NBA-Saisonvorschau
Im Big Apple will man Großes
In der letzten Saisonvorschau steht die Atlantic Division im Mittelpunkt. Nach vier Divisionstiteln in Folge könnte die Vormachtstellung der Boston Celtics am Atlantik bald eine Ende haben: Die New York Knicks wollen wieder zuück zu alter Stärke. Philadelphia, New Jersey und Toronto komplettieren die Division.
Von Christian Gerne (cge), Thomas Käckenmeister (tk), Dennis Klammer (dk), Marc Lehmkühler (ml) |
24.12.2011 | |

Toronto Raptors: Anführer gesucht
Vergangene Saison: 22 Siege, 60 Niederlagen (Siegquote 26,8%); keine Playoffs
(tk). Erst Damon Stoudamire, dann Vince Carter, anschließend Chris Bosh. Und dann? Wie heißt der Franchise-Spieler der Toronto Raptors? Seitdem Bosh im Sommer 2010 nach Miami gewechselt ist, fehlt den Kanadiern ein zuverlässiger Anführer auf dem Parkett. Der Italiener Andrea Bargnani und das Sprungwunder DeMar DeRozan (Foto oben) legten 2010/2011 zusammen knapp 40 Zähler pro Spiel auf, konnten Toronto aber auch nicht auf einen grünen Zweig führen. Nur 22 Siege standen nach der Saison auf der Habenseite, das war die drittschlechteste Bilanz der Teamgeschichte! Zum dritten Mal in Folge verpasste Toronto die Playoffs, und auch in diesem Jahr ist nur wenig Besserung in Sicht.
Mit dem neuen Mann an der Seitenlinie, Dwane Casey (Foto links), soll nun ein anderer, defensiver Wind am Lake Ontario pusten. Ob der ehemalige Head Coach der Minnesota Timberwolves (2005-2007, 122 Spiele, 43,4% davon gewonnen) dem Kader sein Credo einimpfen kann, bleibt abzuwarten. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob der zuletzt als Assistant Coach der Dallas Mavericks tätig gewesene 54-Jährige überhaupt das Spielermaterial besitzt, das seiner Philosophie gerecht wird. Beim Champion aus Dallas, der wesentlich stärkeres Spielermaterial besaß, zeichnete Casey für die Defensivsysteme verantwortlich. In Toronto ist das Aufgebot hingegen eher eine offensiv ausgelegte Ansammlung junger Athleten und erfahrener Europäer. Einzig James Johnson trägt ein blasses Prädikat mit der Aufschrift „Verteidiger“. Johnson bringt das zugleich den Posten als Starter auf der Drei ein – der am dünnsten besetzten Position im Team.
Auf der Eins teilen sich das spanische Schlitzohr Jose Calderon, Veteran Anthony Carter und Jerryd Bayless die Minuten. Bayless wartet in seiner vierten Saison weiterhin auf den Durchbruch, während Calderon der Raptor ist, der am längsten im Kader steht; er geht in seine siebte Spielzeit.
In seinem dritten NBA-Jahr erwarten viele von DeMarDeRozan den Durchbruch. Bereits in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison legte der Shooting Guard im Schnitt über 20 Zähler pro Spiel auf. Kann er an diese Leistungen anknüpfen?
Auf den großen Positionen laufen unter anderem Amir Johnson und Andrea Bargnani, der häufig offensiv beeindruckt, aber trotz seiner Größe von 2,13 Meter nur knapp fünf Rebounds pro Partie erreicht. Was Bargnani defensiv fehlt, wirft Johnson in die Waagschale, denn er hat im Sommer ordentlich Muskelmasse draufgepackt und dürfte nach überstandener Knöchelverletzung wieder fit sein. Daneben könnte Ed Davis (Foto links) nach seiner guten zweiten Saisonhälfte seinen Durchbruch feiern und zum Mittelpunkt des offensiven Frontcourts werden. Ansonsten lauern die Dreipunktschützen Leandro Barbosa und Rasual Butler plus Center Jamaal Magloire, der seine besten NBA-Jahre bei den New Orleans Hornets erlebte. Im Januar wird Rekonvaleszent Linas Kleiza nach überstandener Knieverletzung zurück erwartet.
Prognose: Die Toronto Raptors werden auch in der Saison 2011/2012 die Playoffs verpassen. Zwar werden sie aufgrund der defensiveren Spielweise am Ende eine leicht verbesserte Siegquote aufweisen, mehr wird aber nicht drin sein. Die Verantwortlichen träumen hinter den Kulissen bereits von der Zukunft, wenn der litauischen Rookie Jonas Valanciunas zum Team stoßen wird. Außerdem werden die Raptors im Sommer 2012 über einen Gehaltsspielraum in Höhe von 15 bis 20 Millionen Dollar verfügen, mit dem sie sich auf dem Markt womöglich einen Star oder sogar einen neuen Franchise-Spieler angeln können.
US-Managerspiel-Tipp: Athletisch und offensiv variabel – das ist DeMar DeRozan. Der Shooting Guard kostet zwar 5,19 Millionen, könnte sich aber als potenter Fantasy-Punkte-Sammler entwickeln, wenn er an die Leistung der letzten Saisonhälfte anknüpft. Jerryd Bayless (G, 2,83 Mio.) könnte da eher als Steal durchgehen.
Depth Chart (Stand: 24. Dezember 2011):
| Erste Fünf | Bank | Bank | |
| PG: | J.Calderon | J.Bayless | A.Carter |
| SG: | D.DeRozan | L.Barbosa | |
| SF: | J.Johnson | R.Butler | |
| PF: | A.Bargnani | A.Johnson | |
| C: | E.Davis | J.Magloire | A.Gray |
Erweiterter Kader: Linas Kleiza (SF), Solomon Alabi (C), Gary Forbes (SF)






von Landry 24.12.11 um 16:44:44
Bibby wird nicht starten. Douglas wird bis zur Genesung von Davis starten.