NBA Europe Live Tour

Die NBA zu Gast in Berlin

Vor gut einer Woche gastierten die New Orleans Hornets und Washington Wizards im Zuge der NBA Europe Live Tour in Berlin. Neben dem eigentlichen Spiel gab es noch Trainingseinheiten, Pressekonferenzen und weitere Events zu bestaunen. CROSSOVER war live vor Ort.

Von Manuel Baraniak (mb), Nikolaus Raab (nik)
 23.10.2008 |

(mb). Ehe der Hauptgang in Form des Spiels der New Orleans Hornets und Washington Wizards in der niegelnagelneuen O2-World-Arena zu Berlin – welche vor kurzem mit ihren Details vorgestellt wurde – serviert wird, heißt es noch einmal auf den Stühlen im Presseraum Platz nehmen und zuhören.

Die O2-World steht übrigens an einem Ort, welcher mit Geschiche strotzt, befindet sich doch wenige Meter davon die „East Side Gallery“. Und auch an die Geschichte des Basketballs wird dort erinnert: Mit Magic Johnson (Foto) und Larry Bird wurden auf der Mauer zwei der größten Basketballer aller Zeiten verewigt.

Ehe die Pressekonferenzen beginnen, heißt es erst einmal, sich mit den Presseunterlagen der beiden Teams einzudecken. Während die Wizards lediglich einen schmalen Preseason Guide, der nur schwarz-weiß gedruckt ist, zur Verfügung stellen, scheinen die Hornets-Verantwortlichen der Presse mehr zu gönnen: Ein 270 Seiten dicker Media Guide mit Infos und Zahlen en masse liegt bereit. Gut, dass wir so früh den Weg in den Presseraum gefunden haben. Vor der Partie stehen dann die beiden Head Coaches, Byron Scott (Hornets) und Eddie Jordan (Wizards), den Journalisten Rede und Antwort. Und auch der NBA-Commissioner höchstpersönlich würde anschließend noch auf das Podium und vor das Mikrophon treten – doch darüber im dritten Teil mehr.

In seinen Eröffnungsworten zeigt sich zunächst Eddie Jordan sehr geehrt, hier zu sein. Vor allem in dem so geschichtsträchtigem Berlin. Darauf angesprochen, von welchen Spielern er eine Steigerung erwarte, so nennt Jordan die junge Garde um Dominic McGuire, Andray Blatche, Nick Young – der auf Grund einer Knieverletzung jedoch nicht die Reise nach Europa angetreten ist – und Oleksiy Pecherov. Letztgenannter, so Jordan, könne einer der besten Dreipunkteschützen der Mannschaft werden. Wie wir später herausstellen würden, steht der Ukrainer schon mal an der richtigen Position – Pecherov bewegt sich die meiste Zeit des Spiels an der Dreipunktelinie –, auch wenn er eigentlich als Center aufgestellt ist. Von Etan Thomas kann der Wizards-Übungsleister nur Gutes berichten. Sein Herz befände sich in einem noch besseren Zustand als vor dessen Operation, so dass es auch im Training keine Anzeichen von Schwäche gegeben habe. In der NBA brauche man eine physische Macht – und die kommt bei den Wizards nun mal in Form von Thomas. Ob Jordan seine Mannen unter den Top-Teams des Ostens sehe, bestätigt der Coach mit folgenden Worten: „Die Geschichte der NBA hat gezeigt, dass, wenn man seinen Kern zusammenhält, man um eine Meisterschaft spielen kann – wenn man talentiert ist. Wir können auf jeden Fall um die Meisterschaft kämpfen, die Geschichte hat es bewiesen.“

Nach etwa 15 Minuten macht Jordan Platz für seinen Gegenüber – für Hornets-Coach Byron Scott (Foto). Diesem wäre es lieber, wenn es ein wenig wärmer gewesen wäre. In New Orleans ist man eben andere Temperaturen gewöhnt. Scott zeigt sich von der Verpflichtung James Poseys erfreut. Da er im Herzen ein junger Spieler sei, sollte auch das Alter – Posey hat 31 Lenze auf seinem Buckel – keine Rolle spielen. Durch Posey auf dem Parkett kommuniziere die Mannschaft viel besser. Was in der vergangenen Saison noch einen Schwachpunkt dargestellt haben soll, sei nun eine Stärke.

