NBA Finals
Lakers ringen Celtics nieder
Die Los Angeles Lakers sind NBA-Champion der Saison 2009/10. In einer Defensivschlacht besiegten die Kalifornier in Spiel sieben der Finals die Boston Celtics mit 83:79 und machten damit den Repeat perfekt. Kobe Bryant (Foto) wurde zum wertvollsten Spieler der Finalserie ernannt.
Von Manuel Baraniak |
18.06.2010 | |
Los Angeles Lakers gegen Boston Celtics 83:79 (4-3)
Im Laufe der diesjährigen Finals war es auch die Vergangenheit der beiden Rivalen, die die Stimmung und Diskussionen beeinflusste. Zum fünften Mal ging es für beide Franchises in den Playoffs nun in ein entscheidendes, siebtes Spiel. Alle bisherigen vier Aufeinandertreffen (1962, 1966, 1969, 1984) hatten dabei die Kelten für sich entscheiden können.
Viel wurde im Vorfeld auch um die ungewisse Zukunft auf beiden Seiten gesprochen. Schließlich solle sich das Titelfenster des jetzigen Celtics-Teams immer weiter schließen; neben Ray Allen würde ein Großteil der Mannschaft im Sommer Free Agent werden. Auch Head Coach Doc Rivers, wie sein Gegenüber Phil Jackson, habe sich über seine Zukunft und ob er zurückkehren würde, noch keine Gedanken gemacht.
Doch all dies geriet auf Grund der bedeutenden Gegenwart in Vergessenheit. Die Celtics mussten dabei auf ihren Starting-Center Kendrick Perkins verzichten, der mit einem Innen- und Kreuzbandriss nicht auflaufen konnte und von Rasheed Wallace in der Startformation ersetzt wurde. Auf der Gegenseite musste sich auch Andrew Bynum weiterhin mit Knieproblemen herumschlagen und sollte pro Halbzeit auf maximal zehn Minuten Einsatzzeit gehalten werden.
Offensiv-Rebounds halten Lakers im Spiel
Dennoch zeigten die Lakers gleich zu Beginn, dass sie gewillt waren, ihren vermeintlichen Vorteil im Frontcourt auszunutzen. So ging der erste Angriff über Andrew Bynum, der im Post gegen Rasheed Wallace punkten konnte. Zwar taten sich die Gastgeber anfangs im Abschluss schwer, doch sie präsentierten sich unglaublich aktiv am Brett und sicherten sich in jedem ihrer ersten vier Angriffe teils mehrere Offensiv-Rebounds.
Auf der Gegenseite konnte Wallace aber verdeutlichen, dass er offensiv eine weitaus größere Option als Perkins darstellt und kam zweimal gegen Gasol zum Abschluss. Überhaupt agierte Boston in der von Rajon Rondo initiierten Offensive ungemein effizient, während sie durch ihre aggressive Verteidigung den Lakers keine leichten Würfen ermöglichten. Die Gastgeber trafen im ersten Abschnitt nur 22 Prozent ihrer Würfe; darunter verwandelte Bryant lediglich einen seiner sieben Versuche aus dem Feld. Nachdem Gasol rund zweieinhalb Minuten vor Viertelende sein zweites persönliches Foul kassierte, schlossen die Celtics den Abschnitt mit einem 6:0-Lauf ab, um eine 23:14-Führung ihr Eigen zu nennen.
Von der Effizienz in der Offensive Bostons war im zweiten Viertel zunächst nichts mehr zu sehen. Bei drei Ballbesitzen in Folge verloren die Cetlics den Ball; dabei zeichnete Ron Artest für zwei Steals verantwortlich. Einen Fastbreak-Layup und Korb nach einem Offensiv-Rebound später, sorge der Small Foward für die 25:23-Führung seines Teams: Ein 11:0-Lauf brachte die Hausherren wieder ins Spiel.
In der Folgezeit entwickelte sich ein nicht sehr ansehnliches Spiel, das hauptsächlich vom Kampf und Einsatz geprägt war. Wenig später sollten Pierce und Artest nach einem Verhaken jeweils ein technisches Foul kassieren. Da Gasol und Bryant weitestgehend in der Offensive von Boston aus dem Spiel genommen wurden, übernahm Artest (Foto), der zwölf der 20 Zähler der Lakers im zweiten Abschnitt markierte. Auf Seiten Bostons war es Paul Pierce, der in der Schlussphase vor der Pause die Verantwortung und Punktelast schulterte. Mit einem Sechs-Punkte-Vorsprung ging Boston in die Kabine. Dabei hatten es die Kalifornier vor allem ihren unglaublichen 15 Offensiv-Rebounds zu verdanken, nicht höher in Rückstand zu liegen. Unglaublich auch die Wurfschwäche LAs: In der ersten Halbzeit vergaben die Lakers ganze 36 Versuche aus dem Feld.
