NBA Draft

Der kommentierte Mockdraft 2.1

Nur noch wenige Stunden, dann beginnt der NBA Draft 2011. Nach drei ereignisreichen Tagen voller Workouts und Gerüchte haben wir unseren kommentierten Mockdraft vom Montag noch einmal überarbeitet. Letztes Update: 0 Uhr

Von Björn Lehmkühler
 23.06.2011 |

Seit unserem ersten kommentierten Mockdraft am Montag hat sich in Sachen Draft noch einmal einiges getan. Einige Spieler konnten in Workouts brillierieren und Entscheidungsträger von ihrem Talent überzeugen, während andere mit Vertragsmodalitäten zu kämpfen haben. Entsprechend haben wir die Reihenfolge noch einmal vereinzelten Änderungen unterzogen.

Weitere Informationen vermittelt übrigens unser brandaktueller Draft-Podcast, in dem ich mit meinen Kollegen Florian Lindemann und Peter Bieg die Stärke des Drafts sowie die Fähigkeiten und Schwächen der Top-Talente analysiere.

Eine weitere, finale Draft-Version wird unmittelbar vor dem Draft, also gegen 1 Uhr nachts, erscheinen

1. Cleveland – Kyrie Irving (PG, Duke)

Irving galt bereits vor der Lottery als Favorit auf den Draft-Thron und daran hat sich auch in den vergangenen Wochen und Tagen wenig geändert. Cleveland braucht einen Point Guard (sorry, Baron) und wenngleich er nicht in den Sphären eines Derrick Rose oder John Wall schwebt, würde Irving ein wichtiges Teil im Rebuild-Puzzle der Cavs darstellen.

2. Minnesota – Derrick Williams (SF/PF, Arizona)

Um den zweiten Pick ranken sich hartnäckige Trade-Gerüchte, denn Strippenzieher David Kahn steht vor einem Dilemma: Die vermeintlich beste Option, Forward Derrick Williams, würde Kevin Love, Wesley Johnson und vor allem Michael Beasley in die Quere kommen. Doch wird sich Kahn einen Euro-Big (Enes Kanter, Jonas Valanciunas) oder weiteren Aufbauspieler (Brandon Knight, Kemba Walker) ins Boot holen? Wohl kaum! Und der vielseitige Williams verspricht wohl den höchsten Trade-Wert.

3. Utah – Enes Kanter (PF/C, Türkei)

Die Jazz mögen bereits einen starken Frontcourt aufweisen, doch vieles deutet darauf hin, dass sie sich unabhängig davon für den ihrer Meinung nach drittbesten Spieler im Draft entscheiden: Enes Kanter. Dieser weist zwar Ähnlichkeiten mit Jazz-Star Al Jefferson auf, doch mit Kanter, Jefferson und Talent Derrick Favors hätte Utah zweifellos eines der talentiertesten Big-Man-Trios der Liga in ihren Reihen. Zudem kann das Point-Guard-Problem an Draft-Position zwölf gelöst werden.

4. Cleveland – Jonas Valanciunas (PF/C, Litauen)

Wenn Irving wie erwartet an erste Stelle über die Draft-Theke geht, werden sich die Cavs hier wohl im Frontcourt verstärken. Dabei sollen der Litauer Valanciunas und Power Forward Tristan Thompson (Texas Longhorns) die Nase vorn haben. Valanciunas ist dabei sicherlich der talentiertere der beiden Kandidaten, allerdings könnte seine Vertragssituation beim litauischen Heimatverein einen direkten Wechsel in die NBA verhindern.

5. Toronto – Brandon Knight (PG/SG, Kentucky)

Manager Brian Colangelo würde mit Knight seinen wohl favorisierten Pick landen, denn auf der Aufbauposition ist Jose Calderon wohl kaum die Dauerlösung. Sollte Knight bereits gezogen worden sein, könnte er mit Kemba Walker einen anderen Point Guard wählen, die Small-Forward-Position verstärken (Jan Vesely, Kawhi Leonard) oder Andrea Bargnani einen Big Man mit ausgeprägten Rebound-Qualitäten an die Seite stellen.

6. Washington – Jan Vesely (SF/PF, Tschechien)

Mit Vesely können die Wizards ihr athletisches Duo aus Point Guard John Wall und Center JaVale McGee um einen weiteren Top-Springer ergänzen. Der Forward von Partizan Belgrad ist zwar alles andere als ein ausgereiftes Talent, doch dasselbe gilt auch für seinen Konkurrenten Kawhi Leonard.