Zudem verfügen die Hornets mit ihm über eine sehr solide Bank, auch in diesem Bereich seien die Hornissen in der kommenden Spielzeit besser aufgestellt. Ob er befürchte, Chris Paul könne nach einem langen Sommer vielleicht zu müde sein? „Ich hatte ihm gesagt: ,Ich freue mich darüber, dass du ausgewählt wurdest. Aber ich hoffe, dass du nur fünf Minuten spielst`“, so Scott mit einem Lächeln. Er musste ihm sogar ab und an im Training die Schuhe wegnehmen, damit Paul mal eine Pause machte. Um ehrlich zu sein, einem Byron Scott hört und sieht man schon ein wenig lieber auf einer Pressekonferenz als einen Eddie Jordan. Scotts letzte Worte, ehe er den Presseraum verlässt, richten sich an einen litauischen Journalisten, der in der ersten Reihe sitzt und ein Boston-Celtics-Shirt trägt: „Wir werden diese Jungs in diesem Jahr schlagen.“ Bevor es soweit ist, steht aber erst einmal die Preseason an. Und der Gegner heißt Washington Wizards.

Mittendrin statt nur dabei erster Akt

(nik). Wir betreten die Halle durch die Katakomben. Die Mannschaften sind schon beim Warmup. Die Zuschauer warten ungeduldig auf den Anpfiff. Die Presseplätze sind direkt hinter dem Korb, an dem die Wizards-Bank sitzt. An den Tischen gibt es Steckdosen. Super! Wir packen den Laptop aus. Auch die anderen Journalisten richten sich ein. Die Jungs von der „Five“ sitzen vor unserer Nase, während die „Basket“-Leute am anderen Eck ihren Platz finden. Neben uns nimmt noch ein Kollege Platz. Den Namen seiner Zeitung – „Stadtkind“ – haben wir noch nie gehört. Er scheint ein fotografisches Gedächtnis zu besitzen, denn er hat nichts zum Arbeiten dabei – nicht mal einen Bleistift.

Apropos Fotos: Ich gehe zum Spielfeldrand und zücke meine Kamera. Nach fünf Minuten tippt mir eine der NBA-Damen auf die Schulter. „Keine Fotos.“ Ich protestiere – ohne Erfolg. Mein Versuch, der Dame weiß zu machen, ich hätte eine Erlaubnis für Pressefotos, wird von ihrem Kollegen zunichte gemacht, der eine Liste mit allen Akkreditierungen zückt. Zurück auf meinem Platz blicke ich neidisch in die Zuschauerränge. Dort zuckt ein Blitzlicht nach dem anderen auf. Die Welt ist ungerecht! – Nicht wirklich, denn immerhin können wir das Spiel sehen.

Die Halle wird dunkel und die Spieler werden vorgestellt. Es kommt Stimmung auf. Die Präsentation wirkt professionell. Hoffentlich macht sich David Stern Notizen. Das ein oder andere NBA-Spiel in Berlin, das wäre doch was. Anpfiff. Endlich geht es los. Die Zuschauer jubeln. Die Kollegen aus Litauen bekommen Ärger wegen ihrer Videokamera. Die Welt ist gerecht.

Das Spiel beginnt mit einem schnellen Pass von Chris Paul zu Tyson Chandler und den ersten zwei Punkten für die New Orleans Hornets. Als Peja Stojakovic kurz darauf den ersten Dreier versenkt, jubelt die Halle. Nachdem Paul die Führung der Hornets zum 7:0 ausgebaut hat, zeigen die Washington Wizards Nerven. Sie vertrödeln den Angriff und wir hören erstaunt, dass die 24-Sekunden-Sirene wie ein Autoalarm klingt. Es würde mich nicht wundern, wenn der eine oder andere Zuschauer auf den Parkplatz gerannt ist, um nach dem Rechten zu sehen. Nach vier Minuten Spielzeit steht es bereits 12:0 für die Hornets. Die Wizards scheinen mental noch in der Umkleide zu sitzen. Deren Coach Eddie Jordan hat denselben Verdacht und nimmt die erste Auszeit, um sie abzuholen.

Während der kurzen Pause blicken wir uns in der Arena um. Jetzt, da die Leute sitzen, sieht man doch hier und da noch freie Plätze. Die Cheerleader der Hornets, die „Honeybees“, kommen aufs Feld. Knallgelbe, kurze Röckchen – der Abend wird immer besser. Erstaunlich, wie schnell sie auf diesen Absätzen laufen können! Auch die Maskottchen der Teams sind angereist. Das von den Wizards sieht aus, als hätten sie einfach „Thunder“ von den Golden State Warriors gemietet – genauso blau, genauso muskelbepackt. Dagegen wirkt die Hornisse der Hornets wie eine fette Muppet-Puppe. Manche Zuschauer scheinen sich auch ein wenig zu erschrecken, als das dicke Ding plötzlich neben ihnen auftaucht.

