NBA Finals

Defense ermöglicht Miami Sieg

Die Miami Heat (Dwyane Wade, Foto) bleiben in den Playoffs zuhause weiter ungeschlagen. Zum Auftakt der Finals setzten sie sich gegen die Dallas Mavericks mit 92:84 durch. Spielentscheidend war dabei die Arbeit am offensiven Brett und die Verteidigung, als die Texaner nur 37 Prozent ihrer Feldwürfe verwandeln konnten - was teilweise aber auch am eigenen Unvermögen lag.

Von Manuel Baraniak
 01.06.2011 |

Miami Heat gegen Dallas Mavericks 92:84 (1-0)

Die Sympathien vor Beginn der NBA Finals waren klar verteilt: Rund sieben Stunden vor dem Sprungball drückten knapp 60 Prozent laut einer Abstimmung von ESPN den Dallas Mavericks die Daumen; die Heat wussten lediglich in sechs US-Bundesstaaten mehr Anhänger auf ihrer Seite.

Es ist die Neuauflage der Endrundenserie von 2006, als die Heat einen 0-2-Serienrückstand noch in den Titelgewinn ummünzen konnten. Beide noch junge Franchises (DAL: 1980; MIA: 1988) treffen damit bei ihrer jeweils zweiten Finals-Teilnahme auf den gleichen Gegner. Von damals stehen aber auf Dallas' Seite nur Jason Terry und Dirk Nowitzki und in Reihen Miamis Dwyane Wade (Foto oben) und Udonis Haslem noch im Kader ihrer jeweiligen Mannschaft. Erick Dampier, 2006 noch im Trikot der Mavericks, sitzt nun auf der Bank der Heat.

Während die fünf genannten Akteure sowie LeBron James und Zydrunas Ilgauskas zum zweiten Mal in den NBA Finals stehen, werden Eddie House und Jason Kidd ihre dritte Endspielserie bestreiten. Der 38-jährige Point Guard der Dallas Mavericks ist damit der älteste Akteur in der Ligageschichte, der in einer Finalserie von Beginn an aufläuft. Die Hosen voll haben würde Kidd auf Grund seiner Erfahrung sicherlich nicht. Apropos Shorts: Als besonderes Ritual trug Jason Terry auch die Nacht vor Spiel eins die Shorts des Gegners, diemal sogar eine Ausgabe von Gary Payton aus den Finals von 2006.

Führungswechsel im ersten Abschnitt

Den besseren Start erwischten die Gastgeber aus Miami, die in Form von Chris Bosh im ersten Angriff ein Foul gegen Tyson Chandler zogen und an der Freiwurflinie punkten konnten. Nach einem Ballverlust Dallas' führten die Heat mit 4:0. Nachdem Dirk Nowitzki die ersten vier Zähler der Gäste markiert hatte, taten sich beide Mannschaften jeweils schwer, gegen die Verteidigung des anderen Teams zu punkten. In der ersten Hälfte sollten beide Teams über Wurfquoten von über 39 Prozent nicht hinauskommen.

LeBron James (Foto) brachte Mitte des ersten Abschnitts durch ein Drei-Punkte-Spiel sein Team mit 11:5 in Führung; Jason Kidd antwortete aber mit zwei verwandelten Drei-Punkte-Treffern - seine einzigen Zähler in der ersten Halbzeit. Durch zwei verwandelte Freiwürfe brachte Jason Terry kurz vor Ende des ersten Viertels die Mavericks das erste Mal in Front, als der Guard davor das zweite Foul von James gezogen hatte.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts wechselte die Führung hin und her. Auf beiden Seiten war auch ein wenig die Nervosität spürbar, als sich sowohl die Heat als auch die Mavs den ein oder anderen Ballverlust leisteten. Vor allem die Heat konnten sich die Offensiv-Rebounnds aber immerhin zweite Wurfchancen erspielen. Nach einem Distanzwurf von Mario Chalmers gingen die Hausherren mit 30:26 in Front.

Für die Texaner lief es in den letzten Minuten vor der Pause in der Offensive besser: Sechs Ballbesitze in Folge konnte das Team von Head Coach Rick Carlisle punkten; dabei machte Nowitzki sieben Zähler hintereinander. Durch einen 7:0-Lauf hatten sich die Mavs die Führung zurückerkämpft. Chalmers hielt mit zwei Dreiern aus der Ecke sein Team im Spiel, sodass die Mavs mit einer Ein-Punkt-Führung (43:44) in die Kabine gingen.

