NBA Playoffs
Offizielle Wachablösung
Ein vermeintlich vorgezogenes Endspiel wurde letztlich, zumindest vom Endstand her, zu einer deutlichen Angelegenheit. Mit 4-1 warfen die Miami Heat (LeBron James, Foto) die Boston Celtics aus der Endrunde und stehen damit in den Conference Finals. Die Kelten scheinen ihre Vormachtstellung im Osten abgeben zu müssen.
Von Manuel Baraniak |
12.05.2011 | |

Eastern Conference Semifinals:
Miami Heat (2) gegen Boston Celtics (3) 4-1
(99:90, 102:91, 81:97, 98:90, 97:87)
Nachdem die Schlusssirene in der AmericanAirlines Arena in Miami am 11. Mai 2011 ertönt war, kniete LeBron James (Foto oben) gedankenversunken auf dem Parkett. Der 97:87-Sieg über die Boston Celtics bedeutete zum einen für die Miami Heat der Einzug in das Conference-Finale, für James war es jedoch mehr: „Mir ging zu diesem Zeitpunkt alles durch den Kopf. Endlich dieses Hindernis [der Celtics] zu überqueren. Alles, durch was ich diesen Sommer gegangen war. Mit ,The Decision’ und der Entscheidung, hierher zu kommen, um Teil dieser Mannschaft zu sein,“ gab James zu Protokoll, nachdem er wieder gefasst war.
Vor dem Start des Duells mit den Celtics wurde seitens der Medien an James’ Playoff-Vorstellung aus dem letzten Jahr erinnert, als er mit den Cleveland Cavaliers nach sechs Spielen gegen die Kelten ausgeschieden war, auch in der zweiten Playoff-Runde. James’ Leistung in Spiel fünf wurde dabei zum Desaster (15 Pkt, 3/14 FG), sodass Bill Livingston, Journalist des Plain Dealer, gar vom „Quitness Day“ sprach.
Genugtuung muss es für James nun sein, die Celtics letztendlich nicht nur aus der Endrunde geworfen zu haben. Nein, dass James am Jahrestag jenes „Quitness Day“ gar die letzten zehn Punkte (beim Stand von 87:87) der Serie markierte, dürfte jene Stimmen des Aufgebens verstummen. Hatte Brian Windhorst vor Serienbeginn noch geschrieben, dass die Serie die wichtigste in James’ Karriere sei, so hat der Small Forward bewiesen, zu was er imstande ist, wenn es drauf ankommt.
Überhaupt brachte das Duell mit den Celtics sowohl für James als auch für Dwyane Wade einiges an Erinnerungen hoch. Schließlich sei die Zusammenkunft von Ray Allen und Kevin Garnett mit Paul Pierce in Boston so etwas wie die Blaupause für James, Wade und Chris Bosh gewesen, ihre Talente am South Beach zu vereinen. Für Wade selbst stand mit Shaquille O'Neal zudem sein Partner von 2006 in Reihen Bostons, mit dem er die Meisterschaft gewinnen konnte. Doch Wade hat sich schon längst emanzipiert, ist aus dem Schatten des großen Kaktuses getreten und begibt sich nun weiter auf die Reise zum zweiten Titel.
Dies verdeutlichte Wade (Foto links) gleich in der Auftaktbegegnung, als er mit 38 Punkten die Heat zum ersten Sieg führte. Der Shooting Guard und James sollten sich in den folgenden Aufeinandertreffen stets als Topscorer abwechseln und die Celtics-Verteidigung auf Grund dieses potenten One-Two-Punches vor unlösbare Probleme stellen. Man mag immer noch bemängeln können, dass das Spiel Miamis in der Offensive zu sehr von Isolationen und Eins-gegen-Eins geprägt ist, doch bei einem solch athletischen Duo wie James und Wade bleibt für den Gegner derzeit nur die Frage, „pick your poison“.
Während die Beiden auch in fremden Hallen zu bestehen wussten, gab der Dritte im Bunde des Startrios zu, dass ihn die Atmosphäre in Spiel drei durchaus beeindruckt hatte. So war Chris Bosh bei der einzigen Niederlage Miamis mit sechs Pünktchen (1/6 FG) kein Faktor; seine Antwort in Form seines besten Spiels der Serie gab er aber in darauffolgenden Partie, ebenfalls im TD Banknorth Garden.
