Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




NBA-Wochenrückblick

Betroffenheit und Bestätigung

Auch die NBA nahm zuletzt an den Folgen des Erdbebens in Haiti Anteil. Währenddessen zeigten auf dem Parkett die Los Angeles Lakers den Orlando Magic, dass der Ausgang der NBA Finals im vergangenen Jahr seine Aktualität nicht verloren hat.

Von Sebastian Eickhoff
 22.01.2010 |

Die Geschehnisse um das Erdbeben auf Haiti bewegen Menschen auf der ganzen Welt. Die
Anteilnahme und die Hilfsmaßnahmen zeigen, wie Zusammenhalt und Humanität funktionieren können. Betroffenheit herrscht auch in der NBA. Besonders trifft dies auf Samuel Dalembert (Foto), Center der Philadelphia 76ers, zu. Dieser stammt aus dem betroffenen Inselstaat und ließ es sich nicht nehmen, sich am vergangenen Dienstag selbst ein Bild vor Ort zu machen. Unter Tränen hatte er nach dem Spiel gegen die Portland Trail Blazers – bei dem er sich mit seinem vierten Double-Double in Folge seine Betroffenheit und Trauer nicht anmerken ließ – die miserablen Zustände seiner Heimat beschrieben. Insgesamt 375.000 US-Dollar spendete Dalembert aus seiner eigenen Kasse. Ähnliche Beträge wurden unter anderem von den Miami Heat gestiftet, um die Hilfe nach dieser Katastrophe voranzutreiben.

Shaquille O'Neal schlug in einem Interview derweil vor, Superstars wie Kobe Bryant, LeBron James oder auch Vince Carter am diesjährigen Slam Dunk Contest im Zuge des All-Star-Wochenendes in Dallas (12. bis 14. Februar) teilnehmen und den Erlös dieser Veranstaltung den Opfern zugute kommen zu lassen. Ob dieser Idee folge geleistet wird, bleibt abzuwarten – zumindest, was eine weitere finanzielle Unterstützung Haitis betrifft. Alle drei genannten Stars gaben nämlich schon zu Protokoll, dass sie von einer Teilnahme absehen würden.

Indes wurden die vorerst gesetzten Teilnehmer des beliebten Events bekannt gegeben. Gerald Wallace (Foto, Charlotte Bobcats) – dessen Chance, auch ins All-Star-Team des Ostens berufen zu werden, recht hoch stehen – ist der Dienstälteste unter den Akteuren. Ihm gesellt sich der Titelverteidiger Nate Robinson von den New York Knicks, der im Laufe der Woche zunehmend in Trade-Gerüchte verwickelt und vor allem mit den Boston Celtics in Verbindung gebracht wurde. Zwischen Rookie DeMar DeRozan (Toronto Raptors) und Eric Gordon (Los Angeles Clippers) wird es tags vor dem Dunk-Wettbewerb, während der Halbzeit der „Rookie Challenge“, noch zu einem Duell kommen, um einen weiteren Teilnehmer zu ermitteln. Einen derartigen Ausscheid muss sich Lakers-Guard Shannon Brown nicht unterziehen, gilt er doch insgeheim als Favorit, da er bei seiner geringen Körpergröße beachtliche Höhen erreicht.

Brown überzeugt aber nicht nur durch Anti-Gravitation, sondern, vor allem in der vergangenen Woche, auch durch solide Leistungen im Ligaalltag. Beim Finals-Rematch gegen die Orlando Magic gelangen dem für seine Energie bekannten Spieler 22 Punkte, was für ihn ein persönlicher Rekord bedeutete. Die Partie zeigte derweil deutlich, wie die momentanen Leistungskurven beider Teams auseinander liegen.

Das Endresultat von 92:98 bedeutete eine weitere Niederlage – die bereits siebte im neuen Jahr – für die Magic, die sich nach wie vor mit Abstimmungsschwierigkeiten herumzuplagen haben. Die Kritiker bezüglich der vermeintlich misslingenden Integration von Vince Carter (Foto) werden immer lauter, und das Bedürfnis für Center Dwight Howard, einmal mehr, öfter Ballkontakt zu erlangen, sorgen dafür, dass die Linie der letzten Saison bis dato nur geringfügig weiterverfolgt werden kann. Die Los Angeles Lakers hingegen führen die Western Conference weiterhin solide an und das trotz der Verletzungssorgen, die sie zu vermelden haben bzw. hatten. Ron Artest und Pau Gasol hatten beide den Betrieb für einige Spiele aussetzen müssen, während Kobe Bryant zunehmend mehr Zeit verbringt, an der Bank zu liegen, als auf ihr zu sitzen.