Das Spiel setzt da an, wo es unterbrochen wurde. Die Hornets überrennen die Wizards. Nachdem Morris Peterson die Führung auf 18:0 ausgebaut hat, rettet Darius Songalia einen Fehlwurf von Caron Butler und die Ehre der Wizards. Zum Glück hat es die Wizards-Bank nicht den Reservisten der Hornets gleichgemacht, welche bis zum ersten Korberfolg ihrer Teamkollegen gestanden sind. Kurz darauf gelingen Etan Thomas die nächsten Punkte für die Hauptstädter. Wer nach einer Herz-Operation noch so stopfen kann, ist definitiv fit für die kommende Saison. Langsam entwickelt sich ein echtes Basketballspiel. Dennoch bauen die Hornets ihren Vorsprung auf 24:8 aus.

Noch sind drei Minuten und vierzig Sekunden im ersten Viertel zu spielen. Da macht es „rumms“. Forward Andray Blatche und Julian Wright kollidieren unter dem Korb. Es wird ruhig in der Halle. Beide bleiben zunächst am Boden liegen. Während Blatche nach einiger Zeit zur Bank der Wizards humpeln kann, muss Wright von Mannschaftskollegen in die Umkleidekabine gebracht werden. Auf unsere Nachfrage nach dem Spiel, kommentierte Coach Byron Scott das Ausmaß der Verletzung düster orakelnd: „Er ist noch jung. Hoffen wir, dass sein Körper gute Heilkräfte hat.“ Das klingt nach einer längeren Pause für Wright.

Während der Auszeit zeigt der Jumbotron die üblichen, winkenden Zuschauer. Fehlt eigentlich nur noch die „Kiss-Cam“. Momentan führt Peja Stojakovich die Scorer-Liste mit acht Punkten an. Posey wird den angeschlagenen Wright ersetzen. Das Horn erklingt. Die Mannschaften kommen wieder aufs Feld. Der Kollege neben uns flätzt sich lässig hinter seinen leeren Tisch. Ich erwarte, dass es in den nächsten Minuten „plopp“ macht und sich der Herr ein zünftiges Bierchen reinzieht.

Blatche hat offensichtlich eine sehr hohe Schmerztoleranz. Nicht mal fünf Minuten nach der letzten Kollision, stellt er sich dem nächsten Gegner in den Weg und wird überrannt. Er kassiert das Foul. Die Wizards kommen nicht ins Spiel. Erneut erklingt die 24-Sekunden-Uhr bei ihrem Angriff – wieder ein Auto weniger. Die Hornets dagegen drücken aufs Tempo. Bald steht es 33:9. Die Antwort der Wizards kommt von Rookie JaVale McGee und aus zwei Metern Entfernung zum Korb ? Airball. Ach, jetzt weiß ich wieder, wen sie gestern im Training ständig runter gemacht haben! Tja, das erste Jahr ist immer das schwerste. In der Verteidigung sieht der schlaksige 20-Jährige dagegen mitunter schon ganz gut aus.

Beim Stand von 36:9 geht es in die Viertelpause. Die Zuschauer erleben einen Tanzwettbewerb zwischen einer Blondine, irgendeinem Typen und einem kleinen Jungen, dessen Trikot bis fast unter die Knie geht. Von wegen Blondinen bevorzugt; der kleine Junge stiehlt allen die Show. Die fette Hornisse tanzt auch mit. Man kann sie fast Keuchen hören. Beim Blick zur Anzeigetafel fällt auf, dass Paul schon acht Assists verbuchen konnte. Das Zusammenspiel mit Tyson Chandler funktioniert bestens. Chandler kommt bereits auf sechs Punkte. Stojakovic führt noch immer mit acht Zählern. Auf die Statistiken der Wizards will ich lieber gar nicht schauen. Vor uns läuft Joe Crawford über das Feld. Aus der Nähe sieht er aus wie John Locke von „Lost“. Es fehlen eigentlich nur die Cargo-Pants und das Messer.

