NBA-Saisonvorschau

Zeit für Veränderungen

In der Central Division gehen die Teams aus Detroit, Milwaukee und Chicago mit neuen Head Coaches in die kommende Saison. Während Indiana seinen Kader umkrempelte, hofft man in Cleveland, LeBron James endlich die ersehnte Unterstützung an die Seite gestellt zu haben.

Von Christian Burmeister (bur), Christian Gerne (ger), Christian Guse (gus), Björn Lemkühler (bl), Florian Lindemann (flo)
 19.10.2008 |

Detroit Pistons: Schluss mit lustig

(ger). Mit markigen Worten beendete Joe Dumars, General Manager der Detroit Pistons, nach der Niederlage in den Conference Finals gegen die Boston Celtics die Saison 2007/08. Er schockte sowohl Spieler als auch Fans mit der Option, während des Sommers den Kern der Mannschaft aufzulösen, und versicherte seinen Spielern, dass keiner von ihnen mehr unantastbar sei.

Nachdem die Jungs aus Motor City zum dritten Mal in Folge (gegen unterschiedliche Teams) den Einzug in die NBA Finals verpasst hatten, platzte Dumars der Kragen, und er machte seinem Ärger laut Luft. Während die reguläre Saison mit 59 Siegen und Platz zwei in der Eastern Conference noch wie geplant lief, frustrierte ihn vor allem das selbstgefällige Auftreten der Pistons in den Playoffs.

Ein lustlos wirkender Rasheed Wallace und ein resignierter Flip Saunders waren Sinnbilder dafür, dass im Palace of Auburn Hills einiges im Argen lag. Die erste Konsequenz, die Dumars daher zog, war die Entlassung von Coach Saunders, der nach drei Jahren bei den Pistons anscheinend nicht mehr in der Lage war, seine Spieler zu erreichen. Eine neue Stimme musste her. Das Front Office entschied sich für den 39-jährigen bisherigen Assistant Coach Michael Curry (Foto, Drei-Jahres-Vertrag), der in der Saison 2002/03 selbst noch mit Chauncey Billups, Richard Hamilton und Tayshaun Prince im Dress der Pistons auflief und seine aktive Karriere 2005 beendete.

Im Hinblick auf den Kader war Dumars' Ärger deutlich schneller wieder verraucht, und entgegen allen Ankündigungen blieb der Kern der Mannschaft (Billups, Hamilton, Prince und Wallace) erhalten. Während der neue Coach Curry nach seinem Amtsantritt versuchte, die Mannschaft in zahlreichen Einzelgesprächen wieder auf Kurs zu bringen, blieb es entgegen allen Vorzeichen erstaunlich lange ruhig auf dem Transfermarkt. Lediglich das Gerücht eines möglichen Wechsels von Carmelo Anthony zu Detroit brachte kurzfristig etwas Unruhe, doch so schnell wie die US-amerikanische Zeitung Denver Post das Gerücht in die Welt gesetzt hatte, so schnell folgte von offizieller Seite auch das Dementi.

Ende Juli war es dann soweit: Die Pistons schlugen auf dem Transfermarkt zu und verpflichteten den 26-jährigen Bigman Kwame Brown, der zuletzt bei den Memphis Grizzlies unter Vertrag stand. Brown, der in seiner bisherigen NBA-Karriere mehr durch Verletzungen und kleinere Skandale als durch Leistung von sich reden gemacht hat, erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag, der trotz unterschiedlicher Angaben wohl mit vier Millionen Dollar dotiert ist. Der 2,11 Meter große Center wurde 2001 an erster Stelle von den Washington Wizards gedraftet, konnte jedoch dem Erwartungsdruck weder dort noch bei den Los Angeles Lakers gerecht werden.

Neben Brown verpflichteten die Pistons mit Will Bynum (Maccabi Tel Aviv) einen weiteren Point Guard, der jedoch hinter Billups und Sophomore Rodney Stuckey wohl hauptsächlich in der Garbage Time seine Minuten sehen wird. Selbiges dürfte auch für Alex Acker gelten, der, nachdem er 2005 von den Pistons gedraftet wurde, zwei Jahre in Europa spielte, bevor er nun wieder – zumindest vorübergehend – in den Pistons-Kader aufgenommen wurde. In Detroit bleiben wird Walter Herrmann. Der Argentinier soll in dieser Saison eine etwas größere Rolle spielen als in der vergangenen Spielzeit.

