NBA-Saisonvorschau

Stars kommen, Stars gehen

Noch vor einem Jahr bekam die Southeast Division durch die Wechsel von LeBron James und Chris Bosh Star-Zuwachs. Nun könnte mit dem abwanderungswilligen Dwight Howard bei Orlando ein Franchise-Spieler die Division bald wieder verlassen. John Wall steht in Washington vor dem Durchbruch zum Star. Atlanta und Charlotte komplettieren die Division.

Von Dennis Amedovski (dam), Florian Lindemann (fl), Sebastian Eickhoff (sei), Joshua Wiedmann (jw), Conrad Ziesch (cz)
 20.12.2011 |

Washington Wizards: John Wall allein zu Haus

Vergangene Saison: 23 Siege, 59 Niederlagen (Siegquote: 28%); keine Playoffs

(fl). Wäre Blake Griffin nicht gewesen, hätten die Washington Wizards jetzt wohl den Rookie des Jahres in ihren Reihen. John Wall (Foto oben) spielte eine exzellente Rookie-Saison und legte 16,4 Punkte und 8,6 Assists pro Partie auf. Dem Status Nummer-eEins-Pick hat er damit alle Ehre gemacht. Er ist ganz klar der Eckpfeiler, um den die Wizards ihre Franchise aufbauen werden. Jedoch muss Wall noch an seinen Aufbauspielerfähigkeiten sowie seinem Sprungwurf, gerade aus dem Dribbling heraus, arbeiten. Dennoch ist von ihm in seiner zweiten Saison, auch weil er als Liganeuling länger verletzt war, ein weiterer Sprung nach vorne zu erwarten.

Nach dem ehemaligen Spieler von John Calipari fällt das Talent in der Hauptstadt allerdings rapide ab. Niemand anderes im Kader hat aktuell wirkliches All-Star-Potential. Lediglich JaVale McGee (Foto) mag mittelfristig mit einem Leistungssprung Chancen auf eine Nominierung haben. Allerdings wechseln sich bei dem Center Licht und Schatten noch viel zu oft ab. An einem Abend blockt er Würfe wie Dikembe Mutombo in seinen besten Zeiten und vollbringt dank seiner Krakenarme atemberaubende Dunks, dann wiederum wirk er wie ein zu großer U-14-Spieler, der gerade erst mit dem Basketball angefangen hat. Er muss dringend mehr Basketballintelligenz entwickeln, um ein konstanterer Spieler zu werden.

Neben Wall im Backcourt wird wohl wieder Nick Young auflaufen, der nach einer starken letzten Saison keinen neuen hoch dotierten Vertrag bekam und nur einen Ein-Jahres-Vertrag für etwa 3,7 Millionen Dollar erhielt. Angeblich strebte der Shooting Guard ein Jahresgehalt von neun Millionen an. Diese Enttäuschung könnte Motivation sein, dieses Jahr noch eine Schippe draufzulegen, um dann im Sommer 2012 abzukassieren. Dafür sollte Young aber etwas mehr passen und unbedingt sein Dribbling verbessern. Sein Backup Jordan Crawford wirft noch öfter und passt fast nie den Ball. Er muss unbedingt eine bessere Wurfauswahl entwickeln.

Die Frage nach mangelnder Basketballintelligenz zieht sich wie ein roter Faden durch den Kader der Wizards. So setzt sich dies auch bei Andray Blatche (Foto) fort, der wohl auf der Position des Power Forwards starten wird. Blatche hat zweifellos Talent und auch gute körperliche Voraussetzungen, jedoch hat er immer wieder bewiesen, dass er nicht in der Lage ist, dies optimal einzusetzen. Er nimmt viele schlechte Würfe und verliert für einen Big Man viel zu oft den Ball. Nach dem All-Star-Wochenende spielte Blatche allerdings erheblich besser, und so sollte man noch nicht alle Hoffnung begraben.

Die erste Fünf wird von Veteran Rashard Lewis komplettiert, der zwar absolut überbezahlt ist, aber dennoch wertvoll für die Wizards sein kann. Mit seinem Dreier kann er für die vielen Athleten Platz unter dem Korb schaffen, und er findet dank seiner guten Übersicht auch den freien Mitspieler. Kevin Seraphin spielte eine starke EM und könnte einen Sprung nach vorne machen. Falls er enttäuscht, ist mit Ronny Turiaf ein weiterer Franzose einsatzbereit. Auf der Position des Power Forwards wird auch Trevor Booker einige Minuten sehen. Er ist der perfekte Rollenspieler, der dank seines Einsatzwillen Feuer von der Bank bringt. Die Veteranen Maurice Evans und Roger Mason sind primär dafür zuständig, Vorfälle à la Gilbert Arenas und Javaris Crittenton zu verhindern und der Jugend die nötige Ernsthaftigkeit einzuimpfen.

