NBA Playoffs
Souveräne Nuggets
Die diesjährigen Playoffs gingen für die New Orleans Hornets schnell vorbei. In der Erstrundenserie gegen die Denver Nuggets zogen die Hornets mit 1-4 den Kürzeren. Denver präsentierte sich hingegen stark und trifft jetzt auf die Dallas Mavericks.
Von Johannes Hübner |
01.05.2009 | |
Denver Nuggets gegen New Orleans Hornets (4-1)
(113:84, 108:93, 93:95, 121:63, 107:86)
Die Erstrundenserie der New Orleans Hornets gegen die Denver Nuggets wurde im Voraus als eine spannende Serie betrachtet. Immerhin konnten beide Mannschaften zwei der vier Begegnungen der regulären Saison für sich entscheiden. Es zeichnete sich aber schnell ab, dass Denver alle Fäden in der Hand halten würde. Sinnbild für die Serie war Spiel vier in New Orleans, in dem die Hornets eine der schlechtesten Leistungen in der Geschichte der Playoffs ablieferten. Was war los mit den Hornissen oder warum waren die Nuggets so gut?
Schon die Auftaktpartie war ein wichtiger Wegweiser für die restliche Serie. Chauncey Billups (Foto) zeigte, warum ihn die Fans in Denver so verehren und bewies, dass er wirklich den Erfolg von Detroit nach Colorado mitgebracht hat. Der absolute Anführer auf der Point-Guard-Postition gab sofort die Richtung vor und stellte Chris Paul nicht nur in Spiel eins in seinen Schatten. 36 Punkte steuerte der Aufbauspieler zum Sieg der Nuggets bei und stellte mit acht erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen eine neue Karrierebestleistung auf. Seinen Sahnetag rundete Billups mit acht Assists ab. „Es war eine meiner besten Partien in den Playoffs", meinte der 32-Jährige nach dem 113:84-Sieg.
Die zweite Begegnung der „Best-of-Seven"-Serie verlief ähnlich wie die erste. Die Mannschaft von George Karl hatte die Partie über weite Strecken im Griff und Billups erwischte erneut einen ausgezeichneten Abend. Auch Carmelo Anthony kam in der Serie an. Nachdem der Small Forward in Spiel eins nur 13 Zähler markierte, überzeugte „Melo" mit 22 Punkten und neun Vorlagen und war so ein Garant für den 108:93-Erfolg. Bei den Hornets erzielten zwar David West und Chris Paul jeweils ein Double-Double, aber zum Sieg reichte es auch in der zweiten Begegnung nicht. In den ersten beiden Aufeinandertreffen konnten die Nuggets auf ganzer Linie überzeugen. Billups führte sein Team extrem sicher an und traf fast immer die richtige Entscheidung, was null Ballverluste in den ersten beiden Partien im Pepsi Center unterstreichen.
Nach zwei deutlichen ersten Begegnungen in Denver wechselte die Serie nach New Orleans, doch auch im dritten Spiel schien sich vorerst nichts an der Überlegenheit des Teams aus der „Mile High City" zu ändern. Die Mannschaft begann das Spiel aggressiv, was sich durch einen 10:0-Lauf ausdrückte. Doch
dann wachten die Hornissen das erste Mal in der Serie auf. Jetzt zeigte vor allem Chris Paul (Foto), warum er als bester Point Guard der NBA gilt. Der kleine Spielmacher kam richtig ins Rollen. Er verteilte fleißig Assists oder schloss selbst erfolgreich ab. Doch die Nuggets gaben sich nicht geschlagen und so blieb die Begegnung bis in die Schlusssekunden eng. Mit sechs Sekunden auf der Uhr hatte dann Carmelo Anthony, beim Stand von 93:94 aus Sicht seines Teams, den Sieg mit einem Mitteldistanzwurf in der Hand. Doch Melo vergab die Chance und die Hornets brachten den Sieg von der Freiwurflinie unter Dach und Fach. Es brauchte einen heldenhafte Leistung Pauls (32 Zähler und zwölf Vorlagen) für den ersten Sieg der Hornissen in der Serie.
