NBA-Saisonrückblick
Seelenruhig „abduncan“
Die reguläre Saison der San Antonio Spurs verlief unerwartet gut – und endete dennoch unerwartet früh. Zu abhängig zeigte sich San Antonio vom alternden Tim Duncan (Foto). Die Zeit für einen Generationswechsel ist gekommen.
Von Dennis Klammer |
04.06.2011 | |

Bilanz 2010/11: 61 Siege, 21 Niederlagen (Siegquote: 74,4 Prozent)
1. der Southwest Division; 1. der Western Conference; erste Playoff-Runde
13. April 2011, US Airways Center in Phoenix, Arizona. Spielende, kurz vor 19 Uhr Ortszeit. Auf der Anzeigentafel leuchtet der finale Punktestand: San Antonio 103:106 Phoenix. Es ist die achte Niederlage in den letzten zwölf Spielen und damit ein nicht gänzlich zufriedenstellender Saisonabschluss für die Texaner, die mit einem famosen 25-4-Lauf in die Saison gestartet waren. „Jetzt geht der Spaß erst richtig los“, frohlockt San Antonios Gregg Popovich dennoch in Anbetracht der bevorstehenden Playoff-Serie gegen die Memphis Grizzlies.
Der Grund zur Freude scheint berechtigt, sowohl bei den Fans als auch bei der Franchise. San Antonio hat soeben die Saison hinter den Chicago Bulls als zweitbestes Team der Liga beendet. Zum sechsten Mal sind die Spurs damit die Besten im Westen. Die Tatsache, dass San Antonio in der Saison nur fünf Heimniederlagen kassiert hat, dürfte die Vorfreude der Fans auf die ersten beiden Playoff-Heimspiele gesteigert haben. Nach 1999, 2003, 2005 und 2007 soll die fünfte Meisterschaft mit Tim Duncan (Foto oben) geholt werden.
Vor der Saison wurde den Spurs nur noch der Außenseiterstatus zugesprochen – zu stark sei die Konkurrenz geworden, zu alt die Leistungsträger um Duncan (35), Manu Ginobili (33) Antonio McDyess (36) und Richard Jefferson (30). Auch nennenswerte Verstärkungen durch Trades oder Free Agent-Verpflichtungen stellte das Management nicht vor. Lediglich auf dem Flügel hatte das Front Office mit Steve Novak, Danny Green und Da‘Sean Butler nachgebessert. Verstärkung kam letztlich in Form der Rookies Tiago Splitter und Gary Neal.
Doch allen Kritikern zum Trotz hatten die Spurs erneut bewiesen, dass sie aufgrund ihrer Erfahrung und Abgeklärtheit noch immer immens erfolgreich sein können. Zwar haben die Wundertaten eines Ginobili abgenommen, doch dafür haben die Texaner ihre Hausaufgaben gemacht und die eigenen Talente an kommende Aufgaben herangeführt. Denn mit DeJuan Blair, Splitter, Neal und George Hill (Foto) steht bereits die nächste Garde bereit, die Ära nach Duncan zu übernehmen.
Die Stunde der Wachablösung scheint mittlerweile gekommen zu sein. Denn wie abhängig die Spurs noch von dem 13-maligen All-Star sind, hat die jüngste Vergangenheit gezeigt – und erfordert die nötigen Schritte.
Jedes der fünf Saisonspiele, in denen der Power Forward fehlte, verloren die Spurs. Duncans Punkteschnitt in den Playoffs hat sich auf nunmehr gut 13 Punkte gesenkt (vergangene Saison waren es noch 19 PpG; zu Höchstzeiten 27 PpG) – über die Saison gesehen sieht es noch schlechter aus.
In den Playoffs hat sich diese Abhängigkeit bestraft gemacht. Gegen die Memphis Grizzlies und einen überragenden Zach Randolph (21,5 PpG, 9,2 RpG gegen San Antonio) setzte es ein unerwartetes und zudem deutliches 2-4-Erstrundenaus. Duncan agierte als Schatten seiner selbst – und das junge Memphis hungriger denn je. Spaß sieht wohl doch anders aus.
Um den Übergang auf die nächste Generation so schmerzfrei wie möglich zu gestalten, dürfte die Spielzeit der Nachrücker deutlich steigen. Die bisherigen Ansätze sind vielversprechend, das Potenzial ist vorhanden. Zudem hat der 29-jährige Tony Parker (Foto) seinen Vertrag um vier Jahre und 50 Millionen US-Dollar verlängert. Er wird das Team auch zukünftig leiten – auch wenn seine Mitstreiter sich ihre Lorbeeren erst noch verdienen müssen. Sollte der Entwicklungsprozess von Neal und Co. ähnlich gut verlaufen wie bisher, könnte Duncan in zwei Jahren beruhigt Abschied nehmen. Obwohl er nie komplett ersetzbar sein wird.
Team-MVP: Manu Ginobili (17,4 PpG, 3,4 RpG, 4,9 ApG, 1,5 SpG)
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von dr-gonzo7 04.06.11 um 13:29:14
Fehler im Detail...die Spurs haben bereits 4 Meisterschaften mit Duncan geholt. Habt die Saison 98/99 vergessen......
von mkay 04.06.11 um 13:55:59
verbessert, danke für den Hinweis.
von Indiana 05.06.11 um 19:40:22
Warum ist Duncan nicht Team-MVP ????
IMO ist er immer noch am wichtigsten für den Teamerfolg.
Die Spurs sind die letzen 13 Jahre die perfekte Franchise gewesen, immer kluge Personalentscheidungen, die beste Scoutingabteilung in der NBA, den besten Coach der NBA (LA-Fans ignoriert dieses Argument),die Konstanteste Franchise.
Aber sie mussten davor in die Lottery und hatten glück, die Spurs sind über dem Zenit und ab jetzt geht es abwärts bis sie wieder in der Lottery einen Timmy ziehen können, um dann wieder die Blueprint-Franchise zu werden.
Ach ja der Basketball war abgrundtief HÄSSLICH und ohne Ginobili/Parkers Drives hätten wir wahrscheinlich kein einziges Highlight Play der Spurs in irgend einer Top-Ten gesehen
von lb1 06.06.11 um 12:44:56
die spurs sind trotz tony parker und ginobli abhängig von duncan. weil der das zentrum der defense ist und somit hauptverantwortlich für den teamerfolg. sobald er weg ist ists vorbei mit den spurs... da hilft auch kein parker oder hill oder jefferson... und einen nachfolger für duncan gibt es nicht. blair ist zu klein und tiago splitter braucht noch zeit... eine ära geht zu ende!