Mittendrin statt nur dabei zweiter Akt

Andray Blatche hat die Ansprache von Eddie Jordan ernst genommen und kämpft sich durch die ersten Minuten des zweiten Viertels. In zwei Minuten sammelt er zwei Rebounds, ein Foul, wirft zweimal aus dem Feld daneben und einmal sogar von der Dreierlinie. Alles vergeblich, aber wenigstens schläft er nicht wie der Rest der Wizards. Die Hornets dagegen sind hellwach. Nacheinander verwandeln Mike James, Rasual Butler und James Posey ihre Würfe. Es sind gerade mal drei Minuten vergangen und schon steht es 45:9. Es richt nach Blowout. Nein, es stinkt. Coach Jordan nimmt die Auszeit und überlegt, was er dazu eigentlich noch sagen kann. Bringt er seine Starter zurück aufs Feld oder ist ihm das Risiko einer Verletzung in der Preseason zu groß?

Oleksiy Pecherov erhöht das Flehen seines Coaches und leistet Widerstand. Zusammen mit Blatche bringt er der Angriff der Wizards wieder ins Rollen. Bald führen die Beiden ihr Team mit jeweils vier Punkten an. Beim nächsten Timeout steht es 54:17. Na bitte, damit ist das Ergebnis für Washington immerhin schon zweistellig! Auf dem Feld findet inzwischen allen Ernstes ein Topfschlag-Wettbewerb mit Elvis und einem Showgirl statt. Das Maskottchen der Hornets zeigt seine schicken schneeweißen Snowboots. Gegen „Germany's Next Topmodel“ kann es trotzdem nicht mithalten.

Jordan ändert die Aufstellung. Etan Thomas ist zurück und fährt unter dem Korb mächtig die Ellenbogen aus. Zwei Minuten vor der Halbzeit verfehlt er Posey damit beim Rebound nur um ein Haar. Man denkt immer, das ist so ein netter Kerl. Aber diesen Schwinger möchte keiner abkriegen. Posey lässt sich nicht einschüchtern und sorgt mit einem Dreier für die 59:18-Führung. Er kann schon 13 Punkte für sich verbuchen. Jared Jordan ist übrigens auch im Spiel. Aber das merken weder die Anzeigetafel, auf die der Point Guard wohl nicht mehr passt, noch der Stadionsprecher. Wir fragen uns, ob Byron Scott bemerkt hat, dass er auf dem Feld ist. Jordan versucht jedenfalls nicht, durch Leistung aufzufallen.

Beim Stand von 61:24 hat die Sirene Gnade mit den Wizards und es geht in die Halbzeitpause. Der „Strength and Conditioning Coach“ der Wizards, Drew Cleary, verschwindet zuerst. Mit dabei hat er eine Tupperware-Box, in der - so vermutet mein Kollege - Schinkenbrötchen sind. Stärkung wird den Wizards sicherlich gut tun. Den Zuschauern wird derweil eine „unglaubliche“ Halbzeitshow angekündigt. Als kurz darauf ein halbnackter Bodybuilder mit einem Würfel aus Eisenstangen das Parkett betritt, versinkt die Menge irritiert in Schweigen. Es stellt sich heraus, dass der Mann da doch hingehört. Er ist Akrobat. Die nächsten Minuten staunen wir, was er alles mit seinem „Mystic Cube“ anfangen kann. Tolle Nummer, aber ein paar Minuten weniger und ein bisschen Stoff mehr am Höschen hätten den Applaus sicher noch gesteigert. Den Damen hinter uns hat er auf jeden Fall gefallen. Am Spielfeldrand wird gerade Daniel Brühl interviewt; auch eher etwas für die Damen.

Wir schauen derweil auf die Statistikbögen, die uns die NBA-Leute nach jedem Viertel auf den Tisch legen. Andray Blatche ist zwar der härteste Kämpfer für die Wizards heute Abend, hat aber trotzdem nur zwei von elf Würfe verwandelt. Caron Butler hat sich bisher auffallend zurückgehalten. Die Teamstatistiken sprechen für die Hornets. Sie führen mit 13 zu vier Assists und haben sich lediglich drei Ballverluste geleistet. Die Wizards kommen schon auf elf. Kein Wunder, dass sich bisher nur die Hornets zum Warmup sehen lassen.