7. Charlotte – Bismack Biyombo (PF/C, D.R. Kongo)

Wie erwartet haben die Kings ihren siebten Pick abgegeben. Neuer Inhaber sind die Charlotte Bobcats, die den Pistons wohl die Wahl zwischen Tristan Thompson und Bismack Biyombo abnehmen werden. Biyombo hat bei uns knapp die Nase vorn. Der Kongolese wird zwar kaum die offensiven Probleme der Bobcats lösen können, doch in Sachen Rebounding und Shotblocking besitzt er zweifelsohne immenses Talent.

8. Detroit – Tristan Thompson (PF, Texas)

Unmittelbar vor dem Draft wurden mit Bismack Biyombo, Tristan Thompson und Marcus Morris noch einmal drei hochkarätige Power Forwards nach „Mo-Town“ zum gemeinsamen Workout eingeladen. Dabei sollen sich Biyombo und Thompson besonders hervorgetan haben. Wenn Charlotte Biyombo wählt, dürften sie mit Thompson an #8 hoch zufrieden sein.

9. Charlotte – Kawhi Leonard (SF/PF, San Diego State)

Wenn Leonard an Position neun noch zu haben ist, werden die Bobcats ihn mit Kusshand nehmen. Mit seiner Athletik und Länge könnte er – zumindest ein wenig – die Lücke von Gerald Wallace schließen und Charlotte beim Rebound und in der Defense verstärken. Marcus Morris und vor allem Chris Singleton wären weitere Kandidaten für die Forward-Positionen.

10. Sacramento – Jimmer Fredette (PG/SG, BYU)

Die Gerüchte, denen zufolge die Kings runtertraden, haben sich also bestätigt und der Abgang von Beno Udrih legt nahe, dass es tatsächlich ein PG werden wird. Doch wen suchen die Kings? Vieles deutet auf Jimmer Fredette hin. Der College-Superstar würde mit Tyreke Evans einen High-Scoring-Backcourt bilden. Darüber hinaus bleibt natürlich NCAA-Champ Kemba Walker ein heißer Kandidat.

11. Golden State – Klay Thompson (SG, Washington State)

Die Warriors können abwarten, welches vermeintliche Top-Ten-Talent bis hier hin fällt. Valanciunas ist aufgrund seiner Vertragssituation ein solcher Kandidat, den die Warriors wohl ohne zu zögern wählen würden. Ansonsten soll Scharfschütze Thompson hoch im Kurs stehen. Er würde mit Stephen Curry einen brandgefährlichen Backcourt bilden.

12. Utah – Kemba Walker (PG, Connecticut)

Sofern die Jazz an #3 tatsächlich einen großen Spieler (Kanter, Valanciunas) wählen, dürfte an dieser Stelle ein Guard verpflichtet werden. Bei den Fans steht dabei College-Superstar Jimmer Fredette besonders hoch im Kurs, hat dieser doch an der Brigham Young University im nahe gelegenen Provo, Utah geglänzt. Doch sollte Fredette tatsächlich in Sacramento landen, wäre Walker ein hervorragender Trostpreis.

13. Phoenix – Marcus Morris (SF/PF, Kansas)

Die Suns sollen einen Power Forward oben auf dem Wunschzettel stehen haben und würden liebend gerne Tristan Thompson ziehen. Ist dieser vergeben, können sich die Morris-Zwillinge Marcus und Markieff gute Chancen ausrechnen. Marcus ist dabei die offensivstärkere Variante.

14. Houston – Chris Singleton (SF, Florida State)

Die Rockets bräuchten auf der Center-Position eine Alternative zum Dauerverletzten Yao Ming, doch die Auswahl auf dieser Position ist überschaubar. Gut möglich also, dass sich die Texaner in einer anderen Richtung umschauen und sich für Singleton entscheiden. Der Small Forward ist der vielleicht vielseitigste Verteidiger im Draft und kann von der „Eins“ bis zur „Vier“ verschiedenste Spielertypen an die Kette legen.

15. Indiana – Alec Burks (SG, Colorado)

Die Pacers zeigten nicht nur durch die überraschende Playoff-Qualifikation ein Lebenszeichen, sondern lieferten auch ihren Kontrahenten aus Chicago einen guten Kampf. Mit Darren Collison, Danny Granger, Tyler Hansbrough und Roy Hibbert ist ein Gerüst vorhanden, das Shooting Guard Alec Burks gezielt ergänzen würde.

16. Philadelphia – Nikola Vucevic (C, USC)

Die Sixers suchen Verstärkung unter dem Korb und würden mit dem Montenegriner Nikola Vucevic einen der physisch imposantesten Spieler im Draft verpflichten. Markieff Morris und Kenneth Faried sind mögliche Alternativen auf den großen Positionen.

