NBA Playoffs

Bullenjagd im Osten

Mit den am Samstag beginnenden Playoffs ist auch die Jagd auf die Chicago Bulls (Foto) eröffnet, die die beste Bilanz nach der regulären Saison aufweisen. Doch im Osten wartet allen voran mit den Miami Heat, Boston Celtics und Orlando Magic starke Konkurrenz. Eine Vorschau auf die Erstrunden-Duelle und die Chancen der acht Teams.

Von Manuel Baraniak (mb), Sebastian Eickhoff (sei), Johannes Hübner (jh), Thomas Käckenmeister (tk), Joshua Wiedmann (jw)
 15.04.2011 |

Chicago Bulls (1) gegen Indiana Pacers (8) [Bilanz 10/11: 3-1]

Spiel 1: Samstag, 16.04.11 in Chicago
Spiel 2: Montag, 18.04.11 in Chicago
Spiel 3: Donnerstag, 21.04.11 in Indianapolis
Spiel 4: Samstag, 23.04.11 in Indianapolis
Spiel 5: Dienstag, 26.04.11 in Chicago*
Spiel 6: Donnerstag, 28.04.11 in Indianapolis*
Spiel 7: Samstag, 30.04.11 in Chicago*

* falls notwendig


Chicago Bulls (62-20): Leichtes Spiel gegen Indiana

 

(tk). Es ist 13 Jahre her, dass die Chicago Bulls an der Spitze der NBA standen. Michael Jordans letzter Tanz gegen die Utah Jazz besiegelte die erfolgsreichste Ära der Franchise aus Illinois. Sechs Titel in acht Jahren sind das sportliche Vermächtnis.

Nun, nach 13 Jahren, sieben Coaches und vier Erstrunden-Niederlagen greifen die Bulls wieder nach dem Titel. Mit MVP-Kandidat Derrick Rose (Foto oben, 25,0 PpG, 4,1 RpG, 7,7 ApG), der eine bärenstarke Bullenherde zu mehr als 60 Siegen geführt hat, kann die Titeljagd im Osten nur über Chicago führen.

Dass die Bulls erstmals seit der Jordan-Ära mehr als 75 Prozent ihrer Spiele gewinnen konnten, lag neben Rose auch am exzellenten Verteidigungskonzept von Rookie-Head Coach Tom Thibodeau (Foto links). Als dieser noch in Boston als Assistent von Doc Rivers arbeitete, war er der Architekt der Defensive für die Celtics-Championship 2008.

Gleich in seinem ersten Jahr als Chefcoach der Bulls greifen die Verteidigungslinien, mit denen die bevorstehenden Playoff-Schlachten erfolgreich geschlagen werden sollen. Im Schnitt erzielte Chicago in der Hauptrunde 7,3 Punkte mehr als der Gegner und ließ lediglich eine Trefferquote von 43 Prozent zu – letztere ist ein Spitzenwert in der Liga. Hinter den Boston Celtics, die kurz vor Ende der Hauptrunde deutlich bezwungen wurde, rangieren die Bulls mit 91,3 zugelassenen Zählern pro Spiel auf dem zweiten Platz. Auch bei den Rebounds (44,1 RpG) steht nur ein Team, die Minnesota Timberwolves, vor den Rindern. Da die Meisterschaft vor allem in der Verteidigung entschieden wird, hat das Rose-Team also sehr gute Karten.

In der ersten Runde bekommen es die Bulls mit den Indiana Pacers zu tun. Das Aufeinandertreffen der beiden Central-Division-Teams könnte sich jedoch als ein kniffliges Unterfangen für die favorisierten Bulls herausstellen. Die Pacers beendeten die Hauptrunde mit einem positiven Lauf und feierten am 18. März sogar einen Sieg nach Verlängerung über Chicago. Doch ob die unerfahrenen und offensivstarken Pacers es mit den bissigen Bulls aufnehmen können, ist fraglich. Die Defensive wird die Serie bestimmen und Derrick Rose wird der Paarung den Stempel aufdrücken. Welcher Pacer soll ihn stoppen?

In der Zone werden Carlos Boozer und Joakim Noah harte Defense spielen und einfache Zähler erzielen, dem die Pacers nichts entgegen setzen können. Die Serie dürfte in fünf Spielen durch sein und Chicago einen weiteren Schritt Richtung NBA-Spitze beschritten haben.

Erste Fünf Bank Bank
PG: D.Rose C.J.Watson  
SG: K.Bogans R.Brewer*  
SF: L.Deng K.Korver  
PF: C.Boozer T.Gibson B.Scalabrine
C: J.Noah* K.Thomas O.Asik

Erweiterter Kader: Rasual Butler (G/F), John Lucas III (PG), Jannero Pargo (PG)

Indiana Pacers (37-45): Dabeisein ist alles

 

(mb). „Wir werden nicht die Trophäe bekommen. Und ich hätte nie gedacht, dass ich überglücklich sein würde, als Achtplatzierter in die Playoffs zu gehen. Aber ich bin es. Vor allem für diese jungen Spielern“, freute sich Larry Bird, Präsident der Indiana Pacers, über den Einzug der Franchise in die Endrunde. Und wenn das eine Legende wie „Larry Legend“ zu Protokoll gibt, muss das schon etwas bedeuten.