Lakers und Bryant wachen auf
Während Bryant vergebens versuchte, einen Wurfrhythmus zu finden, spielten die Celtics klug ihre Systeme in der Offensive aus. Nach einem Drei-Punkte-Spiel von Garnett und zwei Treffern von Rondo (Foto), hatten die Celtics mit 49:36 die höchste Führung der Partie inne. Der Point Guard Bostons war dabei der spielbestimmende Akteur: Er sammelte Rebounds ein, leitete die Offensive, drückte bei Gelegenheit auf das Tempo und setzte seine Mitspieler in Szene oder punktete auch selbst.
Anschließend gelang es den Lakers aber endlich einmal, über mehrere Ballbesitze in Folge zu punkten, sodass sie wieder ein wenig verkürzen konnten. So richtig ließen die Celtics die Kalifornier aber nicht heran kommen. In den letzten drei Minuten vor dem Schlussabschnitt war es erneut die offensive Unzulänglichkeit, die sich bemerkbar machte. Nur ein Wurf ging dabei aus dem Spiel heraus in den Korb. Dieser kam aber von Odom, sodass die Gastgeber nur noch mit einem 53:57-Rückstand in das Schlussviertel gingen.
Dort gelang den Gold-Violetten der 61:61-Ausgleich, nachdem wieder Artest sich, mit einem Drei-Punkte-Spiel, in Szene setzen konnte. Auf der Gegenseite verfehlte Ray Allen nach 21 Treffern seinen ersten Freiwurf in den Finals. Als Rasheed Wallace mit 6:49 Minuten zu spielen sein fünftes persönliches Foul beging, hatten die Celtics die Team-Foul-Grenze überschritten. Gasol verwarf aber beide seine Versuche von der Linie und setzte die Freiwurfmisere der Lakers fort. Dennoch waren es gerade zwei getroffene Freiwürfe von Bryant, die den Lakers die erste Führung in der zweiten Hälfte einbrachten. Mit einem Sprungwurf Bryants zum 68:64 hatten die Gastgeber dann sogar ihren persönlich höchsten Vorsprung des Spiels inne.
In der Folgezeicht fiel es den Celtics schwer, durch die unglaublich intensive Verteidigung der Lakers zu punkten; jeder Defensiv-Rebound schien dabei in die Hände Bryants zu fallen. Da Boston über der Team-Foul-Grenze lag, kamen die Lakers immer wieder an der Linie zu Punkten; sogar Gasol (Foto) traf jetzt. In der Schlussphase, 83 Sekunden vor Schluss, kam Boston aus der Auszeit durch einen Dreier von Wallace auf drei Zähler heran. Die Antwort eines Distanzwurfes von Artest wurde auf der Gegenseite sofort von Ray Allen mit einem Treffer von "Downtown" gekontert. Bryant vergab dann zwar einen Distanzwurf, Gasol war aber mit seinem neunten und letzten Offensiv-Rebound und dem Pass auf Bryant, der nach einem Foul die beide Freiwürfe verwandelte, zur Stelle.
![]() |
| Neben dem Repeat der Meisterschaft wurde Bryant nach 2009 erneut zum Finals-MVP ernannt. Photo by Keith Allison (License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic) |
In einer von der Verteidigung geprägten Partie blieben die Lakers vor allem durch ihre insgesamt 23 Offensiv-Rebounds im Spiel und hatten es im Schlussviertel den vielen Auftritten an der Freiwurflinie zu verdanken, die Partie noch zu drehen und zu entscheiden. 37 Mal standen die Kalifornier an der Linie und damit 20 Mal häufiger als die Celtics. Überzeugen konnten vor allem, abgesehen von seiner Wurfquote, Bryant (23 Pkt, 15 Reb, 6/24 FG) sowie Gasol (19 Pkt, 18 Reb, 7/13 FT) und Artest (20 Pkt, 5 Stl). Letzterer war der heimliche Held der entscheidenden Begegnung. Artest bedankte sich im Interview nach dem Spiel unter anderem bei seinem Psychiater und warb mit der Veröffentlichung seiner Single "Champion". Der häufig in der Kritik stehende Small Forward kann seine erste Meisterschaft feiern und seine Versprechen aus dem Jahr 2008 an Bryant wahr machen, er wolle nach Los Angeles wechseln, um an seiner Seite den Titel zu gewinnen.
Seinen mittlerweile fünften Ring darf sich nun Kobe Bryant an einen seiner Finger stecken, der verdient zum wertvollsten Spieler der Finalserie ernannt wurde und die Trophäe von Ex-Celtic Bill Russell überreicht bekam. Mit ihrer insgesamt 16. Meisterschaft liegen die Lakers jetzt nur noch einen Titel hinter den Celtics. Die Rivalität dieser beiden Traditions-Franchises hatte sich auch in dieser Saison, bis in ein letztes Spiel sieben, fortgesetzt, bei der es eigentlich keine Mannschaft verdient hatte, am Ende als Verlierer das Parkett zu verlassen.
