Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




NBA-Wochenrückblick

Abschluss mit Ausrufezeichen

Bis zum letzten Spieltag blieb der Kampf um den Einzug in die Playoffs sowie um die einzelnen Positionen für die Endrunde spannend. Während sich Chicago gegen Toronto durchsetzte, beendete Orlando (Dwight Howard, Foto) seine reguläre Spielzeit mit einem Rekord.

Von Christian Gerne
 15.04.2010 |

Zugegeben, viele spannende Spiele kann man gegen Ende der regulären Saison normalerweise nicht erwarten. Während die meisten Teams am unteren Ende der Tabelle um nichts mehr kämpfen – wenn, dann eher um Niederlagen, die eine gute Ausgangsposition im Draft versprechen –, geht es bei den Mannschaften in höheren Tabellenregionen eher darum, ihre Stars für die Playoffs zu schonen.

Doch in manchen Jahren kommt es anders, vor allem, wenn es um die letzten Plätze in den Playoffs oder um das Heimrecht geht. Welche Bedeutung das Heimrecht hat, zeigten die Los Angeles Lakers. Während LeBron James in Reihen der Cleveland Cavaliers einige Tage neue Energie sammeln durfte, musste der angeschlagene Kobe Bryant (Foto) gegen die Portland Trail Blazers nochmals über fast die volle Distanz auflaufen. Der Grund: Los Angeles hatte zu diesem Zeitpunkt trotz des ersten Platzes der Western Conference die selbe Anzahl an gewonnenen Spielen wie die Orlando Magic auf dem Konto. Bei einem erneuten Aufeinandertreffen in den Finals entscheidet die bessere Bilanz der Mannschaften über das Heimrecht. Während Orlando seine Aufgabe gegen die Cavaliers problemlos meisterte, scheiterten die Lakers auf der Zielgeraden. In einem über lange Zeit ausgeglichenen Spiel, bei dem Portland sogar noch den Verlust von Brandon Roy zu verzeichnen hatte, hatten die Trail Blazers am Ende die besseren Nerven. Im Gegensatz zu Kobe Bryant, der bei seinen letzten Freiwürfen zwei Fahrkarten schoss, versenkte auf der Gegenseite Martell Webster eiskalt seine drei Würfe von der Linie.

Ähnlich spannend erwarteten viele Fans das direkte Aufeinandertreffen der beiden Anwärter auf den letzten Playoff-Platz im Osten. Während im Westen bereits seit letzter Woche feststand, welche Mannschaften die ersten acht Plätze besetzen würden, blieb es im Osten bis zuletzt spannend. Drei Spieltage vor Schluss standen sich die Chicago Bulls und die Toronto Raptors im Air Canada Center gegenüber. Während die Dinosaurier wegen eines Nasenbeinbruchs Chris Boshs weiter auf ihren Star-Spieler verzichten mussten, konnten die Bulls fast auf den kompletten Kader zurückgreifen. Wie schmerzlich das Fehlen von Bosh sich bemerkbar machte, zeigte vor allem die Leistung von Joakim Noah (Foto). Dieser kämpfte und rackerte unter den Körben, als ob es keinen Morgen gäbe. Die Belohnung: 18 Punkte, 19 Rebounds, sieben Assists und ein deutlicher 104:88-Erfolg über den direkten Konkurrenten. Am Ende sollte diese Leistung der Herren aus der „Windy City“ reichen, um sich den letzten Platz in den Playoffs zu sichern, denn ihre beiden folgenden Aufgaben gegen die Boston Celtics und Charlotte Bobcats meisterten die Bullen ebenfalls problemlos.

Zum Missmut mancher Fans, ging es im spannend erwarteten Saisonfinale zwischen den Dallas Mavericks und den San Antonio Spurs relativ unspektakulär zu. Bei einem Sieg der Spurs hätte die Franchise um Tim Duncan auf den sechsten Platz der Western Conference vorrücken und so ein Aufeinandertreffen mit Dirk Nowitzki & Co. in der ersten Runde vermeiden können. Die Alternative hätte in diesem Fall Phoenix Suns gelautet. Für Gregg Popovich war dies wohl die schlechtere Wahl. So entschied er sich, Tim Duncan und Manu Ginobilli einen Tag Ruhe zu gönnen und am kommenden Wochenende den Kampf gegen die Mavericks erneut anzutreten.