Defense weiter spielbestimmend

Nach 117 Sekunden musste Heat-Coach Erik Spoelstra schon die erste Auszeit nehmen. Die Mavs punkteten drei Angriffe in Folge und hatten nach einem offenen Dreier von DeShawn Stevenson die höchste Führung der Partie inne (43:51). Nach einer schwächeren ersten Hälfte wachte Wade auf, der mit vier Punkten nach Drives zum Korb die Heat wieder heranbrachte.

Eher schwache Offensivleistungen wechselten sich in der Folgezeit erneut ab, als auch weit offene Würfe vergeben wurden. Auf Seiten Dallas' setzte immerhin Shawn Marion (Foto) seine gute Leistung fort. In den letzten fünfeinhalb Minuten gelang den Gästen aber nur noch ein Treffer aus dem Feld. Auf der Gegenseite ging Miami kurz vor Ende des dritten Abschnitts durch einen Dreier James' das erste Mal in der zweiten Hälfte in Führung; der Small Forward traf dann auch noch mit der Sirene einen Distanzwurf, sodass es beim Stand von 65:61 in den letzten Abschnitt ging.

Dort konnten die Heat zunächst ihre Führung behaupten, als sie durch gutes Passspiel immer wieder den offenen Mann fanden. Nach einem Drei-Punkte-Spiel von Udonis Haslem stand es Mitte des Schlussviertels 75:69. Beide Mannschaften hatten in der Folgezeit erneut Schwierigkeiten, aus dem Feld abzuschließen. Aus Sicht Dallas' überschritten die Heat viereinhalb Minuten vor Ende immerhin die Mannschaftsfoulgrenze.

Dann war die Zeit von Wade (Foto) gekommen: Blockte der Shooting Guard in der Defensive noch den Wurfversuch Marions', traf er auf der Gegenseite von Dowtown. Bei noch 3:05 Minuten zu spielen hatten die Heat die höchste Führung des Spiels inne (82:73). Kurze Zeit später setzte James mit einem Dunk samt Foul ein Ausrufezeichen. Auf der Gegenseite nahm Nowitzki seine Mannschaft auf seine Schultern und brachte die Mavs 96 Sekunden vor Schluss auf sechs Zähler heran.

Nach zwei verwandelten Freiwürfen von Chalmers und dem Abschluss von Chris Bosh nach einem Fastbreak Wades war die Führung Miamis wieder auf zehn Zähler angewachsen - Rick Carlisle musste seine letzte Auszeit nehmen. Dallas konnte im darauffolgenden Angriff nicht punkten, während Wades Alley-Oop-Anspiel auf James die Stimmung in der American Airlines Arena noch einmal aufheizte, als die Gastgeber schließlich die Auftaktbegegnung gewannen.

Spielentscheidend war dabei die Verteidigung Miamis: Die Mavs trafen nur 37,3 Prozent ihrer Versuche aus dem Feld; dabei verfehlten aber auch öfters offene Würfe ihr Ziel. Zwar trafen die Heat nur marginal besser, die Gastgeber erkämpften sich durch 16 Offensiv-Rebounds aber 13 Wurfversuche mehr als Dallas. Zudem entschieden die Heat (11/24 3FG; DAL: 9/22 3FG) das Duell von Downtown für sich.

Nach einer schwachen ersten Hälfte beendete Wade die Partie noch mit 22 Zählern, zehn Rebounds und sechs Assists. LeBron James (24 Pkt, 9 Reb, 5 Ast, 4/5 3FG) und Chris Bosh (19 Pkt, 9 Reb) unterstützten den Shooting Guard. Von der Bank streute Mario Chalmers zwölf Punkte ein.

Auf Seiten Dallas' enttäuschten die Reservisten. Jason Terry markierte zwar zwölf Punkte, in der zweiten Hälfte blieb er aber ohne Zähler. Nowitzki (Foto) hatte mit seinem Wurf zu kämpfen (7/18 FG), war aber letztlich der Topscorer der Partie (27 Pkt, 8 Reb, 12/12 FT). Der deutsche Power Forward zog sich in der Schlussphase einen Riss einer Sehne im Mittelfinger seiner linken Hand zu; fortan wird Nowitzki, der der Verletzung keine große Bedeutung beimaß, eine Schiene tragen. Shawn Marion bot mit einem Double-Double (16 Pkt, 10 Reb) eine gute Leistung.