Bestleistungen des siebten Finalspiels
Punkte: 23, Kobe Bryant (LAL)
Rebounds: 18, Pau Gasol (LAL)
Assists: 10, Rajon Rondo (BOS)
Steals: 5, Ron Artest (LAL)
Blocks: 4, Kevin Garnett (BOS)
Dreier: 2, vier Spieler







von eightch 18.06.10 um 08:51:07
NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!
von DanMan 18.06.10 um 09:32:59
YEAH! Oh man...ic hatte ja teilweise schon echt die Hosen voll in dem Spiel! Ich dachte die Lakers kommen gar nicht mehr in den Rhytmus! Aber letztenendes hat der Ausfall von Perkins wohl die Serie zu Gunsten der Lakers entschieden. Auch wenn ich denke, dass sie gegen die Celtics mit Perkins gewonnen haben, bin ich ja ganz froh, dass es gar nicht erst so weit kommen musste! Also: AUF ZUM THREEPEAT!!!
von oxymoron (x-over) 18.06.10 um 09:49:28
Und Ron-Ron hat seine Wheaties [youtube.com]
von Webocat 18.06.10 um 10:31:59
Endlich mal wieder eine wirklich spannende Finals-Serie. Danke Bosten, danke L.A.
von ca$hmoney 18.06.10 um 11:34:56
Ich hab's euch ja gesagt;) LA, the team to beat! Hammer Finals, alles dabei gewesen was das Baller Herz begehrt. Glückwunsch LA, aber auch Respekt an die C's, die weiter kamen als die meißten ihnen zutrauten. Artest der alte BadBoy:)"First I wanna thank my hood..."
BlackMamba is back!
von xax 18.06.10 um 18:43:29
RONRON gönne ich den Ring wirklich, jetzt reicht es aber mal wieder mit den Titeln für LA. War aber ne intensive Serie und wirklich spannend.
von Suck My Diktiergerät 19.06.10 um 00:36:18
wie geil ist denn das interview mit ronron xD awesome :D
von ca$hmoney 19.06.10 um 02:52:56
[youtube.com]
von xax 19.06.10 um 04:25:30
@ ca$hmoney
danke für den link, dass Interview rockt. ich glaube er wollte seinem Psychiater danken... und der Hood *g* herrlich
von Suck My Diktiergerät 19.06.10 um 09:11:19
wie auf fivemag.de bereits geschrieben.
musste unweigerlich an sopranos denken ^^
von LilShaq34 19.06.10 um 22:47:09
Herzlichen Glückwunsch Los Angeles und danke für die abwechslungsreichen Playoffs, die grandiosen Finals die spannender kaum hätten sein können. Danke auch an die Celtics, das die alte Rivalität einer vergangen Generation in der unseren wieder aufleben kann. Nun können auch wir sagen, das wir live (am TV XD) dabei gewesen sind als ihr miteinander gekämpft habt ^^
Das war eine tolle Serie, und defensiv hat man in einem Spiel 7 wohl nie etwas besseres gesehen, auf beiden Seiten. Freuen wir uns alle auf eine heiße Offseason und schauen wir mal ob es tatsächlich eine weitere Lakersdynastie geben wird. Ich drücke die Daumen das es so sein wird. Weiter so!!!
von oxymoron (x-over) 20.06.10 um 14:00:11
Neben Ron-Rons Pressekonferenz und dem Interview nach dem Spiel hat er auch noch einen lustigen Auftritt bei Jimmy Kimmel, zusammen mit Kobe, big-testacles-Fisher, Kongo-Cash-Mbenga, Augenbrauen-Sasha, Dance-Move-Powell, und "white girl Irish name"-Brown: [youtube.com]
von xax 20.06.10 um 15:32:02
@ oxymoron
kobe gewinnt den : "look-like Yay-z-Wettbewerb"
und wo bitte kann man lila-gelb-karierte hosen kaufen RonRon?Damit kannst du auch als Hofnarr auf ner Burg anheuern, herrlich herrlich.
von Hurricane 20.06.10 um 15:48:31
Und Somit hat MR Morrison seinen Zweiten Ring :D :D :D
von oxymoron (x-over) 20.06.10 um 16:38:32
@ xax: Wahrscheinlich hat Adam Porn Morrison die richtigen Kontakte.
von xax 20.06.10 um 16:53:12
Ach deswegen wird der nicht getraded, ich verstehe.
John "80s" Morrison ist der Mann für die modischen probleme im Team...
Also ich habe bei dem Clip nur darauf gewartet, dass noch Mark Madsen reinkommt und tanzt.
von Antaxx 24.06.10 um 17:31:06
@ xax
Lass mal stecken. Die Lakers holen noch 2 Titel überholen Boston und dann kann ein anderer den Titel holen. Achja Kobe würde dann auch MJ überholen. Was ich nicht unbedingt als schlecht erachten würde. Meine persönlich Meinung!!1