NBA-Saisonrückblick
Unter dem Boden der Tatsachen
Die Cleveland Cavaliers haben in dieser Saison eine lange Talfahrt hinter sich. Nach dem Abgang von LeBron James findet sich die Franchise am Tabellenende der Eastern Conference wieder. Aussicht auf Besserung besteht dabei nicht gerade.
Von Manuel Baraniak |
19.04.2011 | |

Bilanz 2010/11: 19 Siege, 63 Niederlagen (Siegquote: 23,2 Prozent)
5. der Central Division; 15. der Eastern Conference; keine Playoffs
Dan Gilberts Worte sind im US-Bundesstaat Ohio längst verhallt. „Ich garantiere persönlich, dass die Cleveland Cavaliers eine NBA-Meisterschaft gewinnen werden, bevor der selbsternannte, ehemalige ,König’ eine gewinnt“, hatte der Mehrheitseigentümer der Franchise in einem offenen Brief an die Cavs-Fans nach dem Abgang von Free Agent LeBron James zu den Miami Heat geschrieben. Während die Heat derweil als zweitbestes Team der Eastern Conference in den Playoffs spielen, haben die Cavs die Saison 2010/11 mit der schlechtesten Bilanz seit acht Jahren bereits abgeschlossen.
Zwar waren beide Mannschaften am 11. November (Cavs: 4-4; Heat: 5-4) in der Tabelle noch nahe beieinander gestanden; doch danach nahm die Katastrophensaison Clevelands so langsam ihren Lauf: Vom 28. November 2010 bis 10. Februar 2011 gewannen die Cavs nur eine Partie – bei 37 Begegnungen. Ihre Niederlagenserie von 24 Schlappen in Folge bedeutet einen neuen Negativrekord der Ligageschichte. Gilbert sollte schon längst auf dem Boden der Tatsachen gelandet sein. Wobei, bei einem solch starken Fall – mit James gewann Cleveland in der Vorsaison 61 Spiele – ist er wohl längst im Boden versunken.
Dass die Cavs ohne James vor einer harten Spielzeit stehen würden, war jedem Realisten mit gesundem Menschenverstand klar. Doch es war nicht der einzige Abgang: Mit Zydrunas Ilgauskas, Shaquille O'Neal und Delonte West mussten verdiente Kräfte der Vergangenheit kompensiert werden. Der prominenteste Neuzugang war Ramon Sessions (Foto oben rechts). Ansonsten kamen Rollenspieler hinzu, die im Falle eines Christian Eyenga oder Samardo Samuels auf eine einstige Karriere als D-League-Akteure zurückblicken können. Samuels (Foto oben links) wurde ebenso wie Alonzo Gee, Manny Harris oder Jawad Williams (nicht mehr im Kader) erst gar nicht in einem NBA-Draft gezogen.
Für den neu eingestellten Head Coach Byron Scott war es also kein einfaches Unterfangen, eine schlagkräftige Truppe zu formen. Der Blick des 50-Jährigen wird dabei vor allem auf Maurice Williams, J.J. Hickson, Antawn Jamison und Anderson Varejao gefallen sein. Doch recht lange sollte dieses Quartett nicht zusammen auflaufen können. Während Varejaos Spielzeit nach dem 5. Januar beendet war, folgte das vorzeitige Saisonaus Jamisons rund eineinhalb Monate später. Zuvor wurde Williams zusammen mit Jamario Moon an der Trading Deadline für Baron Davis zu den Los Angeles Clippers abgegeben.
Somit waren die Lichtblicke rar gesät. Zu gute halten muss man der Mannschaft, dass sie trotz Verletzungsproblemen und dem vermeintlichen D-League-nahem Kader nicht aufsteckte. Immerhin konnten die Cavs zuhause Siege gegen die Los Angeles Lakers und Miami Heat feiern. Balsam für die geschundene Seele. In jenen beiden Spiele markierte ein weiterer Lichtblick ein Double-Double: J.J. Hickson (Foto links) konnte bei gestiegener Spielzeit sein Potential immer wieder andeuten und beendete die Spielzeit in den letzten 15 Begegnungen mit 19,6 Punkten und 11,8 Rebounds.