Auch wenn die Celtics das Bankduell punktemäßig für sich entscheiden konnten, so gingen doch die wichtigeren Impulse von den Reservisten Miamis aus. Während James Jones in der Auftaktbegegnung (25 Pkt, 5/7 3FG, 10/10 FT) erheblichen Anteil am Erfolg hatte, waren es bei der Schlappe im dritten Spiel immerhin die Bankspieler Mario Chalmers und Joel Anthony, die sich gegen die Niederlage stemmten. Für den defensiv orientierten Anthony ging es nach jener Vorstellung dann auch wieder für Zydrunas Ilgauskas in die Startformation.
Beide Head Coaches sollten in der Serie noch ein vermeintliches Ass aus dem Ärmel schütteln und ihre Bank mit Langzeitverletzten verstärken. Was ein Joker werden sollte, stellte sich auf beiden Seiten jedoch jeweils nur als eine Blankokarte heraus. Sowohl Udonis Haslem (viereinhalb Monate Pause; drei Minuten in Spiel vier) als auch Shaquille O'Neal (zwei Spiele in den drei Monaten zuvor; zwölf Minuten in zwei Spielen) – der womöglich seine Karriere nicht fortsetzen wird (können) – konnten nicht zu X-Faktoren werden.
So war es bei den Celtics am Quartett um Ray Allen, Paul Pierce, Kevin Garnett und Rajon Rondo gelegen, die Serie zu entscheiden. Doch so sehr sich die ersten drei genannten auch bemühten, so sehr hatte man den Eindruck, dass im Vergleich zu Miami doch deren gehobenes Alter ausschlaggebend war. Die Verteidigung Miamis zehrte auf Seiten Bostons weit mehr; zudem hatten die Celtics der Athletik der Heat an den Brettern nicht viel entgegenzusetzen. Und so scheint sich in den diesjährigen Playoffs eine Wachablösung der Generationen anzudeuten, führt man sich vor Augen, dass das Trio der Celtics, Tim Duncan oder Kobe Bryant bereits den Urlaub antreten dürfen.
Während Rondo (Foto) in den ersten beiden Partien sein schnelles Spiel nicht zur Entfaltung bringen konnte, war es in der dritten Begegnung seine Rückkehr auf das Parkett, die auch durch die ausgelöste Emotionalität spielentscheidend war. Nachdem er sich im dritten Viertel den Ellbogen ausgekugelt hatte, kehrte der Aufbauspieler zum Schlussviertel zurück und punktete mit einem Fastbreak-Dunk nach einem Steal und einem Korbleger gar noch selbst – und das quasi nur mit einer Hand. Dennoch sollte er, und damit das Spiel Bostons, durch diese Verletzung in der Folgezeit gehemmt sein.
Solche Heldentaten konnten die Miami Heat aber letztlich auch nicht beeindrucken. Zu fokussiert agierten sie, wenn es darauf ankam, was vor allem die Schlussphasen bei den letzten beiden Siegen verdeutlichen. So sehr James und Wade auch offensiv beeindrucken können, das Erfolgsrezept Miamis fußt vor allem auf einer starken Verteidigung. Ungeahnt dessen, ob die Chicago Bulls oder Atlanta Hawks im Conference-Finale auf die Heat warten werden, für den Gegner Miamis wird es eine tierische Aufgabe werden, diese Heat vom Einzug in die NBA Finals abzuhalten.






von el_turco_1987 12.05.11 um 13:34:18
ja wie wachablösung ist jetzt endgültig..die celtics konnten erneut eine führung in dem fall 7 von 7 pkt im letzten viertel nicht über die bühne bringen...Schlüsselszene für mich als Allen im schlussviertel mutterseelenallein den dreier verwirft und im gegenzug lebron 2 x in folge bedrängt die dreier versenkt...altersschwäche?
2 Faktoren warum die celtics ausgescheieden sind:
1. sie sind (dieses jahr aber wirklich) zu alt, dieses ständige einkrachen im letzten viertel macht dies deutlich..