Wer aber nach der dritten Partie auf eine spannende Serie gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die Nuggets schlugen nach der Niederlage im dritten Aufeinandertreffen zurück und dominierten die Hornissen in deren eigenen Halle nach Belieben. Am Ende egalisierte die Franchise aus Denver sogar den höchsten Sieg in der Playoff-Geschichte der NBA. Der Endstand lautete 121:63. Mit sage und schreibe 58 Punkten Differenz ging die Partie somit an die Nuggets. Ein solches Ergebnis gab es in der Historie nur noch ein einziges Mal: 1956 unterlagen die St. Louis Hawks gegen die Minneapolis Lakers ebenfalls mit 58 Zählern Unterschied.
Wie kam das historische Ergebnis zu Stande? Die Verteidigung der Nuggets bekam Chris Paul sensationell in den Griff und Paul lieferte eine furchtbare Leistung ab. „CP3" konnte nur magere vier Punkte (2/7 FG) erzielen, sechs Vorlagen vorteilen und verlor sechsmal das Leder. Zum ersten Mal in den Playoffs markierte der Elite-Aufbau damit weniger als 14 Zähler. Dies ist allen voran auf Dahntay Jones zurückzuführen. Der Guard verteidigte Chris Paul vor allem in Spiel vier überragend. Zudem lies die starke Team-Verteidigung der Nuggets die Hornets nur 31,5 Prozent ihrer Feldwürfe treffen. Nach dem ersten Viertel lagen die Gäste bereits mit 21 Zählern in Front. Das dritte Viertel entschied die Franchise aus Denver zudem mit 27:11 für sich und so wurden vor dem letzten Spielabschnitt bereits die Starter geschont. „Melo" konnte in Spiel vier erneut eine überzeugende Leistung abrufen. 26 Punkte und sieben Assists standen für den Forward zu Buche.
Nach diesem mehr als deutlichen Sieg wanderte die Serie wieder nach Colorado, wo die Nuggets die Serie vor heimischem Publikum beenden wollten. Die Hornets schafften es trotzdem lange, die Partie offen zu gestalten, und die Mannschaften gingen mit einem Stand von 49:49 in die Halbzeitpause. Auch das dritte Viertel verlief zunächst ausgeglichen. Doch als es 62:62 stand, zündeten die Nuggets den Turbo. Mit einem 14:0-Lauf zog das Team den Hornets, nicht nur in Spiel fünf, sondern auch in der gesamten Serie, den Zahn. Im vierten Viertel verwalteten die Nuggets dann den Sieg und ließen sich von den Fans im heimischen Pepsi Center feiern. Erneut war es eine bärenstarke Leistung von Anthony (Foto), die den Sieg sicherte. 34 Punkten, vier Steals (beides Playoff-Karrierebestmarken) und sechs Rebounds standen am Ende der Begegnung im Statistikbogen. Mit diesem Erfolg stehen die Denver Nuggets jetzt in der zweiten Runde der Playoffs.
Nicht nur das Ergebnis von 4-1 ist eine deutliche Sache, sondern auch die Tatsache, wie die Nuggets die Spiele für sich entscheiden konnten war beeindruckend. Die Hornets wirkten, wie schon die gesamte Saison über, satt. Dazu war der Kader, wie während der regulären Saison, auch in der Postseason nicht zu 100 Prozent fit. Tyson Chandler verpasste die letzte Begegnung der Serie und Chris Paul und David West liefen zum Teil angeschlagen auf. Doch all das soll die überragende Leistung der Truppe aus Denver nicht schmälern. Mit Billups (22,6 PpG, 7,4 ApG, 1,2 TpG, 65,5% 3FG) und Anthony (24,0 Zähle, 6,0 RpG, 5,2 ApG, 46,2% 3FG) hatten die Nuggets zwei überragende Spieler in ihren Reihen. „Melo" zieht damit zum ersten Mal in die zweite Runde der Playoffs ein und wurde seinen Playoff-Fluch im sechsten Anlauf endlich los. Dazu verteidigte die Mannschaft von Head Coach Karl extrem hart. Die ganze Serie wurde hart gekämpft. Es wurden einige unsportliche, sowie technische Fouls von den Schiedsrichtern gepfiffen. Allein in Spiel vier gab es sechs technische Fouls.
