NBA Finals
Heat holen sich die Führung zurück
Die Miami Heat haben das dritte Finalspiel mit 86:88 bei den Dallas Mavericks gewonnen. Nach einer erneuten Aufholjagd der Texaner im Schlussviertel sowie Superstar-Vorstellungen von Dwyane Wade und Dirk Nowitzki war es Chris Bosh, der die entscheidenen Punkte erzielte. Dallas verpasste kurz vor Schluss die Chance auf Verlängerung.
Von Thomas Käckenmeister |
06.06.2011 | |

Die Fingerverletzung von Dirk Nowitzki ist keine Ausrede für den Superstar. "Es sind die NBA Finals", antwortete der Deutsche auf die Frage, ob eine Operation an der gerissenen Sehne seines linken Mittelfingers notwendig sei.
Im dritten Spiel der Endspielserie knüpfte Nowitzki an seine bemerkenswerte Playoff-Leistung an, doch verfehlte mit der Schlusssirene den Treffer zum Ausgleich, der die Verlängerung herbeigeführt hätte. Somit entführten die Miami Heat einen 86:88-Sieg aus Dallas und gehen mit einer 2-1-Führung ins vierte Spiel, das in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (3 Uhr, MESZ) ausgetragen wird.
Das erste Viertel war lange Zeit ausgeglichen. Nowitzki traf seinen ersten Wurfversuch, Jason Kidd markierte fünf schnelle Punkte. Auf der Gegenseite war es Dwyane Wade, der neun Zähler in Folge einnetzte und die Gäste im Spiel hielt. Mit dem Signal zur Viertelpause versenkte Mario Chalmers einen Dreier zur Sieben-Punkte-Führung der Heat (22:29).
Kurz darauf traf Chalmers erneut aus der Distanz, um den Vorsprung der Heat auf zehn Zähler zu schrauben (22:32, 13. Min). Dallas hatte daraufhin Mühe, eine Antwort zu finden. Fünf Zähler von Nowitzki brachten die Mavericks wenig später wieder in Schlagdistanz (29:34, 19. Min), doch Wade reagierte mit neun Heat-Zählern in Folge, um Miami erneut eine komfortable Führung zu bescheren. LeBron James erhöhte kurz darauf mit zwei Freiwürfen zum höchsten Vorsprung des Abends (31:45, 21. Min). Die Mavs starteten vor der Halbzeitpause mit einem Lauf und verkürzten bis zum Seitenwechsel auf 42:47.
Der zweistellige Vorsprung der Gäste leuchtete auch direkt nach Wiederbeginn auf dem Videowürfel. Erst zwei Dreipunktewürfe von Kidd und Nowitzki rüttelten die Fans im American Airlines Center wach. Der Würzburger war es auch, der sein Team zurück ins Spiel führte. Shawn Marion erzielte in der 32. Minute per Korbleger den 57:57-Ausgleich. Wer aber damit rechnete, dass das Momentum nun zugunsten der Texaner kippte, sah sich getäuscht. Dreier von James und Chalmers bewahrten Miami vor einem Rückstand. Mit 64:67 starteten beide Mannschaften ins letzte Viertel.
Ehe die Dwyane-Wade-und-Dirk-Nowitzki-Show im Schlussabschnitt begann, hielt Chris Bosh seinen Club mit fünf Zählern im Spiel. Ein weiterer Dreier von Chalmers zwang Dallas nach sieben unbeantworteten Punkten (72:79) zu einer Auszeit. Daraufhin übernahm Nowitzki bei den Texanern und erzielte die letzten zwölf Zähler seines Teams. Auf der Gegenseite war es Wade, der die Offensive schulterte; mit sieben Punkten kam es eine Minute vor Schluss zum Showdown beim Stand von 86:86.