Photo by Keith Allison (License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)
Einen magischen Saisonabschluss gab es auch für die Orlando Magic. Der 125:111-Erfolg gegen die Sixers aus Philadelphia war der Abschluss einer rekordverdächtigen Saison. Dwight Howard (Foto) erzielte sein 64. Double-Double und führt die Liga auch in dieser Saison in den Kategorien Blocks (2,92 BpG) und Rebounds (13,8 RpG) an. Zudem konnte die Franchise aus Florida den Drei-Punkte-Rekord der Phoenix Suns aus der Spielzeit 2005/06 brechen. Mit 841 versenkten Distanzwürfen verdrängte die Franchise aus Florida Phoenix (837 Treffer) auf den zweiten Rang. In der kommenden Saison wird Orlando seine Rekorde im neuen Amway Center aufstellen. Nach 21 Jahren erlebte die Amway Arena das letzte reguläre Saisonspiel. Sobald die Playoffs absolviert sind, heißt es für die Mannschaft und das Team Abschied nehmen.

Die Verlierer


Apropos Abschied nehmen, für Eddie Jordan war jene Partie das letzte Spiel als Head Coach der Franchise aus Philadelphia. Nach zahlreichen internen Querelen und dem schlechten Abschneiden in dieser Saison soll dies noch heute auf Pressekonferenz offiziell bekannt gegeben werden.

Den Titel „schlechtestes Team“ der Liga konnten sich dieses Jahr knapp die New Jersey Nets (12-70) vor den Minnesota Timberwolves (15-67) sichern. Wie es mit den Nets nächste Saison weiter geht, bleibt abzuwarten. Gelingt es ihnen, im Draft sowie auch in der anstehenden großen Free Agency, den ein oder anderen „Steal“ zu landen, könnte diese Saison schnell abgehakt werden.

Extrem enttäuschend war diese Saison auch für die Toronto Raptors. Nicht nur, dass die kanadische Franchise auf der Zielgeraden Chris Bosh verlor, im entscheidenden Spiel gegen die Chicago Bulls unterlagen die Raptors zudem deutlich und verpassten knapp den Einzug in die Runde der letzten 16. Ob es unter diesen Voraussetzungen gelingt, Bosh im Sommer zu halten, bleibt fraglich.

Ebenfalls zu den Verlierern dürfen sich diese Saison die Detroit Pistons zählen, die zum ersten Mal seit neun Jahren nicht an der Playoff-Runde teilnehmen werden. Weder Ben Gordon, noch Charlie Villanueva konnten diese Saison für die nötigen Akzente in der „Motor City“ sorgen. Die positivste Überraschung gelang den Pistons allenfalls im Draft. Mit Jonas Jerebko wählte das Team einen Rookie, welcher bereits nach seiner ersten Saison in der NBA angekommen scheint. Bleibt zu hoffen, dass die Verletzungsseuche im kommenden Jahr weiterzieht und die Pistons wieder zu alter Form zurückfinden, denn selbst als Detroit-Hasser muss man zugeben, dass irgendwie doch etwas in den Playoffs ohne „Deeetroooit Basketball“ fehlt.

Für die einzelnen Conferences ergeben sich damit folgende Abschlusstabellen und Playoff-Begegnungen:

Eastern Conference

1. Cleveland Cavaliers (61 Siege, 21 Niederlagen)
2. Orlando Magic (59-23)
3. Atlanta Hawks (53-29)
4. Boston Celtics (50-32)
5. Miami Heat (47-35)
6. Milwaukee Bucks (46-36)
7. Charlotte Bobcats (44-38)
8. Chicago Bulls (41-41)

Cleveland Cavaliers gegen Chicago Bulls
Orlando Magic gegen Charlotte Bobcats
Atlanta Hawks gegen Milwaukee Bucks
Boston Celtics gegen Miami Heat

Western Conference


1. Los Angeles Lakers (57-25)
2. Dallas Mavericks (55-27)
3. Phoenix Suns (54-28)
4. Denver Nuggets (53-29)
5. Utah Jazz (53-29)
6. Portland Trail Blazers (50-32)
7. San Antonio Spurs (50-32)
8. Oklahoma City Thunder (50-32)

Los Angeles Lakers gegen Oklahoma City Thunder
Dallas Mavericks gegen San Antonio Spurs
Phoenix Suns gegen Portland Trail Blazers
Denver Nuggets gegen Utah Jazz

Die Auszeichnungen

Ob die Verteilung der Awards in dieser Saison wirklich spannend wird, bleibt zu bezweifeln. Den Titel des wertvollsten Spielers dürfte sich in dieser Saison zum zweiten Mal LeBron James sichern. James führte seine Cavaliers zur besten Bilanz der Liga und verwies die Los Angeles Lakers um Kobe Bryant, wie auch in der vergangenen Saison, auf den zweiten Platz.