17. New York – Marshon Brooks (SG, Providence)

Ein spannender Pick! Holt sich Coach Mike D’Antoni eine weitere Offensivwaffe ins Boot, etwa in Person von Shooter Jordan Hamilton oder Punktemaschine Marshon Brooks? Oder kümmern sich die Knicks endlich um ihre Lücken unter dem Korb, indem sie Markieff Morris oder Kenneth Faried in den Big Apple locken? Wir tippen auf den zweiten Zwilling.

18. Washington – Donatas Motiejunas (PF/C, Litauen)

Wenn Motiejunas so weit fällt, könnte er ein echter Steal werden. Das offensive Talent ist da – nur in Sachen Muskelmasse und Einstellung muss der Litauer noch zulegen. In Washington wäre er eine gute Ergänzung zum rohen Athletikfreak JaVale McGee und womöglich Jan Vesely.

19. Charlotte – Marshon Brooks (SG, Providence)

Die Rotluchse brauchen dringend mehr Firepower und außer einem gewissen Jimmer hat kein College-Spieler mehr Punkte aufgelegt.

20. Minnesota – Jordan Hamilton (SG/SF, Texas)

Hamilton ist einer der potentesten Korbschützen im gesamten Draft und würde eine hervorragende Alternative zu Wesley Johnson abgeben. Wäre seine Wurfauswahl besser, wäre der Junge aus Compton ein Lottery-Pick.

21. Portland – Kenneth Faried (PF, Morehead State)

Der beste Rebounder der NCAA könnte auf dem Weg vom Playoff-Team zum ernsthaften Contender ein wichtiges Puzzleteil darstellen. Offensiv wird er kaum Bäume ausreißen, doch als Rebound-Ass an der Seite von LaMarcus Aldridge wäre er extrem wertvoll.

22. Denver – Tobias Harris (SF/PF, Tennessee)

Harris ist einer der vielseitigsten Forwards im Draft und ein echter Teamplayer. An dieser Stelle wäre er für Denver ein wahrer „Steal“, der das ausgeglichene Team der Nuggets noch tiefer machen würde.

23. Houston – Iman Shumpert (PG/SG, Georgia Tech)

Es erscheint zweifelhaft, dass Kyle Lowry und Goran Dragic die Zukunft im Rockets-Aufbau darstellen. Mit Shumpert erhielte Houston einen athletischen und defensivstarken Guard mit reichlich „Upside“. Darius Morris wäre ein weiterer Kandidat.

24. Oklahoma City – Kyle Singer (SF/PF, Duke)

Singler mag kein Star-Potential besitzen, doch seine Erfahrung und Versiertheit machen ihn zu einem attraktiven Rollenspieler für den aufstrebenden Titelkandidaten.

25. Boston – Tyler Honeycutt (SF, UCLA)

Leuten die Kelten hier bereits den Rebuild ein und sichern sich einen Rohdiamanten, oder greifen sie noch einmal an? Wenn letzteres der Plan ist, würde ihnen Honeycutt als wertvoller Teamplayer von der Bank sofort weiterhelfen.

26. Dallas – Davis Bertans (SF, Lettland)

Bertans wird weiter an seine Physis arbeiten müssen und wird wohl noch einige Zeit in Europa bleiben. Der Scharfschütze wäre somit eine Investition in die Zukunft der alterntenden Mavs.

27. New Jersey – Reggie Jackson (PG/SG, Boston College)

Jackson war vor einigen Wochen der Aufsteiger im Draft, fiel zuletzt aufgrund von Verletzungsproblemen jedoch wieder zurück. Für die Nets, deren Backcourt hinter Deron Williams noch tiefer werden könnte, wäre er dennoch das Risiko wert.

28. Chicago – Justin Harper (PF, Richmond)

Harper wäre dank seiner exzellenten Distanzwurfes ein optimaler Stretch-Forward, um MVP Derrick Rose Räume zu öffnen und seine Kick-Outs zu verwerten.

29. San Antonio – Nikola Mirotic (SF/PF, Montenegro)

Der Forward von Real Madrid ist ein riesiges Talent, doch seine kürzliche langfristige Vertragsverlängerung hat einige Teams abgeschreckt. Die Spurs haben in den vergangenen Jahren allerdings mehrfach bewiesen, wenn nötig auf ihre internationalen Talente zu warten.

30. Chicago – Jeremy Tyler (C, Japan)

Von der Highschool über Israel und Japan in den Draft – Tylers Karriere ist bisher mehr als ungewöhnlich verlaufen und dürfte ihm bezüglich des Draft mehr geschadet als genutzt haben. Denn seine Physis und Athletik sind die eines Lottery-Picks.




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von Crossover 30.05.2012 um 11:10:39


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