2. Rondos handicap war einfach zu groß, mit einem arm konnte er die last der drei alten nicht tragen.
hinzukommt der invalide shaq...(und die fehlende präsenz unterm korb, viele grüße an perkins)
also ehrlich schade für rondo von allen series dieser welt musste er in dieser angeschlagen/verletzt sein..
wäre rondo gesund gewesen, naja hätte,wenn und aber was juckt mich das gelaber :D
von eightch 12.05.11 um 14:11:47
ich denke aber das sie mit diesem team - ohne die o´neals dafür mit ein zwei stärkeren leuten von der bank (jeff muß hier nen sprung machen) durchaus noch mal angreifen können... zumal eine verkürzte saison den alten knochen entgegen kommt und fast alle im letzten vertragsjahr stehen... wenn sie nen cambyman oder sogar nen kaman für die zone bekommen (letzteres wäre vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich) können sie noch mal ins conferencefinale vorstoßen was dann passiert ist natürlich wie immer offen... und die nachfolgende saison ist eh neuaufbau angesagt...
von Raquel 12.05.11 um 15:28:20
Was das Alter mit Einbruch gerade im letzten Viertel zu tun hat verstehe ich nicht wirklich. Gerade in der Clutch-Time braucht man Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit.
Egal, Miami war einfach besser und ich hoffe mal die ganzen Lebron-Hater die meinen er könne kein Spiel entscheiden und bla bla sich mal zurücknehmen. Das nervt.
von Hurricane 12.05.11 um 16:01:27
Outest du dich gerade als Lebronfan ? ^^
von eightch 12.05.11 um 16:13:16
muß dem nasenbohrer da mal recht geben... es gibt an brons spiel nicht viel was man nicht mögen kann...
von el_turco_1987 12.05.11 um 16:31:41
die celtics' waren körperlich platt..das hat das alter mit dem einbruch des letzten viertels zu tun..
@eightch
hast recht lebron ist zu 99% perfekt (das ist ernst gemeint) das eine 1% was noch fehlt ist das abschaffen seiner travellings ;) aber macht ja nichts die schiris drücken doch beim chosen one ja immer 'n auge zu ;) immerhin macht der keine fehler also zumindest offizielle :P
von eightch 12.05.11 um 16:37:44
"zu 99% perfekt"
das ist so geil das sollte ich mir tätowieren lassen ;)
von Istiffin 12.05.11 um 19:31:06
Yep die Schrittfehler nerven ein wenig..aber ansonsten super Spieler!!!
Wenn Rondo nicht einen halbwegs guten Wurf bekommt, wird es für Bosten gegen Miami immer hart
von Hurricane 13.05.11 um 08:42:21
@ eightch, ich bin kein Fan von Lebron aber sagen das er nicht sehr gut ist wäre ne glatte lüge. Und das mit den Traveling bei ihm nervt echt, aber das ist bei him auch nicht anderes wie bei Kobe. Bin aber bei der Meinung das man das bei Lebron öffters sieht ^^
von Hurricane 13.05.11 um 08:50:19
haha scheiß sport 1:"Derrick Rose lieferte mit 19 Punkten und zwölf Zählern ebenfalls ein Double-Double ab." So was mas muss man da in den Kurznachrichten lesen.
von ca$hmoney 13.05.11 um 12:47:53
The bully got knocked out, the Heat is on.
von nicoquanz 16.05.11 um 15:22:28
ja die heat sind schon ein überteam..........ach wie ist game 1 gegen die bulls nochmal ausgegangen????? und irgendeiner der big 3 hat doch einen facedunk bekommen oder was war da?!?!?!?!? mit einem fittem rondo hätten die celtics die heat ausgeknockt...... die ersten 2 spiele hat miami dominiert aber danach war boston in den 3 spieleneigentlich immer in control irgednwie konnten sie es aber nicht zu ende spielen auch weil rondo im vierten meistens auf der bank saß was ein riesen verlust ist
von Raquel 16.05.11 um 18:11:50
Ist das lächerlich! :D Nach einem Spiel der Heat sowas sagen und dann auch noch als Beleg einen Dunk zu nehmen?! Geil...
Und ja, mit einem fitten Rondo hätten die die Heat voll abgezogen. Bestimmt mit Millionen Punkten. ?!??!?!?!?!
von Hurricane 16.05.11 um 18:24:20
@ Raquel der ist doch immer noch sauer das seine Lakers gesweapt worden sind ^^. Ich bin auch für die Bulls, aber nach einem Spiel zu sagen dass die Heat overatetd sind ist auch schwachsinig
von nicoquanz 17.05.11 um 00:25:35
ich sage nur ich bin der meinung das boston die spiele 4 und 5 mit rondo gewonnen hätte das ist meine meinung