Der „Most Improved Player“ wird in diesem Jahr vermutlich Kevin Durant (Foto) werden. Neben dem Titel des besten Korbjägers, als jüngster Akteur in der Ligageschichte, könnte dies die zweite Auszeichnung für den 21-jährigen Small Forward aus Oklahoma City werden. Gibt es ernsthafte Konkurrenz? Mit Danilo Gallinari, Aaron Brooks oder Carl Landry kämen sicher auch noch andere Spieler in Frage, jedoch dürfte die Auszeichnung letzten Endes bei dem ehemaligen Texas Longhorn landen.

Wer zweifelt daran, dass die „Rookie of the Year“-Auszeichnung diese Saison an Tyreke Evans geht? Vermutlich keiner. Evans schaffte etwas, was nur drei Spielern vor ihm bisher gelang. Mit einer „20/ 5/ 5“-Saison (20,1 PpG; 5,3 RpG; 5,8 ApG) als Rookie gesellte er sich hinter Michael Jordan, Oscar Robertson und LeBron James in die Reihe derer, denen diese Leistung bisher vergönnt war. Keine schlechten Vorzeichen für die weitere Karriere des Point Guards aus Sacramento.

Die defensiven Statistiken in zwei Kategorien (Blocks und Rebounds) anzuführen, dürfte auch in dieser Saison wieder reichen, um sich den Titel des „Defensive Player of the Year“ zu sichern. Wir sagen an dieser Stelle schon einmal „Glückwunsch, Dwight Howard“.

Randnotizen


1.333 Siege in seiner Karriere als Coach konnte Don Nelson (Foto) bereits vergangene Woche feiern. In einer Zeremonie vor dem Spiel der Golden State Warriors gegen die Oklahoma City Thunder wurde er nun dafür feierlich geehrt. Mit dem Programm, welches Videobotschaften seiner Kollegen Pat Riley und Larry Brown beinhaltete, würdigte man die Leistungen „Nellies“, der den Rekord von Lenny Wilkens bezüglich der meisten Karrieresiege in der NBA gebrochen hatte.

George Karl befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der Coach der Denver Nuggets, der an Krebs im Halsbereich erkrankt ist und derzeit seine zweite Chemotherapie durchläuft, wird laut Angaben seines Arztes wohl in der Lage sein, ab der zweiten Playoff-Runde seinem Team wieder zur Verfügung zu stehen.

Einen grandiosen Korb erzielte Rasheed Wallace in der vergangenen Woche gegen die Chicago Bulls. Nach einem Wurf aus der Halbdistanz versenkte „Sheed“ das Leder mit einem schönen Tip-in im Korb. Zu dumm nur, dass es der eigene war.



Stat Lines der Woche

Mit 40 Punkten und zehn Rebounds gegen Portland legte Dirk Nowitzki den Grundstein für die Jagd auf den zweiten Platz in der Western Conference, die letztendlich glücken sollte. Dabei blieb der Deutsche erneut ohne Fehlwurf von der Freiwurflinie (17/17 FT) und hat nunmehr 74 Versuche vom Streifen in Folge versenkt.

Kevin Durant zeigte mit seiner Leistung gegen die Golden State Warriors wieder einmal, warum er zu den besten Scorern der Liga gehört. 40 Punkte, zehn Rebounds und fünf Assists standen am Ende für den Small Forward in den Statistiken. Sollte „KD“ so weiter machen, gilt für ihn bald nur noch „The sky is the limit“.

Auch wenn Tyreke Evans der Favorit auf die Auszeichnung zum besten Rookie des Jahres sein mag, Stephen Curry (Foto) möchte bei der Vergabe jenes Awards auch ein Wörtchen mitreden. Mit seinen 42 Zählern, neun Rebounds und acht Korbvorlagen im letzten Saisonspiel gegen Portland unterstrich der Aufbauspieler seine Ambitionen.