Ein weiterer Grund für das Weiterkommen der Franchise aus Colorado ist Dahntay Jones (Foto). Die ganze Serie über beackerte er Chris Paul und ging ihn auch teilweiße hart an. Aber dem Guard war es auch zu verdanken, dass „CP3" ein miserables Spiel vier absolvierte. Während der ganzen Serie war Jones der Sonderbewacher, der Paul (41,1% FG über die Serie) so gut es ging aus dem Spiel nahm. Des Weiteren wurden die Starter hervorragend von der Bank unterstützt. Chris Andersen kam immer mit vollem Einsatz in die Partie und blockte dazu einige Würfe (1,8 pro Spiel). J.R. Smith fiel von der Bank ebenfalls positiv auf. Smith spielte sein Rolle als aggressiver Punktesammler aus der zweiten Reihe, der vor allem aus der Distanz immer Gefahr ausstrahlte. Durchschnittlich erzielte der 23-Jährige 16,0 Punkte und 3,4 Rebounds pro Partie. In Spiel fünf markierte der Guard 20 Punkte und traf fünf Mal von „Downtown".
Für die Hornets geht es jetzt in die Offseason. Die Saison darf durchaus als eine Enttäuschung betrachten werden, da die Hornissen in der Serie gegen die Nuggets ziemlich chancenlos aussahen und die Mannschaft letzte Saison noch das Team der Stunde war, welches erst nach sieben Partien der zweiten Runde gegen die San Antonio Spurs ausgeschieden war. Für Denver hingegen geht der Playoff-Ritt weiter. In der nächsten Runde der Postseason warten jetzt die Dallas Mavericks. Auch hier dürfen
sich die Nuggets gute Chancen ausrechen, konnte man doch alle vier Partien in der regulären Saison gegen die Mavs gewinnen. Doch auch Dallas kommt mit viel Selbstvertrauen in die nächste Runde, nachdem die Spurs mit 4-1 ausgeschaltet wurden. „Es hat fünf Jahre gedauert, in die zweite Runde zu kommen, aber die harte Arbeit hat sich ausgezahlt. Heute haben wir gefeiert, aber morgen werden wir uns voll auf Dallas konzentrieren", meinte Carmelo Anthony (Foto) nach der fünften Partie und über den kommenden Gegner.






von MavsFan 01.05.09 um 08:31:14
"Sinnbild für die Serie war Spiel drei in New Orleans, in dem die Hornets eine der schlechtesten Leistungen in der Geschichte der Playoffs ablieferten"
Wenn die 58Punkte-Schlappe gemeint ist dann wars Spiel4!
Spiel 3 haben die Hornets immerhin gewonnen=D
von spurs 01.05.09 um 11:24:45
Hast du natürlich recht. Wurde korrigiert.
von xax 01.05.09 um 12:38:11
22,6 PpG, 7,4 ApG, 1,2 TpG, 65,5% 3FG)-->RESPEKT, das ist überragend.
Aber ob er gegen Kidd auch solche zahlen auflegt?Ob Jones Josh Howard verteidigt, aber wen deckt dann Anthony?
Zwei Floor-Generals im direkten Vergleich, wird geil. Mal gespannt wie Denver das Problem Nr. 41 lösen will...
Ich bleib dabei 4-3 Dallas.
von Raquel 01.05.09 um 16:18:48
Tut mir leid für Dirk, aber ich hoffe mal Denver macht´s.
Ein gutes hat es ja, dann können wir immernoch hoffen, dass Dirk die EM mitspielt, dass bezweifle ich aber trotzdem...
von mr.chrizaco 01.05.09 um 19:31:28
sorry dirk zum zweiten bei der D und dem floorgeneral da hat dirkas mavericks no chance, oder nowinzki!? ...na ja somit steigen die chancen auf em mit dirk von -20% auf 5%...DENVER DENVER DENVER
von SamSemiLia 02.05.09 um 13:18:18
Bei Spiel 4 dachte ich erst ESPN hat einen krassen Schreibfehler gemacht...Die Serie gegen Denver wird natürlich deutlich enger, obwohl ich die Nuggets leicht im Vorteil sehe, sowohl was die Starter angeht, als auch die Bank. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass der Sieg unter Dach und Fach ist...Ein Hoch auf die Playoffs :)