Noch vor gut zwei Monaten standen die Pacers mit einer Siegquote von rund 39 Prozent unter Head Coach Jim O’Brien davor, erneut im Lake Michigan ab Mitte April angeln gehen zu müssen. Doch mit Interims-Coach Frank Vogel folgte eine Trendwende samt positiver Bilanz, sodass die Pacers seit fünf Jahren wieder Playoff-Luft genießen dürfen.

Unter dem 37 Jahre jungen Vogel bekommen junge Akteure wie Tyler Hansbrough, Paul George – die beiden Forwards sogar als Teil der Startformation –, Brandon Rush oder A.J. Price mehr Minuten. Zudem lässt Vogel gemäß des jungen Alters der meisten Stammkräfte und der Athletik schneller spielen – die Pacers generieren unter allen Teams die sechstmeisten Ballbesitze. Big Man Roy Hibbert (Foto oben) konnte durch gestärktes Selbstvertrauen unter Vogel wieder sein Potential andeuten und aus ihm schöpfen.

Was sich nicht geändert hat, ist der Go-to-Guy: In Danny Grangers (Foto links) Hände wird der Ball in den entscheidenden Phasen des Spiels weiter gehen. In einer jungen Starting Five ist der 27-jährige Kapitän und Weltmeister von 2010 der erfahrenste Akteur. Das soll aber nicht bedeuten, dass der Small Forward den Alleinunterhalter mimen muss. Coach Vogel greift auf eine ausgeglichene Zehn-Mann-Rotation zurück, in der fünf Spieler (Granger, Darren Collison, Hibbert, Mike Dunleavy, Hansbrough) zweistellige Punktewerte aufweisen.

Diese jungendliche Unbekümmertheit könnte in der Endrunde natürlich auch zum Nachteil werden, da eine Playoff-Erfahrung bei den meisten Akteuren nicht vorhanden ist. Selbst Mike Dunleavy, der in seine neunte Saison geht, steht zum ersten Mal in der Endrunde. So stellt Veteran Jeff Foster fest: „Diese Jungs müssen begreifen, dass dies eine ganz andere Bühne ist, ein ganz neues Biest, das wir erleben werden. Sie müssen mit einer ganz anderen Art an die nächsten eineinhalb Wochen herangehen.“

Dieses Biest sind im Falle der Pacers die erstplatzierten Chicago Bulls. Zwar konnte Indiana das letzte Aufeinandertreffen nach Verlängerung für sich entschieden, doch schon da zeigte Bulls-Guard Derrick Rose mit einer Karrierebestleistung von 42 Punkten, dass er seinem MVP-Status gerecht werden will. Sollte den Pacers im Erstrunden-Duell schon ein Sieg gelingen, wäre das ein Erfolg. Immerhin sind sie für vier Partien in den Playoffs dabei. Was will man mehr.

Erste Fünf Bank Bank
PG: D.Collison A.J.Price  
SG: P.George B.Rush D.Jones
SF: D.Granger M.Dunleavy J.Posey
PF: T.Hansbrough J.McRoberts  
C: R.Hibbert J.Foster  

Erweiterter Kader: T.J.Ford  (PG), Lance Stephenson (SG), Solomon Jones (C)




Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
4.00
(6 Bewertungen bisher)
 

Speichere diesen Artikel:


Kommentare

(4 Kommentare bisher)

von xax 15.04.11 um 17:14:43


@ autor
"da sich die Hawks in den letzten Playoffs vor allem in der ersten Runde mehr als gut präsentierten." da haben die doch mit müh und not gegen die bucks das siebte spiel gewonnen,oder?

ok, meine tipps:

bulls-pacers 4-0
heat-76ers 4-1
magic -atlanta 4-2
boston-knicks... 4-2 (ist für mich aber ne enge serie, wie gut sind die kelten ohne center und wie clutch ist billups für ny)



von eightch 15.04.11 um 17:26:20


da die knicks auch keinen center haben ist das essig und der rest knickt gegen die celtics ein - wenn melo nicht ins spiel kommt wirds auch nicht eng - beim rest hast du ausnahmsweise recht, was wahrscheinlich daran liegt, das du meine prognosen genau gelesen hast ;)



von Indiana 16.04.11 um 18:04:04


Die erste Runde ist irgendwie Geschenkt absolu kein Upset Potenzial da siehts im Westen schon ganz anders aus. Obwohl es eig kein Upset ist wenn ein Team das 5 RS Siege weniger hat gewinnt oO



von oliver95 16.04.11 um 23:49:50


jawoll die Bulls!
Schönes Comeback-Game gegen Indiana!
War dich enger als gedacht - League Pass ist was Feines :)



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?