Nicht nur Curry, auch Derrick Rose legte im Saisonfinale eine neue Karrierebestleistung auf. In der vorletzten Begegnung gelangen dem Aufbauspieler Chicagos beim Erfolg über die Celtics 39 Punkte, sieben Assists, fünf Rebounds und drei Blocks.

Auch die 23 Rebounds von DeJuan Blair bei der Niederlage gegen Dallas bedeuteten für den Big Man der San Antonio Spurs ein neues „Career-High“. Ohne Tim Duncan hat der Rookie Freiräume, die er zudem für 27 Punkte, vier Assists und drei Blocks nutzte.

Auch wenn es letzten Endes nicht zum Sieg reichte, gelang Terrence Williams ein erwähnenswertes Triple-Double: 27 Punkte, 13 Rebounds und zehn Assists konnte der Small Forward bei der Niederlage gegen die Chicago Bull für sich verzeichnen.

Buzzerbeater der Woche


Dabei gelang dem Liganeuling auch dieser erfolgreiche Wurf von weit hinter der Drei-Punkte-Linie. Wenn die Nets angesichts ihrer desaströsen Bilanz schon nichts zu feiern haben, geht immerhin der letzte Buzzerbeater der Woche an einen Akteur aus ihren Reihen.



Zitat der Woche

„Was sagt ihnen das? Die Leute sind dumm genug, mich weiter anzustellen.“ (Larry Brown nach der letzten Begegnung der New Jersey Nets im IZOD Center. Brown war beim ersten Heimspiel in dem damals als Brendan Byrne Arena bekannten IZOD Center noch Coach der Nets; zum Abschiedsspiel reiste er als Head Coach der Charlotte Bobcats an.)




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Kommentare

(12 Kommentare bisher)

von rigobert 15.04.10 um 17:19:28


kleiner Fehler:
die Magic haben die zweitbeste Bilanz



von Aleks05 15.04.10 um 20:08:00


aaron brooks = mip



von potterbande 15.04.10 um 20:20:35


Kevin Durant = MIP



von Suck My Diktiergerät 15.04.10 um 20:22:26


Zack Randolph for MVP.
sorry, aber der typ...vom troublemaker, kiffer, trainingsverweigerer und schwarzem loch nun zum vorbild für die jugend, trainingsbesessen und passwillig.
meine stimme hätte er. mvp liest man doch auch nicht immer nur an den stats (auch wenn lbj natürlich hammerstats hat ^^ )



von chn7rocket 15.04.10 um 21:05:36


deron williams hätte sich auch einen award verdient, nur wüsste ich nicht welchen :P



von xax 16.04.10 um 10:11:16


@smd
also ich bin ja ein fan von randolph... aber mvp?nee, aber MIP.
ROY-->Jennings(die Bucks in den PO... die Bucks(!)
Best Defender= der Schweizer von den Thunder... naja ihr wisst schon...
Ach ja MVP-->LBJ oder Arenas

kommt zu den PO noch ein eigener Bericht, ich möchte tippen.



von Treffnix 16.04.10 um 10:58:31


@ xax: zu den POs erfolgt selbstverständlich nochmals ne extra Berichterstattung !



von xax 16.04.10 um 12:44:56


@ treffnix
sehr gut.
na in diesem jahr wird im westen echt hart zu tippen.

glaubst du immer noch das LBJ zu den Nets geht?



von king_handles 16.04.10 um 13:47:31


"In der kommenden Saison wird Orlando seine Rekorde im neuen Amway Center aufstellen. Nach 21 Jahren erlebte die Amway Arena das letzte reguläre Saisonspiel."
??
Rasheed Wallace ist natürlich geil !^^



von Treffnix 16.04.10 um 13:58:03


wenn er geht, fände ich die Nets nach wie vor eine interessante Option für ihn, ich denke aber mittlerwile, dass er in Cleveland bleibt !



von Treffnix 16.04.10 um 13:58:57


@ king_handles.....Arena=alt Center=neu



von Suck My Diktiergerät 16.04.10 um 15:21:10


@xax meinte natürlich randolph als MIP.
sorry, tipfehler.



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