Eine eher untergeordnete Rolle spielten die Picks beim diesjährigen Draft. An 29. Stelle wählte man D.J. White, den man direkt gegen Walter Sharpe zu den Oklahoma Thunder City abgab. Deron Washington (59.) und Trent Plaisted (46.) werden in der kommenden Spielzeit in Europa spielen. Ebenso überschaubar wie die Neuverpflichtungen war die Zahl der Abgänge. Jarvis Hayes verließ Detroit in Richtung New Jersey, und Theo Ratliff zog es nach Philadelphia zu den 76ers.

Glaubt man den Aussagen von Curry, kann man von seinem Team in der kommenden Spielzeit einiges erwarten. Die Offseason nutzte der Coach vor allem für die intensive Vorbereitung mit seinen jungen Spielern. Neben Stuckey (Foto) und Jason Maxiell sieht man in Detroit vor allem in Arron Afflalo, Amir Johnson und Cheikh Samb die Zukunft der Franchise. Im Vergleich zu seinem Vorgänger Saunders will Curry das Team laut eigenen Aussagen noch defensiver aufstellen. In der Offensive setzt Curry vor allem auf uneigennütziges Zusammenspiel. Seine zweite Stütze sollen eine höhere Turnover-Ausbeute beim Gegner und die daraus resultierenden Fastbreak-Punkte in der Transition sein. Allgemein ist damit zu rechnen, dass aufgrund der zahlreichen hungrigen „Jungspunde“ auf der Bank dauerhaft eine Rotation von zehn bis elf Akteuren zu sehen sein wird. Obwohl der Osten diese Saison deutlich stärker geworden ist, kann man von den Pistons auch diese Saison wieder erwarten, dass die Teilnahme an den Conference Finals das Minimalziel ist. Nach oben hin ist bei den Pistons alles offen.

Optimum: Michael Curry wird es gelingen, den nötigen Ehrgeiz bei den Spielern zu wecken. Kwame Brown wird am Brett zu alter bzw. ungewohnt starker Form finden, sodass die Mannschaft nach 2004 wieder das Finale erreichen wird.

Floptimum: Die Pistons werden in den Playoffs wieder so selbstgefällig wie in den letzten Jahren spielen, sodass sogar nach der ersten Runde Schluss sein wird. Im kommenden Sommer wird Joe Dumars den Kader auseinanderbrechen.

Jeder rechnet damit, dass die Pistons auch diese Saison am Ende nicht als Sieger dastehen werden und dass Kwame Brown den Erwartungen wieder einmal nicht gerecht werden wird.

US-Managerspiel-Tipp: Rodney Stuckey (2,39 Millionen) wird unter dem neuen Coach auf knapp 30 Minuten pro Spiel kommen. Der Guard hat in den Conference Finals nach dem Ausfall von Billups schon Führungsqualitäten und Talent bewiesen. Setzt er da an, wo er letzte Saison aufhörte, wird er dieses Jahr seinen Durchbruch haben. Alternative: Amir Johnson (1,82) wird Antonio McDyess aller Voraussicht nach als Starter beerben.




Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
4.44
(9 Bewertungen bisher)
 

Speichere diesen Artikel:


Kommentare

(17 Kommentare bisher)

von schlund 19.10.08 um 13:30:14


der artikel ist allenfalls mittelmaß, was die rechtschreibfehler angeht. Ansonsten kurz und knapp das wichtigste was man wissen muss



von xax 19.10.08 um 14:43:33


Pistons: 2 Runde
Cavs: Conference-Final
Pacers: Lottery
Bucks: Playoffs als 7. (bei d. Frontcourt ein Muss)
Bulls: Playoffs (Rose schlägt ein)



von nemesis 19.10.08 um 15:38:25


Pistons: Conference-Final
Cavs: 2 Runde
Pacers: Lottery
Bucks: Playoffs?!?(nicht in diesem Leben)
Bulls: Lottery (Rose schafft es nicht)



von schlund 19.10.08 um 22:32:57


pistons ganz knapp playoffs, nach megatrade kurz nachem all-star game..erstrundenaus

cavs:finals, da sie sich tayshuan prince angeln...

