NBA-Saisonvorschau
Griff nach mehr
In der fünften und vorletzten NBA-Saisonvorschau steht die Southeast Division im Mittelpunkt. Darin gilt der Vizemeister aus Orlando (Dwight Howard, Foto) als klarer Favorit; die Magic wollen nach der Finals-Niederlage mehr. Die Teams aus Atlanta, Charlotte, Miami und Washington streben ebenso nach Fortschritt.
Von Dennis Amedovski (dam), Sebastian Eickhoff (sei), Lukas Oldenburg (old), Joshua Wiedmann (jw), Conrad Ziesch (cz) |
23.10.2009 | |
Orlando Magic: Altes Modell, neues Design
Vergangene Saison: 59 Siege, 23 Niederlagen; NBA Finals
(sei). Normalerweise bedarf es kaum Veränderungen, wenn ein Team an der Pforte zur Meisterschaft geklopft hat, diese aber zunächst erst einmal geschlossen bleibt. Man sollte eigentlich alles richtig gemacht haben; die Chemie scheint zu stimmen und die Mannschaft das Potential zu haben, einen neuen Anlauf zu starten. Der General Manager der Orlando Magic, Otis Smith, sollte dies eigentlich auch wissen, hat sich es aber nicht nehmen lassen, dem Kader seiner Finals-Mannschaft noch einmal ein Face-Lifting zu verpassen.
Schon im Verlauf der vergangenen Saison konnte man nicht mit Sicherheit sagen, ob Forward Hedo Turkoglu auch in Zukunft das Trikot der Magic überstreifen würde. Der Türke war maßgeblich am Aufstieg Orlandos in den letzten Jahren beteiligt und hatte die Rolle des Go-to-Guy für sich zementiert. Doch nach dem letzten Spiel wurde recht schnell klar, dass die Vorstellungen des Spielers und des Managements in Sachen Lohnzettel für die nächsten Jahre etwas auseinander gingen.
Die Verhandlungsgespräche, die eigentlich keine waren, endeten dann damit, dass Turkoglu bei den Toronto Raptors unterschrieb und Smith via Trade Vince Carter (Foto) von den New Jersey Nets verpflichtete. Dass die Magic dafür Rafer Alston, Tony Battie und vor allem den aussichtsreichen Rookie Courtney Lee abgeben mussten, schien zunächst erst einmal scherzhaft, doch konnten in diesem Tausch auch die Rechte an Forward Ryan Anderson gesichert werden. Dieser zeigte unter anderem in der Summer League, dass er nicht nur schmückendes Beiwerk sein möchte. An der Größe, Beweglichkeit und Spielweise kann man sogar Züge des geschiedenen Turkoglu erkennen. Vor allem sein lockeres Händchen aus der Distanz dürfte sich im System der schießwütigen Magic bedenkenlos integrieren lassen.
Vince Carter, dessen Wurzeln auch im Sonnenstaat liegen, erklärte bei seiner Ankunft große Motivation und sprach sich für ein neues, mannschaftsdienliches Spiel seinerseits aus. Head Coach Stan van Gundy schreibt ihm allerdings die Rolle der ersten Scoring-Option auf den Leib, ist dies doch die Lücke, die Turkoglu hinterlassen hat. Mit dem Zug zum Korb sollte er vor allem in der Schlussphase, den Druck an die Freiwurflinie gehen zu müssen, von den Schultern Dwight Howards nehmen.
Eine weitere Verpflichtung in Form von Brandon Bass (Foto) könnte sich eventuell als echte Verstärkung auf der Position des Power Forwards entpuppen. Für die Schwachstelle der letzten Jahre bringt Bass die nötige Härte, respektable Verteidigung und einen guten Instinkt bei der Rebound-Arbeit mit, die ebenfalls vor allem Howard eine nicht ganz unwesentliche Unterstützung sein dürfte. Außerdem erlaubt es Bass, dass auf den Forward-Positionen flexibel agiert und reagiert werden kann, denn beispielsweise kann Rashard Lewis an seinen natürlichen Arbeitsplatz des Small Forwards zurückkehren und die ihm unliebsamen Aufgaben an eben Bass abgeben. Das Inside-Outside-Spiel wird dadurch noch einmal gefestigt und die Strategie, den freien Mann von außen frei aufspielen zu lassen, wird in weiteren Richtungen umsetzbar werden.
