. März 1973), der mindestens 25 Boards sammelte, aber 19 Würfe versiebte.




Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
5.00
(5 Bewertungen bisher)
 

Speichere diesen Artikel:


Kommentare

(4 Kommentare bisher)

von eightch 19.02.10 um 14:54:41


nette zusammenfassung der jüngsten ereignisse...
die idee von cuban ist nicht schlecht, allerdings müßten die mavs dann diese playoffs auch was reißen damit sie sich das auch verdient haben ;)



von Juelz 19.02.10 um 14:55:04


bei lebrons stat line (der woche) sollte es wohl 15 assists anstatt 15 steals heißen



von Commissioner 19.02.10 um 15:20:19


Perfekter Trade für Marcus Camby!
Mr. Glasknochen persönlich wechselt ins Lazarett nach Portland.

Freut Euch schon auf folgende BILD-Zeitung-Überschrift:
Dirk Nowitzki ist ein Rassist!!!
Bezeichnet einen farbigen Mitspieler als Butler!



von Suck My Diktiergerät 19.02.10 um 20:25:31


und das erste spiel der mavs mit butler, haywood und stevenson war nicht gegen phoenix, sondern gegen oklahoma city und das verloren sie sang und klanglos.



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?