NBA-Wochenrückblick
Im Osten geht die Sonne auf
An den guten Vorsätzen für das neue Jahr arbeiten derzeit überwiegend die Top-Teams aus dem Osten. Während sich in Florida die Miami Heat und die Orlando Magic (Hedo Turkoglu, Foto) allmählich einspielen, geht andernorts so manchem Favoriten die Puste aus.
Von Dennis Klammer |
07.01.2011 | |
Neues Jahr, altes Glück. Die Miami Heat machen auch im neuen Jahr dort weiter, wo sie vergangenes Jahr aufgehört haben: Mit Siegen über die Golden State Warriors (20-Punkte-Aufholjagd in der zweiten Hälfte), Charlotte Bobcats und zuletzt die Milwaukee Bucks befinden sich die Heat weiter im Höhenflug. Da aber nicht nur ein Akteur für den Teamerfolg verantwortlich ist, teilen sich LeBron James und Dwyane Wade folgerichtig die Auszeichnung des besten Spielers des Monats im Osten (Westen: Kevin Durant).
„Wir spielen mittlerweile auf derselben Seite und wissen, wie der andere denkt“, sagt Wade (Foto). „Ich denke, dass wir einen guten Job machen.“ Die Heat sind derzeit das heißeste Team der NBA. Aus den vergangenen 20 Partien ging Miami 19 Mal als Sieger vom Parkett. Einzig gegen die Dallas Mavericks setzte es am 20. Dezember 2010 eine knappe 96:98-Niederlage; bereits die zweite Schlappe gegen die Mavs in dieser Saison.
Die Texaner können von solchen Statistiken nur träumen. Nachdem Topscorer Dirk Nowitzki (24,1 PpG) bereits seit sechs Partien wegen einer Knieverletzung fehlt, müssen die Mavs nun auch noch auf Caron Butler verzichten. Der Small Forward riss sich bei der bei der 87:99-Niederlage gegen Milwaukee die Patellasehne im rechten Knie und wird den Rest der Saison ausfallen. Den Personalmangel konnten die Texaner bisher jedoch kaum kompensieren: Aus den vergangenen sechs Spielen sicherten sich die Mavs nur Siege über die Cleveland Cavaliers und die Portland Trail Blazers. In der vergangenen Nacht mussten sich die Mavs mit 95:99 knapp gegen die Oklahoma City Thunder geschlagen geben.
Auch bei den San Antonio Spurs liefen die vergangenen beiden Partien nicht rund. Demonstrierten die Texaner beim 100:74-Kantersieg über die Oklahoma City Thunder noch defensive Stärke (OKC: 32,9% FG), ließen die Spurs die Zügel etwas schleifen. Gegen New York (115:128) und Boston (103:105) kassierte Gregg Poppovichs Team die fünfte und sechste Saisonniederlage. Trotz der Pleiten bedeutete der 29-4-Start der Spurs einer der zehn besten Saisonstarts aller Zeiten.
Hauptverantwortlich für die Niederlage der Spurs gegen Boston war der wiedergenesene Celtic Rajon Rondo (Foto). Mit 22 Assists, zwölf Punkten und zehn Rebounds sowie sechs Steals erspielte er sich beim Aufeinandertreffen der beiden besten Teams der Liga das elfte Triple-Double seiner Karriere. Bereits in den beiden Partien zuvor gegen Minnesota (96:93, 16 Assists) und Toronto (93:79, acht Korbvorlagen) stellte er seine Passqualitäten erneut in die Dienste der Mannschaft, die in den Spielen zuvor schmerzlich vermisst wurden. Boston hatte ohne Rondo (und Kevin Garnett) drei der vergangenen vier Spiele verloren.
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| Turkoglus Statistiken mit den Magic: 12,6 PpG; 5,8 RpG; 5,3 ApG; die Bilanz Orlandos: 7-2. Photo by Keith Allison (License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic) |
Nachdem Carmelo Anthony im ersten Spiel nach seiner Rückkehr auf Grund des Todes seiner Schwester 15 seiner ersten 18 Würfe verfehlte (16 Punkte insgesamt gegen Sacramento), fand er zurück zu alter Stärke. 29,3 Punkte legte er seitem in den vergangenen drei Spielen gegen Houston, die Los Angeles Clippers und Sacramento auf. Den Nuggets half das indes nicht viel: Sowohl gegen Kings als auch gegen die Clippers setzte es Niederlagen. Erneut waren es Blake Griffin (22 Pkt, 18 Reb) und Eric Gordon (28 Pkt), die starke Leistungen zeigten. Auch Clipper DeAndre Jordan stützte die Defensive mit 20 Rebounds und sechs Blocks.
Randnotizen
Die Teilnehmer des diesjährigen Slam Dunk-Wettbewerbs stehen fest! Zur Freude vieler NBA-Fans tritt neben Brandon Jennings (Milwaukee Bucks), JaVale McGee (Washington Wizards) und Serge Ibaka (Oklahoma City Thunder) auch Dunk-Sensation und Lokalmatador Blake Griffin von den Los Angeles Clippers an. Ob Griffin seiner Favoritenrolle gerecht wird, entscheidet sich am 19. Februar im Rahmen des NBA All-Star-Wochenendes (18. bis 20. Februar in Los Angeles).