Auch in der Tiefe der Mannschaft hat Otis Smith ausgebaut. Jason Williams trat vom Rücktritt zurück und wird neuer Back-up für den genesenden Jameer Nelson und somit Anthony Johnson dabei unterstützen. Als Mädchen für alles wurde zudem Matt Barnes in den Kader zitiert. Er sollte die Verteidigungslinien aufrecht halten und ebenfalls den einen oder anderen Distanzwurf einstreuen. Eine Aufgabe, die auch Mickael Pietrus weiterhin übernehmen wird. Einen ordentlichen Taler musste das Front Office allerdings für Center Marcin Gortat bezahlen, hatte dieser doch eine Offerte bei den Dallas Mavericks für 34 Millionen Dollar unterschrieben. Dem Management sind die Fähigkeiten des Polen jedoch ein guter Baustein, so dass die Investition zwar zweifelhaft, aber auch wieder ein Stück weit unausweichlich war, wollte man auf der Center-Position Kompetenz zeigen. Die gute Vorbereitung Gortats auf die neue Saison zeigt zumindest, dass es noch kein Leistungsgefälle und ein deutlicher Wille nach mehr Einsatzzeit vorhanden ist.
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| Photo by Keith Allison (License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic) |
Mit dem Einzug in die NBA Finals haben sich die Orlando Magic erst zum Ende der vergangenen Saison den Respekt bei Experten, Fans und gegnerischen Teams erspielt. Die Transfers über den Sommer hinweg sollten ihnen jedoch schon im Vorfeld einen Platz auf den Listen jener reserviert haben. Das Team hat an Tiefe und Varianten gewonnen. Stan van Gundy kann auf jeder Position auf mindestens zwei verlässliche Spieler zurückgreifen. Das Spiel wird sich noch weniger auf einen Einzelnen konzentrieren, sondern an Breite hinzugewinnen. Die Lücke, die Hedo Turkoglu hinterlassen hat, wurde nicht nur gefüllt, sondern durch variable Optionen ersetzt. Die Zeichen sind klar auf Meisterschaft gesetzt, denn einen Zuschauerrang auf einer weiteren Feier möchte sich sicherlich auch Dwight Howard (Foto) nicht wieder antun.
Optimum: Die Wechsel passen wie Arsch auf Eimer und die Magic schalten einen Mitfavoriten nach dem anderen aus, um dann zum Beispiel Kobe Bryant beim Feiern zusehen zu lassen.
Floptimum: Anstatt zusammenzufinden, gehen die Vorstellungen, das Spiel optimal zu gestalten, eher auseinander. Van Gundy versucht, das Chaos weg zu schreien, was ihm aber nicht gelingt. Die Magic streichen schon in der zweiten Runde der Playoffs die Segel.
Jeder rechnet damit, dass die Platzwarte Schweißausbrüche um ihre Korbanlagen bekommen, da die Magic zum wandelnden Slam Dunk Contest avancieren und Gratissticker auf den Backboards verteilen.
US-Managerspiel-Tipp: Dwight Howard (11,04 Millionen Dollar) natürlich, bei dem „20/15“ nicht für die TV-Hauptsendezeit, sondern seine mögliche Punkte/Rebound-Statistik steht. Durch die gewonnen Tiefe lohnen sich aber auch Investitionen bei fast jedem Akteur des Teams.







von rüdi 24.10.09 um 12:40:51
Der Polish-Hammer ist für die Magic jeden Cent wert! Bei mind. 15 Teams wäre er der Start-Center und würde Double-Doubles am Fließband liefern.
von justuskoch 25.10.09 um 20:18:21
hmm da bin ich nicht deiner meinung..was kann gortat den außer eine mittelmäßig-gute athletik und einer soliden arbeitseinstellung?
für mich so ein typischer fall von "ich hab 2 gute spiele in den playoffs gemacht, los hyped mich in den himmel!!"
von Suck My Diktiergerät 25.10.09 um 20:46:39
gortat ist ein sehr überdurchschnittlicher verteidiger. dazu athletisch. in nem team mit kreatieven leuten wie orlando der perfekte backupcenter.
von justuskoch 25.10.09 um 22:56:26
aber double doubles am fließband und start center bei 15 teams?
ich denke nicht wie suck m d schon gesagt hat ein solider backupcenter, genauso wie dj mbenga ;-) (ironie)
von TheGlide 26.10.09 um 10:46:42
Denke auch, dass er "lediglich" ein backup ist, wenn auch ein sehr guter.
Wenn er in dallas gelandet wäre, hätte er aber durchaus gute chancen auf die erste fünf gehabt...
von Webocat 26.10.09 um 11:15:13
naja er hat in der saison auch gut gespielt, nur halt nicht viel, wegen superman howard. denke auch, dass gortat besser ist als einige NBA-Starter auf der 5