NBA Playoffs
Erster Schritt
Erwartungsgemäß zogen die Los Angeles Lakers durch ein 4-1 über die Utah Jazz in die zweite Playoff-Runde ein. Für die Kalifornier ist damit die erste Hürde auf dem Weg zum Titel genommen. Die Jazz gehen dagegen in einen Sommer mit Fragezeichen.
Von Florian Lindemann |
01.05.2009 | |
Los Angeles Lakers gegen Utah Jazz (4-1)
(113:100, 119:109, 86:88, 108:94, 107:96)
Überraschungen gab es in der Erstundenserie der Los Angeles Lakers gegen die Utah Jazz wenige. Niemand hatte im Vorfeld ernsthaft bezweifelt, dass der letztjährige Finalist aus L.A als Sieger hervor gehen würde. Für beide Franchises läutet das Ende dieser Serie eine neue Etappe ein. Während für die Lakers dieser 4-1-Erfolg nur eine Durchgangsstation zur Meisterschaft sein soll, bedeutet für die Jazz diese Niederlage wohl einen Neuanfang. In diesem Sommer könnte sich das Gesicht der Franchise stark verändern.
Wer auf Spannung in den Begegnung der Teams hoffte, wurde eigentlich nur in Spiel drei fündig. Bis auf diese Begegnung blieb das Team von Jerry Sloan chancenlos gegen die überlegenen Lakers. Vor allem in den Partien in Los Angeles gab es wenig zu holen für Utah. Das Heimteam zeigte sich sehr treffsicher. In Spiel eins und zwei trafen die Lakers 55,6 bzw. 60,0 Prozent ihrer Feldwürfe. Die Jazz dagegen lediglich 39,1 bzw. immerhin 49,4 Prozent. In der ersten Begegnung der Serie bewies die Franchise aus Inglewood, dass sie zu Recht den ersten Platz im Westen einnehmen. Die vollen 48 Minuten behielten Kobe Bryant und Co die Kontrolle. Lediglich die Big Men der Jazz, Carlos Boozer und Paul Millsap, kamen des Öfteren zu leichten Punkten.
In Spiel zwei konnte auf Seiten der Jazz besonders Deron Williams überzeugen, der 35 Punkte und neun Assists vorwies. Aber auch dessen Leistung änderte nichts an der zweiten Pleite. Zu Hause in Spiel drei kamen die Jazz dann endlich besser in den Tritt. Es entwickelte sich ein spannendes Spiel mit vielen Führungswechseln bis zum Schluss. Kobe Bryant erwischte einen schlechten Tag und traf lediglich fünf von 24 Würfen. Dennoch blieb L.A bis Ende des vierten Viertels an den Jazz dran. Erst Sekunden vor Schluss sorgte Aufbau Williams mit einem Sprungwurf für den einzigen Jazz-Erfolg der Serie.
Die zweite heimische Partie der Jazz entwickelte sich aber wieder weniger spannend. Bryant (Foto) ließ seinen schlechten vorherigen Auftritt vergessen und überzeugte mit 38 Zählern. Auch die die Double-Doubles von Williams (23 Punkte und 13 Assists) und Boozer (23 Punkte und 16 Rebounds) änderten nichts am Sieg der Gäste. Die Hausherren konnte dabei erst in dieser Begegnung auf Mehmet Okur zurückgreifen. Der Türke verpasste verletzungsbedingt die ersten drei Partien der Serie und blieb nach seiner Rückkehr wirkungslos.
Zurück in Los Angeles ließen die Los Angeles Lakers nichts mehr anbrennen. Lamar Odom (26 Punkte und 15 Rebounds) sowie Bryant (31 Punkte) führten ihr Team zum entscheidenden Sieg.
Getrübt wurde der Erstrundenerfolg der Lakers durch die schlechten Leistungen von Center Andrew Bynum. Erst kurz vor Beginn der Playoffs konnte er nach einer 32 Spielen andauernden Knieverletzung wieder in das Geschehen eingreifen. Die Erwartungen an ihn waren hoch, vermissten die Lakers ihn in der letztjährigen Finalniederlage gegen die Boston Celtics doch so schmerzlich. Aber es scheint, als ob Bynum noch nicht wieder voll einsatzfähig ist. Nach Foulproblemen und schlechten Leistungen in den ersten beiden Spielen, setzte Coach Phil Jackson seinen jungen Center auf die Bank und ließ ihn fortan nur noch für wenige Minuten aufs Feld. Bynum holte in der gesamten Serie nur 15 Rebounds, erzielte lediglich neun Wurferfolge aus dem Feld und foulte durchschnittlich etwa alle fünf Minuten. Besonders in der Defensive stand der junge Center neben sich. Gerade gegen Paul Millsap sah er äußerst blass aus. So konnte Millsap gegen den 21-Jährigen fast nach Belieben punkten.
Diese Leistungen der Nummer 17 sind im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass er anscheinend, nach seiner Verletzung, noch nicht wieder voll einsatzfähig ist. Zumal brachte die lange Pause ihn verständlicherweise aus seinem Spielrhythmus. Dazu kommt, dass Bynum (Foto) in dieser Saison das erste Mal richtig aktiv in den Playoffs spielt. Keine einfache Situation für den jungen Center. Doch er erhält aus seinem Team Unterstützung:
„Er hat 32 Spiele verpasst", sagte Lamar Odom. „Wir müssen ihn nun ins Spiel zurückholen. Wir müssen ihn körperlich und seelisch voran treiben."