Mittendrin statt nur dabei dritter Akt

Die zweite Halbzeit beginnt. Die Wizards haben doch noch aus der Kabine gefunden. Während Blatche und Butler für Washington punkten, bearbeitet Eddie Jordan Schiedsrichter Crawford am Spielfeldrand. Vorsicht, Eddie! Der Mann hat sogar Tim Duncan schon für weniger ausgepfiffen. Jetzt trifft auch DeShawn Stevenson für Drei. Die Wizards haben einen kleinen Lauf. 32:65 klingt doch nur noch halb so peinlich. Nach einem Monsterblock von Dominic McGuire an Hilton Armstrong wird es laut in der Arena. In der nächsten Auszeit beim Stand von 38:71 tobt der Applaus besonders kräftig, als die lebenden Legenden John Havlicek und unser volkseigener Detlef Schrempf vorgestellt werden. Sie werben im Rahmen der Europa-Tour für „NBA Cares“, das Charity-Programm der Liga. Vor uns kracht es. Ein Kollege liegt auf dem Boden. Stuhlbein gebrochen, Stolz verletzt.

Das Spiel geht weiter und die Mannschaften geraten in eine längere Durststrecke ohne Punkte. DeShawn Stevenson trifft einen weiteren Dreier. Warum winkt er nach jedem Treffer mit der Hand vor dem Gesicht rum? Es sieht aus, als wollte er seine Mitspieler beleidigen. 2,13 Meter treffen auf 1,83 Meter – McGee räumt Chris Paul sauber ab. Bis zur nächsten Auszeit sind gerade mal drei Punkte gefallen. Wird auf einmal verteidigt? Eine große Hühnerbraterei nutzt die Pause, um sich mit Eimern voller Hähnchenschenkel und einem Gutschein über 300 Euro zum Verzehr in einem ihrer Restaurants beim Publikum beliebt zu machen. Wer zum Teufel soll das alles essen? Die fette Hornisse lauert direkt hinter ihnen. Die Wizards haben übrigens ihr Maskottchen getauscht. Vielleicht bringt es ja Glück. Leider kann uns niemand erklären, was das fusselige Ding darstellen soll. Das Spiel bleibt schnell, aber unspektakulär bis zur Viertelpause. Stand: 76:46.

Mittendrin statt nur dabei vierter Akt

Das letzte Viertel beginnt mit sechs Punkten in Folge für die Hornets. Die Wizards antworten das erste Mal an diesem Abend mit einem ernsthaften 10:2-Lauf. Das Spiel wird zum offenen Schlagabtausch. Auf Seiten der Wizards spielt sich DeShawn Stevenson in den Vordergrund. Nach seinem letzten Dreier ist er bereits bei 15 Punkten angelangt. Auf Seiten der Hornets führt Rasual Butler die Scorer-Liste mit 19 Punkten an. Vier Minuten und 42 Sekunden vor Abpfiff gibt es beim Stand von 90:62 die nächste Auszeit. Die „NBA Fan Patrol“ hüpft über das Feld. Die Jungs und Mädels heizen die Stimmung noch mal ordentlich an, schlagen Saltos und werfen ihre Cheerleaderinnen gefährlich weit in Richtung Hallendecke.

Die letzten vier Minuten auf dem Feld gehören DerMarr Johnson. Der Forward aus Cincinnati erkämpft sich elf Zähler, neun davon in Folge, und beendet das Spiel mit 19 Punkten. Die letzten zehn Sekunden werden ausgedribbelt. Das Publikum applaudiert begeistert. Der Endstand von 96:80 für die New Orleans Hornets wirkt weniger eindeutig als das Spiel verlief. Die Zuschauer verlassen die Arena. Auf den Presseplätzen wird eilig der Schreibkram zusammengepackt und los geht das Rennen um die letzten Interviews und Statements hinter der Kulisse. Unser Nachbar mit dem fotografischen Gedächtnis streckt zufrieden seine Arme und macht sich auf den Weg aus der Halle. Irgendwo wird er wohl sicher noch ein nettes Bierchen zischen können. Nach abschließenden Worten der beiden Coaches, von Peja Stojakovic und Chris Paul, sowie von Caron Butler auf der Pressekonferenz nach dem Spiel geht es noch kurz zum Catering. Schließlich war keine Zeit, um während des Spiels, ja, selbst in den Pausen, sich einmal zu stärken. Doch falsch gedacht, alles weg. Nicht mal ein wenig Kaffee ist in den Kannen geblieben. Auch wenn der Magen nicht gefüllt ist, ist das Basketball-Herz erfüllt. Ein toller Basketballabend in Berlin geht zu Ende.

Weitere Fotos könnt ihr im Blog von Manuel Baraniak einsehen.




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von Crossover 30.05.2012 um 11:10:59


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