Dass solche raren Lichtblicke bald in dauerhaftem Sonnenschein am Lake Erie übergehen, ist aber mehr als fraglich. In der kommenden Spielzeit stehen immer noch 56,7 Millionen Dollar auf der Gehaltsliste der Franchise. Einzig kommende Drafts scheinen also die Möglichkeit zu bieten, sich wieder auf den Boden der Tatsachen zu ziehen.
Team-MVP: Cavs-Fans (20.112 Zuschauer pro Partie; zwölftbeste Arenaauslastung der Liga)






von el_turco_1987 19.04.11 um 21:45:01
Hm ja für die cavs sah es diese saison schon wie erwartet zappenduster aus...Abgang von Lebron und Co ohne einen gegenwert...
Diese Saison war denke ich und das müssen alle im Management eingesehen haben nur eine überbrückungssaison..
Natürlich kan die verletzung des besten spielers mit jamison als negativfaktor dazu..
Diese Saison können die Cavs nen richtigen Neuaufbau starten denn mit 2 Lotterypicks in der Hand kann man schon etwas aufbauen allerdings müssen sie bei diesem eher schlechten Draftjahrgang viel glück haben das beide picks in der lottery unter den ersten 5 landen, denn mehr als 5 brauchbare Prospects hat dieser Jahrgang nicht zu bieten..(Irving, Williams, Kanter vermutlich die Top 3) und alternativ (Valanciunas und Knight)
Denke die Kombination Guard/BigMan könnte den Cavs neues Leben einhauchen in dem Fall fände ich wäre Irving/Kanter ideal..
Wobei mit Jamison und Davis (wenn er bock hat) hat man zwei spieler, die es eigentlich draufhaben...
Wenn man es schaffen sollte Davis und Sessions für halbwegs solide SG bzw. SF zu traden hätte man schon mal ne Starting 5 die, die leich an den Playoffs kratzen kann..
Lässt sich natürlich sehr leicht sagen..
Aber zu viele Wenns und Aber auf den GM der Cavs wartet ne Meeeeenge arbeit..
von Schief 19.04.11 um 22:51:34
Meldet sich Fredette auch zum Trade an? Hat ja schon sein Team im Alleingang ein gutes Stückchen weit gebracht.
von Indiana 19.04.11 um 23:51:32
Warum haben die Cavs 2 Lottery Pics ??
Der Draft ist so schwach, dass den Cavs es eigentlich nicht viel bring einen hohen Pic zu bekommen, es sei denn sie bekommen den Nr.1 Pic.
Und Free Agents kommen nicht nach Clevland, bei Trades geht fast nix, während Lebron mind. 18 Titel in Folge holt.
Und Dan Gilbert ist der größte Depp ever, bitte der Typ ist Milliardär und verhält sich wie der letzte Vollidiot.
von RedWater 20.04.11 um 00:55:08
der zweite Cavs Lottery-Pick, kommt von den Clippers. Den haben sie mit Davis für Williams bekommen. Der Draft ist sicherlich nicht erste Sahne, aber so schlecht ist der auch nicht. Unter den ersten 10 Favoriten gibt es fast nur Underclassmen, dreiviertel sind 20 oder jünger. Von daher sollte man ein rohes Talent finden.
Jamison und Davis sind über 30, ob diese noch im Herbst ihrer Karriere in einem Lotteryteam spielen wollen, bezweifel ich. Viel Geld für FA ist auch nicht da. Von daher wird der Umbruch weitergehen und man wird auf die jungen setzen müssen, egal wie schwach der Draft ist.
von oxymoron (x-over) 21.04.11 um 15:40:17
Schief, ja, Fredette wird im Draft 2011 vertreten sein. Und dort, wo er zu haben ist, sollten die Cavs auch wählen dürfen.