Vergönnt war es ihm in der darauffolgenden Partie dann nicht, seinen 25.000. Karrierepunkt bei den Cleveland Cavaliers gebührend zu feiern. Die Niederlage überschattete ein wenig die Tatsache, dass Bryant damit der jüngste Spieler aller Zeiten ist, dem dieser Meilenstein geglückt ist. Sein Gegenüber und alter Team-Kamerad Shaquille O'Neal stand dem im Nichts nach und knacktezuvor sogar die 28.000-Punkte-Hürde und rangiert damit weiterhin auf dem fünften Rang der besten Punktesammler der NBA.

Die Cavaliers brachten zudem eine lupenreine Siegesbilanz bei drei Spielen aufs Parkett und gehörten damit zu den ambitioniertesten Teams der vergangenen Tage. Ebenfalls obenauf sind nach der Rückkehr von Carmelo Anthony auch die Denver Nuggets, deren Siege gegen die Utah Jazz, die Golden State Warriors und die Los Angeles Clippers ein deutliches Zeichen setzten. Anthony, der in der Woche zuvor noch zum Spieler der Woche gewählt wurde, konnte nahtlos an seine Leistungen anknüpfen, während auch Point Guard Chauncey Billups mehr und mehr zu seinem Wurf zurückfand und im Jahr 2010 stets mindestens 18 Zählern verbuchen konnte.

Mit einer Bilanz von 9-1 seit dem Jahreswechsel sind die Charlotte Bobcats auf dem sicheren Pfad, ihre beste Saison seit der Franchise-Gründung 2004 zu bestreiten. Dafür müsste das Team aus North Carolina nur 15 seiner restlichen 42 Saisonbegegnungen für sich entscheiden. Die Truppe von Head Coach Larry Brown (Foto) konnte die Begegnungen gegen die Phoenix Suns und gegen Division-Rivale Miami Heat deutlich für sich entscheiden. Auch die San Antonio Spurs und Sacramento Kings mussten sich geschlagen geben. Der 104:65-Erfolg über die Heat bedeutete derweil den höchsten Sieg der Franchise-Geschichte. Auch die mittlerweile neun ungeschlagenen Partien in der heimischen Timer Warner Cable Arena sind Rekord.

Einen leichten Schimmer am Erfolgshorizont durften die Detroit Pistons entdecken. Nach den zuletzt desolaten Leistungen bezwang das Team aus Michigan überraschend die in einer Formkrise befindenden Boston Celtics und gewannen drei ihrer letzten vier Partien. Die Celtics erwarten in den kommenden Tagen ihre Mitte Kevin Garnett zurück und hoffen dadurch auf eine schnelle Erholung im Kampf um die Tabellenpositionen, denn drei Niederlagen in Folge sind dort nicht gerade hilfreich. Ähnlich unglücklich verläuft es aktuell bei den Phoenix Suns. Deren vier Niederlagen am Stück – ehe es gegen die Träger der roten Laterne, die New Jersey Nets, zu einem Sieg reichte – bedeuteten Umstellungen in der Startformation. So durfte Robin Lopez statt Channin Frye von Anfang an auf der Center-Position auflaufen, während Leandro Barbosa für Jason Richardson in die Starting Five gerutscht war.

Stat Lines der Woche

Chris Bosh (Foto) erzielte in der vergangenen Woche unter allen Akteuren die meisten Zähler, über einen Sieg gegen die Milwaukee Bucks konnte sich der Big Man der Toronto Raptors derweil nicht freuen. Auch seine neue Karrierebestleistung von 44 Punkten verhinderten die Niederlagen nicht. Darüber hinaus erzielte der 25-Jährige zwölf Rebounds und vier Korbvorlagen.

Auch Derrick Rose stellte zuletzt ein neues „Career-High“ auf: 39 Punkte – zudem neun Rebounds und sechs Korbvorlagen – waren es für den Point Guard der Chicago Bulls in der Begegnung gegen die Washington Wizards. Das Ganze in 50 Minuten, ging das Spiel doch in zwei Verlängerungen, bei dem am Ende die Bulls die Oberhand behielten.

Die Warriors konnten zwar nur einen Sieg verbuchen, dennoch war die vergangene Woche für Monta Ellis (Foto) statistisch ein Erfolg: In allen drei Partien verbuchte der Combo-Guard mindestens 33 Punkte und acht Assists. Am ahnsehnlichsten war dabei seine „Stat Line“ gegen die Denver Nuggets: 39 Zähler, zehn Korbvorlagen und sechs Rebounds.