Im Draft sicherten sich die Wizards die Rechte an Jan Vesely, Shelvin Mack und Chris Singleton. Vesely dürfte sofort Minuten sehen, muss aber entweder mehr Muskeln aufbauen oder sich einen guten Distanzwurf zulegen. Singleton ist ein guter Verteidiger und Rebounder – Qualitäten, die in Washington dringend benötigt werden. Mack ist der klassische Backup für die Position eins und zwei.

Prognose: Die Washington Wizards werden sich vor allem dank John Wall verbessern. Für die Playoffs wird es aber auf keinen Fall reichen. Wall muss hoffen, dass entweder einer seiner Mitspieler einen großen Sprung nach vorne macht, oder sonst in der Lottery die Daumen drücken, dass 2012 ein zweiter Star in die Hauptstadt kommt.

US-Managerspiel-Tipp: John Wall (7,93 Mio.). Der Aufbauspieler könnte bereits in seinem zweiten Jahr All-Star werden und somit sein Wert im Managerspiel noch nach oben heben.

Depth Chart (Stand: 20. Dezember 2011):

Erste Fünf Bank Bank
PG: J.Wall    
SG: N.Young Jo.Crawford M.Evans
SF: R.Lewis J.Vesely C.Singleton
PF: A.Blatche R.Turiaf T.Booker
C: J.McGee K.Seraphin  

Erweiterter Kader: Roger Mason (SG), Shelvin Mack (PG), Hamady N'Diaye (C), Larry Owens (SF), Mike Wilks (PG)




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Kommentare

(11 Kommentare bisher)

von Durant44 20.12.11 um 17:34:56


In den Depth Charts hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Mc Gee und Blatche müssten die Positionen wechseln. Wo ist denn eigentlich der Evergrenn Jianlian abgeblieben!? Ist der in die Heimat gewechselt oder ist er in "Rente"!?



von Hurricane 20.12.11 um 17:50:46


Der ist meines erachtens wieder zurück nach China. Unteranderem Lockout bedingt, aber denke mal das er nicht wieder kommt.



von xax 20.12.11 um 21:01:55


hab nen kleiner schreibfehler entdeckt: Sein Backup Jordan Crawford wirft -->er-<-- noch öfter und passt fast nie den Ball.

Zu den Bobcats:"Es wird ein Übergangsjahr [...] hatte die auch mal andere?

Was machen eig. die Hawks?warum hängen die so an ihrem team?
ich würde versuchen smith gegen kaman zu tauschen,
- horford spielt PF (super werfer)
- kaman gibt den 5er (zaza ist ein guter BACKup, kein starter)
- williams bringt athletik auf der drei, johnson den cleveren scorer und teauge den schnellen penetrierer (kaman kann ja für nen fünfer auch gut schiessen).
klappt es mit K. nicht, sein vertrag läuft doch eh aus, stillstand ist Rückschritt, ich würde es machen.

- orlando hat es zum zweiten mal nicht geschafft mit dem besten center der nba einen ring abzugreifen, das ist bitter.

- wizards... die wizards eben, bobcats sind jung u. erfolglos, die wizards sind verrückt und erfolglos, auch ne art von konstanz. denke es wäre aber gut langsam erfolgreich zu werden, sonst könnte wall irgendwann mal den melo machen...



von rajonrondo9 21.12.11 um 15:06:24


Was ist eigentlich mit Gilbert Arenas??
Wo geht der hin?



von oxymoron (x-over) 21.12.11 um 15:15:02


Die Los Angeles Lakers, Miami Heat und New York Knicks sollen Interesse bekunden bzw. sind das die drei Teams, die Arenas selbst auf der Liste hat sowie jene Mannschaft, die Dwight Howard verpflichten würde, falls ein Trade des Magic-Center zustande kommt.



von Durant44 21.12.11 um 15:21:48


Klein Gilbert hat anscheinend einen Wunschzettel auf dem 4 Teams stehen. Lakers, Heat, Knicks und das Team, dass D12 verpflichtet.
Die Lakers haben wohl ihr schon ihr Interesse bekundet!



von Hurricane 21.12.11 um 16:18:15


Könne die Knicks Gilbertsvertrag überhaupt stemmen?



von oxymoron (x-over) 21.12.11 um 16:25:29


Arenas wurde von den Magic per Amnesty-Klausel entlassen. Nachdem keine Franchise unter dem Salary Cap ein Angebot für den Guard abgegeben hatte, ist Arenas Free Agent. Die Knicks können ihm also beispielsweise einfach das Minimum bieten. Sein Vertrag mit den Magic steht dem nichts im Weg.