Dies ist auch bitter nötig, denn insbesondere gegen die Houston Rockets mit Yao Ming wird er dringend benötigt. So kann sich Phil Jackson vorstellen, ihn im West-Halbfinale wieder starten zu lassen: „Ich hatte das Gefühl, dass er sich beim Spielen nicht wohl gefühlt hat. Er kann uns sicherlich Minuten gegen Houston oder Portland [zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, wer der Gegner der Lakers sein würde, Anm. d. Red.] geben. Ich würde ihn sofort zurück in die Startaufstellung bringen", so Lakers-Coach Jackson.
Von Bynums Degradierung profitierte insbesondere Lamar Odom (Foto), der wieder in die erste Fünf rückte. Als Power Forward sammelte er im Schnitt 17,8 Punkte (62,7% FG) und 11,0 Rebounds. Pau Gasol lief dafür als Center auf und kam damit, wie schon in der regulären Saison, gut zurecht. 18,4 Zähler (58,6% FG) und 9,0 Rebounds erzielte er im Schnitt während der Serie. Trevor Ariza steigerte seine Punkteausbeute um etwa drei Zähler (12,0 PpG) und traf überragende 61,1 Prozent von „Downtown" (31,9% 3FG üver die reguläre Saison). Besonders in Spiel eins präsentierte er sich mit 21 Zählern offensiv stark.
Eine überzeugende Leistung bot auf Seiten der Lakers auch Neuzugang Shannon Brown. Der Defensiv-Spezialist verteidigte extrem gut und traf seine offenen Würfe (7,2 PpG, 66,7% 3FG). Reservist Luke Walton verletzte sich in Spiel vier und fällt nun mindestens eine Woche aus. Er könnte also einige Halbfinalspiele verpassen. Backup-Aufbau Jordan Farmar spielt dagegen eine immer kleinere Rolle in der Rotation von Jackson. In nur zwei Partien durfte er auf das Parkett.
Für die Lakers gehen die Playoffs also nun gegen die Rockets. Entscheidend wird für sie die Integration und kommende Leistung von Bynum sein. Vor allem gegen Yao MIng könnte er speziell in der Defensive äußerst wertvoll sein.
Auf Seiten der Utah Jazz hat sich Deron Williams (Foto) als Anführer des Teams voll etabliert. Mit 20,2 Punkten, 10,8 Assists und 3,8 Rebounds war er der beste Spieler seines Clubs – auch wenn Carlos Boozer und Paul Millsap starke Spiele zeigten. Symptomatisch für Williams Bedeutung ist sein siegbringender Wurf in der dritten Partie.
Boozer präsentierte sich nach seiner Verletzung in der regulären Saison in guter Form. 20,6 Zähler sowie 13,2 Rebounds sind eine gute Bewerbung für einen neuen lukrativen Vertrag im Sommer. Zieht der Power Forward im der kommenden Offseason nämlich nicht seine Spieleroption auf eine Vertragsverlängerung, würde er Free Agent. Im Laufe der Saison wollte er Utah noch verlassen, jetzt sprach er dem Club wieder seine Treue aus. Es bleibt abzuwarten, wo er nächstes Jahr spielen wird.
Der junge Big Man Millsap wird nach der Saison zum „Restricted Free Agent". Die Jazz können also mit jedem anderem Vertragsangebot gleichziehen. Auch Millsap äußerte den Wunsch in Utah zu verbleiben. Neben diesen beiden Power Forwards könnten auch noch Mehmet Okur und Kyle Korver entweder ihren Vertrag per Spieleroption verlängern oder Free Agent werden. Falls Boozer sowie die zwei genannten alle ihre Option ziehen und verlängern, lägen die Jazz bereits über dem Salary Cap; ohne den Wert eines neuen Vertrages von Millsap. Zudem stehen noch Verhandlungen mit den Spielern Jarron Collins, Brevin Knight, Ronnie Price und Morris Almond an, deren Verträge allesamt im Sommer auslaufen.
Das Gesicht der Franchise aus Utah könnte sich also bald sehr verändern. Vermutlich werden nicht Boozer und Millsap in Utah bleiben. Des Weiteren wird das Management der Jazz mit allen Mittel eine Luxury Tax verhindern. Für beide Teams geht es nach dieser Serie spannend weiter. Für die Lakers geht es um den Titel, bei den Jazz um die zukünftige Teamstruktur.






von xax 01.05.09 um 12:49:55
"Eine überzeugende Leistung bot auf Seiten der Lakers auch Neuzugang Shannon Brown."-->Seit wann ist der den dabei und von wem kam er?
"Im Laufe der Saison wollte er Utah noch verlassen, jetzt sprach er dem Club wieder seine Treue aus."-->Dann ist er so gut wie weg :-)
Auch Houston wird den Lakers nicht stoppen-->4-2 Lakers.
Hat jemand d. Matchup-Führer in der Five gelesen?Da würde UTAH jede Serie im Westen gewinnen, auß0er gegen die Lakers (3-4)... Hat da John Stockton die Redaktion infiltriert und mit Hodenkurzen Shorts für alle Mitarbeiter gedroht?
von 23kingjames 01.05.09 um 13:41:56
Brown kam glaube ich im Trade mit Adam Morrison für Radmanovic...
von 23kingjames 01.05.09 um 13:42:11
...also von den Bobcats....
von Hurricane 01.05.09 um 17:53:20
Denke auch das die Lakers es wieder bis ins Finale schaffen und nennt man das Ironie des Schicksal, dass es die Rockets ohne T-MAC in die 2 Runde geschaft haben :D. Kann er jetzt sagen, dass er es jetzt gepackt hat ohne das er auf dem Feld stand :D. Ok hat jetzt nichts mit dem Artikel zu tun, aber dass muss ich jetzt los werden :)