Neben Ellis schnupperte auch Chauncey Billups an einem Triple-Double. In der gleichen Partie stellte der Aufbauspieler der Nuggets persönliche Saisonbestleistungen von 37 Punkten und sechs erfolgreichen Dreiern auf. Je acht Rebounds und Assists rundeten die exzellente Vorstellung ab.

Ehe Dwyane Wade bei der Niederlage gegen die Oklahoma City Thunder Tim Hardaway vom ersten Platz des besten Vorlagengebers in der Franchise-Geschichte der Heat ablöste, verbuchte er beim Erfolg über die Houston Rockets 37 Punkte, acht Assists und je drei Steals und Rebounds.

Buzzerbeater der Woche

Er kommt zwar nur von der Bank, doch entscheidend ist, wer gegen Ende der Partie auf dem Feld steht. Das weiß auch Jamal Crawford, der seinen Atlanta Hawks in der Partie über die Phoenix Suns mit folgendem Wurf den Sieg bescherte:

Zitat der Woche

„Nun, die Golden State D-Leaguers haben einen Sieg davon getragen. Hier stehen wir mit nur siebeneinhalb Spielern, haben aber dennoch einen Weg zum Erfolg gefunden.“ (Warriors-Coach Don Nelson nach dem Sieg gegen die Chicago Bulls, bei dem mit Chris Hunter, Cartier Martin und Anthony Tolliver drei Spieler aufliefen, die in dieser Saison auch schon in der NBA Developmental League auf dem Parkett gestanden waren. Wie sehr die Warriors mit Verletzungsproblemen zu kämpfen haben, das verdeutlichte die Partie zuvor gegen die Miami Heat. Obwohl Stephen Curry ausgefoult war, durfte er weiter spielen, da die Warriors nur noch zu viert die Parte hätten fortsetzen können.)




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Kommentare

(9 Kommentare bisher)

von jjthenugget 23.01.10 um 00:35:45


Stellt doch mal ein aktuelles Bild von Chris Bosh rein! Der is ja 13 auf dem Pic!



von Treffnix 23.01.10 um 11:56:34


Wir dürfen leider nur dieses Bild verwenden.



von almaen 25.01.10 um 14:07:05


Netter Artiekl wie immer, aber bei manchen Sätzen formuliert ihr auch ganz schön verschwurbelt. Es müssen ja keine Hauptsätze al'a BILD sein, aber schöner Ausdruck und vielverschachtelte Nebensätze sind nicht das gleiche.

Und an die Regelkundler unter uns mal die Frage: Was sehen denn die Basketballregeln in Sachen "Ausfoulen" vor? Warum ist es okay, wenn Curry trotz 6 Fouls weiter spielt? Ist diese Ausnahmesituation regelseitig gar nicht geklärt?



von tamarindenpulpe 25.01.10 um 16:25:26


Er musste ja weiterspielen damit die Warriors 5 Spieler auf dem Feld haben, dafür zählte jedes weitere Foul dann als technisches Foul.



von Hurricane 25.01.10 um 16:42:47


Wie immer ein Guter Artikel und bezüglich des Buzzerberaters von jamal SMD dein part ^^



von nicoquanz 25.01.10 um 17:09:56


ajo wenn die lakers mal zurück liegen und kobe bryant ausfoult bei noch 6 sekunden und 2 rückstand tuen eifnach alle spieler der lakers so als ob sie verletzt sind und er trifft den buzzer beater game winner und dann gehts los schwachsinn einen spieler der 6 hat weiterspielen zu lassen dann sollen sie halt zu 4 spielen



von tamarindenpulpe 25.01.10 um 21:13:32


die warriors können ja nun wirklich nichts dafür dass sie so wenige spieler zur verfügung hatten durch verletzungen und die 6 fouls wurden so doch bestraft... eine mannschaft mit 4 spielern hätte nicht mal annähernd ne chance zu bestehen das wäre einfach nur unfair ;)



von Suck My Diktiergerät 26.01.10 um 01:08:15


schöne geschichte mit sundiata gaines . (der von den jazz, aus der dleague, der gegen cleveland den buzzerbeater traf)...aus dem nichts mit einem wurf millionär. oder zumindestens in die nähe. hätte er den nicht getroffen wäre er vielleicht in 5 jahren physiotherapeut oder ähnliches, jetzt kann er mit arbeit und glück seinen traum leben. sehr schöne geschichte, könnte nicht besser erfunden worden sein.



von justuskoch 26.01.10 um 19:35:24


hat gießen nichtmal in der buli gegen ludwigsburg mit 4 spieler angefangen und am ende noch gewonnen? ;-)



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