Bestleistungen der ersten Finalspiels

Punkte: 27 (Dirk Nowitzki, DAL)
Rebounds: 10 (Shawn Marion, DAL; Dwyane Wade, MIA)
Assists: 6 (Jason Kidd, DAL; Dwyane Wade, MIA)
Steals: 2 (Peja Stojakovic, DAL; Mike Bibby, MIA)
Blocks: 3 (Brendan Haywood, DAL)
Dreier: 4 (LeBron James, MIA)




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Kommentare

(7 Kommentare bisher)

von almaen 01.06.11 um 06:05:40


Toll, gibt einen eigenen Artiekl zu Spiel 1... na da starte ich die Kommentare eben noch mal:

Nun, Game 1 erst mal ohne das erhoffte Wunder. Eigentlich kann man sich aus Dallas-Sicht nur daran klammern, dass die Mavs noch ganz viel Upside haben. Schwach beim Rebound, Jet nur eine Halbzeit ein positiver Faktor, Barea macht seine Würfe nicht, Peja immer noch kalt und Dirk hat es manchmal auch etwas zuviel gewollt, wenn auch ein gewohnt starkes Spiel von ihm.

Marion stark, von der Bank nur Haywood stark (der hat mal gezeigt, wie Rebounds gehen). Dass die Bank der Heat die Mavs outscort, das geht einfach nicht. Die Heat haben die letzte Viertelstunde dominiert. Das muss anders werden, wenn es für Dirk klappen soll. Luft nach oben ist da noch jede Menge.

Und nein, die Refs kein Faktor. Aber liebe Zebras, wenn James die Dreierschützen der Mavs nach dem Wurf noch abräumt, ist das auch ein Foul...

Also von Sweep bis 7 Games ist da noch alles drin ;-)



von oxymoron (x-over) 01.06.11 um 06:45:13


Auf der Pressekonferenz war von Dirk gerade zu hören, dass er sich eine Sehne im Finger der linken Hand gerissen hat. Klingt aber nicht so, dass er sonderlich beeindruckt davon wäre.



von Durant44 01.06.11 um 08:35:02


Habe ich auch gerade gelesen.
Ist ja aber "nur" die linke Führhand, dass sollte ihn nicht allzu sehr daran hindern, Spiel 2 zu gewinnen. ;-)



von Mt.Mutombo 01.06.11 um 08:38:20


Täglich grüßt das Murmeltier, oder wie war das mit dem Jet in den Playoffs? Hoffe, er taucht nächstes Spiel wieder auf. Ich habe leider nur die Zusammenfassung gesehen, von der man nicht viel sagen kann. Allerdings denke ich, dass da auch eine Portion Nervösität mit dabei war... hoffe, die Sehne von Dirk macht ihm nicht viel aus, zumindest wird das dribbling mit links nun schwerer für ihn.

Alles in allem noch viel drin. Die Mavs haben noch upside und es war sicherlich kein Blow-Out Victory.



von justuskoch 01.06.11 um 11:32:25


wer fand die D von haslems gegen dirk auch noch extrem stark? auch die helpside hat bei miami meistens super funktioniert...
leider, go dallas!



von Indiana 01.06.11 um 13:15:42


Oh man Dallas hatte im letzten Viertel wirklich gar kein Momentum. Und die Bank muss da mindestens 2 Schippen drauflegen. Aber in der ersten hälfte haben die Mavs gezeigt das man Miamis Defense knacken kann gute den Ball aus dem Doppel gepasst und das hohe pick n roll plus gute penetration von Marion und Terry.

Ich fand Haslems Defense nicht stark wurde oft bestraft beim hohen pick and roll weil er sehr aggresiv raus kam und dann bei der recovery von seinem eigenem Momentum gehandicapt war und im post hat er nur überlebt weil das doppel kam.



von ca$hmoney 01.06.11 um 14:36:59


Miami's Defense to Offense Motor läuft auf Hochtouren diese Playoffs mit 'nem Twin Turbo. Best D-Team so far, ask Chitown. Wade's Block und Dreier Sequenz im 4. war der Dolchstoß.



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