Nachdem die Heat zweimal zuvor in drei Angriffen keinen Wurf binnen 24 Sekunden zum Korb abgeben konnten, war deutlich zu spüren, dass die Mavs nun gewillt waren, die Führung in der "Best-of-Seven"-Serie zu übernehmen. James spielte jedoch nach einer Auszeit geschickt auf Bosh, der einen Block von Udonis Haslem in der Ecke zu nutzen wusste. Der in Dallas geborene Power Forward versenkte daraufhin den wohl wichtigsten Wurf seiner Karriere zum 86:88. Nowitzki verursachte im folgenden Angriff einen Fehlpass auf dem Doppeln heraus. Dallas hatte jedoch, nach einem forcierten Dreier von James, die erneute Chance zum Ausgleich bei 4,4 Sekunden verbleibender Spielzeit. Nowitzki erhielt das Leder und setzte zum Signature Move an der Freiwurflinie an. Der Sternschritt gegen Haslem verschuf dem Deutschen den Platz, der er für seinen Schuss benötigte, doch der Fadeaway landete nur auf dem hinteren Teil des Rings. Der Ball sprang hoch vom Korb ab, die Zeit lief herunter und Miami kam mit dem Sieg davon.
Nowitzki beendete die Partie mit 34 Zählern, elf Rebounds und drei geblockten Würfen. Außerdem punkteten Marion (10 P) und Terry (15 P) zweistellig. Kidd beendete das Spiel mit neun Punkten, sechs Rebounds und zehn Assists. Wade erzielte für die Heat 29 Punkte, elf Rebounds und drei Assists. Bosh kam auf 18 Punkte, James legte 17 Zähler und neun Vorlagen auf. Von der Heat-Bank steuerte Chalmers zwölf Punkte bei.
Bestleistungen des dritten Finalspiels
Punkte: 34 (Dirk Nowitzki, DAL)
Rebounds: 11 (Dwyane Wade, MIA; Dirk Nowitzki, Tyson Chandler, DAL)
Assists: 10 (Jason Kidd, DAL)
Steals: 2 (LeBron James, Mike Miller, MIA)
Blocks: 3 (Dirk Nowitzki, Tyson Chandler, DAL)
Dreier: 4 (Mario Chalmers, MIA)






von Wayne_Simien 06.06.11 um 05:41:08
Mist! Das war's dann wohl mit dem Titel für Dirk...
von Eastcoast 06.06.11 um 08:25:52
Also ich würde die Mavericks noch nicht abschreiben! Das ist noch zu früh! Die Serie hat bisher eines gezeigt: Dass es ganz ganz eng ist! Tolle Spiele, vor allem die letzten beiden sind hauchdünn entschieden worden! Da ist noch alles möglich, vor allem spielen die Mavs noch zweimal daheim! Die Heat sind keine Übermacht!!
von almaen 06.06.11 um 08:38:42
Es ist erstaunlich, wie schlecht Miami spielt und trotzdem gewinnt. Lediglich Wade spielt wirklich groß auf, James und Bosh wackeln... Aber dieses ständige Dunk-Festival, das ihnen Dallas ermöglicht, spielt ihnen voll in die Karten.
Und Dirk ist vermutlich stocksauer, dass Terry diesen Dreier 58 sec vorm Ende genommen hat...
Im vierten Spiel hat Dallas Druck ohne Ende, mal sehen, was da rum kommt. (Leider hat man heute auch gesehen, wie wichtig Haywood ist, Mahinmi hinten ein Totalausfall.)
von Raquel 06.06.11 um 09:33:43
@almaen:
1. Ich denke nicht, dass Dirk sauer ist, dass Terry den Dreier genommen hat, ich meine er hat ihn sogar selbst angespielt. Terry war relativ frei, den musste er werfen und den kann er auch treffen. Er ist höchstens sauer auf sich selbst, dass er nicht den Wurf genommen hat, aber nicht auf Terry. Außerdem waren es, wie du selbst sagst, 58 Sekunden vor Schluss, das hat nicht die Niederlage besiegelt. Der verworfene Wurf zum Buzzer und die schwache Defense unterm Korb werden ihn wohl mehr auf die Palme bringen.
2. Mahinmi war jawohl mega! Wie er mit seiner ersten Aktion überhaupt das Offensiv-Foul zieht, WELTKLASSE! Und 5 Fouls in 7 Minuten musst du auch erstmal schaffen...
von T´Wolves21 06.06.11 um 09:36:38
Ich sehe den Titel auch noch nicht in Miami.
Wichtig ist nun Spiel 4, das muss Dallas gewinnen, ein 3-1 für Miami holt Dallas nicht mehr auf.