Einen teuren Preis zahlten die Charlotte Bobcats für ihren 96:95-Sieg über die Golden State Warriors. Center DeSagana Diop riss sich die Achillessehne; vorzeitiges Saisonaus.
(Nichts) Neues von Yao Ming: Der Centerhüne wurde kürzlich operiert und wird sich bald in eine lange Rehaphase begeben. „Ich werde die Zeit nutzen und abwägen, wie es nach der Reha mit seiner weiteren Laufbahn als Basketballer aussieht. Dann werde ich eine Entscheidung treffen“, sagte Yao. Gerüchte besagen aber, dass der Chinese seine Karriere auf diese Weise nicht beenden möchte.
Die Washington Wizards sind weiterhin ein gern gesehener Gast. 0-17 lautet die Bilanz der Wizards, wenn sie in fremden Hallen spielen. Da helfen auch die mageren acht Heimsiege nicht sonderlich, die Bilanz zu verschönen. Das Team aus der US-Haupstadt rangiert derzeit auf dem vorletzten Platz im Osten.
Für einen negativen Höhepunkt sorgte die Starting Five der Milwaukee Bucks. Nur 30 Punkte erzielte die Startformation der Bucks insgesamt. 87:97 hieß es am Ende gegen Orlando, die damit bereits ihr siebtes Spiel in Folge für sich entscheiden konnten.
Kurz vor Abschluss der Vertragsfestsetzungen haben einige Franchises Spieler entlassen, die sie nicht bis zum Saisonende binden wollten. Wie Jarron Collins bei den Clippers könnte der ein oder andere Akteur aber noch einen Zehn-Tages-Vertrag erhalten.
Statistiken der Woche
Neben Rondo, Westbrook und Turkoglu gelang beinahe einem weiteren Akteur ein Triple-Double. Tracy McGrady fehlte nur eine Korbvorlage zur statistischen Meisterleistung gegen Utah Jazz (11 Pkt, 11 Reb, 9 Ast), die mit dem 102:97-Erfolg bereits den elften Sieg in Folge gegen Detroit feiern konnten.
„Antawn Jamison allein zu Haus“ läuft derzeit in Cleveland. Obwohl der Power Forward aus allen Lagen trifft (28,7 Punkte in den letzten drei Spielen), hat Cleveland die vergangenen acht Partien verloren. Ähnlich ergeht es DeMar DeRozan. Der Raptor erzielte 37 Punkte (13/14 FT); dennoch verloren die Kanadier mit 105:114 gegen Houston.
Starke 45 Punkte (13/18 FG) erzielte Rocket Kevin Martin (Foto) gegen Portland, gereicht hat es dennoch nicht. 100:103 hieß es am Ende in Houston. Bereits kurz zuvor setzte sich Portland zu Hause mit 100:85 gegen die Rockets durch. Es war der achte Heimsieg für die heimstarken Trail Blazers in Folge. Gute Aussichten, denn neun der nächsten zehn Spiele finden ebenfalls im Rose Garden statt.
Sechs seiner 13 Distanzwürfe traf Golden States Dorell Wright (30 Punkte) beim Spiel gegen Miami. Geholfen hat es dennoch nichts: Trotz eines Vorsprungs von 20 Punkten (jeweils 36 Zähler in beiden ersten Vierteln), holten sich die Heat noch den Sieg. Die Warriors erzielten nach dem Seitenwechsel insgesamt nur 35 Punkte.
Buzzerbeater der Woche
Jamal Crawford von den Atlanta Hawks sorgte für ein solides Polster zur Halbzeit, als er kurz vor der Mittellinie abdrückte. Am Ende hatte der Shooting Guard 26 Zähler auf dem Konto, und die Hawks einen 110:87-Sieg über Utah eingefahren.
Zitat der Woche
„Das macht man einfach nicht. Das Spiel war schon vorbei!“ (Diese Aussage entnahm man Atlantas Coach Larry Drew nach der 94:103-Niederlage gegen die Oklahoma City Thunder. Kurz zuvor spielte Oklahomas Russell Westbrook bei noch 6,9 Sekunden verbleibender Spielzeit seinen zehnten Assist, der ihm zu einem Triple-Double verhalf. "Wenn du den Ball hast, lässt du die Uhr runter laufen. So einfach ist das".)







von xax 08.01.11 um 12:41:22
Der Osten rollt, ich lehne mich jetzt mal weit aus dem fenster und sage: "Der Osten ist die gefährlichere Conference, z.Z. kommen 3 echte Anwärter aus dem Osten (Miami, Boston, Orlando- wer hätte das gedacht?) und nur zwei aus dem Westen Spurs u. LA." (die werden nicht so schwach bleiben u. sollten sich um Camby bemühen)
Insgesamt ist der Westen tougher, aber an der Spitze ist es für mich der Osten breiter (auch wegen den Bulls)
@crossover-redaktion
kann es sein, dass hier weniger geschrieben wird (Kommentare) als "früher"?