von Hurricane 21.12.11 um 16:36:09


Ok danke habe ich verpasst das er gefeuert worden ist ^^.



von limbushkit 21.12.11 um 16:36:30


- Heat: Für mich heuer mit Chicago der Favorit im Osten. Die Stars sind eingespielt und man hört zur Zeit nicht viel von ihnen, was auf große Konzentration zurückschließen lässt. Die großen Drei allein könnten sie vielleicht zur Meisterschaft führen, was ihnen aber fehlt ist ein echter 7 Footer. Es würde schon reichen, wenn der einfach gerade in der Mitte unter dem Korb stehen würde. An Motivation wird es zudem sicherlich nicht fehlen.
- Orlando: Für dieses Team sehe ich schwarz. Howard will weg, also sollten sie ihn so schnell wie möglich traden. Aber selbst wenn sie dafür Gasol und Bynum bekommen würden, denke ich nicht, dass sie vorne mitmischen könnten. Das Team ist einfach zu schwach mit zu hohen Verträgen (Nelson, Turkoglu, meiner Meinung auch Richardson). Playoffs ja, mehr nicht.
- Atlanta: Jedes Jahr das gleiche Bild. Die Starting Five hat sich bis auf den PG nicht verändert. Das Potential wäre vorhanden, aber anscheinend fehlt es an Kleinigkeiten um den letzten Schritt zu machen. Spätestens an Chicago oder Miami werden sie auch heuer wieder scheitern. Irgendwie müsste ein Big Man her, damit Horford PF und Smith SF spielen könnten. Mit M. Williams von der Bank hätten sie eine starke Waffe als 6th Man (ich denke diese Position wäre viel besser für ihn).
- Charlotte: wieder mal ein Neuaufbau, ich erkenne aber kein Konzept. Vielleicht kann sich der ein oder andere in den Vordergrund spielen (Henderson...), werden sich aber mit Cleveland um das Laterne streiten.
- Washington: Mit Wall einen zukünftigen Superstar, der als PG auch noch auf der richtigen Position ist. McGee wird vielleicht mehr Konstanz zeigen. Wenn Blatche endlich sein Hirn einschaltet und sein Potenzial abrufen kann und Young nicht aus allen Lagen wirft, könnten sie in einigen Spiele überraschen. Von Lewis erwarten sich viele, dass er an alte Zeiten anknüpfen kann, was ich persönlich aber nicht denke. Wenn er den einen oder anderen Dreier einnetzt müssen die Wizards schon zufrieden sein. Mit Crawford haben sie ein absolutes Juwel das sie hoffentlich gut aufbauen werden. Heuer werden sie noch im Keller sein, aber in den nächsten 1-2 Jahren mit dem nötigen Glück beim Draft wieder ein Playoffkandidat.



von superman12 21.12.11 um 18:21:05


Bei Miami kann ich mich nur anschliessen, die werden die Division ganz klar dominieren und mit Chicago um die Krone im Osten kämpfen.

Atlanta halte ich für ein starkes Team, dass sicher ein unangenehmer Gegner in den Playoffs wird, aber ein wirklicher Contender, NEIN. Sie werden im Mittelfeld der Playoffteilnehmer festhängen, da der Kader zu schwach für nen Titel und zu stark und teuer für nen Wiederaufbau ist.

Was Orlando vorhat, hab echt keine Ahnung. Auch wenn ich das bei Dallas vergangene Saison auch gedacht habe, ist die Situation, in der die Mavs sich damals befanden viel besser als die Magics.
Keinen talentierten jungen Spieler oder auslaufenden Vertrag, den man für eine Verstärkung ausgeben könnte.
Wie will man so einen einseitigen Trade (zumindest kurzfristig) aller Gasol oder Chandler hinbekommen, den Orlando bräuchte, um eine Chance auf den Titel und somit den verbleib von DH zu haben.

In Charlotte muss ich widersprechen. Ich fand, die Bobcats hatten jahrlang kein Konzept, dies hat sich aber jetzt geändert. Mit Wallace (auch wenn der Gegenwert erbärmlich war) und Jackson hätten sie weiter im Mittelfeld rumgehangen und keine hohen Picks ergattern können. Jetzt haben sie mit mit Walker, Biyombo? und Henderson einen jungen Kern, gute aussichten auf nen starken Pick 2012 und ab 2013 z.Zt. nur den Vertrag von T.Thomas in den Büchern. Zumindest besser wie vorher.

Washington hat viel Talent und ab 2013 z.Zt auch nur den Vertrag von Blatche. Die zusammenstellung des Teams gefällt mir z.Zt noch nicht so, da Crawford und Young sich zu ähnlich sind und es an wirklichen Arbeitern fehlt, aber da ist die nächsten Jahre noch einiges möglich.



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