Schade, dass Dallas es nicht nutzen kann, wenn Miami wackelt, weil Dallas selber zu viele Fehler macht.
Einfach Daumen drücken und an Dirk und die Mavericks glauben.
von almaen 06.06.11 um 09:39:42
@Raquel: Okay, kaufe ich dir so ab. Fände ich auch besser für die Mavs-Teamchemie... ;-)
Leider war das gezogene Offensivfoul von Mahinmi seine einzige gelungene Aktion. Und bei einem seiner Fouls hat der gefoulte dann nur 1/2 getroffen... Aber der irrt da hinten immer rum...
Gegen solche Heat, die im vierten Viertel offensiv immer völlig unkreativ und ausrechenbar werden, muss was gehen. Aber nur, wenn man nicht immer das ganze Spiel hinterher läuft. Und das Chalmers die offenen Dreier trifft, sollte sich rumgesprochen haben.
von Raquel 06.06.11 um 09:53:29
Miami ist einfach immer einen Schritt zu schnell für die Mavs. Sowohl in der Offense als auch in der Defense. Da kann dann leider auch mal ein Lebron oder Bosh einen Backstein nach dem anderen werfen, die Mavs können da wirklich nur mit Kampf gegen halten und auf einen guten Tag hoffen. Aber ich sehe echt so ein bisschen schwer. Dallas war mal wieder nicht einmal richtig spielbestimmend. Obwohl dieses Mal am offensiven Brett ordentlich gearbeitet wurde (Chandler hat gefühlte 30 Loose-Ball Fouls gezogen) und verbesserter Defensive-Rebound Leistung konnten die einfach nicht dagegen halten wenn die Heat mal wieder Richtung Korb geflogen sind. Und mit Chalmers haben die echt eine Waffe von draußen, die die Mavs mal langsam Ernst nehmen sollten.
von Jochen aus Juist 06.06.11 um 10:35:58
@almaen und die darauffolgende Diskussion: James und Bosh sind offensiv in der Tat nicht so präsent wie in der Saison, defensiv aber sehr gut! Dallas bekommt Wade nicht in den Griff... War Wade nicht der Typ der Alt und Kaputt war? Also, ganz klares plus für die Guards der Heat. Das hatte ich vor Beginn der Serie in dieser Dominanz so nicht auf dem Zettel.
Die Serie ist noch nicht entschieden. Wie war das noch mit der kackenden Ente???
von ca$hmoney 06.06.11 um 10:46:37
Dallas spielt nicht mehr den Mavsbasketball der Vorrunden, wo jeder mal glänzen durfte und regelmäßig seine hotspots hatte, Dirkster als konstanter Alleinunterhalter im 4. Viertel reicht nicht für den Titel.
Mavs sollten Butler reaktivieren, des Momentums wegen @home ala Haslem comeback.
Props gehen an Nowitzki, Miami's D und Wade der Finals MVP ansteuert.
von eightch 06.06.11 um 11:17:41
läuft alles nach plan - die mavs haben eins auswärts gestohlen, machen 2 von drei daheim und plätten dann miami in eigener halle... wie besprochen ;)
von almaen 06.06.11 um 12:57:33
Die Heat haben zwei Championship-würdige Komponenten: Ihre Defensive, wobei sie da eben mit ihrer extremen Athletik punkten und es kein Wunder ist, dass Dallas von der Dreierlinie nicht zum Zug kommt (außer Dirk - wink wink), und Dwyane Wade. Wobei der am Ende auch jumpert und im ersten und dritten Spiel im vierten Viertel getroffen hat, im zweiten Spiel nicht... (wink wink).
Miamis Offensive dagegen ist eine Katastrophe (In der RS habe ich mir das schon sehr früh nicht mehr gegeben, da war meine einzige Motvation, mir ein Heat-Spiel anzusehen, sie verlieren zu sehen. Ästhetisch war das nix.) und lebt in der Finlaserie allein von zwei Dingen: Die Dreier fallen untypischerweise (außer in Spiel zwei - wink wink) und sie verwerten Turover mit brutaler Effizienz, in der Form habe ich das noch nicht gesehen.
