NBA-Saisonrückblick
Ein Puzzlespiel der Ratlosigkeit
Die Toronto Raptors mussten sich nach dem Abgang ihres Franchise-Spielers im vergangenen Sommer schnell von ihren Playoff-Träumen verabschieden und sich mit tieferen Tabellenregionen anfreunden. Sophomore DeMar DeRozan (Foto) war einer der wenigen Lichtblicke; dennoch haben die Kanadier noch einiges an Arbeit vor sich.
Von Alexander Langguth |
22.04.2011 | |

Bilanz 2010/11: 22 Siege, 60 Niederlagen (Siegquote: 26,8 Prozent)
5. der Atlantic Division; 14. der Eastern Conference
In der NBA-Saison 2010/11 mussten sich die Toronto Raptors bereits frühzeitig von ihren Playoff-Träumen verabschieden. Denn spätestens nach der Niederlage gegen die Phoenix Suns am 25. Februar 2010 war für die Kanadier klar, dass es unmöglich sein würde, an ihre Leistung der Vorsaison mit einer Bilanz von 40 Siegen und 42 Niederlagen anzuknüpfen. Am Ende der Spielzeit stellten die Raptors enttäuschenderweise nur das Schlusslicht ihrer Divison dar.
Zwar hatten sich die kanadischen Urzeitechsen von einem eher schlechten Auftakt in die Saison schnell erholen können, jedoch konnte das Team den Abgang des All-Star-Power-Forwards Chris Bosh im Sommer nicht kompensieren. Schmerzhaft wurde es für die Anhänger auch im Januar dieses Jahres, als die Raptors 13 Begegnungen verloren hatten. Letztendlich weist die Franchise die drittschlechteste Bilanz der NBA auf.
Das wohl größte Problem von Head Coach Jay Triano und dem Raptors-Management war es, ein Team ohne eine wirkliche All-Star-Führungspersönlichkeit zu Siegen zu führen. Zwar hatte Andrea Bargnani (Foto links) wie erwartet eine entscheidende Rolle eingenommen und überzeugte mit durchschnittlich 21,8 Punkten und 1,8 Passvorlagen (für ihn immerhin Karrierebestleistungen) durch gute offensive Statistiken. Rebounds konnte der Italiener allerdings nur durchschnittlich 5,2 pro Spiel sammeln, wodurch er auf 48 Minuten gerechnet weiterhin zu den schwächsten (nominellen) Centern der Liga zählt.
Neben den Neuzugängen Leandro Barbosa, der drittbester Scorer dieser Saison, und Rookie Ed Davis, die dem Team ein wenig Rückenwind gaben, entpuppte sich vor allem DeMar DeRozan (Foto oben, 17,2 PpG, 3,8 RpG, 1,8 ApG) in seinem zweiten Profijahr als wahres Wunderkind. In der regulären Saison verpasste er als einziger Spieler der Urzeitechsen keine einzige Partie und konnte sich im Vergleich zu seinem ersten Jahr als Rookie von durchschnittlich 8,2 auf 17,2 Punkten pro Spiel steigern. Das war für Coach Triano mehr als Grund genug, die Einsatzzeit DeRozans zu verdoppeln. Zudem vertrat der 22-jährige Swingman die Stadt auch in spektakulärer Weise beim Sprite Slam Dunk Contest während des All-Star-Weekends. Dort unterlag er jedoch Blake Griffin (L.A. Clippers) und JaVale McGee (Washington Wizards).
Auch Jose Calderon nahm eine Schlüsselrolle ein und versenkte im Schnitt 36,5 Prozent von der Drei-Punkt-Linie (teaminterner Bestwert). Viel wichtiger waren jedoch die durchschnittlich neun Pässe, die die Kollegen des Point Guards direkt erfolgreich zu Punkten umsetzen konnten. Jedoch ist der fast 30-jährige Spanier wohl kaum ein Spieler, auf den die Raptors langfristig bauen können; so sollten sie sich eher nach einen jungen Talent auf der Point-Guard-Position umschauen. Jerryd Bayless durfte bei gestiegener Spielzeit zwar sein Potential andeuten; der 22-Jährige ist aber eher Scoring- und Combo-Guard als wirklicher Aufbauspieler.
Neben der Aufbauposition war zudem die Defensive unter dem Korb eine Problemstelle der Raptors, die einem Dwight Howard, Amare Stoudemire oder – viel wichtiger – einem Chris Bosh zumeist ratlos entgegen traten. Somit siedelten sich die Raptors im Vergleich zu anderen NBA-Teams mit rund 40 Rebounds und 4,9 Blocks pro Partie im unteren Drittel an. Die großen Jungs unterm Korb wie Amir Johnson, Andrea Bargnani und Ed Davis müssen in der kommenden Saison viel arbeiten, um sich nicht weiter herumschubsen zu lassen, und auch die Coaches und das Management sollten dieses Problem nicht ignorieren und gezielt nach Lösungen suchen.
Rückblickend hat der kanadische NBA-Exot den Wunschtraum, trotz des Abgangs von Chris Bosh an den Playoffs zu kratzen, nicht erreichen können. Anstelle dessen wurde Coach Triano schnell klar, dass er noch sehr viel Arbeit vor sich hat. Auch bei der Zusammenstellung des Kaders steht im kommenden Sommer ein großes Puzzlespiel für den Coach und das Management bevor, denn die Suche nach dem Charakter der Mannschaft scheint noch lange nicht beendet zu sein. Das Hauptproblem bleibt nach wie vor der Mangel eines wahren All-Stars und Anführers in der Mannschaft. Hierbei ruht die Hoffnung wohl voll und ganz auf dem NBA-Draft.
Team-MVP: Andrea Bargnani (21,4 PpG, 5,2 RpG, 1,8 ApG)






von RedWater 22.04.11 um 15:21:57
sollten die Raptors unter den Top 5 draften, so wäre den Raps sicherlich geholfen werden, wenn sie Kanter draften. Das sollte der Mannschaft etwas mehr Masse und Gefährlichkeit unter dem Korb verpassen. Ansonsten tippe ich auf Irving oder Walker als neue Spielmacher neben Calderon.
von KB-24 23.04.11 um 16:11:06
boa ne kemba walker in kanada geht ja ma gnaich,der bengel muss in den staaten bleiben...
und bitte auch nich minnesota,die point guard hochburg nummer eins brauch nich wirklich nochn aufbau...
cleveland vllt,oder sac town neben evans,das hätte was
von Indiana 23.04.11 um 17:57:37
Coole Serie die ihr hier gestartet habt
Toronto ist aber echt ne Baustelle nicht mal den kleinsten Erfolg in immerhin schon 16 Jahren in der Liga.
Und dabei wurde nicht mal schlecht gedraftet oder irgendwelche unglaublich dummen Trades durchgezogen.
Wenn sie Kanter draften bekommen sie automatisch auch einen Eurolegaue startplatz zugesprochen.
von Milo$ 24.04.11 um 01:25:41
Total egal was mit Toronto geht,wichtiger sind die Suns!Die haben wohl mehr probleme als jeder andere club !!!