pacers: machen spass und gewinnen 17 spiele, sind aber nächste saison mit all-star granger mindestens im conference semifinal

Bulls: werden gordon los, womöglich 2. russische liga, danach conference finals



von Chris 20.10.08 um 08:25:05


"schlund schrieb am 19.10.08 um 13:30:14 Uhr:

der artikel ist allenfalls mittelmaß, was die rechtschreibfehler angeht."

Beispiele, bitte.



von TimmyD21 20.10.08 um 15:22:04


@schlund
also viele rechtschreibfehler hab ich nicht gefunden außer "tayshuan";)



von Vanessa 21.10.08 um 12:49:52


Pistons: werden gerade noch so auf Platz 4 in der EC landen
Cavs: werden in der EC Erster, noch vor den Celtics
Pacers: streiten sich mit den Kings und Grizzlies um den schlechtesten Tabellenplatz
Bucks: ziehen beim Kampf um den letzen Tabelleplatz im Osten gegen Charlotte den Kürzeren
Bulls: kämpfen sich nach einem
Monster-Trade (Hinrich und Gordon) im Frühjahr auf den sechsten Rang



von wowa81nrw 21.10.08 um 13:09:08


Pistons: werden alle überraschen für die meisterschaft reicht es aber nicht
CAVS: schaffen die playoffs werden aber früh scheitern
Pacers: werden nichts mit den playoffs zu tun haben
Bucks: scheitern knapp an den playoffs
Bulls: hier steht ein mega trage bevor (sie haben zu viele gute gaurds aber nichts unter dem korb) schaffen die plyoffs dieses jahr nicht



von Hurricane 21.10.08 um 13:18:03


Ich finde bie der Wahl um die rote Laterne hat Oklahoma auch ein Wort mit zu reden und ich hoffe al Pacers fans das die Manschaft schnell zusammen wächst und in den nächstne jahren wieder zu alter stärke zurückfindet



von Kleine Hexe 21.10.08 um 16:41:24


@Vanessa
Pistons: kommen auf Rang 3, knapp hinter Orlando
Cavs: werden vierter
Pacers: Durchbuch für Granger, aber Tabellenvorletzer vor Kings
Bucks: scheitern knapp an den Playoffs
Bulls: achter Platz, dank Kenyon Martin Trade nach Windy City



von mac minista 21.10.08 um 21:40:41


zu detroit: ihr schreibt, dass stuckey 30in pro spiel sehen wird. wie soll das denn gehen? ich glaube nicht, dass billups und rip jeweils weniger als 35 min spielen..



von schlund 22.10.08 um 15:02:15


es fehlen immer mal wieder buchstaben...es steht auch einmal "and" statt "und" und es ist auch einmal "in in" zu lesen...mehr weiß ich nich mehr...
ich meine das ändert ja nichts an dem inhalt, sondern nur am lesefluss....



von Whooookid 22.10.08 um 17:35:29


tabellen vor letzter??? Vor denn kings?? Im osten ??? Hab ich was verpasst????



von tamarindenpulpe 22.10.08 um 18:36:58


maybe insgesamt?



von The Butcher 24.10.08 um 10:42:59


@Whooookid
Vanessa hat bestimmt Tabellenvorletzer in der gesamten NBA-Tabelle gemeint, Du neunmalkluger Schlaukopf!
tabellen vor letzter??? (vorletzter auseinander geschrieben?)
Vor denn kings?? (den Kings mit zwei N?)
Hast Du was verpasst??? ...ja, die Schule!



von jordan 25.10.08 um 19:34:00


Die Chicago Bulls hatten nur eine Wahrscheinlichkeit von 1,7 % auf den 1. Pick?!? Krasse Sache...!



von RUN & GUN 25.10.08 um 19:59:30


d. rose ist angekommen. und zwar in seiner heimat. chicago ist seine "hood". das wird ihn beflügeln, die bullen schaffen die playoffs, aus in runde 2!



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?