Ich denke, dass damit auch die Ansatzpunkte für Dallas klar sind (TO stoppen, bitte!, was da weggeworfen wird... und die Dreier müssen endlich wieder besser rausgepielt werden UND dann auch fallen). Ist ja kein Wunder, dass Dallas immer dann rankommt, wenn man den Heat keine Gelegenheit zum Fastbreak gibt, dann sieht es nämlich vorne mau aus. Bosh's Gamewinner letzte Nacht war dann leider eine der wenigen Ausnahmen im 4.Q., wo mal ein Pass gespielt wurde. Aber es ist imA die Schuld der Mavs, dass es am Ende überhaupt so eng ist.
Meister wird am Ende der, der seinen Gameplan besser ausführt (Floskel, ich weiß), aktuell sind das die Heat. Ich glaube aber auch, dass die Heat am Limit (nein, LeBron tut nur das, was Marion ihm gestattet, was relativ wenig ist - auf dem Niveau. Man sieht das, wenn James im 4.Q. gefordert wird, fällt ihm derzeit nix ein außer Bricken. Ist schon gut, dass er sich aufs Assistieren beschränkt, so schadet er den Mavs noch am ehesten) spielen, besser können die nicht, Dallas hingegen schon, muss es langsam aber zeigen. (Barea, Peja - wink, wink)
Wäre schade für die NBA, wenn dieses 3-Stars-vereinen-sich-Modell so schnell zum Erfolg führt. Das wird sehr viele Nachahmer finden, oje oje...
(PS: Sogar meine Freundin kriegt mit, wie gut Wade spielt, ich kriege sie nicht dazu, ihn zu haten... das mal als mein Beitrag zu Celebrate-Gate... imA war James da der Over-Acter.)
von CRocket 06.06.11 um 13:14:35
Also das mit den "Stars vereinigen" sehe ich auch kritisch, aber die Tendenz wird ja genau dahin gehen. Das "The Chosen One" zwei Stars neben sich braucht um sich einen Ring zu holen, degradiert ihn aber sehr. Ich hoffe auf die Mavs (für Dirk).
von eightch 06.06.11 um 13:25:02
"drei stars vereinen sich" ... da muß man erstmal drei stars finden... aktuell sind das nur wade-lebron-bosh... folgen könnte amare-melo-werauchimmer und dann gibt es vielleicht noch ein oder zwei teams bei denen das klappt... dann haben wir insgesamt vier teams mit drei superstars von denen sich zwei selber ausschalten weil die egos zu groß sind und von den anderen zwei kommt ein team vielleicht ins finale...
sorry aber das haben wir immer wieder... siehe spurs, 90er bulls, davor die lakers etc... ich denke nicht das das etwas beunruhigendes ist...
meiner meinung nach sollte die nba 6 teams streichen und dafür das talent eher noch mehr bündeln, was nutzen 30 teams wenn 1/3 davon eh nur unter "ferner liefen" dabei ist...
weniger teams die saison auf 70 spiele kürzen und schon hebt sich das niveau der nba... dann können wir uns diese drei superstars in einem team debatten sparen, weil das dann der standart ist... das ist gut für den sport und die fans...
von Mt.Mutombo 06.06.11 um 13:46:34
Das mit den Teams kürzen hatte doch auch Lebron gesagt und dafür Haue bekommen. Sehe ich aber genauso. Was bringen die Teams wenn am Ende immer mindestens 3-8 Teams total vergurken.
Was die Finals betrifft: Ich drücke Dirk die Daumen, hab aber vorher schon gesagt dass bei den massiven Matchup Problemen die Heat für mich Meister werden. Mag noch spannend werden wenn es über die volle Distanz aller 7 Spiele geht... immerhin sind alle spiele relativ knapp, außer dem ersten. Go Dirk (prove me wrong!)
von ca$hmoney 06.06.11 um 17:03:11
@eightch: Gut kombiniert Watson. Allerdings welche 6 Teams werden bereit sein ihr Geschäft aufzugeben solang's rentabel bleibt UND welche Fanbase/Stadt ist mal eben bereit auf ihr Team zu verzichten dem Sport zuliebe?
PS. copy & paste ist 'ne feine Sache...
von lenk79 06.06.11 um 18:07:07
@eightch: ... und was ist ein Standar(t)?